Montag, Juli 18, 2016

Die Zeit rast

In der Vorfreude und im Schuljahresend- und Vorurlaubsstress schienen die drei Wochen USA endlos. Jetzt, da sie fast rum sind (Donnerstag geht es zurück), scheint die Zeit zu rasen. Es gibt noch so viel zu sehen, machen, tun, Frühstücksplätze zu besuchen, Pokemons zu fangen, Rituale wieder aufleben zu lassen, wir waren noch nicht an der Mission Bay, wir waren noch nicht in Pacific Beach, Zoo, Seaworld und Wild Animal Park haben wir dieses Mal eh ausgeklammert, wir waren noch nicht Downtown und im Gaslampquarter und auch nicht in Old Town....

Nun denn, es ist wie es ist, andererseits kommt es mir schon viel länger als zwei Wochen her vor, dass ich die Kinderschulränzen ausgemistet habe und meine Out of Office-Reply formuliert habe (ich checke meine Arbeitsmail eh täglich, antworte aber gar nicht, weil ich ja sehe, dass die Jungs das ohne mich gut im Griff haben, weil es Sachen sind, die ich von hier eh nicht erledigen kann, oder die sich bis nächste Woche schon von selber erledigen :-), und weil noch nix kam, was sie nicht anhand der Infos und Kontakte auf meinem dreiseitigen Übergabeprotokoll hinkriegen würden, weil ich ja Urlaub habe.) und auch schon wieder ewig, dass wir in Las Vegas fast verbrutzelt sind und in Sequoia durch die Wälder gestreift sind.
Ich versuche hier, die Balance zwischen "Das war immer so toll, das gehört einfach dazu" und "Lasst uns mal was Neues ausprobieren" zu halten.
So haben wir gestern mit unseren Freunden den Tag erst bei einem gemütlichen Frühstück im Pacifica Breeze und dann am Strand verbracht und uns dann zu Ihnen nach Hause zu einem gemütlichen Barbecue (und den Cocktails von gestern) einladen lassen :-). Das war der Teil "Das muss jedes Mal sein".
Neu waren wir heute dann zum ersten Mal auf dem Del Mar Race Track, um zu schauen, woher die Fliegen und Mücken kommen, die ab Mitte Juli Del Mar bevölkern, und haben den Familientag dort besucht. Wie auch schon in Vegas war das dann so eine Art Parallelwelt: am Eingang haben die Tierschützer protestiert, dass Pferderennen Tierquälerei sei und der Del Mar Track ein Todestrack, wo alle drei Tage ein Pferd stürbe, drinnen wurden die Kinder mit einem Gratisplüschpferd begrüsst, und auch wenn die Hüte nicht ganz so ausgeprägt waren wie am Opening Day, war es doch eine hohe Dichte an Anzügen und Zeug zu sichten.
Ich persönlich fand es besonders nach den Tierschützerplakaten sehr creepy, dass es direkt am Racetrack ein "BBQ State Championship" stattfand (wir sahen erst nur eine lange Schlange und als gute Deutsche/Schweizer haben wir uns brav angestellt, weil wir dachten, da ginge es zu den Kinderattraktionen, und zack, hatten wir vier Tokens gekauft und stimmten über verschiedene Pulled Pork und Rib-Samples ab).


 


Im Infield gab es dann jede Menge Gratisattraktionen für die Kinder, von Klettertürmen über Ponyreiten, Kinderschminken, Zirkus, Mad-Hats-Basteln (die werden aus so braunen Papiertüten gemacht und das gibts wohl hier auf jedem Fest, muss mal überlegen, ob ich das für einen Kindergeburtstag verwende) und Trampolinspringen). Wir haben die verfügbaren Erwachsenen strategisch auf die verschiedenen Anstehschlangen verteilt und kamen so ganz gut durch. Parallel wurde aussenrum gerannt (ich dachte ja persönlich, die würden da irgendwie zig Runden reiten, aber so schnell konnte man immer gar nicht schauen, wie das dann wieder rum war..... nun denn. Keiner gestorben, als wir da waren, soweit ich das beurteilen kann.)

Auf dem Rückweg hat der Hübsche dann noch eine Pokemon-Arena besetzt (ich bin jetzt auch endlich Level fünf), und wir haben uns ("DAS IST SO LECKER, DAS MUSS JEDES MAL SEIN") bei Station Sushi eingedeckt und auf der Dachterrasse gespeist. Nachdem wir uns im Jaccuzzi von den Massagedüsen die müden Füsse fitspülen haben lassen. Geht grad so, würde ich sagen....
(Morgen: Disneyland. Hui.)