Donnerstag, Oktober 08, 2026

081026

Heute also: ein ganzer Tag Tokyo und nicht Nikko, weil wir auch mal schlafen müssen. Heute zB bis acht (ich) oder neun (der Rest). 
Wir haben gestern abend noch kurz überlegt, unser Gepäck doch nach Osaka ins Hotel schicken zu lassen, weil ... 8 Koffer sind halt schon viel, um sie morgen eine halbe Stunde durch Shinjuku, die UBahn zur Rushhour, durch Tokyo Station und in den Shinkansen und dann nochmal durch Osaka zu juckeln. Aber: der Eintagestransport war ausgebucht, wir hätten also bis 12 alles fertig machen und abschicken, das war uns ohne Frühstück und Kaffee zu stressig. Also: accept defeat und uns morgen verfluchen.
Dann haben wir aus dem Fenster geschaut und es war nicht richtig bedeckt, sondern sah eigentlich klar aus, deshalb sind wir nochmal auf das Metropolitan Government Building hochgefahren, um Mt Fuji zu sehen. Das hat... nicht so gut geklappt.

Dann war es schon viertel nach 11 und ich hatte weder Kaffee noch Frühstück gehabt. Das war ... grenzwertig. Mit Kopfweh und zwar nicht direkt Hangryness, aber einer ziemlichen Dünnhäutigkeit, die ihre Grenze fand, als ich die Reservierungsfrau missverstanden  habe, die nach 20 Minuten Anstehen, als wir endlich am Anfang der Schlange angekommen waren, vermeintlich sagte "So, ihr könnt schon hierbleiben, geht aber noch 90 Minuten". Sie meinte: der Essensslot sind 90 Minuten. Also.
Wir waren im Sarabeth's, was jetzt überhaupt nicht japanisch ist, aber ES GIBT MEHRERE VEGETARISCHE SACHEN! (und es war so spät, dass eine Kombi aus Frühstück und Mittagessen echt gut tat).
Dann haben wir uns in Erwachsene und Teenager aufgeteilt und sind stöbern gegangen. 
Hier zB: die grosse japanische Teekultur verkörpert durch Teekanne / Pompadour mit unterschiedlichen Gründungsdaten
Shinjuku bei Tag (mit sauberem Objektiv gäbe es bessere Bilder)



Bloggerklassiker mit lokalem Schuhwerk. 

 
L. machte sich dann auf den Weg, einen Freund aus Austauschzeiten, der eben in Tokyo lebt, zu treffen aka von der Schule abzuholen und den Abend mit ihm zu verbringen (er war ja ein halbes Jahr allein in Kyoto und währenddessen auch mehrmals in Tokyo, allein, hat es geschafft, nicht verloren zu gehen und nichts zu verlieren, aber trotzdem war ich heute innerlich sehr nervös, bis er wieder da war), wir drei haben uns nochmal Shibuya Crossing dann auch von oben angeschaut. Dafür kann man entweder auf eine zu bezahlende Plattform rauffahren oder in eines der Cafes mit grosser Fensterfront Kaffee trinken gehen und sich eben mit 100en am Fenster zu drängen oder aber zB in die kostenlose Skylounge des Hikarie-Buildings raufzufahren. Sehr seltsam: riesengross, fast leer, es gibt ein Kino, einen Coworkingspace, einen Konbini und ... eben grosse Fenster auf die Kreuzung runter. Schon nett, aber nicht ganz so beeindruckend wie erwartet. (Sidenote: dadurch, dass es eben kostenlos ist, sammelt sich ein interessanter Mix an Menschen: KonferenzteilnehmerInnen, CoworkerInnen, TouristInnen und Obdachlose, die alle klimatisierte, bequeme Sitzgelegenheiten nutzen (und die Touris den Ausblick). Überhaupt: gestern abend auf dem Weg zum Sushi haben wir erstmals seit fast 2 Wochen Obdachlose und BettlerInnen in einer Unterführung gesehen, das war tatsächlich fast ein Schock in dieser Neonwelt, in der alles so sauber und kapitalistisch ist...)
Ausserdem: Shibuya Station aus Lego:




