Donnerstag, April 03, 2008

Und was hat Dein Sohn von Dir so gelernt?

Seit langem schwebt mir im Kopf ein Blogeintrag rum über die neuen Entwicklungen von LittleQ, welche mir zu verdanken sind. Da er die meisten wichtigen und nützlichen Dinge schon von seiner Mutter oder in der Krippe (z.B. den Schweizer Dialekt) lernt bin ich wohl eher für die "nice to have" bis "better not have" Dinge zuständig. Deswegen hier eine kleine (unvollständige) Liste für spätere Schuldzuweisungen woher das Kind solche Sachen kann...


  • Die Bombe: Eine der ganz frühen Dinge zu denen ich LittleQ ermuntern konnte und welche er mittlerweile (mit Hilfe eines kleinen Schubses von meiner Seite) ganz selbstständig sogar vom 1 Meter Brett macht. Er ist, wie wir alle, dabei zunächst recht nervös, nach dem Sprung aber stolz wie Oscar. Und kein Extremist kann so fanatisch "BOMBE!" ausrufen wie Little Q mittlerweile...


  • Headbangen und zeitgenössischer Tanz im Allgemeinen: Auf diversen Fahrten in die Krippe stellte LittleQ eines Tages fest, dass der Papi immer etwas lauter Musik hört und diese auch anders klingt als das Radiogedudel bei der Mami. Ausserdem fielen ihm meine (unbewussten) rhythmischen Kopfbewegungen auf. Höchste Zeit also für ein 4 Augen Gespräch unter Männern, dass diese Musik dem Genre der "Papi-Mukke" zuzuordnen ist. Nicht beigebracht habe ich ihm den Umkehrschluss, dass alles was nicht rockt automatisch "Mami-Mukke" sein muss. Dennoch ist er seitdem ein begeisterter Musikkritiker geworden, welcher mit Hingabe neue Musikstücke einordnet (im Moment noch digital in Mami- und Papi-Mukke). Auch das Headbangen klappt schon ganz gut und völlig eigenständig hat man sich dazu noch das "Airdrummen" angewöhnt. Seht selbst.



  • Die Verwendung des Begriffs "Wie bitte?": Zur Abwechslung mal was zum Thema gutes Benehmen (nicht mein Spezialgebiet, aber in diesem Punkt bin ich in unserer Familie der Einzige, der die abendländische Kultur aufrecht erhält). LittleQ versteht ja noch immer recht häufig nicht den Sinn des Gesagten. Recht bald ging mir sein daraufhin gern verwendetes und häufig wiederholtes "HÄH?" ziemlich auf den Senkel. Leider neigt auch das kleine Brüllen (speziell wenn schlecht gelaunt) zur Favorisierung des "HÄH?" gegenüber dem "Wie bitte?". Also meine Aufgabe und so konnte ich LittleQ nach langen und ausführlichen Gesprächen also von der Verwendung des "Wie bitte?" überzeugen. Er liess sich sogar folgende Aussage abringen: -"Wenn ick nit verstoh ick wiebitte dage" -"Da freu ich mich aber, Quinny."- "HÄH?


  • Frühzeitige Schulung in der Selbstverteidigung im Allgemeinen und WingTsun im Speziellen: Als ehrenamtlicher WingTsun Ausbilder lag mir natürlich viel daran diese Kampfkunst so früh wie möglich der nächsten Generation weiterzugeben. Als LittleQ eines Tages anfing meine "Formen" (festgelegte Bewegungsreihenfolgen) zu imitieren, war mir klar: "Er ist soweit!" Nun ist das Problem beim WingTsun, dass es recht zielorientiert und auf regellose Selbstverteidigung optimiert ist (sprich brutal). Nicht genau das, was man einem 2.5 jährigen am besten beibringen sollte. Also mussten ein paar Regelanpassungen her: Erstens man schlägt nicht ins Gesicht sondern nur auf die Brust oder den Bauch. Ins Gesicht schlagen nur "Assos". Diese Aussage hatte einen längeren Exkurs zur Folge was denn eigentlich genau ein "Asso" sei. Gar nicht so einfach. Wir wurden uns jedenfalls einig und hatten daraufhin einige tolle Sparringskämpfe (der Kleine fängt sogar schon an eigene Techniken, die er mit Au-El entworfen hat, mit einfliessen zu lassen. Stichwort: Der Kopfstoss). Als dann eines Tages das Kleine Brüllen unvermittelt "selbstverteidigt" wurde mussten wir das Regelwerk erweitern. Bevor es zu einem Kampf kommt, muss man höflich fragen: "Darf ich bitte WingTsun machen?" Bin gespannt wie Au-El beim nächsten UFC-Tunier auf diese Frage reagiert....



  • Geschwindigkeitsrekorde aufstellen mit dem Laufrad in die Tiefgarage runter: Ich wollte immer ein Kind, dass nicht ängstlich ist, aber sich dennoch vernünftig einschätzt. Deshalb habe ich Little Q. auch eines Tages erlaubt mit seinem Laufrad die Tiefgarageneinfahrt runterzuheizen. Vorraussetzung: "Des derf ma nuuur mim Papi!!" Als wir das Ganze dann schon ein wenig vertieft hatten, haben wir die Mami auch eingeweiht, der beim ersten Mal das Herz stehen blieb (aber nicht lange, weil LittleQ so schnell unten war...) Mittlerweile bleibt auch mir das Herz gelegentlich kurz stehen, da Q. wirklich verdammt schnell geworden ist und unten in der Tiefgarage beim Auslaufen lassen einen schon recht extremen Slalom fährt. Aber ich denke solange ihn seine Mutter nicht tackelt, ist er safe.