Samstag, Oktober 31, 2026

311026

 Gerade habe ich als Datum 170526 geschrieben und war kein bisschen verwundert, schliesslich steht unten rechts auf meinem Bildschirm 17:05 (17:06 mittlerweile). Ja. Oke.


Also. Heute: Kolchosenarbeitstag aka Arbeitstag auf dem Markhof (der Zusatzhof für Lagergemüse, den der Birsmattehof seit 2015 dazugepachtet hat und der halt einfach gerade über den Rhein 10min mit dem Rad weg von hier ist). Ich hatte mir ein Thermosportshirt, Arbeitshandschuhe und last minute noch ein Stirnband, Handschuhe und eine Fleecejacke unter die dünne Goretexjacke mitgenommen mit der Annahme, dass mir viel zu warm werden würde und ich dann halt alles ausziehen würde. LOL!

Es hatte 4 Grad und dicken Nebel, als ich losradelte und ich war froh um ALLES, was ich anhatte. Kurzer Schreckmoment: 1km vor dem Hof war die Strasse auf einmal weg. Also: gesperrt, dahinter weggerissen und auch der Radweg war abgesperrt. Es war 2min vor acht und jeder Alternativweg wären mehrere Kilometer gewesen (mir dämmerte, warum Google Maps mir vorgeschlagen hatte, die Dorffähre zu nehmen, die natürlich so früh nicht fährt). Der Radweg war nicht weggerissen, also beschloss ich, soweit zu radeln, wie der Teer reicht und dann halt zu schieben oder das Rad abzustellen und zu laufen. Es ging bis auf die ggüliegende Strassenseite des Hofes, man musste nur um ein paar Erdhaufen herumkurven.

Auf dem Hof: wie immer herzliche nette Stimmung, es ging heute wie an meinem ersten Erntetag jemals Sellerie ernten. Heute aber erstmal total händisch, weil die Erde so weich war, dass sie sich nicht sicher waren, ob der Traktor nicht eine Riesensauerei machen würde. Wir haben also ausgestattet mit Victorinoxgemüsemessern (es gibt jedesmal niegelnagelneue in der Kiste) und Arbeitshandschuhen die Sellerieknollen aus dem Boden gezogen, die Wurzeln und einen Grossteil der Erde abgeschnitten und oben das Grün (das war der befriedigendste Schritt: der beherzte Hieb und dann fällt das Büschel ab). Es war so, so, so kalt! Bis auf die nassen und dann so kalt, dass gefühl- und kraftlos gewordenen Finger war das aber nicht schlimm, sondern tatsächlich richtig schön. Wie Frau Herzbruch (sehr lesenswerte Gedanken zu ernsteren Themen!) so wahr anmerkte: frieren ist so viel besser als zu heiss haben (mir ist immer, immer, immer zu warm), man kann sich ja immer wärmer anziehen.

Zur Kaffeepause um 10 kam langsam die Sonne raus und der heisse Filterkaffee auf dem Hof in der Sonne mit verschiedenen Hefezöpfen war einfach grossartig! (an den Schuhen sammelte sich binnen weniger Schritte eine kiloschwere Lehmschicht, allein durch das Anfassen der leicht erdigen Sellerieknollen wurde der Messergriff zu einem einzigen Lehmbollen.






Der zweite Teil des Morgens fand dann in strahlender Sonne, aber halt immer noch richtig kalt statt. So schön!!!





Ich habe es diesmal irgendwie besser hingekriegt, keine Rückenschmerzen zu bekommen, weil ich all das Säubern aufrecht stehend und nicht gebückt oder gehockt gemacht habe.

Klientel: wie immer eine wunderbare Bubble aus Klischees (nehme mich da ja gar nicht aus), von den Holzkettenursulas mit Kindern in Walkanzügen zu den mittelalten Leuten in HighendFunktionskleidung, alle erdbeschmiert. Heute sind mir unangenehm viele Mansplainer aufgefallen, ich habe in allen Gruppen in Hörweite jeweils Männer Frauen die Welt erklären hören, das war schon auffällig..