Dann der beste Plan (nicht unserer, ich hatte das überhaupt nicht auf dem Radar): wir fahren zum und auf den Tokyo Tower. Der ist 3m höher als der Eifelturm, sieht genauso aus, nur in rotweiss. Man kann auf verschiedene Ebenen rauffahren und skurrilerweise fanden da grad Fashiondays statt und wir kamen gerade rechzeitig zum Green Carpet Event und einer Michael Jackson- Tribute-Show, die wir v.a. hörten und durch einen Spalt der Absperrung sehen konnten.
Dann auf dem ersten Deck: Sonnenuntergang über Tokyo und meine Güte, waren das beeindruckende Ausblicke!
Man erkennt, wie sehr ich ein Landkind bin, daran, dass ich noch meinte: Ja, doof, unser Ticket für das höhere Level gilt halt erst in einer halben Stunde, bis dahin ist die Sonne untergegangen, da sehen wir gar nix mehr. (Dabei sind wir doch früher, wenn wir bei den Grosseltern in Regensburg, der krassen Weltstadt übernachtet haben, die dort an einem Berghang gewohnt haben, abends am Fenster gestanden und haben die glitzernden Stadtlichter bewundert, das kannten wir von uns daheim gar nicht)

Und was sieht man da über den Wolken?! Mhm? Genau, Fuji-san!
Hier also, wie sich das entwickelt, wenn es dunkler wird.
Und hier das "nix", was man sieht, wenn die Sonne weg ist.
Lol. Sooooooo schön!
Meinen Essensfrust von gestern habe ich in das Frühstück heute und frühzeitige Abendessenplanung umgemünzt: ich habe nach einem vegetarischen Ramen/ Tantan-Place in der Nähe des Hotels gesucht und bin bei Neo Shinjuku Atsushi gelandet, einem fully plant based, Cyberpunkt themed Restaurant, das sich so beschreibt: "A cyberpunk world born 40 years ago Why not experience 40 years in the future in our retro-futuristic store ? We offer "future food" —currently using only plant-based ingredients, yet providing hearty, satisfying junk food of the future. You will step into the fictional world you saw back then."
Genau so war es, es gab homemade Cola, Ginger ale, Lemon Soda in Plastikbeuteln, es gab eben alles plant based, Besteck eingeschweisst wie OP-Besteck, und all das in einer Cyberpunktoptik.

Der Ort ist superliebevoll gestaltet, echt toll! (Es waren nur westliche Touristen da, ich gehe davon aus, es waren halt alle Vegetarier, die keine Lust mehr auf "Onigiri mit pickled Plum" haben... Das war richtig toll!
L. hatte richtig viel Spass mit seinem Kollegen, war andersrum der einzige Europäer in dem Restaurant, wo er mit seinen Freunden Essen war :-)
Im Hotel haben wir dann Inventur gemacht und schon mal den Dreckwäschekoffer initiiert, die Mitbringsel verpackt, und dann schauen wir mal, wie wir morgen die Schrecken der Rush Hour werden.....

