Mittwoch, Dezember 14, 2011

Es muss schrecklich sein, zwei zu sein.

  • Jeden Morgen muss man aufstehen,
  • jedesmal, wenn man sagt: "Ich muss aufs Klo", soll man sich aufs Klo setzen,
  • kaum sitzt man, soll man wieder runter,
  • jeden Morgen wird man zum Zähneputzen gezwungen,
  • jeden Morgen muss man den kuschlig warmen Pyjama ausziehen,
  • jeden Morgen soll man was frühstücken,
  • die Mama trägt einen immer falsch,
  • wenn man das dezent anmerkt, behauptet sie, man könne ja allein laufen, was ja gar nicht geht,
  • andauern heisst es "Den Nuggi gibts nur zum Schlafen",
  • im Auto muss man sich immer anschnallen lassen,
  • kaum steht das Auto, soll man sich wieder rausnehmen lassen,
  • immer muss man zum Laufradfahren den Helm aufziehen,
  • kaum ist man irgendwo angekommen, soll mand as Laufrad wieder abstellen,
  • nie darf man damit Runden in der Bücherei oder im coop Runden fahren,
  • kaum einmal darf man die Rampe zur Polizei runterfahren,
  • beim Adventsfensteröffnen im Kindergarten muss man blöd mit allen anderen draussen rumstehen, anstatt im Kindergarten Trampolin zu springen oder mit der Eisenbahn zu spielen,
  • nach nur einer Dreiviertelstunde muss man wieder gehen, obwohl vermutlich ganz unten in der Plätzchenkiste noch ein Schokoanhänger wäre, den man übersehen hat, und ausserdem ist man immer noch nicht Trampolin gesprungen,
  • auf dem Heimweg trägt einen die Mama falsch,
  • wenn man das dezent anmerkt, behauptet sie, man könne ja allein laufen oder mit dem Laufrad fahren,
  • kaum will man mal nicht Laufrad fahren, darf das der grosse Bruder nehmen,
  • wenn man dezent anmerkt, dass das aber nicht sein Rad ist, setzt einen die Mama grade auf den Boden und behauptet, sie täte sich schon schwer genug, einen 16 Kilo-Brocken zu tragen, der nicht um sich tritt. (Der grosse Bruder ist auf dem Laufrad weit voraus)
  • Daheim angekommen soll man sich die kuschligen Kleider ausziehen lassen und schon wieder Zähneputzen und sogar duschen.
  • Als man dezent anmerkt, man hätte heute ja schon mal geputzt und sicher diese Woche auch schon mal geduscht, wird man allein ins Bett verfrachtet, während der Rest duscht.
  • Kaum entscheidet man sich, dass man doch unbedingt duschen muss, weil so geht das ja nicht, ist das Duschen schon vorbei und alle gehen jetzt ins Bett.....

Halleluja, ich mache echt drei Kreuze, wenn das Ego und der eigene Wille irgendwann dann mal wieder ein bisschen mit den eigenen Fähigkeiten zusammenpassen und die Frustrationstoleranz sich langsam ausbildet.....muss doch irgendwann, oder? (Und ja, im Moment fällt es mir sehr leicht, trotz all der niedlichen winzigen Babys um mich rum, aus vollster Überzeugung zu sagen: da bin ich durch mit!)

Kommentare:

Seifenfrau hat gesagt…

Ich schmeiß mich weg vor Lachen! Auch wenns natürlich ernst ist;-)
Gut gebloggt, Löwe!

Caro hat gesagt…

*handreich* ;o) durchatmen, weitermachen, puh!

LG von Caro

Kaija hat gesagt…

Gleiches Theater hier - nur das mit dem Tragen fällt weg, da ich nicht gewillt bin 2x12 kg Lebendgewicht extra auf den Hüften zu tragen- Zwillinge ;)

Ich finde diesen Blog großartig und er gehört zu meinen Lieblingslektüren. Bitte weiter so! Danke!!!