Heimradeln heute dann ohne Mittagessen, weil ich um eins schon wieder ein anderes Date hatte, nämlich Q. bei der Feuerwehrhauptübung. Das ist eine öffentliche Übung, in der die Feuerwehr alle Einheiten in Testcases vorführt. Das ganze Dorf schaut zu und Vertreter der Nachbarfeuerwehren und es ist eine Riesenshow. Heute war es erstmals an sehr vielen verschiedenen Standorten und bis auf einen (Löschen eines Gasleckbrandes neben einem vollen Heptanfass, was auf dem neuen Spielplatz stattfand) wurden alle live via Drohne (einer Nachbarfeuerwehr) in den Gemeindesaal übertragen. Sehr beeindruckend! 

Q. war bei den Maschinisten, die mit der Motorspritze Wasser aus dem Rhein pumpten (für den Fall, dass es halt mal mehr Wasser braucht als aus einem Hydrant kommt) und dann wieder rein. Sah schon cool aus!





Wir haben dann noch der Verkehrstruppe zugeschaut, die für einen simulierten Autounfall an der grössten Kreuzung im Ort (als ob wir so viele hätten) dann teilgesperrt haben und eben den Verkehr geregelt. Schon spannend, das von oben zu sehen, ist echt nicht so einfach, alles im Blick zu behalten, wenn die Ampeln aus sind. Auch gelernt: die Feuerwehr hat einen Schlüssel, mit denen sie alle Ampeln auf Handbetrieb umschalten können.

Dann haben wir uns verabschiedet, gerade noch rechtzeitig, es gab nämlich noch eine Gebäuderäumung mit Publikumsbeteiligung, wo man als "VerletzteR" dann von der Sanität versorgt wurde. Wir hingegen sind noch eine Runde durch die Sonne gelaufen und haben das kalte Traumwetter genossen.

Daheim dann: Kind zur Halloweenparty verabschiedet, Abholmodalitäten geklärt (das Kostüm ist so fies, er geht als "Tung Tung Tung Sahur" und wenn Sie das nicht kennen, sind Sie vermutlich über 25.), das andere Kind zum Schlussabend der Feuerwehr und der Hübsche und ich werden einen gemütlichen Abend zu zweit verbringen, mit vor Sonne und kalt glühenden Gesichtern.

Freitag, Oktober 30, 2026

301026

 Ausgeschlafen bis um sechs (lol), mit einer kurzen Einkaufspause und 15min aufgewärmte Nudelmittagessen durchgearbeitet bis 18h, und zwar so konzentriert, dass ich nicht mal mitbekommen habe, wer wann nach Hause gekommen ist. It's this time of the year (again) und es geht noch ein bisschen so weiter (eigtl bis nächsten Mittwoch, aber der Termin, an dem alles hängt, wurde nach hinten geschoben, vllt schiebt sich alles ein bisschen. who knows).

Sonst: vielleicht fahre ich arbeitstechnisch dieses Jahr noch nach Slowenien, ich habe mich immerhin schon mal über Flüge informiert. Sieht aus, als ob es auf einen Flug spätabends ab Zürich rauslaufen würde.

Kleines Abenteuer beim Einkaufen: ich scanne ja immer alles selber und wenn Alkohol, wie heute der hübsche Prosecco aus der Trophy, dann muss die Kassenfrau kommen und eingeben, dass ich älter bin als es noch Jahreszahlen gibt in der App. Und relativ häufig kommt von Alkohol ausgelöst dann ein Teilscan von x Stücken und wenn man die alle eingescannt hatte, dann kriegt man eine Schokolade und einen 3xSuperpunkte Bon für den nächsten EInkauf. Wenn ein Artikel davon NICHT gescannt war, muss man zu einem vollen Rescan an der Kasse und danach wird dann geschaut, was falsch war (das ist mir zB schon mal passiert, wenn man zB was aus der Apotheke im Wagen hat und sie scannen das. Der Barcode von der Apotheke ist im Supermarktsystem überhaupt nicht hinterlegt, aber das merkt das Kontrollsystem nicht. Oder aber: es wird ein QR Code auf der Pizzaschachtel gescannt, wo man vllt erfährt, wie die Kuh vom Mozzarella heisst, aber das Kassenkontrollsystem sagt "Ha, nicht gescannt!!!!". ). Heute wurde als erstes eine der beiden Gurken gerescannt, die ich in meinen Wagen gelegt hatte und es gab sofort einen Alarm. Ich wusste sofort wieso, als ich die Frau die Gurke scannen sah: ich hatte die Gurken aus der normalen Gurkenkiste genommen, da haben die Gurken keinen Code, sondern man scannt an dem Schildchen an der Kiste (2x, weil 2 Gurken). Die Biogurken aus der Kiste nebendran haben Aufkleber mit Barcode und anscheinend ist eine der Biogurken in der Kiste mit den Billogurken gelandet. Oder zumindest deren Aufkleber. Naja. Also den Einkaufswagen zur Kasse juckeln, mit der Kassiererin, die in unserer Siedlung wohnt, ein Schwätzchen über Halloweenschutzmassnahmen halten, während sie alles nochmal scannt. Am Schluss kam raus: ich hatte eine Biogurke zu wenig, eine Billogurke zuviel und eine Packung Salami zu viel gescannt. Alles in allem ein Gewinn für mich (ausser, dass ich halt ewig gebraucht habe und vermutlich wieder einen Strich auf meiner Selbstscankassensünderliste habe). Die Salami habe ich übrigens nicht zuviel gescannt, ich habe eine in den Wagen gelegt und eine gescannt, warum auch immer die an der Kasse nicht gescannt wurde.....

