Samstag, Oktober 24, 2026

241026

 Das war gestern abend ein wilder Ritt. Erst: wie schwierig kann es sein, an einem Freitag abend Schluss zu machen, ich hab die ganze Woche gearbeitet wie doof, irgendwann ist es feritg. War nicht einfach am Freitag, weil a) ein major Bug mit der irrsten Erklärung aller Zeiten in dem doofen IT Tool, das wir da aufgebaut bekommen, aufgetaucht ist. Als mir erklärt wurde, was der Hintergrund ist und dass das doch offensichtlich und logisch wäre, habe ich geatmet. Viel geatmet (ich war ja in dem Difficult Conversations Kurs, wo ich mitgenommen habe: wenn man die Tension spürt, tief einatmen und doppelt so lang ausatmen, dann geht der Puls runter und das Hirn denkt: alles tutti und entspannt. Was der Rest des Teams übrigens denkt (und auch sagt manchmal): "oh, oh, komm, hau raus, du atmest schon wieder so, sags, bevor du platzt." Weiss nicht, ob das so gemeint war), 6x zu einer Chatnachricht angesetzt und dann nur etwas hinbekommen, was auf der anderen Seite als "disheartening" ankam. Ja, tut mir auch leid, aber wie kann man?! Ich muss mich mit dem Ding in 10 Tagen vor das gesamte Leadershipteam stellen und eine Story erzählen und DAS erzähle ich sicher nicht.

Naja. Und dann musste ich direkt in das nächste Meeting mit de Podcaster, Follow Up vom letzten Freitag. Ich nehm es mal positiv: man glaubt es vielleicht nicht, wenn man mich hier so liest (und vllt auch nicht, wenn man mich die letzten Monate erlebt hat), aber ich bin eigtl recht harmoniebedürftig und hatte bis vor kurzem echt Mühe / Angst, konfliktträchtige Themen auf den Tisch zu bringen, ich war sehr gut drin, all die Elefanten im Raum einfach zu akzeptieren. Das ist vorbei und ich sage (hoffentlich meistens höflich und sachlich, mein eigentliches Ziel ist ja "witzig") was einfach nicht geht. Das musste dann in dem Podcastermeeting schnell gehen, weil ich eigentlich nur 15 Minuten Zeit hatte. Meine Güte.. 

Und dann war ja Konzert (also: erst noch schnell Abendessen, das mir richtig gut gelungen ist, gab sogar ungefragtes Lob von allen Kids).

Wir waren bei "The Tarantinos", eine UK-Band, die sich auf, wer hätte das gedacht, Coverversionen von Musik aus Tarantino-Filmen spezialisiert hat. Dazu machen sie noch ein bisschen Show und füllen angeblich auch grössere Venues. Auf Spotify haben sie 35 (seit gestern 37) monatliche Hörer und ich glaube, die waren gestern auch alle da beim Gig im "Elefantehuus" in Liestal. Sonst niemand.

Ich weiss echt nicht, was da falsch gelaufen ist, ich würde vermuten, das Management der Band und der Location haben grandios aneinandervorbeigeredet, was das ist. Ich meine: da passen Musikschulkonzerte rein, Lesungen von AutorInnen mit Lokalkolorit, Theateraufführungen von Theatervereinen, Comedy-Abende von aufstrebenden Lokaltalenten oder so.

Wir hatten (dafür dann tatsächlich relativ teure) Sitzplätze auf der Galerie (55 CHF ist jetzt kein Vergleich zu Hallenstadion oder Letzigrund in Zürich, da reden wir über ...Faktor 3-10, aber dafür sind dann da auch 60 000 Menschen statt ...357, unten auf der Tanzfläche waren etwa 20 Leute. Die Band fing an, spielte sich die Seele aus dem Leib und nach dem ersten Titel meinten sie "It is so great to see at least .... some people here tonight" und beorderten die Galerieleute auch nach unten. Dann wurde noch bestimmt, dass man direkt an der Bühne sein solle und nicht an der Wand lehnen oder so, und dann wurde es sehr cool. Sie konnten alle wirklich richtig gut spielen und singen und haben sich nicht anmerken lassen, dass der Abend finanziell für sie vermutlich ein Desaster wurde und schon ein bisschen traurig. DIe 37 Zuschauer haben wirklich begeistert getanzt und gejohlt und schön war das!

Aber schon auch ein bisschen strange...

Dann: Schwätzchen mit den Freunden, Heimfahren, Schwätzchen mit den Kindern und aufgedreht ins Bett!