Mittwoch, Oktober 07, 2026

071026

Heute hatten wir ein Kontrastprogramm zu Shinjuku/Shibuya: wir standen um sieben auf, gingen frühstücken bei Starbucks (L würde gern Tee trinken, bekommt aber immer alles als Katte, was er wigtl gar nicht mag. Heute: Chamomille latte...), dann liefen wir einmal ganz durch Shinjuku Station zu den JR Lines und zuckelten mit einem Rapid Train nach Kamakura ans Meer. Ich war verwundert, dass man mir einer UBahn )so rein optisch) so weit fahren kann, aber im Mini-München-Massstab ist Stachus und zB Wolfratshausen auch was sehr unterschiedliches.
In Onufa sind wir ausgestirgen, wir hatten nämlich einen Kintsugi-Workshop gebucht.
Eigentlich wollten wir in Kamakura Stempel schnitzen, aber da ist Mittwoch Ruhetag und so sind wir auf Kintsugi ausgewichen. Eigentlich biel besser, weil: was mache ich mit dem Stempel und tbh werden die eh von den Schnitzmeistern fertiggemacht.
Also: Kintsugi. Wir waren zu viert in einem winzigen Atelier (nicht sicher, ob das auch das Wohnzimmer der Besitzer war), durften uns als erstes je eine zerbrochene Schale aussuchen und dann ging es los.
Natürlich wird man in 2 Stunden nicht fertig,  wenn man das klassische Knitsugi mit mehreren Lackschichten etc macht, deshalb haben wir mit 2 Komponentenkleber geklebt (und zT wieder auseinandergenommen, abgenutzt und nochmal geklebt, weil es nicht nahtlos zusammenging. Was es auch am Schluss nicht, aber good enough. Nach dem aushalten schnitten wir mit einem Skalpell überschüssigen Kleber weg und besseren mit "pattie:, einem Epoxidharz, Stellen aus, wo was fehlte. Als auch das hart war, glätteten wir so gut es ging mit Schleifpapier und rührten die Goldfarbe an. Mit entweder Pinselchen oder Zahnstocher trugen wir dann die Farbe auf der Klebenaht auf. Es gibt kein richtig oder falsch, einfach so, wie man es schön findet. Spannend zu sehen, wer welche  Level an Perfektionismus auspackte!
Unsere Lehrerin was so lieb, sie ist früher ein paar Jahre als Flugbegleiterin für Swiss geflogen, das war lustig!
Sie zeigte uns Stücke, die sie selber gemacht hat, auch mit der klassischen Technik, erzählte, warum wir draussen in ein Fernsehteam gelaufen waren (es wurde so was ähnliches wie "SRF bi de Lüüt" gedreht, um in dem Café ggü, das sie uns eigentlich ans Herz gelegt hatte, naja, dann halt nicht.)
Unsere Schalen wurden vorsichtig mit Tape in stabilen Boxen festgelegt und  sind dann morgen mittag fertig ausgehärtet.
Mit der kostbaren Fracht ging es weiter, erstmal Mittagessen am Bahnhof. Ich muss sagen, langsam habe ich es ein bisschen satt, dass sich die Suche nach vegetaerischem Essen echt schwierig gestaltet. Restaurants mit wenigstens q vegi Option findet man okayish, aber grade bei Imbissen oder Essensständen... ich meine: ein ganzer Foodcourt und ich kann entweder süsses Gebäck essen oder eine grüne Minestrone oder Ratatouillecurry (das wäre die bessere Wahl gewesen, die Minestrone war eine dünne vermochte Krankenhaussuppe), während die Stände überfliegen vor buntem, schönem, abwechslungsreichen Essen, wo überall Fleisch, Fisch oder immer!!!!!! FLEISCH/Fischbrühe drin ist. Sogar in Pommes oder einem sonst fleischlosen Salat. Meine Güte, das ist echt nervig, ich sags, wie es ist. (Nicht mal an der salzigen Backtheke gibt es ein einziges Gebäckstück ohne fcking Fleisch drin...)
Ich schweife ab
Eine kleine Suppe später boarden wir die Enoden Line, die uns nun wirklich an die Küste juckelt.
Wir folgen den Menschenmassen zum grossen Buddha;
Er ist wirklich gross, und sitzt da so im Freien, weil sein Tempel irgendwann von einem Tsunami weggelassen wurde und er sitzenblieb (letzte Reparatur: Erdbebensicherung)
Ich hätte gedacht, er wäre grösser als der i  Nara, ist aber nicht so.
Die Kids sind sogar innen rein, das war mir zu eng und dunkel.

Weiter ging es dann zum Haae Reda Tempel, ausch ein buddhistischer Tempel, der einen Partnertempel in Nara hat.
Von dort aus sieht man dann auch das Meer!
Wir sind dann geblieben, bis gg halb fünf die Tempelbürgersteige hochgeklappt wurden und dann noch an den Strand.
Eigentlich war wegen 3 Taifunen gleichzeitig Sturmwarnung und hohe Wellen angekündigt, ich hatte alle langärmlig und Regenhacken einpacken lassen. Naaaaaja. Es gab ein bisschen Wellen, gerade genug für ein paar Surfer, aber sonst einfach ein schöner Sonnenuntergang
Am Strand lagen Unmengen an riesigen Austernschalen, zT zu grosse  Haufen zusammengeschoben, in denen Krähen sich bedienten.
Das war noch richtig schön!
Irgendwann dann sind wir durch das Strandstädtchen zum Bahnhof spaziert u d fühlten uns sehr an unsere Zeiten in Kalifornien erinnert (ich glaube, einen grossen Anteil daran haben die konsequent überirdisch in mutigen Konstruktionen verlegten Stromleitungen, gern in Kombi mit Luxushäusern.
Eine anderthalbstündige Zugfahrt zurücksenden bummm, Neon!
Uns war nochmal nach running sushi, nur hatten wir diesmal verpennt, dass wir zur Stossteit ankommen würden und halt unreserviert auf einen Platz relativ lang warten müssten.
Egal! Man zieht eine Nummer (alle ziehen doppelt für Counter und Booth) und wartet dann, bis  man zugewiesen wird. (Man könnte ich vorab reservieren, aber das haben wir offensichtlich verpennt)
Egal, wir müssen ja nicht morgen um 6:30 im Zug nach Nikko sitzen!