Generell bin ich sehr grosser Fan des Selbstscannens, ich packe alles so in den Wagen, wie es Sinn macht und nehme es nicht noch einmal voll nutzlos alles wieder raus aufs Band und packe es nochmal in den Wagen und dann daheim nochmal aus (wir wohnen so nah am Supermarkt, dass wir mit dem Einkaufswagen heimrollern und den leeren Wagen wieder zurückbringen).

Naja. So war das heute, Abendessen gab es sehr spät und der Abend ist dann leider nicht besonders schön zuende gegangen. Auch ein Teil des Elternseins.

Donnerstag, Oktober 29, 2026

291026

 So. Gestern habe ich mir Kleider zurechtgelegt, die für meine Tasks heute passen respektive in denen ich mich gut fühle und finde, dass sie die Message verstörken, die ich heute transportieren möchte. Das mache ich eigtl immer, aber nicht immer ist die Message so wichtig.

Heute hatte ich aber ein Meeting, von dem ich annahm, es würde sehr unschön werden und ich würde mich schwer tun, die Fassung zu behalten (also: nicht übermässig deutlich, laut, fies oder so zu werden), eins, in dem ich hart verhandeln würde, damit kein Quatsch in meinem Team landet, und eins, in dem ich wie ein Botschafter meiner aktuellen Rolle in meinem uralten Team sein müsste. Also: ich wollte gut, kompetent, gross (die zwei, mit denen ich hart und zT unschön verhandeln musste, sind richtig grosse Männer), seriös, sehr wie ich aussehen und mich auch noch wohlfühlen drin.

Wahl fiel auf: Nadelstreifen-Bootcut-Hose (die habe ich im Sommer gekauft und auf dem Weg dahin zweimal zurückgeschickt und grösser bestellt, weil ich erst nicht reinkam und dann sass sie richtig wurstig, erst beim dritten Mal, und jetzt schlackert sie mir um Hüften und Hintern und ich bräuchte einen Gürtel. Sind das nur die Japankilos oder hatte ich im Sommer Wasser eingelagert? Egal.), mein Wickeloptikoberteil, das ich immer wieder vergesse, respektive bisher keine gute Hose hatte, zu der ich es anziehen kann, weil es zu schwarz nicht passt und zu dunkelblau mir insgesamt zu dunkel ist und dazu Stiefeletten in verschiedenen Blautönen. 



Hier nach einem langen Tag, kurz vor dem Umziehen zum Heimradeln


Hat sich optisch sehr bewährt (so sehr, dass ein Teamkollege meinte: "Was ist, hab ich was verpasst, was seid ihr so schick?", weil meine eine Kollegin heute sehr schick in verschiedenen Brauntönen und und neuem Rock und neuen Schuhen gekleidet war), die ersten beiden Meetings liefen super. Vor dem dritten, das mit der Fassung, war aber noch Mittagessen und Mittagsründchen um den Block (ein sehr ausführliches, aber zackiges) und dabei habe ich es geschafft, mit einem Absatz an einem Buck in der Trottoirkante hängenzubleiben und vom Gehsteig runter auf beide Knie zu knallen. Interessanterweise nur auf die Knie, nicht Arme, Ellbogen, sonstiges. Die Hose (gute Hose!) ist nicht kaputt gegangen, ich habe untendrunter zwei aufgeschürfte Knie wie so ein Kindergartenkind, aber hätte doofer ausgehen können. Und das, wo ich doch so drauf stolz bin, dank meiner Tanzzeit in hohen Schuhen normal gehen, laufen, rennen kann (anscheinend nicht auf halbkaputtem Asphalt...)