Heute morgen dann habe ich alle früher als nötig aus den Betten gescheucht, weil ich dachte, die Kids müssten mum 10:30 im Dorf unten sein für die Vorbereitung der Pfadiaktivität und des Pfadiznachts, dabei war das erst um 12:30. Ups.

Frühstück mit einer sehr gut gereiften Crowdfarmingmango und einer noch grenzwertig harten Crowdfarming Avocado. (Respektive ohne Avocado, weil ich vor lauter "lasst uns mal die nächsten Wochenenden durchsprechen", was so viele Wochenenden umfasste, dass Q. irgendwann fragte "Wie weit im Voraus besprechen wir? Bis Deutschland klimaneutral?" vergessen habe, dass ich ja eigentlich hungrig war und was essen sollte. Habe ich dann danach gemacht). Ich habe jetzt alle Adoptionen beendet, mal sehen, ob sie es hinkriegen, mir die bezahlten Bestellungen trotzdem noch zu schicken....

Dann: Spazierründchen, der Sturm hat gestern sehr viel Zeug von den Bäumen geblasen und es ist eine interessante Luft, Mischung aus Herbst und Frühlingsgeruch. Passt damit zusammen, dass auf dem Balkon in den Blumenkästen die noch nicht mal letzten Tomaten reifen und mittlerweile die 3. Generation Mohn dieses Jahr sich zum Blühen bereit macht, während die Bäume alle ihr Laub anfangen zu verfärben.

Dann: Bettenwechseltag, das zieht auch immer Grosswaschtag hinter sich (aber der ist hier eh oft), dann Zeug und Kaffee und alles ein bisschen müde.

Die Kids sind wie gesagt unterwegs, aber wir halten uns dieses Jahr vom Pfadiznacht fern (ich denke, wir haben da mittlerweile genug unterstützt und ich möchte heute kein lauwarmes Essen, das vermutlich mit viel Pfadispirit gekocht wurde und zB nach einer langen Wanderung bei Sonnenuntergang am Lagerfeuer total gut schmecken würde, in einer Turnhalle essen, während 100 aufgedrehte Kinder rumrasen. Aber hey, ich bin halt auch alt und habe schon viele, viele Jahre dieses Essen gegessen. Heute: Aloo Gobi ohne Kinder.


Freitag, Oktober 23, 2026

231026

 Gestern abend ist mir aufgefallen, dass wir für heute Konzerttickets haben :-). Freunde haben uns während Japan gefragt, ob wir mitkommen wollen, was wir wollen. Der Hübsche hat es in den Kalender eingetragen (weiss nicht genau in welchen, in meinem Arbeitskalender, der mein Leben sortiert, taucht es nicht auf), aber in der falschen Zeitzone, so dass es vllt auch sonst niemand gesehen hat. 

Also: wir gehen heute abend auf ein Konzert der "Tarantinos", Filmmusik aus Tarantinofilmen mit Spektakel Ich freu mich! (Passend dazu letztens erst in einem Meeting den Icebreaker runiniert, als jemand meinte "So cool, das Pulp Fiction Bild hinter dir, Pulp Fiction ist mein absoluter Lieblingsfilm" und ich meinte "Ja, hm, ok, ich hab das meinem Mann geschenkt, weil er Pulp Fiction toll findet, ich selber verstehe nicht, warum da so ein Gewese drum gemacht wird, ich habe es dreimal versucht und bin jedesmal nach einer Stunde eingeschlafen, aber hey, Banksy!" Gibt aber Tarantino-Filme, die ich sehr, sehr mag, zB "Kill Bill", who would have thought)



Dann: heute mal verwegen bis sechs ausgeschlafen, morgens bei offenem Fenster schon ein bisschen gefroren. Irgendwer hat meine Notfallfleecedecke weggeräumt, wer traut sich sowas? Naja. Heute also Wärmflache, das bedeutet auch, durch den Sturm wird es bestimmt wieder voll warm...

Am Küchentisch mit Katerunterstützung angefangen zu arbeiten, heute ist ein eigentlich guter Freitag, dh fast keine Meetings (bis auf Abendmeetings, yay) und viel Zeit, aufzuarbeiten. Aber auch viel davon plus Querschüsse, die mich irgendwann die Contenance verlieren lassen und mein letzter Kommentar im Chat war "I typed and deleted now 6 versions of this response, this one is the best one I can come up with: this is unacceptable and has to be fixed asap like NOW". War natürlich überhaupt nicht (oder doch?) gemäss des "difficult conversations"-trainings, weil: In Sachen Clarity bin ich bei level 10, bei "compassion" eher bei 2 (optimistisch gerechnet) und an die anderen 3 Cs kann ich mich grad nicht erinnern. Im Zweifelsfall bin ich bei 0 oder 10.

