Sonntag, Juli 04, 2010

Nur Philosophie light

für alles andere ist es zu heiss, ich zu müde und so.
Frau Ami hat mal einen Eintrag geschrieben, in dem es darum ging, dass sich Familie (ich rede jetzt nicht über meine Kernfamilie "Brüllen") manchmal wie ein Rucksack ist. Und dass man manchmal das Gefühl hat, dass es einem besser ginge, wenn man den Rucksack abstellen könnte und ohne Rucksack weiterwandern. Und dass das aber irgendwie nie gut geht oder klappen kann oder so was.
Tja. Für manche scheint es zu klappen und machmal beneide ich sie. Auch ich habe einen Rucksack und auch der trägt sich nicht von selbst. Und mit jedem, der seinen Rucksack in die Ecke stellt, wird das Gewicht, das die verbleibenden Träger zu tragen haben, schwerer. Viel schwerer.
Offenbar wurde auch ich übrigens von jemandem als zu schwerer Rucksack angesehen und abgestellt. Finde ich schade, aber ich zerbreche nicht daran, weil ich mich nicht dadurch definiere, für diese Person Rucksack zu sein oder abgestellter Rucksack oder Weggefährte oder was auch immer. Andere Leute tun das aber schon. Und machen meinen Rucksack damit noch schwerer.
(Zwischenbemerkung: ich hab nur EIN Becks Gold getrunken.)
Und nur mal so, aus dem Rucksack gerufen: die "Duftende Blumen"-Mischung, die ich letztes Jahr zu Little L.s Taufe geschenkt bekommen habe, blüht mittlerweile. (Und duftet). Fünf Töpfe voll, was nicht besonders viel ist, aber für mein Händchen mit "Blumen aus Samen ziehen" ist das enorm. Von den zwei Säckchen Wildblumenmischung vom coop ist nämlich genau keine einzige Pflanze aufgegangen.

Kommentare:

Frau Traumberg hat gesagt…

Ich habe vor fünf Jahren meinen verdammt schweren Rucksack abgestellt, ihn abernie vergessen, denn sein Hab und Gut zurückzulassen, fällt nie leicht.

Und vor dem Urlaub hab ich mal wieder hineingeschaut, weil von drinnen ein "Hallo!" klang.

Ob ich den Rucksack wieder aufsetze? Ich denke nicht. Aber vielleicht mag der Hallo-Rufer ja wieder ein Stückchen neben mir gehen. Ob wir allerdings den gleichen Schrittrhythmus haben, wird die Zeit zeigen.

Auch das ist nicht leicht.

Was ich sagen wollte: Ich kenn das Gefühl.

Züribär hat gesagt…

Zum Rucksack fällt mir nix ein - bei mir waren es zum Essen zwei Glas Wein, da denkt sich nicht mehr sehr komplex. Aber zu den Coopschen Wildblumen nur soviel: auch bei mir keine einzige aus der Erde herausgeschafft. Liegt offensichtlich an der Samenqualität. Bin erleichtert!

Sunni hat gesagt…

Hallo am Abend,
offenbar hat jeder einen solchen Rucksack. Der eine kann, der andere nicht, ihn abstellen, meine ich.Und manchmal erscheint auch gut, was es später nicht ist. Oder umgekehrt.
Ich konnte nicht, so sehr ich darum auch kämpfte, es ging bis ins Mark und noch heute, 7 Jahre nach dem Ende der Situation, habe ich damit zu tun.
So ist das mit den Rucksäcken, die sind ein "problematisch Ding".Lieben Gruss, Sunni

Mareike hat gesagt…

Ich habe meinen Rucksack vor 10 Jahren abgestellt. Ích dachte, dass der Weg damit viel einfach sei, war er auch erst. Dann ist vor 3 Jahren einfach so ein Teil des Rucksackes verstorben und ich merkte, dass dieser Teil mich als Rucksack immer weiter getragen hatte, das war das schlimmst daran. Heute trage ich den Rucksack wieder bei mir, leider immer wieder mit deutlicher Traurigkeit!
Und damit gebe ich dem, dass wenn man den Rucksack mal einfach mal abstellt, dass ingendwie nie gut geht, absolut recht.