Aber auch das "Fassungsmeeting" lief erstaunlich gut, mag dran gelegen haben, dass ich in der EInladung klar formuliert habe, was das Issue ist, oder weil ich mir sehr klar war, was ich da raus haben will und was ein Kampf ist, den ich nicht kämpfen, sondern weitergeben werde, oder aber dass mein Counterpart über Mittag beim zweiten Teil von "Difficult Conversations" war, das ich zugunsten eines dringenden anderen Termins und der Mittagsrunde ausfallen liess respektive mich für einen späteren Termin angemeldet habe.

Naja.

Sonst: richtig kalt und neblig war es heute morgen, das war schön! Aussicht beim Arbeitsstart aber eher so mittel:



Schwimmen: ich habe bisschen Beinpeitschen geübt mit einem Schwimmbrett. Ich bin immer noch langsam, aber bewege mich anders, habe ich das Gefühl.

Jetzt: Donnerstagssalat und dann mit Buch ins Bett.

Blumenkohl, Bohnen: Buschbohnen, Fenchel, Karotten / Riebli, Kräuter: Dill, Radiesli, Radicchio, Asiasalat,Salat: Nüssli Freiland und natürlich: DIE EIER


Mittwoch, Oktober 28, 2026

281026

 Aufgestanden bin ich heute sehr früh, nämlich um fünf, weil ich schon um punkt acht ein Briefingmeeting mit unserer Oberchefin für unseren halbjährlichen Portfolioreview hatte und ich nicht aufs Schwimmen verzichten wollte und aber auch rechtzeitig parat. Ging sich gerade so aus und meine zwei Kolleginnen und ich haben mit unserer Oberchefin, die im Auto unterwegs war, gesprochen. Musste dran denken, wie nervös ich vor einem Jahr war, als wir das das erste Mal gemacht haben und ich sie nicht einschätzen konnte und aufgrund Erfahrung mit anderen ObechefInnen ganz anderes erwartete. Heute war ich mir sicher, dass wir generell wohlwollend aufgenommen werden und sachlich diskutiert wird und Input gegeben wird. Wird alles.

Sonst war der Tag wild zwischen konstruktiver Zusammenarbeit mit meinen beiden KollegInnen und vielen anderen Kollegen, die alle mithelfen, dass der Portfolio Review gut wird, und halt dann schon auch Erkenntnissen, die mich einfach wütend, enttäuscht und ratlos hinterlassen. Ich frage mich, wie man so sein kann und wie man so durchkommen kann. Aber: habe ja jetzt geübt, klares Feedback zu geben und so habe ich nach aussen relativ ungerührt Klärung und Korrektur verlangt und den Rest meinem Chef unterbreitet. Diesen Kampf werde ich nicht kämpfen, aber ausbaden werde ich diese Aktionen auch nicht mehr.

Kryptisch, I know. 

Mittagessen mit einem der kollaborativen Kollegen, dem ich, sorry, meinen gesammelten Frust vor die Füsse gekippt habe, das ist mir jetzt ein bisschen unangenehm.... naja. 

Nachmittags, auf diese Idee bin ich sehr stolz, hatte ich eine Verabredung mit L., der morgen Bio-Test hat und noch ein paar Fragen zu Nervenreizleitung hatte. Und wer könnte besser zum Erklären sein, als die Mutter, die Bio durch Klassenüberspringen und dann Physik-LK und Chemie-Kolloquium nach der Hälfte der 10 Klasse abgelegt hat? L. hat aktuell so viel ausserhalb der Schule zu tun, ich bin so viel bei der Arbeit, wir sehen uns daheim kaum und noch weniger zu Zeiten, wo unser Hirn anufnahmefähig und unser Müdigkeitsgrad für eine gute Zusammenarbeit reicht. Aber: seine Schule ist in Sichtweite meines Büros (sagt jetzt nicht viel, der gesamte Kanton Basel Stadt, Land und ein Gutteil des Aargau und Frankreich und Deutschland ist in Sichtweite meines Büros), wir beide hatten heute nachmittag eine Meetinglücke (ich zwischen Slide-Diskussion und Risk-Review, er zwischen Schule und Pfadiorganisationstreffen fürs Winterweekend) und so habe ich ihn als Besucher angemeldet und wir haben in einem unserer Kollaborationsräume uns eine Dreiviertelstunde mit Ruhepotential, Na-K-Pumpe, Ionenkanälen und Axonen befasst. Ich hatte das so noch nie gelernt, habe es jetzt verstanden, aber meine Güte, was ist das für ein ineffizienter Prozess? Hat mal jemand ein Spaghetti-Diagramm davon gemacht? Ioneneffizienz berechnet? Meine Güte, ein Wunder, dass das funktioniert!