Anyway, all das ging bis halb sieben (und auch nur, weil ich dann einfach den Computer zugeklappt habe und alles schlechte Gewissen, dass jemand wegen mir das Wochenende über arbeiten muss und wegen mir nicht alle Infos für sein Meeting mit seinem Oberchef nächste Woche hat, weggeschoben habe respektive auch dran gedacht habe, dass die Wochenendarbeit nicht nötig wäre, wenn man halt das, was mein Team vor Monaten als Feedback gegeben hat, berücksichtigt hätte, und sein Oberchef nicht mein Oberchef ist und ich seit Wochen meine Concerns und mein Feedback gebe und wenn das auf einmal registriert wird und das halt kurz vor knapp und auf einmal relevant ist, tja, nun.), dann schnelles Essen (Nudeln mit Spinat-Gorgonzolasosse), Kochen zu Tarantino-Filmmusik, ich freu mich volll auf das Konzert, und um sieben geht es los, weil Treffen um halb acht, bye! 

Donnerstag, Oktober 22, 2026

221026

 

Die Kaltmamsell hat sich ein Stöckchen ausgedacht und weil meine Tage hier in dem, was ich schreiben kann (und was mir abends noch einfällt) eher eintönig sind, here you go.

1. Welches war dein erstes Stofftier und was verbindest du damit?

Ich musste auf den Fotos nachschauen, was dort als erstes auftaucht, ich hatte es nämlich ganz falsch in Erinnerung gehabt.Aus dem Kopf hätte ich gedacht, es wäre der Hund gewesen, der wie Kaltmamsells Fuchs ein Steifftier war, nicht besonders kuschelig, aber ich habe ihn trotzdem sehr geliebt, weil ich die Erinnerung an die Hunde meiner Grosseltern eben nicht habe ausser auf Fotos 

"Burli" und ich

und da sehr traurig drüber war (damals, als ich noch dachte, ich würde Hunde mögen). Aber: der Hund ist auf keinem einzigen Bild drauf! Dann dachte ich: Waschi, den Waschbär, der überhaupt nicht aussieht wie ein Waschbär, aber trotzdem einer sein sollte. Der war auf jeden Fall sehr früh dabei, hier sieht man neben der Katze, die ich in gar nicht so intensiver Erinnerung habe, immerhin seine Nase und einen Fuss links im Bild


Hier nochmal in ganz:

Noch früher hatte ich übrigens eine Puppe, die ich wie meine beste Freundin Brigitte genannt habe. Eine so enge Beziehung wie zu Stofftieren und ganz besonders meinem allerliebsten, hatte ich zu der nie (auch nicht zu ihrer POC-Schwester, die keinen echten, sondern nur einen heute unaussprechlichen Namen hatte)

 Das meistgeliebte Stofftier, war allerdings "Orsi", ein Steiffbär, den ich mir damals selber ausgesucht habe und den ich so toll fand, weil er seinen Mund offen hatte. Ich habe ihn (und Waschi) so, so, so sehr geliebt (überhaupt Stofftiere viel mehr als Puppen, die waren eher zum Frisieren und hatten immer doofe Haare) und überall mit hingeschleppt. Ich erinnere mich noch an den zweiten Tag in der Schule, als ich vergessen hatte, meinen Teddy an der Bushaltestelle meiner Mutter zum Mitheimnehmen in die Hand zu drücken und er dann in der Schultasche sass und ich das so schön fand, bis meine Lehrerin ihn gesehen hat und gemeint hat, dass man in der Zukunft jetzt aber schon Stofftiere daheim lassen sollte, weil halt Schule, ne? 

Hier eine Hommage an Orsi (er sitzt mitsamt Waschi auf dem Speicher):










Hier wurde Orsi getauft. Aus einem Zahnputzbecher.


2. Wie stelltest du dir als Kind dein Erwachsenenleben vor?

Ich glaube, als ein grosses Abenteuer! Ich wollte ja Heinrich Schliemann werden! Skurrilerweise habe ich die Realität, die ich von meinen Eltern vorgelebt bekam, nullkommanull mit Erwachsenenleben in Verbindung gebracht, das war ausserhalb meiner Vorstellung, dass mein Leben mal so aussehen würde (tuts ja auch nicht, respektive es fühlt sich nicht so an, wie es mir immer kommuniziert wurde.) Ich würde sagen, das mit dem Abenteuer ist schon ein bisschen so geworden, auch wenn nicht ganz so offensichtlich wie als Heinrich Schliemann :-). Wobei der bestimmt auch Alltag hatte.