Dienstag, Oktober 06, 2026

061026

So. Gestern war so ein bisschen (lol) das Zeichen dafür, dass es halt doch Grenzen gibt, was man an Aktivitäten in einen Tag quetschen kann, auch wenn die "Urlaubslanguage" Aktivität statt rumsitzen ist. Was mir auf der Seele lag, war: ich hatte das Gefühl, dass alle irgendwie noch nicht mit Tokyo fertig sind, wir aber heute recht verplant sind, morgen nach Kamakura fahren und übermorgen nach Nikko. In Kamakura haben wir einen Workshop gebucht, also wäre canceln doof, für Nikko habe ich alle Züge vorgebucht und erinnerte mich düster, dass ich aus Gründen einen recht frühen gebucht hatte. "Recht früh" stellte sich als "6:30h ab Asakusa Station" heraus, ein Bahnhof, der ungefähr eine Stunde von unserem Hotel weg ist. Wie praktisch, dass sich sowohl die Nikko All Area Passes als auch die Expresstickets nach Tobu kostenlos stornieren liessen und wir jetzt einfach noch einen Tag "Was jeder in Tokyo noch machen möchte" einbauen. Weit vorne dabeisein wird: ein bisschen ausschlafen.
Das hat heute schon gut getan, ich war zwar um kurz vor acht wach, der Rest schlief bis viertel vor neun.
Wir hatten nämlich heute Tickets für "Teamlab Planets Tokyo", eine interaktive, zT digitale Kunstinstallation. Was heisst eine.... viele. L. war in dem Kyoto Ableger gewesen und sooooo begeistert, dass wir logischerweise das für uns alle in Tokyo gebucht haben. Das ware ein bisschen weiter draussen, aber wie alles gut erreichbar mit der Bahn.
Fotos gibt es erstaunlich wenige, nicht, weil ich keine gemacht hätte, sondern weil fast alle im Hochformat sind und die beim Hochladen vom Handy halt gekippt werden und für mehr habe ich heute keinen Nerv mehr. Müssen Sie halt zu Insta rüberschauen, da gibt es auch Videos.


Zweites wichtiges Learning: ich muss genug essen. Beim Frühstück war ich heute ein bisschen hintendran, habe eine kleine Apfeltasche gegessen, während der Rest Sandwiches hintergedätscht hat. Deshalb habe ich mir zur Halbzeit die veganen Ramen im Teamlab gegönnt. SO GUT!!!

Ich fand tatsächlich den Teil vor dem Mittagessen (die "Water"_Kunstwerke und den Garten noch beeindruckender als die, die hier jetzt kommen, aber toll ist alles!)
.
Riesige "Ovoids", die sich mit der Sonne aufrichten, Geräusche machen, im Dunkeln (angeblich) leuchten. Auf Moos.
Die "Kugeln" sind Halbkugeln aus Gummi, die so aussehen als ob es rotierende Vollkugeln wären. Man "muss" drüberlaufen und wenn man schafft, nur auf solche von einer Farbe zu treten, gibt es eine Farbwelle (gucken Sie auf Insta, wirklich!)

Zweiter Fixpunkt des Tages: das Capybara Cafe. Wir wollten uns ja ein Tiercafe anschauen, die gibt es für ALLE Tiere, die man sich nur vorstellen kann: Katzen, Otter, Igel, Minipigs, und halt Capybaras. Ich finde das aus Tierwohlsicht relativ fragwürdig, aber gesehen haben wollte ich es halt doch mal. Und wir haben uns für ein Capybara Cafe entschieden, was vergleichsweise ok aussah in dieser HInsicht.
Wir waren viel zu früh für unseren Slot und hatten auf der Lifttafel noch "Minoris Cat Cafe" und "Pony Paradaise" (sic) gesehen. Die Katzen konnte man nicht besuchen ("This floor is a restricted floor"), das Pony Paradies aber schon. Es war ganz oben und als der Lift aufging, stand da ein Schilde "Sorry, we are closed", aber durch den weissen Zaun im Sonnenuntergang wieherten uns zwei Miniponies an. Oke.

