Freitag, August 24, 2012

Sommergeschwister

Ich weiss, ich weiss, der Sommer ist praktisch rum und so, aber trotzdem, nachdem ich heute noch eine Kiste von der Rose-Variante aus der EU exportiert habe, möchte ich meine Weinentdeckungen dieses Sommers doch noch schnell teilen:


Diese beiden hier sind die legitimen Nachfolger des Ah....Gosta-Vinho-Verde vom letzten Jahr. Ich nehme an, sie gehören auch irgendwie damit zusammen, die Flaschen sehen doch sehr ähnlich aus. Wie letztes Jahr habe ich erst eine Testflasche wegen der Optik gekauft und dann in der Woche drauf eine Kiste. Den Rose habe ich erst vor kurzem entdeckt, die Testflasche hat meiner Schwester und mir die nötigen ruhigen Hände (und den schwarzen Humor) für die Erstellung des Millenniumfalken-Kuchen gewährt. Also, getränketechnisch könnte der Sommer noch ein bisschen dauern. Ach ja, für die beiden Schätzchen da oben lasse ich jeden Hugo stehen.... ich muss sowieso gestehen: Aperol Sprizz habe ich ja begeistert getrunken, obwohl es Trend war (und mag ihn auch immer noch sehr, sehr gern), aber der Hugo..... schon nett, aber irgendwie mag ich süss in Getränken so gar nicht mehr.
Wunderbare Überleitung zu einem anderen Thema: Kaffee. Trinke ich ja gern und viel. Ich habe (vermutlich) recht spät mit Kaffeetrinken angefangen und zwar, als der Hübsche und ich seinerzeit für unsere Diplomprüfungen gelernt haben. Da haben wir regelmässig eine ordentlich mit Milch verdünnte Brühe aus der heimischen Tröpfelkaffeemaschine in die winterlich eiskalte Unibibliothek am Wochenende mitgenommen. (Bis dahin habe ich mir das lebensnotwendige Koffein tatsächlich allein aus Cola Light, die zusammen mit der Automatengrösse Erdnuss-M&Ms ein vollwertiges Frühstück vor der Naturstoffvorlesung ergab, zugeführt, aber ich schweife ab). Damals kam immer noch ordentlich Zucker in den Kaffee. Ein paar Monate später, als wir zwei cand. dipl. chem.s uns mittlerweile 50 Quadratmeter in München Schwabing teilten, hatten wir keine Tröpfelmaschine mehr, sondern eine kleine Bialetti-Kanne, die auf dem (mit Sicherheit von keinem Kaminkehrer oder wer auch immer sowas machen müsste je abgenommenem) Gasofen dort einen astreinen Espresso fabrizierte. Als wir Rücken an Rücken unsere Diplomarbeiten zusamenschrieben, war pünktlich um 5 vor 3 Schreibepause, weil wir dann schnell Kaffee gemacht haben und dann Punkt drei Star Trek Deep Space Nine auf Sat 1 angesehen haben. Die Bialetti-Kanne hat uns dann über die Basler Wohnung bis in unser eigenes Haus hier begleitet, bis irgendwann dann vom Überstundengeld finanziert die George-Clooney-Maschine hier einzog. Geschmackstechnisch sind das natürlich Welten. In der Zwischenzeit hatte ich die 2 TL Zucker, die ich anfangs auf eine halbe Bialetti-Füllung gebraucht habe, auf pöh, bloss überhaupt gar keinen Zucker in meinen Kaffee reduziert. Latte Macchiato blieb aber trotzdem über lange, lange Zeit mein Favorit. In der Arbeit habe ich mir sogar eine Zeitlang mit meiner Chefin einen Milchschäumer geteilt. Als ich dann meinen Marketingzwischenjob (schöner Ausdruck, oder?) hatte, gab es dort eine Selecta-Vollautomat-Maschine, die zwar auch behauptete, jede Milchvariante an Kaffee zu können, in Wirklichkeit war das aber keine Frischmilch, sondern aufgeschäumte Pulvermilch und das ist ja schon......eklig. Also habe ich den normalen Kaffee mit einem Schluck Milch runtergewürgt, weil: Kopfweh wegen kein Kaffee ist ja auch doof. Jetzt, beim Traumjob, gibt es erstens Kaffee (und Wasser, Milch und Tee) für alle umsonst und zweitens neben der identischen Selecta-Pulverschäummaschine auch die Business-Variante von Nespresso. Allerdings gibt es die Milch nur kalt und einen eigenen Schäumer, der auch noch heizt, anzuschleppen, das ist mir besonders unter dem Gesichtspunkt der SGU-Weisung "Abnahme aller elektrischen Geräte auf dem Werksareal durch die Firmenelektriker" dann schon ein bisschen zu stressig. Und was soll ich sagen? Mittlerweile mag ich den Kaffee nicht mehr nur ohne Zucker, nein, manchmal ist mir sogar der Gedanke an Milch drin zuviel...... (Lange, pointenlose Geschichte, aber um den Kreis zu schliessen: mit Tröpfelkaffee kann man mich immer noch jagen).
Und um mich jetzt als total inkonsequent (in Sachen Zucker zB) zu outen: der heutige Grosseinkauf war ein bisschen schwierig, weil der Einkaufszettel nicht annähernd vollständig war. Ich habe nämlich beim Zusammenschreiben auch aus der aktuellen "Lecker Bakery" die Zutaten für den verspäteten Bürogeburtstagskuchen für den Hübschen ("Himbeercheesecake mit Amarettini") rausgeschrieben, danach dachte ich, ich könnte ja mal noch schauen, was wir am Wochenende so leckeres backen ("Schokoladentörtchen" und "Toastmuffins") und während ich das so gemächlich durchblätterte, ist mir Jeannys "Peanutbutterfudge mit Schokoladentopping und Fleur de Sel" praktisch entgegengesprungen und ich hatte alle Zutaten daheim und zack, statt Einkaufszettelschreiben habe ich Karamell NICHT gerührt und es ist wahr: das Zeug ist himmlisch lecker und süchtig machend..... Yummy.
Und um nochmal den Kreis zu schliessen: immerhin an die Kiste Rose habe ich beim Einkaufen gedacht. Ist ja auch was.