Heim kamen dann beide Jungs übrigens zusammen in der S-Bahn, Q. brütet jetzt noch über dem NMR-Spektrum seines heutigen Laborversuchs, L liest nochmal Nervennotizen und ich werde jetzt gleich meinen Pyjama anziehen und dann schauen wir alle zusammen eine Folge "Dark Matter". Mal sehen,ob ich wach bleibe.

Und so sieht mein perfektes Influencerinnenleben aus, liebe Marion. Bin schon gespannt auf die Zeitreise! (Was ist mit den Leuten, echt hey. Bitte schreiben Sie mir keine creepy Emails.)

Dienstag, Oktober 27, 2026

271026

 Heute war es definitiv zu heiss zum Schlafen mit Wärmflasche, das habe ich aber erst gemerkt, als ich mit der Wärmflasche und der Decke und der Fleecedecke UND der Katze obendrauf eingepackt da lag und anfing zu dampfen. Und man weiss natürlich, dass wenn eine Katze mal liegt, man sich stillzuhalten hat.

Ich habe mich so ein bisschen seitlich rausgewanzt und oben aufgedeckt und werde heute ohne Wärmflasche schlafen und vermutlich elendiglich frieren.

Frühstück: letztes Stück Apfelkuchen, da schnälla is da gschwinda, ich mach die Regeln nicht.

Radeln war schön, fühlte sich an wie ein bisschen Fliegen.

Das Gefühl wurde weitergetragen beim Schwimmen und zwar so: ich habe heute weitergeübt mit dem Rhythmus und der Gleitphase und das ging viel besser als gestern. Üben hilft, wer hätte das gedacht.

Und dann kam der beste Moment: ich ging duschen, weiter in die Umkleidekabine, wurschtelte durch meine Morgenskincareroutine (ich habe mir das alles so schön ordentlich und lean eingepackt und freue mich jedesmal, wenn alles immer genau da ist, wo ich es brauche und hingreife) und auf einmal kommt eine Frau auf mich zu (ich muss gestehen, ich habe sie noch nie bewusst gesehen, aber ich habe weder in der Schwimmhalle noch beim Umziehen meine Brille auf und erkenne deshalb gerade in Badekleidern und Badekappe und Schwimmbrielle eh niemanden) und meint: "ich wollte schon länger sagen: es ist so schön, Ihnen zuzuschauen" Und lustigerweise habe ich das auf meinen sortierten Körperpflegesetup bezogen und fand das trotz meiner persönlichen Freude doch einen bisschen weirden Take für jemand anderen, fragte also "Ok, bei was denn?" und sie so: ""Beim Schwimmen, Sie machen das so schön und elegant" und meine Güte, kann man ein besseres Lob bekommen? Ich hätte sie fast umarmt, aber dann ist mir schnell wieder eingefallen, dass wir beide nackt oder halbnackt waren und dann doch davon abgesehen und mich einfach sehr bedankt und sehr, sehr gefreut.