3. Warst du ein eher leises oder eher lautes Kind?

Naja, was wohl? Ich war laut, hatte ein sehr grosses Gerechtigkeitsempfinden, war gerne Bestimmer. Was heisst "war"? (Mir wurden ja immer "so ein Kind wie du" gewünscht. Diese Wunsch, der ja wie immer bei solchen "Klassikern" nicht nett gemeint war, sondern als Herabwürdigung und Runtermachen, ist ja Gottseidank in Erfüllung gegangen und ich habe sogar zwei Kinder, in denen ich jeweils sehr viel von mir wiedererkenne und das ist wunderbar.) (Aber: ich habe auch super, super, super viel gelesen, da war ich dann nicht laut)

4. Gab es etwas in deiner Kindheit, das du heute sehnsüchtig vermisst?

Ich habe wirklich lang überlegt und ich glaube, es ist die Unbefangenheit, das Gefühl, dass man alles erreichen kann, dass man das Abenteuer und die Möglichkeiten sieht und nicht, was alles schief gehen kann, wie anstrengend es ist, was man alles bedenken muss.


5. Welches Verhältnis hattest du als Kind zu Musik?

Wenn man sich anschaut, wie früh (s.u) ich mit Musik angefangen habe und wie viel Zeit das beansprucht hat (Flöte von meinem Vater gelernt, dann Musikschule, ab der 5. Klasse Klarinette, ab der 7. Klavier, Bläsergruppe der Musikschule, Orchester der Musikschule, Orchester in der Schule, Jugend musiziert), würde man vermuten, ich wäre total begeistert gewesen und Musik wäre mein Leben gewesen. Es gab auch tatsächlich Aspekte, die ich grossartig fand: die Orchesterproben und Konzerte, generell die Auftritte (ausser die schrecklichen wie mit dem Hackbrett-Orchester, bei all den Kirchenevents, beim Trachtenumzug des Volksfestes, die Unmengen an Martinsumzügen und what not), das war grossartig und super, ich habe das so, so, so, so genossen!

Aber.

Es war so ein Druck und Zwang hinter dem Üben, mein Vater war ein grauenvoller Lehrer, (meine Mutter war zumindest für ihre eigenen Kinder auch eine furchtbare Lehrerin, aber hatte mit dem Musikunterricht aktiv nichts zu tun, das war eher für Schulthemen),  die Instrumentenwahl war nicht meine, ich habe Klarinette lernen müssen, weil mein Opa uns (warum auch immer) eine Klarinette geschenkt hat, nicht Querflöte oder Geige oder Cello, was ich viel lieber gelernt hätte. Naja. (War der Geschwisterrivalität dann schon auch nicht zuträglich, dass meine jüngeren Schwestern der Reihe nach Querflöte, Geige und Cello gelernt haben....). Ich hatte nie das Gefühl, "nein" zu sagen, wäre ene Option gewesen. Es gab so viel Zeug, was ich gemacht habe, weil ich das Gefühl hatte, zu müssen. (meine Güte, die Nachtigallpfeife beim Hackbrettkonzert im Dirndl, auf dem Volksfestwagen beim Trachtenumzug, ich habe es gehasst.....)

Sonst war Musik bei uns daheim nie etwas zum Spass, sondern immer ernsthaft. Es gab immer "gut und hochwertig" und "schlecht, billig, minderwertig" (Allein schon, dass wir nur auf Barockflöten gespielt und gelernt haben und auf die, mit den "normalen" halt einfach, runtergeschaut wurde.... 

Alles, was ansatzweise "neu" war, war wertlose "Tschinderassabums-Musik", und "neu" war alles nach zB BigBand-Sound aus den 20ern. Es gab NULL Hitparade, Rock, Pop, Schlager, irgendwas. Es wurde ganz strikt nach E- und U-Musik unterschieden, E war gut, U war schlecht und minderwertig.

Deshalb hatte alles "solche Musik" hören etwas sehr verruchtes und verbotenes an sich, ich habe meine heimlich überspielten Kassetten von meinen Freundinnen mit Kuschelrock, Juliane Werding, Hitparade beim Trampolintraining am Freitag aufgenommen gehütet und versteckt wie einen Schatz. 

Naja.



Sonst so:

Anmeldefenster für das zweite Schwimmesemester ist raus. Es gibt zwei Varianten von "besser Kraulen lernen": Intermediate und Plus. Offiziell ist für beide der Anfängerkurs die Voraussetzung, die Leute im "Plus" wollen "so schnell wie möglich besser in Technik und Geschwindigkeit werden", die Leute in "Intermediate" wollen "ihre Kenntnisse aus dem Anfängerkurs vertiefen".

