Samstag, Juli 01, 2017

Bravo

Wir haben da was ganz toll hingekriegt:
die Katze hat ja vor ein, zwei Wochen angefangen, morgens oder nachts aufzustehen und laut rumzumiauen. Die Wand anzustarren und laut rumzumiauen. Auf den Balkon zu wollen und laut rumzumiauen. Vom Balkon wieder reinzuwollen und laut rumzumiauen. Aus dem Schlafzimmer rauszuwollen und laut rumzumiauen. Wieder ins Schlafzimmer reinzuwollen und laut rumzumiauen. Sie erkennen das Muster?
Beim Tierarzt hiess es: "Ja, es könnte schon sein, dass Katzen mit dem Alter dement werden und nicht mehr wissen, wo sie sind und so, aber es ist auch so, dass sich ihre Hüfte nicht mehr ganz strecken lässt und vielleicht hat sie Schmerzen und das könnte man ja einfach mit einem Schmerzmittel hinkriegen."
Und weil die Katze natürlich keine Tabletten nimmt (danke, keine Tipps, wir kennen sie alle, wir haben sie alle probiert, es funktioniert keiner bei ihr), das Nierenmittel als Sirup über dem Futter schon, haben wir gedacht: hach, noch ein Sirup, was soll schon schiefgehen.
Wir haben geklärt: wir können ihr beides zusammen geben, oder eins morgens, eins abends, ist egal.
Zur Sicherheit haben wir es erstmal getrennt versucht und das Morgenfutter eben dismal mit Schmerzmittel gepimpt. Das hat dazu geführt, dass die Katze das Schmerzmittel runtergeschleckt hat und daraufhin dreimal quer durchs Bad gekotzt hat und dann das restliche Futter nicht mehr fressen wollte. Das ist insofern doof, weil sie eh so dünn ist und wir auch nicht experimentieren können, sondern nur genau dieses Futter geht, wegen eben Niere.
Am Abend gab es also frisches Futter, dismal mit Nierensaft. Das hat die Katze dann ("Ich erinnere mich: ich hab gekotzt ohne Ende!") nicht mal angeschaut. Sondern nur ein bisschen Wasser aus dem Blumentopf getrunken.
In der nächsten Nacht wurde wieder rummiaut, morgens gab es Trockenfutter (nierentauglich) mit ohne nix, das ging immerhin, aber natürlich muss zumindest das Nierenmittel ins Tier.
Also: Abends dann Trockenfutter mit Nierenmittel, ging so ein bisschen.
Ich hatte dann die Idee, dass wir es ja vielleicht dochmal mit Thunfisch als Trägersubstanz probieren könnten und habe extra welchen in Öl gekauft (bei Niere ist es besser, wenn die Katze möglichst wenig Eiweiss aufnimmt und den Kalorienbedarf eher mit Fett deckt) und juhuuu, damit nimmt die Katze das Schmerzmittel. Und das Nierenmittel. Was sie nicht mehr macht, ist: Futter fressen. Was sie immer noch macht: nachts miauen. Neues Feature neben Wandanstarren und rein- oder rauswollen: in die Küche laufen und den Kühlschrank mit der Thunfischdose anmiauen.


Das haben wir ja mal echt super hingekriegt.