Mittwoch, Februar 13, 2008

Wie im Film

oder besser wie in "Pleiten, Pech und Pannen":
Frau Brüllen ist endlich damit fertig, das 200 Seiten-Dokument allen Wünschen der Oberen entsprechend anzupassen (es braucht vier Unterschriften auf der ersten Seite. Die werden der Reihe nach eingeholt. Jeder der Unterschreibenden liest sich das Dokument durch (oder nicht), verlangt Änderungen, unterschreibt, und Frau Brüllen darf das Dokument zum Nächsten schleppen.). Das Wichtigste an dem Dokument ist die erste Seite mit den vier Unterschriften, alles andere kann man im Notfall ja nochmal drucken.
Frau Brüllen springt also fröhlich die vereiste Aussentreppe hinunter, um das Dokument zum Kopieren zu bringen, als sie merkt, dass der linke Schnürsenkel offen ist. Safety first, denkt sie, legt das Dokument gaaaanz vorsichtig auf die Treppe und bückt sich, um den Schuh zuzubinden. In dem Moment erfasst ein leichter Windstoss die erste (WICHTIGSTE) Seite und bläst sie sanft über das Treppengeländer Richtung Rhein. Mit immer noch 0ffenem Schnürsenkel spurtet Frau Brüllen hinterher, stürzt sich unten angekommen todesmutig den mit Efeu und anderem Rankzeug bepflanzten Abhang hinunter, nur um das WICHTIGSTE Blatt kurz vor dem Abflug in das mit Schmodder gefüllte Notablassbecken noch zu erwischen.
Klingt jetzt ganz so, als wäre ich eine Sekretärin. Ist aber nicht so, hätte ich das "Dokumente unterschreiben und kopieren lassen" gelernt, wäre ich bestimmt mit einer rausfliegsicheren professionellen Dokumentenmappe unterwegs gewesen. Und nicht wie ein kleines Kind die Feuertreppe hinuntergeturnt, sondern gesittet mit dem Lift gefahren.