Ich hätte jetzt ja (und Sie werden grinsen, weil ich beim Reinkopieren auch sehe, welche Beschreibung mir entspricht) gerne erstmal einen Intermediatekurs gemacht, auch weil ich den "Plus" Kraulkurs zT schon auf der Nebenbahn erlebt habe und alter Verwalter, sind die wild. Aber: der Intermediatekraulkurs ist Donnerstags um fünf, also 100% overlap mit unserem Groupmeeting und bei aller Begeisterung fürs Kraulen, das gildet nicht als Entschuldigungsgrund für ein halbes Jahr Teammeetings verpassen. Einen Pluskurs gibt es, wie wir alle wissen, auch Dienstag morgen um halb acht, das ist mir fast ein bisschen spät, aber ich sollte eh mehr schlafen. Also: Plus-Kurs it is, wir werden sehen.


Gemüsekorb heute nochmal in der 7-10kg Ausgabe:

Rucola, Feldsalat, Tomaten, Lollo Rosso, Lollo Bianco, Randen, Kartoffeln, Blumenkohl, Bohnen, Pak Choi, Koriander, Petersilie, Spinat und doppelte Menge von DEN EIERN!



Mittwoch, Oktober 21, 2026

211026

 Spannendes Leben heute: Aufstehen, Schwimmen, Arbeiten, Heimfahren, Abendessen, Serie gucken, Schlafengehen. Gute Nacht.

So ungefähr war der tag heute. Funny sidenote: ich hatte ein (für das gesamte Department) verpflichtendes "Difficult Conversations" Training (im Training hiess es, es wäre freiwillig, deshalb würde man sich wundern, waurm so viele kommen. Tja). Und das war angesetzt von 11 bis 13h. Das ist ein bisschen mutig, weil eigentlich bei uns zwischen halb 12 und 12 ALLE zum Essen gehen, dementsprechend, das voll in der Mittagspause lag und ab eins eben wieder Meetingzeit ist am Nachmittag. Lauter hungrige Leute, da werden alle conversations schwierig. Ich hatte eigtl eingeplant, mir ein Sandwich zu holen für währenddessen, das ist aber nicht passiert, weil lauter "Wo ich dich grad seh" bis kurz vor knapp passiert sind. Immerhin hatte ich mir von den Leftovers eines Teamfrühstücks vorher ein Minigipfeli geschnappt UND danach nicht direkt ein Meeting, dh ich konnte sehr schnell, weil um eins in keiner Kantine mehr was los ist, was essen UND noch ein Ründchen durch den Regen um den Block laufen. Das war dringend nötig, nicht, weil das Training so schwierig war, sondern weil mein ganzer Morgen aus "Difficult Conversations" bestanden hatte. 

Naja. Irgendwie war der Tag trotz allem ein guter, schon das Radeln im Regen morgens hat Spass gemacht. Pünktlich vor Abholen des neuen Gemüsekorbs haben wir heute (mit etwas Anstrengung) den der letzten Woche leergefuttert, der grosse Korb mit 7-10kg Gemüse ist dann doch sogar für uns ein bisschen viel. Morgen kommt nochmal ein grosser, dann sind wir zurück auf unsere normale Grösse.

Jetzt Serie, dann Bett

Dienstag, Oktober 20, 2026

201026

 Unruhig geschlafen irgendwie, kein Grund tatsächlich (gestern abend noch eine Folge "The Diplomat" angeschaut, Folge 4 / Staffel 4, meine Güte, IST DAS GUT!!!)

Radeln dann wieder durch leichten Nebel und erstaunlich warme Luft (Also: ich hatte Handschuhe an und den Buff über die Ohren gezogen, aber das wars dann auch). 

Schwimmen I: ich habe ja das Ziel, die Woche 1000m, also 40 Bahnen am Stück zu kraulen. Heute habe ich das noch nicht ganz geschafft, weil ich mich zweimal verschluckt habe und dann einmal eine Brust- und einmal eine Rückenbahn eingelegt habe. Aber. Immerhin. (und schnell geht das! Brauche für meinen Kilometer jetzt deutlich unter 30 Minuten. Wird wohl irgendwann auf mehr Bahnen rauslaufen!)