Die Capybaras... naja. Waren erstens keine Nutrias, das sind ganz andere Tiere, wie ich seit heute morgen weiss. Haben erstens keinen Schwanz und wiegen fast 10x so viel. In dem "Cafe" (es gab überhaupt nix zu essen und zu trinken ausser Gras und Wasser für die Capybaras) leben drei Weibchen, es werden Gruppen von max 8 Leuten im Stundentakt am Nachmittag durchgeschleust, die die drei streicheln, mit Gras füttern, bürsten, kraulen dürfen. Sie geben Pfote, kneifen einen in die Hose, wenn man nicht schnell genug Gras rausrückt und am Ende gibt es Leckerli auf der Matratze und man kann sich neben sie und unter das Firmenschild setzen und wird fotografiert. Wir waren die letzte Gruppe und danach geht es für sie ins warme Schwimmbecken, in dem sie dann auch schlafen.
Tja. Haben wir sowas auch mal gemacht.
Danach ging es über einen Stop beim 7/11 zu Oshiage Station, unterhalb des Skytrees, einem der grossen Fernsehtürme, der sehr schön beleuchtet war. Es wurden ein paar Stempel gesucht, Läden begutachtet und dann ging es nach Harakura und Shibuya (quer durch die Stadt mit der U-Bahn), L. wollte noch ein paar Läden durchstöbern. Wir fanden wie immer mehr als gedacht (ich habe eine sehr coole Handyhülle für mein Arbeitsiphone), und irgendwann war es dann neun und wir hatten immer noch nicht abendgegessen. Wir fanden einen Burgerladen, der auch Vegi-essen anbietet, ein bisschen versteckt, aber so süss! Die Wagyu-Burger der Fleischesser wurden mit Feuerritual mit Käse überbacken, mein Tofuburger kam ohne Käse, auf meine Witz "Oh, no fire for the vegetarians?" meinte die Kellnerin: if you like cheese, I will do fire for you! und so war es dann auch.
Nach dem Essen hatten wir auf einmal wieder richtig Energie und wanderten über Shibuya Crossing zu Shibuya Station. Die berühmte Kreuzugn .... ist sehr viel kleiner als gedacht und fällt nur dadurch auf, dass halt bei grün alle auf die Strasse rennen, sich dabei filmen und dann in der Mitte stehenbleiben und einen Livestream machen. Der Aeschenplatz in Basel ist mit Tram und ohne Ampel deutlich spannender zu überqueren.
Eingang Richtung Shibuya Station über das Hachiko Gate, an der Hundestatue stehen die Touristen und Instasterncchen an, um sich mit ihr zu fotografieren (nochmal schnell die Geschichte nachgelesen und bisschen traurig geworden).
Heimweg war dann bisschen strange, weil wir ja jetzt schon ein paarmal in Shinjuku angekommen sind, heute aber ganz woanders und fast keinen Ausgang gefunden hätten. Naaaaaaaja. Jetzt alle geduscht und ab ins Bett, morgen gehts ans Meer, es gibt Sturmwarnung!

Montag, Oktober 05, 2026

051026

Disclaimer: Keine Ahnung, wann sich der Post freischaltet. Vorbereitet habe ich ihn noch zu Hause, aber heute waren wir von Hakone nach Tokyo unterwegs, vllt erscheint das hier also irgendwann an Ihrem Mittag statt abend. Oder andersrum. Wer weiss das schon.

You know the drill, right? Es ist der 5., d.h. es heisst wieder "WMDEDGT?" (kurz und knackig für "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"). 

Heute trifft sich der Freundeskreis Tagebuchbloggen sozusagen hier und verlinkt sich in der Liste unten.

Das ganze hat im April 2013 seinen Anfang genommen in einer Tagebuchblogwoche und hat sich irgendwie verselbständigt.

