Montag, April 19, 2010

Zum Gähnen

Ich nehme an, jede arbeitende Mutter kennt das: Sonntagabend, das Kind ist so mittelfit. Wie also den nächsten Tag angehen? Ich habe als Entscheidugsgrundlage die Konsistenz etwaigen in der Nacht allfallenden Windelinhalts gewählt: Dünnpfiff=daheim bleiben, Normal= Krippentauglich. (An sich wollte ich ja in Zukunft kein schlechtes Gewissen jobmässig mehr haben, wenn ich wegen kindkrank daheimbleibenb muss, aber der erste Bürotag nach der Kündigungsankündigung..... man will ja auch nicht als Mimose dastehen.....)
Um 5:34h war klar: wir bleiben daheim. Ich habe also Little Q. auch ausschlafen lassen, den Hübschen alleine lostigern lassen und hatte den Plan, nach einem gemütlichen Frühstück mit meinen beiden Jungs Little Q. in die Krippe zu bringen und mit Little L einen Sandeltag zu verbringen. Also, alle für heute geplanten Meetings um 7:15 gecanceled, im Pyjama den ersten Kaffee genossen, sich über die knutschenden beiden Brüder gefreut, bis dann eben das Telefon um 8:07 klingelte: "Meeting um 9 kann nicht abgesagt werden, alle 20 Teilnehmer sind extra herbestellt, was tun?"
Mein Gedankenkarrussell begann zu rattern: "Mögliche Vertretung? Keine (vernünftige), also: Little L. muss mit. Wie komme ich hin, der Hübsche ist ja mit dem Auto weg. Fahrrad? Radlsitz ist nicht so gut, wenn Little L auf der Heimfahrt dann einschläft, dann ist das sehr unbequem für uns alle beide. Anhänger? Im Prinzip super, aber da ist noch die Hängematte drin installiert und der Gurt nicht auf Little L. eingestellt..... also: Bus. Abfahrt: 8:32h"
Nun ja, was soll ich sagen: We made it. Little Q. hat sich in einem Affenzahn angezogen, Little L. und ich kamen auch halbwegs anständig bekleidet (ich habe erst im Büro gemerkt, dass ich meinen Kapuzenpulli, den ich gestern beim Balkonbegrünen anhatte, erwischt hatte..... aber ein sauberes Longsleeve drunter hats gerettet), mit Spielzeug, Wickeltasche und nötiger Verpflegung aus dem Haus. Gottseidank ist die Bushaltestelle direkt vor der Krippe und Little Q. war sehr kooperativ, sowohl was das Rennen auf dem Weg als auch das Reingehen ohne grosses Brimborium angeht.
Ja, und dann wurde es natürlich witzig: schon mal als einzige Frau, jüngste (bis auf Little L) Anwesende, mit Baby auf dem Schoss eine Sitzung mit 20 Leuten geleitet? Was soll ich sagen: es ging. Little L. tat während den ausfühlichen Erläuterungen eines Kollegen genau das, was alle wohl gerne getan hätten: er nickerte weg, liess sich anstandslos in den Kinderwagen legen und wachte erst beim Abschiedstrubel wieder auf. Dafür, dass ich recht unvorbereitet war, lief es ganz gut und an mir liegt es nicht, sollte diese Produktion nichts werden.