Dann: Arbeitstag. Es ist eine wilde Phase,weil unser Riesenprojekt, das alle halbe Jahr fällig ist, in der superheissen Phase steckt (und auch vorher keine grosse Entspannung war...) und ausserdem für zwei Produkte Filing und Launch so kurz bevor steht und es echt hektisch wird. Und auch sonst. Und trotzdem bin ich ... abgeklärter als auch schon? Hilft, dass die grosse private Baustelle, die die letzten Wochen aufgetaucht und sehr viel Sorgen gemacht hat, auf einem guten Weg ist. Uff, das war nicht leicht....

Mittagspause mit einem lieben Kollegen von ganz früher, den Nachmittag sass mir dann mein anderer Small-Molecule-Kollege gegenüber, mit dem ich mich fast blind verstehe. Das war auch sehr schön.

Und dann: früher Schluss (soweit ist es schon) pünktlich um halb sechs, weil Kraulkurs. Und das war wirklich interessant: heute war Halbzeit und das sorgte für verschiedene Emotionen bei den Teilnehmern. Es ist wirklich krass, Binsenweisheit, ich weiss, wieviel das regelmässige Üben ausmacht. Ich bin sehr froh um jeden Input im Kurs, aber die generelle Technik, die habe ich längstens verstanden und den gesamten Bewegungsablauf so verinnerlicht, dass mich dezidierte Übungen eher aus dem Konzept bringen und ich zB mit Poolboy Pullbuoy überhaupt nicht schwimmen kann, weil ich die gesamte Stabilität verliere. Andere strugglen immer noch sehr mit dem Bewegungsablauf. Ist aber cool, dass die Lehrerin da ein Auge drauf hat und das individuell bearbeitet.

Anyway. Drei Sachen waren lustig

a) eins meiner Grundlearnings war: langsam machen, dann klappt das mit dem Atmen. Heute haben wir eine Übung gemacht, wo eineR vorschwimmt und der/die nächste, versucht, die erste Person einzuholen und dann umgekehrt. Ich kann jetzt also auch schnell, ohne zu ertrinken.

b) fünf Minuten vor fertig meinte die Lehrerin: "Jetzt probiert mal aus, wieviele Bahnen ihr am Stück schafft, ohne abszusetzen" und ich meinte "Hm, ok, aber um halb ist fertig, oder?" Grosses Gelächter, dabei habe ich das gar nicht witzig gemeint und nach 8 Bahnen gemerkt, dass die anderen schon Schluss gemacht hatten

c) superlustige Übung für Koordination, die total kompliziert und nach Ersticken und Ertrinken und Wasserschlucken klang: 3 Armzüge kraulen, dann auf den Rücken drehen, drei Züge Rücken, wieder auf den Bauch, 3 Kraulen und so weiter. In der Rückbahn auf die andere Seite drehen. Das war überhaupt nicht schwer und echt lustig!

Dann: Heimradeln, immerhin ein Kind beim Essen dabei, das andere ist bei der Feuerwehrübung. Uff.

Montag, Oktober 19, 2026

191026

 Gestern abend haben wir noch eine weitere Folge "The Diplomat" angeschaut und diese Staffel (die 4.) ist einfach so unglaublich gut (überhaupt: die ganzue Serie. Der Hübsche hat gestern gemeint: das ist ein würdiger "West Wing" Nachfolger und ich würde das auch unterschreiben. Nicht nur, weil Josh Lyman und C J Cregg in "The Diplomat" verheiratet sind.

Dann: richtig gut geschlafen und heute ab fünf in etwa wach gewesen, dementsprechend bis halb sechs gebachelt.

L. habe ich zur Japanischstunde um 6 noch einen Skyrdrink gebracht, dann bin ich bei nebligem, perfektem Oktoberwetter losgeradelt. Gerade heute war das Radeln super, weil ich einfach vor mich hin denken und planen und einsortieren konnte. Privates und berufliches, das war sehr praktisch.

Schwimmen: Ich bin heute die ganzen 40 Bahnen auf der "Streckenschwimmerbahn" geschwommen, die ich sonst meide, weil ich denke, dass ich dafür zu langsam bin. Aber als ich kam, war die als einzige ganz frei und letztendlich schwimme ich ja Strecke und schneller als auch schon. Am Schluss waren wir 3 und kamen gut aneinander vorbei.