Den ganzen Tag bin ich mit dieser Aussage im Kopf ein bisschen praktisch geschwebt, ich meine: elegant hat mich noch niemand jemals gedacht, nicht mal zu meiner aktiven Tänzerinnenzeit. Auf dem Boden der Tatsachen bin ich dann (natürlich) im Kraulkurs gelandet, wo ich das natürlich NICHT erzählt habe, sondern nur auf die allgemeine Frage "Und, wie weiter?" halt, dass ich mich direkt zum "Plus"-Kurs angemeldet habe und das schon einige hochgezogene Augenbrauen gab. Die Kraullehrerin meinte aufmunternd: "Naja, wenn es dir nix ausmacht, halt einfach hinterherzuschwimmen, dann sollte es schon gehen." Das war das eine, die zwei anderen traurigen Neuigkeiten: 1. ich habe mir schon wieder was doofes mit den Armen angewöhnt. Nachdem ich eine Woche lang dran gearbeitet hatte, meinen Rhythmus von gleichmässigem Kurbeln auf Gleitphase und "beim letzten Fünftel eintauchen" umzustellen, habe ich heute gelernt, dass ich zu schmal armziehe. Also: nicht unter den Körper, sondern dran vorbei. Das kriege ich hin, keine grosse Sache. Aber: ich mache es mit den Beinen irgendwie grundfalsch. Ich komme nur mit Beinen praktisch überhaupt nicht vom Fleck. Anleitung war "aus der Hüfte, kleine Bewegungen, nicht mit den Waden strampeln" (ausserdem: Füsse point, leicht nach innen gedreht, damit sich ein Wasserwirbel bildet. Ich nehme an, bei mir bildet sich definitiv kein Wasserwirbel). Ich denke, das tue ich, aber: ich komme nicht vorwärts. Heute wurde mir attestiert, meine Beine wären zu steif, ich solle an mein Bein als eine Peitsche denken. Beim Versuch, das zu denken, habe ich wie immer viel Wasser geschluckt, einen massiven Krampf im rechten Fuss bekommen und werde also den Rest der Woche dran arbeiten, an meinem Körper vorbeizuziehen UND Peitschenbeine zu etablieren. So elegant.

(Sonst: alles sehr anstrengend, aber das reicht, wenn ich es erlebe, keinen Bock, das auch noch hier auszubreiten)

Montag, Oktober 26, 2026

261026

 Mittelgut geschlafen, aber immerhin eine kuschlige kleine Katze im Arm gehalten, das war schön.

Frühstück war sehr lecker, es gab den Apfelkuchen von gestern mit warmer Karamellsosse, ich meine: Kuchen zum Frühstück ist bestes!

Dann: Radeln zum Schwimmen und Arbeiten. Die Extrastunde machte sich tatsächlich noch ein bisschen bemerkbar, es war zwar immer noch dunkel, aber nicht ganz so pitch black wie die letzten Wochen. Ich habe noch Farbuntertöne an grünen Feldern und roten Stopschildern erkennen können.

Schwimmen: nicht in der besten Form, was Ausdauer beim Kraulen angeht, oder es war mir zu voll zum Teil, um durchzukraulen, weil ich da nicht so gut sehe, was vor mir ist und heute echt wild Seiten gewechselt oder nahezu im Stillstand eine Bahn blockiert wurde (ich bin ein bisschen ungnädig mit den Pensionierten, die auch ins Hallenbad dürfen, warum müssen die zwischen halb sieben und acht schwimmen? Die müssen nicht um 8:00h im Meeting sitzen....). Also habe ich einige Brust-Bahnen eingebaut und mich beim Kraulen auf Technik konzentriert. Für mich war es das letzte Mal eine Erkenntnis, dass die Gleitphase anders funktioniert, als ich dachte: ich dachte, man gleite da mit einem Arm vorne und einem nach hinten, aber das ist gar nicht so, sondern man hat den einen Arm vorne, zieht den anderen Arm aber schon wieder vor und taucht ihn etwa ein Fünftel der Gesamtstrecke hinter dem vorderen Arm ein und zieht dann den vorderen Arm hinter. Das ist ein bisschen anderer Rhythmus, als ich das bisher gemacht habe. Beim Üben habe ich dann fast vergessen, dass ich Beine habe und meine Güte, ein Wunder, dass ich irgendwann mal Schwimmen und Laufen gelernt habe...

Dann: Arbeit. Was soll ich sagen. Ich nehme das Ganze jetzt als "Immerhin habe ich keine Mühe mehr damit, klare Ansagen zu machen." Wtf einfach.

Naja. 

Und: ich habe etwas, womit ich mit meinem Chef beim Year-End Review reden möchte: ich möchte dieses Projekt abgeben. Am liebsten nach diesen Review, realistisch gesehen würde ich evtl noch einen weiteren mitmachen, um sicherzugehen, dass all die Fehler und Bugs aus dem IT Tool ausgebügelt werden und die Leute ihre Versprechungen einhalten. Wie gut, dass ich jetzt gut klare Ansagen machen kann.