LG
Kaija

Bine hat gesagt…

o :) selbe in grün, ersetze Bruder durch Schwester :D
aber, laaaangsam wird's, ganz langsam.
Lg Bine

clau*chichi hat gesagt…

Ich hab wahrscheinlich echt Glück, aber bis jetzt halten sich solche Anfälle meiner 2,5jährigen in Grenzen. Aber die Große war da auch nicht so.... Kommt wahrscheinlich dann in der Pubertät in geballter Ladung.

Gute Nerven!
LG Claudia

VerflixteWelt hat gesagt…

Naja, ich will ja da ja nicht die Hoffnung nehmen, aber wenn man das Laufrad mit dem Fahrrad austauscht, und noch die Hälfte des Nachtschlafs abzieht, weil so ein kleiner Brocken das Bett vereinnahmt, dann hab ich das hier auch..und der Troll ist 4 Jahre alt;))...

lg,dani

AnJu hat gesagt…

Ohja, das kommt mir bekannt vor. Einkaufen:
Erstmal Theater, weil der Netto keine kleinen Kindereinkaufswagen hat (als ob ich da was dafür könnte). Dann will der kleine Mann gerne während des Einkaufs im Laden rumlaufen, was er auch darf, entscheidet dann aber an der Kasse, dass er jetzt sofort im Wagen sitzen will. Lohnt aber nicht mehr, also Geheule bis zum Wagen abgeben ("Da, Wagn sitz, buhu..."). Dann Geheule, weil er beim Bäcker keine Brezel bekommen hat, weil er vor lauter Geheule über das nicht-im-Wagen-sitzen-dürfen nicht arktikulieren konnte, dass er eine will. Dann kauft die Mama netterweise noch eine Brezel und es gibt Geheule, dass ich die in die Tasche tun soll, weil er die selbstverständlich jetzt nicht essen will. Wie komm ich auch drauf...
Achja, hoffentlich bald vorbei...

Anonym hat gesagt…

Das Gleiche hier, nur in etwas jünger - aber die Probleme sind die gleichen :-). IMMER, wirklich IMMER muss man sich soooo aufregen. Schlimm! Und alle anderen Kinder dürfen einen Schnulli haben ("da, Schnulli!") bzw. im Kinderwagen sitzen ("da, Kind Kinderwagen"), während man selber laufen muss.

Schön zu lesen, dass das munter so weiter geht.

Eine schöne Adventszeit weiterhin!

Natalia hat gesagt…

Ich fühle mit. Hier haargenau das Gleich Theater tagtäglich!

Silke hat gesagt…

Herrlich!!!
Sie sprechen mir aus der Seele.

LG Silke

Nadine hat gesagt…

Wenn ich das so lese, denke ich nur "Mein Gott, wir sind aber auch immer gemein und voll daneben im kleinen 2jährigen Kosmos"

Irene hat gesagt…

3,5 Jahre alt war der Knirps, der heute abend in der Bibliothek genau solch ein Drama deluxe durchheulen musste.
Mama ging falsch die Treppe hoch, ER wollte mir doch die Karte geben, Mama ging falsch die Treppe runter, sein imaginärer Hase wollte von seiner Hand hüpfen (in Erinnerung an meine imaginäre Menagerie als Kind konnte ihn überzeugen, den Hasen in die Jackentasche zu stecken...), dann mussten sie noch mal von draussen zurück in die Bibliothek, weil die Tür sich falsch geschlossen hatte... Kind und Mutter hatten mein Mitleid, das Kind, weil es echt verzweifelt weinte, die Mutter, weil ihr Geduldskontingent für den Tag arg strapaziert wurde.

Alke hat gesagt…

Hier gab es Wutgeheule des (fast) Zweijährigen, weil ich die imaginäre(!) Kerze ausgepustet habe, die er doch grade auspusten wollte. Ich habe "Pusten!" halt als Aufforderung verstanden, nicht als Ankündigung :-/

Anonym hat gesagt…

Bei ihren Ausführungen zu den Themen Duschen, Zähne putzen und Anziehen könnten sie auch meinen 13-Jährigen beschrieben haben. Beim Thema Frustrationstoleranz auch...
Aber dazwischen war es echt okay!

Anka