Ute hat gesagt…

Als meine Mutter starb (1982), waren mein Vater und ich den Geschwistern meiner Mutter wurscht. Weder während der Krankheit noch nach ihrem Tod kam je ein Hilfsangebot oder auch nur eine Frage, wie wir klarkamen. Nach ihrem Tod wollten sie plötzlich lauter Sachen haben. Vasen, Pelzmäntel, Dinge aus der Zinnsammlung.

Der Rucksack steht jetzt weit weg irgendwo da hinten am Straßenrand.

Als einer meiner Onkel den Kontakt wiederbeleben wollte, habe ich mich zweimal mit ihm getroffen und dann beschlossen, daß die Vergangenheit nicht mehr wettzumachen ist. Saskia hat er kurz kennengelernt. Von Tobias' Existenz weiß er nicht einmal. Meinen anderen Onkel (der sogar mein Pate ist) würde ich auf der Straße nicht mehr wiedererkennen. Ebensowenig meine Cousins und Cousinen. Und so wird's auch bleiben.

Sylvia hat gesagt…

Oh, das kenne ich.

Daher wünsche ich... tja, einerseits stets starke Schultern, damit du unter dem Rucksack nicht zusammenbrichst, aber andererseits auch rechtzeitig die Erkenntnis und/oder die Kraft, den Rucksack abzustellen oder zu entsorgen.

Ganz so, wie es für dich passt.

julia hat gesagt…

Ich habe zwei Rucksäcke: einen meiner leiblichen Familie, der ist schwer, und dann den der adoptivfamilie, der ist noch sehr viel schwerer und so langsam aber sicher versuche ich letzteren auszuräumen, nicht abzustellen, aber auszuräumen, er wird ein bißchen leichter.

Claudia's rosige Zeiten hat gesagt…

Ooooh !
Rucksäcke sind schon was Schweres.......
Auch ich mußte mich entscheiden, und hab mich für das Abstellen entschieden.
War ne lange harte Zeit, aber nun bin ich ziemlich entspannt, mit mir und dem Rucksack versöhnt, allerdings nur für mich selbst, denn einen gemeinsamen Weg wird es nicht mehr geben....
aber ich finde, jeder soll auf seine Art glücklich werden, und wer kann einen schon zwingen zum zusammen glücklich sein, wenn es einfach nicht passt....niemand. Auch wenn man blutsverwandt ist.....
Konzentrier dich auf das was dir gut tut.....
LG Claudi

Kat hat gesagt…

Oh, was für ein tolles Bild! Da muss ich dann mal intensiver drüber nachdenken. So viel weiss ich aber sofort: auch ich trage einen schweren, sehr schweren Rucksack mit mir durch die Gegend. Ich weiss noch nicht, ob und wo ich ihn abstellen kann.

Viele Grüße, Kat

Little.b hat gesagt…

Oh, ich erinnere mich gut an Frau Ami's Rucksack-Post. Ich erlaube mir mal zu wiederholen, was ich damals dazu schrieb - also sinngemäß:
Jeder der diesen Rucksack hat und hat ihn schon mal grundsätzlich mit eigenen Dingen gefüllt. Bei dem einen ist er mehr, bei dem anderen weniger voll. Daran hat man schon genug zu tragen.
Doch nicht nur das: Es kommen (manchmal heimlich von hinten) Leute an, die Dinge in den Rucksack stecken, die da nicht reingehören, die da reingesteckt werden, weil sie schon seit Generationen mitgeschleppt werden und einfach immer weitergereicht werden.
Ich finde nicht, dass man den Rucksack ablegen kann - nie. Aber man kann aussortieren. Und ich finde jeder hat das Recht dazu und sollte sich dieses auf jeden Fall regelmäßig nehmen. Denn es bringt nichts unter einer Last zusammenzubrechen, die man nicht tragen kann und sollte, wenn man eigentlich genug Energien hat, anders eine Stütze zu sein. Nur halt auf die eigene Art und nicht auf die "aufgedrückte".

Anonym hat gesagt…

Über Rucksäcke weiss ich gerade nichts zu schreiben, obwohl ich die Gedanken und Kommentare sehr interessiert gelesen habe. Ich habe aber auch zu vermelden, dass von der Wildblumenmischung nur ein einziges Pflänzlein gekommen ist, der Rest ist Schweigen.

haehtinaeh hat gesagt…

Äh, ich will gar nicht anonym sein, sorry.