Heimradeln erstens spät, weil halt Meeting bis lang, dann aber auch RICHTIG im Dunkeln, an sich keine grosse Überraschung, aber es ist um halb sieben kohlrabenschwarz draussen...

Daheim grad noch über den Hübschen gestolpert, der sich fertigmachte zur ausserordentlichen Eigentümerversammlung. Mit den Kids zu Abend gegessen und so viel gelacht und geredet und die verschiedendsten Themen angerissen von neuen Zutrittskarten, Fritz Haber und Clara Immerwahr (der Kerl war so ein Drecksack und der Wikipediaeintrag macht mich noch aggressiver. Wussten Sie, dass er unbedingt neben seiner ersten Frau begraben werden wollte, die sich wegen ihm umgebracht hat, und weil sie in Deutschland beerdigt war und er in Basel gestorben ist, weil irgendwo hat auch der Vater des Gaskriegs anscheinend eine Grenze, und deshalb liess der Sohn die Mutter exhumieren und auch am Hörnli-Friedhof beerdigen. Nicht mal im Tod hat sie ihre Ruhe! (Der Wikipedia-Eintrag macht mich auch ganz aggressiv: "Das Paar lebte in einer repräsentativen Wohnung, deren hohe Miete es ihnen nicht erlaubte, Dienstboten anzustellen, weshalb Clara Haber alle Hausarbeiten selbst verrichten musste. Arbeiten im Labor musste sie auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, wie sie ihrem Mentor Abegg schrieb. Die wissenschaftliche Arbeit fehlte ihr. Dazu kamen Gemütsschwankungen während ihrer schwierig verlaufenden Schwangerschaft. (...) Haber ängstigte die schwierige Schwangerschaft seiner Frau, da seine Mutter im Kindbett gestorben war. Diese Sorge wie auch den Misserfolg bei der Berufung auf den neuen physikalisch-chemischen Lehrstuhl der Karlsruher Hochschule in dieser Zeit verarbeitete er durch ein hohes Arbeitspensum. Wochenlang laborierte er an einer Gastritis. Am 1. Juni 1902 wurde der Sohn Hermann (1902–1946) geboren. Kurz darauf ging Fritz Haber im Auftrag der Deutschen Elektrochemischen Gesellschaft auf eine viermonatige USA-Reise.[34] Die zweite Ehefrau Fritz Habers berichtete 1970, dass Clara Haber nach der Rückkehr ihres Mannes aus den USA das gemeinsame Schlafzimmer aufgekündigt habe, was durch andere Berichte gestützt wird. Dies könnte – so die Historikerin Angelika Ebbinghaus – die Ursache schwerer Ehekonflikte gewesen sein.[36][37][38]" Klar, der Mann ist nicht da, wenn es ihr richtig, richtig schlecht geht, seine Arbeit ist das allerwichtigste, das Kind wird geboren, er geht für 4 MOnate in die USA, aber dass seine Frau ihn danach aus dem Schlafzimmer wirft, ist "die Ursache schwerer Ehekonflikte. Ja, du mich auch... Ich glaube, ich halte nächstens mal beim Heimradeln am Hörnli und lege Clara Blumen aufs Grab, extra angeschrieben: "Nicht für Fritz, möge er in der Hölle schmoren". Wo war ich stehen geblieben?). Ah ja, wir hatten echt Spass beim Abendessen. Der Hübsche war deutlich schneller zurück als gedacht, wurde in die Diskussion mit einbezogen und dann war auch schon Feierabend.

Jetzt muss ich noch schnell Kleider für morgen bereit legen, vllt ein Auto in Nordisland buchen und dann ist Serien/Buch/Schlafenszeit.

