Mittwoch, Mai 09, 2007

My inner Lynette

Jetzt dürfen mir die, die die Hausweiber bei Pro7 schauen, nicht böse sein, die Schweizer (und Österreicher) sind euch einfach voraus.
Ich habe festegestellt, dass ich (überhaupt und sowieso schon immer) vermutlich eine Art Lynette bin. Ich habe zwar noch keine Buschtrommeln über potentielle Kinderschänder in Gang gesetzt, aber trotzdem habe ich ein ungutes Gefühlt, wenn ein Mann meinem Kind aufhilft, wenn es hingefallen ist, ihm begeistert den Sabber mit der blossen Hand vom Kinn wischt, ihn festhält, auch wenn er sich wehrt... naja. Ich weiss, ich weiss, vermutlich alles ganz harmlos. Sicher sogar. Aber Little Q. hatte Angst und deswegen habe ich den Mann dann auch einfach stehengelassen.
Gestern, als wir vollbeladen aus dem Tchibo kamen (ehrgeiziges Projekt: Kind, Sporttasche, diesen Teppich und noch Vorhänge bei Gegenwind nach anderthalb Stunden Audauertraining im offenen Radlanhänger über den Barfüsserberg nach Hause schleppen...), hst sich Little Q. auf dei Gehwegkante gesetzt. Absichtlich sogar, er musste ja schliesslich dei Vorhänge tragen. Ein älterer Herr wollte ihm aufhelfen, hat ihn also am Ellenbogen hochgezogen. Little Q mutierte zum Kartoffelsack. Auf den (sicherlich witzig gemeinten) blöden Spruch des Mannes, der ihn weiter am Ärmel zerrte "Und bist du nicht willig, dann brauch ich Gewalt" ist mir dann ein "Würde ich nicht machen. Er beisst.", was gar nicht wahr ist., rausgerutscht....
Ach ja. Ich bin vermutlich ein furchtbarer Mensch. Total unentspannt und verklemmt. Aber trotzdem. Grmpf.

Kommentare:

Karin hat gesagt…

finde ich gar nicht verklemmt. mir würd ja auch nicht einfallen, einem kind aufzuhelfen wenn die mutter danebensteht und es sich auch noch wehrt. und fremden kindersabber wegwischen? nä.

Suse hat gesagt…

Jo, dann bin ich auch verklemmt.

Irene hat gesagt…

Du hast richtig reagiert.
Wenn ich mich bei einem fremden Kind anbiedere (zugeb, mach ich manchmal) halte ich immer gleichzeitig Kontakt zu Mutter oder Vater, um festzustellen, ob meine Einmischung in Ordnung ist (Beispiel: Festhalten, wenns die Treppe in der Bibliothek runterlaufen will).

Moritz Papa hat gesagt…

Ich find das auch eher seltsam, ungebeten einem fremden Kind "aufhelfen", wenn die Mutter danebensteht. Einfangen, wenn er sich irgendwo runterstürzen würde oder Ähnliches klar, aber aufhelfen sicher nicht.

Das kleine Brüllen hat gesagt…

Sehr gut, ich bin icht total gestört.
Nochmal zur Erklärung: es waren zwei Gelegenheiten: einmal der aufhelfende Sabbelabwischer (uaaa, das finde ich schon beim eigenen Kind gruslig) und einmal der ältere Herr mit Zitat als Little Q. ja nur Pause vom Schleppen machen wollte.
Der Sabbelmann hat dann ganz begeistert gemeint, er bekäme jetzt ja in zwei Monaten auch ein Baby. Vielleicht war er deshalb so euphorisch. Aber ich fand es trotzdem seltsam.
Und ncohwas: ich bin froh um jeden, der mein Kind davon abhält, sich umzubringen, wie die ANchbarin, die ihn letztens eingefangen hat, als sie nicht gesehenhat, dass ich ihm schon hinterher waren oder die beiden Jungs, die ihn schon wiederbeleben wollten (http://bruellen.blogspot.com/2007/04/wre-ihm-recht-geschehen.html). Keine Frage. Aber die beiden Typen (Mr. Sabbel und Mr. Zitat, die fand ich... gruslig).

Anonym hat gesagt…

Ich stelle auch die Stacheln auf, wenn jemand Unbekanntes ungefragt an meinem Kind rumfingert. Ist doch normal, oder? Ich mache das doch bei fremden Kindern auch nicht.

LG Corinna

Suse hat gesagt…

Ich glaube, wir Mütter können gar nicht anders. Da hat uns Mutter Natur ganz sicher schon genetisch einen inneren Alarmknopf mitgegeben, der sofort aktiviert wird, wenn irgendwas mekrwürdiges, potentiell gefährliches u.ä. mit unserem Kind passiert. Löwenmama ;-)