Montag, Oktober 13, 2008

Der Tod und der Fisch

Little Q. kam ja relativ früh in Kontakt mit Tod, Sterben und wie man damit umgeht. So "weiss" er von Anfang an, dass sein einer Opa schon im Himmel ist, es ihm dort gut geht und er auf ihn aufpasst. Er erkennt ihn auf Fotos und geht sehr unbefangen damit um.

Als der Hund meiner Schwiegermutter diesen Sommer eingeschläfert werden musste, war Little Q. klar: "Da kommt ein Engel, der holt ihn ab und bringt ihn zum Opa in den Himmel. Da spielen die dann miteinander, der Tommy ist nicht mehr krank."
Klar kamen viele Fragen, wie
"Sterben alle Leute?"
"Ich auch?"
"Du und der Papi auch?"
"Wann?"
"Kommen für alle Leute Engel zum Abholen?"
"Wenn ich ganz hoch schaukle, kann ich dann den Opa und den Thommy im Himmel besuchen?"

Ein bisschen kompliziert wurde es, als wir den Unterschied zwischen Wespen und Bienen besprachen, nämlich dass Bienen nach dem Stechen sterben. Und dann natürlich von einem Engel abgeholt werden und zum Opa und dem Tommy in den Himmel kommen. Die grosse Frage war: Was passiert, wenn die Himmelsbiene den Himmelstommy sticht und dann stirbt? Wir haben uns drauf geeinigt, dass sich im Himmel allse Lebewesen in Frieden lassen und dementsprechend niemand gestochen wird.

Sehr kompliziert wurde es letztens an der Fischtheke: auf dem Einkaufszettel stand Lachsfilet, Little Q. wollte lieber einen "Fisch mit Muul und Swanz" (aka "Biosaibling"). Kurz bekam er Angst, ob die vielleicht noch beissen könnten. Meine undurchdachte Antwort: "Nein, der beisst nicht, der ist schon tot" sorgte für sehr viel Verwirrung. Toter Fisch? Himmel? Wie können wir den dann essen? Fazit: "Mami, wir kaufen keinen Fiss, der tot ist." (Der Lachs sah in handlichen Stücken Gottseidank so unfischig aus, dass er mit viel Genuss und ohne Grundsatzdiskussionen verspeist wurde.) (Erinnert mich an die Geschichte mit dem "geschnittenen Oinkoink")