Freitag, September 19, 2008

Nächster Versuch: Back home

Nach wieder drei Tagen im Spital, einem Haufen Flüssigkeit (3L/Tag via Infusion und soviel zum Trinken wie reingeht: ich kann gar nicht schätzen, wieviele Liter ich gesiebt habe….) und einigen Gramm Paracetamol später bin ich wieder daheim. Der Stein ist immer noch nicht da (vielleicht ist es aber auch Griess, den würde man im Sieb wohl gar nicht sehen), ich werde also daheim weiter sieben und, sobald wieder Blut kommt, gleich Schmerzmittel nehmen und nicht erst warten, bis ich mich nur noch auf dem Boden krümme und nach Petidin wimmere (ganz so war es ja nicht. Fast.). So sollten wir das Ganze auch ohne nächtliche Touren ins Spital in den Griff bekommen. In einer guten Woche muss ich nochmal zu den Urologen zum Kontrolltermin. Medizinisch ist soweit alles beim Alten: Murray ist topfit (ich Ultraschall-Profi habe seinen Brustkorb für seinen Kopf gehalten), die Nieren sind immer noch leicht (Grad 2) gestaut, neu im Medikamentenportfolio ist die gemeine Eisentablette, um meine Vorräte wieder aufzustocken. Eine alte Bekannte ist auch wieder da: die Übelkeit. Nachdem ich den Vormittag gestern damit verbracht habe, eine Stunde lang im Spitalgarten eine Treppe rauf- und runterzuhopsen, war mir beim Rückweg so schlecht, dass ich es nur rennend in mein eigenes Bad geschafft habe….auch das Frühstück heute ging den gleichen Gang.
Ich bin nicht besonders traurig, dass ich schon wieder heim bin, auch wenn ich nicht mal die erste Staffel der Gilmore Girls geschafft habe: ich habe seit gestern mittag eine Zimmernachbarin. Man weiss ja, dass aus sowas ganz tolle Freundschaften entstehen können. Oder aber auch nicht:
Ich könnte ja noch tolerieren, dass die Dame (der Hübsche hat ganz grosse Augen gekriegt, als er den schwarzen mit Goldglitzer besetzten XXL-String vom Waschbeckenrand baumeln sah) ihren Fernseher den ganzen Tag auf voller Lautstärke dudeln lässt, auch wenn sie zB gerade telefoniert, obwohl jede von uns einen Kopfhörer bekommen hat. Dass sie aber die Tür unseres kleinen Bads im Zimmer bei jeder Verrichtung offenlässt, sei es nun normales Zähneputzen, Pinkeln, Duschen morgens um HALB SECHS oder aber auch (mein persönliches Highlight) beim Ergebnis des Einlaufs gestern abend, das, ja das muss ich nicht noch länger haben. Im Moment wäscht sie gerade (frisch operiert) das Geschirr ihres Abendessens in der Dusche. (Nein, reden kann ich mit ihr nicht. Sie spricht nur französisch und ich weiss nicht, was „Einlauf“ oder „Tür zu beim Kacken“ heisst ).

Ein kleines Highlight habe ich noch: die Au-el-Mami (wie grosse Merci-Packungen gibt es eigentlich?) hat sich „als Freundin mal von Arzt zu Arzt“ sowohl bei der zuständigen Gynäkologin als auch bei dem Urologen-Assistenzarzt erkundigt, was denn jetzt eigentlich Sache ist. Ende vom Lied: der Urologe lässt sich vielmals entschuldigen, dass er mich so verunsichert hat. Die 3-7% hat er von einem Kollegen mal gehört, Literaturbeleg gibt es keinen, ich soll halt nach der Geburt mal zu einem ordentlichen Check vorbeikommen. Der beste Spruch der Au-el-Mami war „Sie wissen ja wie das ist, wenn man schwanger ist: da beunruhigt einen so was natürlich ungemein.“ Von einer Frau mit dickem Babybauch einem jungen Mann gegenüber, der vielleicht nicht mal eine Freundin hat. Hach. Sie ist einfach unschlagbar.