Sonntag, Oktober 25, 2026

251026

Komische Nacht: ich war früh müde und bin trotz der Aussicht auf einen längeren Tag heute um 10 mit Buch ins Bett (auch, weil ich so ärgerlich war, dass "Nobody wants this" in der dritten Staffel so unendlich offensichtlich dumm ist oder für dumme Menschen gemacht und am meisten ärgert mich, dass ich zwei Staffeln davon geschaut habe, weil: eigentlich war das schon immer sehr dumm. Halt sehr offensichtlich, wenn man vorher "The Diplomat" geschaut hat). Der Hübsche hat noch Computer gespielt, die Kinder waren gemäss Location auf dem Heimweg. Irgendwann wurde ich halb wach, als der Hübsche was von "Feuerwehreinsatz" sagte, aber nicht ganz. Und dann nochmal, als er sagte, es wäre jetzt nach und ich sollte ihn morgen bitte echt wirklich lang schlafen lassen, weil er noch gar nicht geschlafen hätte. Bei dieser Gelegenheit hatte ich aber nicht mitbekommen, dass Q. vom Feuerwehreinsatz wieder da war und das der eigtl Grund war, mich nochmal zu wecken. So schlief ich sehr unruhig bis fünf, da wurde ich eh wach, schaute kurz: alle da und schlief weiter bis sieben, dann war fertig und ich machte mir, damit der Hübsche gut ausschlafen kann, meinen Kaffee unten. L. war auch wach, er war schon mit Katzenunterstützung am Lernen.

Irgendwann war ich sehr hungrig, nachdem ich gelesen und den Teig und die Füllung für einen APflekuchen vorbereitet hatte und den Frühstückstisch gedeckt hatte. Der Hübsche war immer hin schon wach und wollte sogar mitkommen, Semmeln holen. Q. schlief noch tief und fest.

Zum Essen kam er aber dann runter und es gab die Erzählung vom Einsatz: grad als das Pfadileitungsteam vor unserer Garageneinfahrt nochmal das anscheinend eher so mittel gelaufenen Pfadiznacht Revue passieren liess, schrillten die Handies der Feuerwehrmänner unter ihnen los mit "Brand gross" und sie stürmten heim, in ihre Ausrüstung und mit dem Rad zum Magazin. Q. und ein Kollege, die beide frisch auf dem Ausbildungskurs in Thun "Innenraumbrandbekämpfung" geübt hatten, wurden reingeschickt, die Bewohnerin, deren Küche lichterloh brannte, war schon draussen und wurde untersucht, das ganze Mehrfamilienhaus wurde evakuiert und die vermisste Katze auf dem Balkon aufgespürt. Q, und Kollege löschten und nahmen danach, wie der Hübsche anmerkte, mit verstörender Begeisterung im Bericht auf jeden Fall die  Küche auseinander, um sicherzustellen, dass keine Glimmnester mehr irgendwo waren. Der Rest der Hausbewohner durfte wieder zurück, die Bewohnerin wurde mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht und eben gegen zwei war Q. wieder da. Holla.

Nach dem Frühstück machte ich mich an den Apfelkuchen (die Äpfel vom Gemüsehof sind diesmal so winzig, dass sie praktisch nicht weggehen, bisschen doof zu essen, weil man immer Kernhaus erwischt und langsam müssen sie weg. War natürlich eine elendige Schnippelei, aber so, so, so, so lecker!), dann reparierte ich L.s Hose nach intensivem Kontakt mit der Fahrradkette, suchte eine Shortlist an Häusern für den nächsten Islandtrip raus und machte mich dann auf den Weg in den Wald, Pilze finden. Es windete ziemlich, IM Wald merkte man das aber gar nicht so. Ich fand jede Menge Lerchenröhrlinge, Rotfussröhrlinge und Parasole, alle noch jung und unwurmig. Das wird ein leckerer Zusatz zum Abendessen heute!

Sonst: wie nervig sind zyklusbedingte Bauchkrämpfe einfach... ey, ich bin echt verwöhnt durch meine Mirenazeit. Ist ja auch praktisch, dass man sie länger drin lassen kann als auch schon, aber der Teil der Zyklusunterdrückung, der wäre ja schon nett gewesen, wenn der so lang wie die Empfängnisverhütung funktionieren würde....

Der Tag fühlt sich irgendwie komisch an, ich weiss nicht genau wieso, eigentlich ist alles gut. Hm. (Vielleicht die Aussicht auf mehrere difficult conversations bei der Arbeit, die ich am Freitag entweder noch nicht beendet habe oder für die Woche vor mir sehe? Aber gut, das ist jetzt auch nix neues).

Hm. 

Sonst: Sie fragen in den Kommentaren und in der Fragenwunschliste recht oft, warum Crowdfarming gekündigt wurde. Das habe ich ausführlich erklärt und man findet es, indem man im Suchfenster, das man im Web-View oben links sieht, zb "Crowdfarming" eingibt. Kurzfassung: Administirativer Sauhaufen, undurchsichige Kostenstruktur, erratische Lieferungen, nerviger, unangenehmer Kundendienst.