Montag, August 17, 2015

Surprise, Surprise

Also: gestern war ja der grosse Tag und wir sind zu Ehren von Little Q.s Geburtstag in den Europapark gefahren.
Er war sich ja todsicher, dass wir ins Alpamare gehen und alles Getratze, dass wir ja vllt einfach ins lokale Hallenbad oder in den Zolli nach Basel gehen könnten, das wäre nicht so eine Fahrerei, fand er dann irgendwann so wenig witzig, weil „Morgen habe ich Geburtstag und bin der Bestimmer und fertig“. Ja. Also. Ich war mir wirklich nicht mehr supersicher, dass das mit der Überraschung eine gute Idee wäre. Aber: Tickets waren gekauft, der Freund meiner Schwester war nach einer aus Gründen durchgefahrenen Nacht morgens um 6 pünktlich zum Weckerklingeln da, so dass wir mit gepackten „Badetaschen“ und Proviant um halb acht Richtung „Alpamare“ aufbrachen.
Die Jungs durften im Fond einen Film auf dem tragbaren DVD-Player anschauen, das muss man ihnen zugute halten. Trotzdem, ich war echt gespannt, wann sie es merken würden. Beim Eingeben von „Europark Rust“ ins Navigationssystem? Nein. Beim Überfahren der Grenze nach Deutschland in Richtung Karlsruhe anstatt tiefer in die Schweiz Richtung Zürichsee hineinzufahren? Nein. Beim ersten Schild: „Europapark“ auf der Autobahn? Nein. Beim ersten Blick auf den Silverstar von der Autobahn aus? Nein. Beim Abfahren von der Autobahn an der Ausfahrt „Europark“? Nein. Beim ersten Blick auf die Hotels? Nein. Beim Umrunden des Parks mit perfekter Sicht auf die grossen Achterbahnen? Nein. Beim Einscheren in den Parkplatz? Nein, oh, doch! Und zwar kam von hinten ein total beiläufiges „Oh, wir sind ja voll nah am Europark!“ , gerade so, als ob man beim Weg von Basel nach Pfäffikon in Rust über den grossen Parkplatz fahren würde. Immer.
Nachdem wir ja nun wirklich da waren, musste ich dann doch kurz nachfragen:

Und ja, Little L. wirkt ein wenig phlegmatisch, aber der hat es wirklich da noch gar nicht geschnallt, dass es genau jetzt in den Park geht.
Little Q. war hin und weg und meinte sogar „Gut, dass ich es nicht gestern schon wusste, sonst hätte ich überhaupt nicht geschlafen.“ Und er hatte so schon erst nach 23:00 Ruhe gegeben….
Wir haben dann geschlagene 10 Stunden im Park verbracht, meine Schittzähler-Apps behaupten, ich hätte entweder 22 000 oder 47 000 Schritte gemacht, so ca 15.8 km allein zu Fuss und dabei sind die zurückggelegten Achterbahnkilometer noch gar nicht dabei.
Mittagspause haben wir nicht grossartig gemacht, zu verführerisch waren die echt moderaten Anstehzeiten dank des mittelguten (es hat manchmal genieselt) Wetters.
So kam Little Q. am Schluss auf 4x Bluefire, 2x Silverstar und unzählige kleinere Bahnen. Little L. war erst sehr nervös und wollte vor der grossen Abfahrt des Altlantic Supersplash direkt oben aussteigen, unten hiess es dann sofort: „Ich will nochmal!“ Das war das Schwierigste (neben: Du bist leider noch 7cm zu klein für Bluefire und deine Mama hat falsch geschätzt, sonst hätten wir das schon daheim gewusst und dir gar nicht in Aussicht gestellt, das fahren zu dürfen), dass man verschiedene Bahnen ausprobiert und nicht immer die gleiche fährt. Immerhin ist er die Wodan-Holzachterbahn gefahren, vor der ich einen Heidenrespekt habe und die auch Little Q. als einzige verweigert (nach einer Fahrt vor anderthalb Jahren).
Ich habe mein „Ich bin schon mal Silverstar gefahren und brauche das nie wieder“ revidiert, weil ich, ach…. Sagen wir so: wir können alle froh sein, dass ich in meiner Jugend zu uncool war, um zu Mutproben herausgefordert zu werden, sonst hätte ich viel mehr Mist gemacht. Aber mal ehrlich: von einem 10jährigen kann man sich nicht sagen lassen: „Bist Du ein Feigling, Mami? Ich hab mich ja überwunden…..“
Note to myself: die erste Abfahrt ist schrecklich (so, dass man nicht mal kreischen kann, weil man sich am Kreischen verschluckt. Die Schallwellen werden einem sozusagen physisch in die Kehle zurückgedrückt), ab dann ist es einfach grossartig.
Wir sind also um sieben todmüde aus dem Park getrappelt, nach einem gierigen Zwischenstop beim Burgerking nach Hause und Little L. hat gefragt „Was machen wir eigentlich an meinem Geburtstag?“ Und ich muss mich jetzt zusammenreissen und nicht verraten, dass der eigentliche Plan eine Übernachtung im Themenhotel mit Parkbesuch war und dass man die Sommersaison 2016, in die Little L.s Geburtstag fällt, ab Ende Jahr buchen kann und dass ich das fest auf dem Schirm habe.