Dann: ein verrückter Arbeitstag in dem Sinne, dass ich bis auf ein kurzes Austauschmeeting um halb fünf keine Termine im Kalender hatte (war mir nicht sicher, ob ich irgendeinen Feiertag verpasst hatte oder so). Der Hübsche brachte mich auf die verrückte Idee, VOR dem halb fünf-Meeting heimzufahren und mal früher daheim zu sein und nicht jeden Tag bis halb sieben, sieben im Büro zu sein, weil immer irgendwas ist. Verrückte Idee! Ich habe mir dann noch selber ein kurzes Treffen mit Chef und dem neuen Chef der Nachfolgetruppe meines alten Jobs (na, wer kommt noch mit?) gegönnt, weil ich ja für die Freitagsmeetings mit dem Podcaster (Freunde der Nacht. Ein standing meeting Freitag fünf bis halb sechs? Und der Typ sitzt nicht mal an der Westküste, sondern könnte das ab ein Uhr mittags machen? Wir werden grad mal sehen, dass ich das in Zukunft auch nicht mehr priorisiere. So bin ich nämlich in diesem Slot gelandet. Er hat ja wild über alle standing meetings in den golden hours drübergebucht und ich habe priorisiert. Meine anderen Meetings. Und jetzt halt Freitagabend. Einmal noch, dann ist das fertig, echt hey) eine aligned Verhandlungsposition brauche. Ich bin da sozusagen Chefverhandlerin für unsere Gruppe und möchte nur sicher gehen, dass meine persönliche steigende Genervtheit nicht meine professionelle Haltung beeinflusst. Bisher nicht, wir sind einer Meinung und ich habe freie Hand, das abzubügeln.

Mittagessen auf die Schnelle allein in der Kantine, aber ich muss mir irgendwann mal merken, dass das Rührgebratene Gemüse mit Tofu einfach echt nicht gut ist. Also: nie. Satt war ich dann aber, ein schnelles Ründchen an der so schön feuchten, kühlen Herbstluft, das war schön.

Und dann halt: verrückt frühes Heimradeln, dm- Besuch im Hellen, daheim begeisterte Katzen beim Checkin mit meinen Drama-Produktkollegen (Ende dieser Woche ist alles erstmal zur Tür raus! So aufregend!)

Auch ungewohnt: allein daheim sein. Der Hübsche ist beim Sport, Q. im Labor und dann bei der Vorbesprechung seiner Beteiligung an der "Sprengvorlesung" nächstes Jahr (einmal Rampensau, immer Rampensau...), L. hat Theaterworkshop und sogar die Katzen sind nochmal raus.

Also: Einkäufe verräumen, Kleider für morgen bereitlegen, Wäsche starten, Bauchtraining (der Hübsche und die Jungs sind beeinflusst von meinen "Finnen" an der Seite, die sich durchs Schwimmen gebildet haben), dann noch ein paar Schritte draussen (habe ich erwähnt, dass ich das kühle, feuchte, düstere Herbstwetter so toll finde?!) und irgendwann dann immerhin mit dem Hübschen zusammen Ribollita von gestern aufessen, wenn schon das Jungvolk die U25 Mannschaft (s. Kommentar, das war mir so nicht bewusst) erst so spät kommt....

Sonntag, Oktober 18, 2026

181026

 Hm, hm, hm. Eigentlich wäre das heute ein extrem gechillter, draussen kühler und nebliger, innen drin gemütlicher Herbsttag gewesen. Das hat einerseits auch perfekt geklappt, andererseits auch wieder nicht und diese Gleichzeitigkeit auszuhalten, ist halt vllt auch manchmal eine Kunst oder unvermeidbar oder einfach so.

Anyway. Ausgeschlafen (in der Nacht ein paar Mal von der eigtl sehr kleinen Katze wach miaut worden, weil ich falsch lag oder kraulte oder kein Essen da war. Irgendwann bekam ich einen kalten Po und merkte, dass 3kg Katze gut zentriert in der Mitte der 1x2m Matratze lagen und 62kg ich drumrumgewickelt mit eben dem Hintern auserhalb der Decke. Die Katze fand das soweit ok, ich nicht ganz.

Zeitgleich gecheckt: die beiden Dorfkinder waren immerhin heimgekommen, mehr muss man um 5 Uhr morgens nicht wissen.

Um kurz nach acht Kaffee im Bett, dann mal Rundgang bei den Kids. Dorfkids do Dorfkid-Things, man kennt jetzt sein Limit und was zu viel ist, das Pfadihaus wurde mit neuen Plüschtieren (Capybara <3) vom Schiessstand verschönert, ich hätte Q am liebsten umarmt, als er total fassungslos erzählte, dass er von einem dorfbekannten Auftreiberanhänger beim Butschautofahren bepöbelt und physisch angegangen worden war und überhaupt nicht auf die Idee kam, den anderen phyisisch in die Schranken zu weisen. (Der Hübsche macht sich etwas Sorgen ob der dorfidyllebedingten Blindspots unserer Jungs in Sachen Risk Awareness, da spricht die Pasinger Bahnhofsgang aus ihm....). Auch besichtigt und verstanden: L.s Schnitt in den Daumen, der beim Einweisen der nächsten Schicht am Hotdog Stand passiert ist und mehrfach vom Samariterbund versorgt wurde. Uff. Aber: wenn die Sanis draufgeschaut haben, ist es wohl ok, wenn nicht genäht wird..

