Dienstag, August 14, 2012

Wie Radfahren

Ich gebe zu, so sehr die erfahrenen Schulkindmütter aus Deutschland darüber stöhnen und so sehr das vermutlich nach den ersten 10 Minuten seinen Reiz verliert, ich habe den Einkaufsmarathon gegen Ferienende (3 Hefte mit Rand, aber ohne Linien, eines kariert, aber bloss ohne Rand, ein Notenheft, Umschläge in helltürkis, lila, rot, blau und metalliscschwarz, dazu leicht petrolfarbige Zeichenmappe etc.) schon vermisst. Allein, die ganzen niegelnagelneuen Schreibwaren anzufassen, mit Namen zu versehen (ich habe ja jetzt auch endlich einen Dymo), hach. Ich war ja erst schon ein bisschen enttäuscht, dass bei Little Q.s Schulranzen ein vollstens ausgestattetes Federmäppchen dabei war, aber das darf er jetzt ja nicht mal in die Schule nehmen, weil da alles gestellt wird.
Anyway, was aber trotzdem gleich bleibt ist: Büchereinbinden. Dazu muss ich sagen, dass meine Mutter der weltbeste Büchereinbinder der Welt ist. Jedes noch so windige Taschenbuch (Reclamheft!), das in ihre Nähe kommt, wird im Handumdrehen mit einem Schutzumschlag versehen, der so scharfe Ecken hat, dass man damit vermutlich Atome spalten kann. Vervollkommnet hat sie diese Technik mit vier Töchtern, die eben zu Hochzeiten alle gleichzeitig an jedem ersten Schultag Unmengen Bücher nach Hause gebracht haben. Und irgendwann hatte auch ihre Einbindekapazität ihre Grenzen erreicht und so gibt es neben den perfekten Marillenknödeln und Zwetschgendatschi noch etwas, was ich von meiner Mutter gelernt habe: eben Büchereinbinden. Ohne gekaufte Einbände, ohne die verpönte Krücke, die Folie am Buchdeckel anzukleben. Heute also kam der erste Schwung (Rechenheft, weil Little Q. lieber ein paar Extrarechenaufgaben lösen wollte, anstatt zu spielen, der kleine Streber ;-), Buchstabenreise, Hausaufgabenheft, und noch ein paar Sachen) nach Hause. Ich bin zwar etwas aus der Übung, d.h. Little Q. war schneller mit der Hausaufgabe fertig ("Male Dich selbst und etwas, das Du gern hast") als ich mit Einbinden, aber ich kanns noch!
Ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen und ein Tutorial anbieten, wenn daran Interesse bestehen sollte ;-).
Jetzt aber: Bett und morgen Arbeit. Ich hoffe, Little L. ist jetzt wirklich mit Jetlag fertig, heute nacht wollte er nämlich von halb eins bis viertel nach drei "Aufstehen, Mami, ich bin wach" und ich hatte dummerweise noch bis 12 die Reportage über LSD (aus rein chemischem Interesse natürlich) auf SF angesehen..... gähn.