100626
Ja, das mit dem früh ins Bett gehen von mir und auch von Q., der heute superfrüh rausmuss, um pünktlich zu seinem Einlassslot in der grossen Turnhalle für die OC Klausur zu sein, hat nur so mittlegut geklappt. 5 min, als Q im Bett verschwunden war, schallte der Feuerwehralarm durchs Haus, Q. kam aus dem Zimmer geschossen und teilte mir beim in die Brandschutzausrüstungspringen mit, dass er jetzt auf die Schnelle keinen Schlüssel mitnehmen könne, sein Handy fast leer sei, aber er würde nicht allzuspät zurückkommen, aber es wäre Grossbrand, da werden alle alarmiert, und er hätte wegen Aufregung vor der Prüfung bestimmt eh schlecht geschlafen.
Draussen roch es schon richtig fies, als ich aus dem Fenster schaute, sah ich gerade die Rauchwolke über die Dächer steigen, (es war schon dunkel und wir sind ordentlich höher gelegen als der Brandort, das sagte also schon einiges. Weil ich noch nicht im PJ war, machte ich mich auf einen kurzen Weg näher zum Brandort, um vllt einen Blick zu erhaschne (natürlich nicht in die Quere der Einsatzkräfte, aber neugierig war ich doch, der letzte Grossbrand dort war spektakulärst). Irgendwann war es mir zu doof, es strömten tatsächlich sehr viele Schaulustige hin, da wollte ich kein Teil von sein, und ausserdem stank es gottserbärmlich, also habe ich noch ein Foto gemacht, bei jedem vorbeibrausenden Feuerwehrauto grüsste ich in Gedanken Q (der schon längstens mit dem 400L/min (?) Strahlrohr in der ersten Löschangriffstruppe draufhielt).
Um kurz nach Mitternacht war er zu Hause, um viertel vor eins im Bett, um viertel vor sechs läutete der Wecker. Es war wohl sehr aufregend und anstrengend, verletzt wurde niemand, es war auch nicht so krass wie das letzte Mal, aber der heftigste Einsatz, bei dem er bisher war (wir haben aus welchen Gründen auch immer MITTEN IM ORT einen Schrottplatz, bei dem es immer wieder brennt, weil Funken fliegen und Leute ihren Müll nicht trennen und dann Restbenzin in Tanks ist und überall Akkus drin. Und dann.... ist die Hölle los. Der Schrottplatzbetreiber hat nach dem letzten Grossbrand von vor einem Jahr oder so einen Brief an alle Einwohner geschrieben, dass das jetzt schon doof gewesen wäre, aber das wäre auch das erste Mal gewesen und er könne da gar nix dafür, die Leute wären halt einfach doof, und naja, alles tutti, oder? Das mit "das erste Mal" ist halt eine dreiste Lüge, das weiss jeder, der länger als 5 min im Dorf wohnt. Es gab schon mehrere Versuche, den Schrottplatz dort wegzubekommen und das Gelände umzuzonen, aber irgendwie ist das bisher nicht gelungen. Dann brennt es halt immer wieder.
Als ich heute morgen dann (der Schrottplatz ist direkt am Bahnhof) zum Zug juckelte, war dort nichts mehr zu sehen, es war Betrieb as usual.
Naaaaaja.
Dann also Reise nach MH, ich habe, wie gesagt, mittelviel Lust, aber das wird schon. Wenn man mal da ist, ist es eigtl immer gut (ich habe eine Möglichkeit für eine Führung in der Spritzenabfüllung ergattert, da freue ich mich tatsächlich sehr drauf. Als ich letzten Herbst da war, wurde dort umgebaut und man konnte nicht rein. Sterilabfüllung ist für mich neu UND die Abfüllung meines einen niegelnagelneuen Produkts in Spritzen, die dann in Autoinjektoren kommen, beginnt dort nächste Woche, das passt also perfekt.) Im Zug versuche ich noch ein bisschen das past-Me zu channeln, das zu Diss-Zeiten nach einer Partynacht (ok, das war es jetzt gestern nicht) zu einem Industriekooperationsmeeting geflogen ist und sich im Flugzeug zum ersten Mal die Slides angeschaut hat für die Präsentation. Ganz so ist es nicht mehr, offiziell bin ich ja Veranstalterin des Ganzen UND habe die Slides tatsächlich selber zusammengestellt. Naja.
Zugfahrt war insofern erwähnenswert, dass es im Ruheabteil leise war, niemand auf meinem reservierten Platz sass, der Zug nur 3 min Verspätung hatte, das W-LAN die ganze Zeit funktionierte und der Kaffee gut war.
In MH dann Reunion mit meinen heute mitreisenden beiden Kollegen, Taxifahrt zur site und dann grosse Freude und Frage, WIE ich das gemacht hätte, weil wir einen Meetingraum mit Snacks und Lunchvoucher und ein Taxi zurück vor der Haustür organisiert bekommen hatten. Da hatte ich natürlich gar nichts gemacht, ausser die mir genannte Assistentin vor Ort vor zwei Wochen angefragt nach den Dingen, die mir eingefallen sind, und fast alles davon, was heute dann da war, kam on top. Also: nett fragen hilft schon mal (und bitte und danke sagen).
Dann: Von einem "wenn ich schon mal da bin, lass uns reden" Meeting zum nächsten sausen, mein Koordinatensystem funktioniert nur mittel, aber immerhin weiss ich, dass der grösste Teil des Areals für mich irrelevant ist und die drei Gebäude, die ich brauche (und die Kantine) finde ich mittlerweile. Lunch mit dem einen mitreisenden Kollegen, wie jedesmal schockiert ob deutscher Kantinenpreise...
Dann mehr Kaffee, festgestellt, dass die Welt halt ein Dorf ist und dann einer der spannendsten Punkte: die Produktionsführung. Dort wird nächste Woche die Validierungskampagne meines einen Produktes laufen, deswegen praktisch, dass der Kollege eine Führung dort organisiert hatte. Sterilabfüllung ist für mich ja (praktisch gesehen) Neuland, ich kenne das nur von Prozessschemata und aus Videos. Spannend schon der Einschleusevorgang, ich habe vorher schon allen Schmuck abgenommen (zwei Ringe wie immer knapp vor Finger abnagen).
Dann: fancy Ersteüberschuhüberstreifmaschine, Wertsachen in den Spind packen, Händewaschen, Abschminken, Brille waschen, Astronautenhaube aufsetzen, steril verpackte Jacke und Hose anziehen. Ich habe zu M gegriffen, beim Einstellen der Bauchgummis gemerkt: auch mit engster Einstellung verliere ich sie fast. Naja. Hände waschen, Überschuhe anziehen und auf die saubere Seite der Bank steigen. Und dann war ich gsd nicht der, der merkte, dass er vorher noch aufs Klo hätte gehen sollen.



