Die Regeln zum Mitmachen sind einfach:
  • über den heutigen Tag tagebuchbloggen (ohne Werbung, ohne Geschwurbel)
  • verlinken, mehr dazu findet sich am Ende dieses Posts. 
Hier: Hui, das war ein wilder Tag.
Heute hiess es für uns: Bye Hakone, hello Tokyo.
Dafür haben wir die Leute im Ryokan ganz wuschig gemacht, weil wir so früh aufstehen und frühstücken wollten. Also läutete unser Wecker um halb sieben, wir haben die gestern fast fertig gepackten Koffer ganz fertig gepackt, mit Füssen im warmen Wasser einen ersten Kaffee getrunken und dann wurden auch schon die Futons der Kids zusammengerollt und das Frühstück gedeckt. Wegen Schnelle haben wir alle Western Style gewählt, das war halt... ein Omelett mit Ketchup, Salat (also: grüner Salat mit Essigdressing), Marmelade, Butter, Reissirup (?), ein kleines Gipfeli und zwei kleine Semmelchen, Tee und Früchte in Ahornsirupjelly. Und Misosuppe. Und einen Cappuccino hinterher.
Also: nächstes Mal würde ich jederzeit wieder das japanische Frühstück nehmen, aber eben: keine Zeit.
Pünktlich um viertel nach acht standen wir an der Bushaltestelle und erwischten die letzten offiziellen Gepäckplätze. 
Der Bus juckelte dann eine halbe Stunde durch die Berge, steile Serpentinenstrassen an malerischer Schlucht entlang nach unten, wurde immer voller und erstaunlicherweise waren wir nahezu die einzigen, die in Yumoto ausgestiegen sind. Ich glaube, viele sind nach Odawara weitergefahren, wo man direkt mit dem Shinkansen nach Kyoto fahren kann oder auch in das Romancecar nach Shinjuku einsteigen kann. Wir sind in eben dieses in Yumoto eingestiegen (L. hat noch einen Store entdeckt, in dem er stöberte, ich habe unsere IC Cards aufgeladen, weil man für das Romancecar eben die Sitzreservierung bezahlt, der Rest geht normal über IC Card.). 

Dann kamen die allerentspannendsten anderthalb Stunden des Tages: eine mucksmäuschenstille Zugfahrt nach Shinjuku.
Für den Tag in Tokyo hatte ich alle Teilnehmer angefragt, welche Läden und Sehenswürdigkeiten angestrebt würden und von Gemini in eine gute Reihenfolge bringen lassen.
Wir haben also als erstes unser Gepäck ins Hotel gebracht, praktischerweise war unser Zimmer im 13. Stock schon fertig. Die grossen Koffer waren noch nicht da, aber wir hatten ja noch nicht mal mit dem Zimmer gerechnet. Diesmal ohne Pokemons und nicht so luxuriös wie in Hakone (ach), aber gut zum Augenausruhen.
Dann ging es los, erstmal was Essen. Alle waren nach dem luxuriösen Ryokanessen bereit für was junkiges, also McDonalds (L. hatte den McSamurai in guter Erinnerung). Ein Check auf dem Weg ergab:es gibt bei McD Japan keinen Veggieburger und nicht mal die Pommes sind vegetarisch (meine Güte, frittieren in Rinderfett, muss das sein?). Mir blieben: ein Schälchen Edamame mit Mais, ein kleiner Salat mit halbfettsesamdressing, eine Apfeltasche (vermutlich auch in Rinderfett fritteiert) und dann halt Kaffee. NAaaaaaaaaja.
L. und ich hatten beide rausgefunden, dass man kostenlos auf das Tokyo Metropolitanbuilding rauffahren kann und dort eine super Aussicht aus dem 45. Stock oder so hat. Gesehen, getan. Das war wirklich superschön! 

Und meine Güte, ich hatte ja in Kyoto gedacht: Grossstadt, total overwhelming (mit 1.4Mio Einwohnern ist Kyoto 5x so gross wie Basel ungefähr), da merkt man dann auch nicht mehr, ob es noch mehr sind. Tja. Schon also wir in Tokyo aus dem Bahnhof kamen, war mir klar: doch. merkt man. Sooooo hohe Häuser, so viele Menschen, so laut, so bunt, so viel. Es war keine grossartige Aussicht, sondern diesig, also immer noch kein MtFuji, aber auch kein Ende der Stadt in Sicht.