Kater- oder Morgenspaziergang für mich mit meinen neuen Wanderschuhen zum Einlaufen: so gut!

Dann: Zeug erledigt, Kinder sausen rauf und runter von Aufbau, Fritteusenschichten, Abbau, und zwischendrin gibt es noch Zuspruch zu leisten für wichtige Themen, die halt ... wichtig sind und dringend und trotzdem muss ich/ müssen wir eine gewisse Abgrenzung finden. Ich helfe, wo ich kann, ich bin da, aber ich kann nicht für alles immer und überall die volle Verantwortung übernehmen. Uff.

(Im Nachhinein bin ich so unendlich dankbar für Eltern (damals immer Mütter... tja) von FreundInnen, die für mich und meine Schwestern da waren, als wir sie gebraucht haben. Ich sehe jetzt, dass das auch von den Freundinnenmüttern einiges fordert und auch die damals sicher nicht rumgessessen sind und mit den (mentalen) Zehen gewackelt haben. DANKE!)

Zum Ausgleich buche ich mein Geburtstagsdinner in Kopenhagen im "Vaekst", das fühlt sich einerseits total verwegen an, weil zum Essen muss ich nicht nach Kopenhagen, und zum anderen auch ein bisschen arg late to the party, weil, wie kann man mit einem Wochenendtrip in eine auch noch europäische Stadt warten, bis man fucking 50 wird?! Gleichzeitigkeit my ass, ey! Ich freue mich auf jeden Fall sehr.

Dann: der Hübsche und ich haben ja gestern Ferienplanung betrieben (neu bei mir ist: ich muss meine Ferientage im anfallenden Jahr (oder bis April des Folgejahrs, details müsste ich nachschauen) aufbrauchen, sonst rücken sie hinter die Ferientage des nächsten Jahres und die kommen immer zuerst. Wenn ich meine alten Ferientage 5 Jahre lang nicht aufgebraucht habe, verfallen sie. Das klingt jetzt alles nicht so dramatisch, aber: ich habe dieses Jahr noch über drei Wochen Ferien über, war zweimal und  Anfang des Jahres weg und  habe erste vor einem Jahr ungefähr 5 Wochen Überstunden ausbezahlt bekommen. Mein Learning dieses Jahr war: mehr Urlaub nehmen. Nicht nur, weil der durchgearbeitete Sommer keine gute Idee war, sondern auch, weil: es passt nie, wenn man weg ist. Aber nicht weg sein, ist auch keine Option. 

Island über Neujahr ist ja dem innerlichen "Hölle, nein", das uns auch von Maledivenurlauben preislich abhält, zum Opfer gefallen, aber in den Sportferien sieht das ganz anders aus. Jetzt, wo ich das Akureyri-Edelweiss-Rätsel gelöst habe und einen Einblick in die Semersterferien der Uni Basel habe, steht einer Planung nichts mehr im Wege. Nordisland im Februar ist preislich eine ganz andere Hausnummer als Süd-West-Island und so habe ich VRBO-t und AirBnB-t mit einer gewissen Flexibilität bei der Anzahl Mitreisenden und irgendwann dachte ich mir "Ok, das sieht aber fast ein bisschen nach Jugendherberge aus" und sah "12 Schlafzimmer, maximal 20 Gäste" und ganz so flexibel bin ich dann doch nicht. Aber: das wird super, ich freue mich sehr (und die Planung fällt mir so viel leichter als Japan!")

Sonst: Nachmittagssuppportpommes am Pfadistand gegessen (war gut und immerhin hat es heute nicht geregnet, es kam wohl einiges am Umsatz rein), die Wanderschuhe sind superst, und es ist immer wieder faszinierend, wie viele Leute wir halt doch kennen, obwohl wir nicht sooooo die Vereinsmeier sind. 20 Jahre hier wohnen und arbeiten und Kinder haben,  I guess...

Dann: eine Folge "Diplomats" vor  dem Abendessen, das fühlt sich sehr verwegen an (wie gut ist diese Serie?!), dann Ribollita warm machen (meine one and only Variante für Grün/Federkohl und ein schöner vegetarischer Ersatz für die Skifahrsuppe), und mal sehen, wann die Kinder von Frittieren und Abbauen nach Hause kommen.

Hm.