Samstag, Mai 24, 2008

Adrenalin pur

Hach. Ein Grillfest (= viel Feuer) mit Kollegen des Mannes (= Gesicht zu verlieren) im Wald (= ganz viele Möglichkeiten, das Kind zu verlieren) ist für mich Kontrollfreak ja eh schon eine Herausforderung.
Wenn man mir dann noch den besten Freund des Kindes mitgibt (=Verantwortung deluxe), der ja per se einKamikazekind ist, beide erst seit zwei Wochen ohne Windel unterwegs sind (= Unfallgefahr), beide den ganzen Tag nicht gekackt haben (= noch mehr Unfallgefahr), dann ist das absolut okay, wenn ich der Heimfahrer bin, durch das Adrenalin bin ich ja eh total high.
Geklappt hat es wunderbar, Little Q ist dafür spektakulärst, diesmal allerdings unblutig, von einer Bierbank gestürzt (mitten in den ältlichen Kollegenfrauen, "Er ist auch auf den Hinterkopf geknallt." "Ja, ich schau grad mal" "Ganz schlimm." "Jahaaaaa, ich bin grade am Trösten" "Also, es hat echt laut geknallt." "Ja."), hat sich aber durch massives Auslachen durch den besten Freund ganz schnell berappelt.
Klotechnisch gab es keinen öffentlichen Unfall, ich durfte aber feststellen, dass drei kleine Jungs (der Sohn einer Kollegin schloss sich uns an) mit Forscherdrang ("Warum ist das Wasser blau? "Kann man das rausnehmen?" "Wie sieht die Spülung von oben aus?") nach Apfelschorlewetttrinken ohne Klositz (d.h. keine Hand frei, um zu zielen) ja....parabelpinkeln. Auf meine Hose. Reingefallen ist keiner, mitbekommen haben es nur die Leute, die in ca. 5m Umkreis des Klos waren, und die begeisterten Ausrufe ("Ich hab eine ganz lange Wurscht gemacht. Und Pisi oben drauf." "Ich aber mehr." "Und ich noch mehr. Und viel länger") gehört haben.
Typisch war der Kollege, mit wir nunmehr seit fast sechs Jahren zusammenarbeiten, der eine halbe Stunde lang zwischen dem Hübschen, mir, Little Q. und Au-el (sehr offensichtlich Viertelindonesier) hin und her gestarrt hat und dann meinte "Die sind aber nicht beide von euch, oder?"
Little Q. hat übrigens extrem süss Au-el allen als "des is mi beschta Frynd" vorgestellt.
Um halb elf waren die beiden dann verraucht und dreckig im Bett. Little Q. musste enttäuscht feststellen, dass Au-el um 5:59h trotz Rütteln am Reisebett und "Kummkumm, Auto spiele" einfach nur weiterschlafen wollte.
Im Elternbett und nach einer Flasche Milch schaffte Little Q. das auch und so war ich um 8:17h als erste auf. Ich hatte ja aber auch noch einen Termin: um 9:00h startete im lokalen Spielzeugladen der Insolvenzverkauf mit einem Rabatt von 50% (Date mit der Au-el-Mutter, natürlich, wir eingespieltes Schnäppchenteam: "Du checkst das Lego, ich das Playmobil und wir treffen uns bei den Haba-Sachen, okay?"), noch mehr Nahkampfatmosphäre als bei einem Kinderflohmarkt.
Nun sind also die Geburtstagsgeschenke für die nächsten 100 Jahre gesichert, die besten Freunde haben sich tränenreich verabschiedet, und ich kann laaaangsam wieder runterkommen. Puh.