Next Stop: ein Popupstore für eins von L.s Computerspielen. Leider musste man dafür ein nummeriertes Ticket haben und die gab es nicht mehr. Naaaaaaaja.

Nächstes Ziel war Tokyo Station, genauer gesagt: "Character Street", eine unterirdische Shoppinstrasse mit lauter Läden zu all den japanischen Kitschserien und halt Characters, wie zB die mofu, die Katze, die immer in irgendwelchen Kostümen steckt. Die Kids hatten dort Pläne, ich suchte eigtl den Trainiart Store für Shinkansenjünger. Wir sind aber schon daran gescheitert, die Strasse dort zu finden. Wir sind gelaufen und gelaufen und Google Maps gefolgt, irgendwann standen wir vor der Touristinformation mit dem bezeichnenden Schild: "Are you lost? We are happy to help", 
aber noch nicht bereit, zu fragen wo lang. Wir drehten noch eine Runde nach oben, wieder nach unten, aber diesmal in einem Hotel, dann wieder nach oben, aus dem Hotel raus, wieder rein, nach unten, diesmal aber wirklich in die Touristeninfo. Dort bekamen wir einen Plan mit eingezeichnet, wo lang, ausserdem wurde gefragt, was wir denn dort suchen würden, weil: es gibt eine Clean-Tokyo-Kampagne, für die gibt es gratis so japanische Tücher, aus denen man Taschen falten kann, mit Pokemons drauf, hier, vier Stück für euch.
Mit dem Plan haben wir das dann gefunden und als wir so vor dem Kirby-Cafe standen und alles blinkte und bimmelte und döngelte und juchzte, da war ich schon ein bisschen durch. Wir haben uns aufgeteilt, der Hübsche und ich machten uns auf die Suche nach Zugläden. Trainiart haben wir nicht gefunden, ich glaube, der ist da auch gar nicht, aber: wir haben jetzt Shinkansen-Nudeln noch dazu.
Nachdem wir uns wiederhatten, sind wir gemeinsam noch in den Pokemonladen und ich finde das ja alles toll und einzigartig, aber es war so hell und bunt und laut (und ich hatte nur eine Apfeltasche, Salat und eine Handvoll Mais und Edamame gegessen), es wurde ein bisschen viel. Der Hübsche merkte das und steuerte uns alle zu einem Starbucks. Kaffee und ein Stück Kuchen und die Welt sah schon wieder anders aus.

Nächstes Ziel: eine Secondhand-Shoppingmeile, in der die Kids Vintage Designertaschen und -Kleider suchten. Der Hübsche und ich ruhten unsere Augen in dem schön einfarbigen UniqloStore gegenüber aus (es gibt auch Uniqlo-Blumenläden!).
Alle sehr erfolgreich, die Taschen wurden schwerer, die Füsse müder.
Zurück nach Shinjuku, ich wollte unbedingt in den Onitsuka-Tiger-Flagshipstore. 
Alle anderen auch und alle anderen Touristen auch. So cool, von Highheels, Parfum, einem Onitsuka Tiger-Monchichi und halt ALLEN Sneakern gab es alles. Die Touristen drehten hohl und die ungefähr 15jährigen Shopangestellten waren so nett und freundlich und schnell und gut im Sachenmerken, das war beeindruckend! Beeindruckend auch die Schuhausbeute (und der Preis. Ich war zwischendrin versucht, das zu skippen und sie bei Zalando zu bestellen, aber naja, 75 CHF gegen 200 CHF sind halt auch mal eine Hausnummer....) All das dauerte bis halb acht, zu spät, um noch den letzten geplanten Shoppingspot in Shibuya anzusteuern. Wir machten uns also auf den Weg zurück zum Hotel (an dem Billboard mit der grossen 3D Katze vorbei, die wir aber nicht aus der richtigen Perspektive zu sehen bekamen, so sah sie dann eher ein bisschen verzogen aus), allein, weil wir unsere Unmengen Taschen abstellen mussten. Auf dem Weg noch ein Stop im Family Mart, wir brauchten neue Pflaster und haben endlich grosse gefunden! Die Kids teilten sich noch einen Snack, ich war jenseits von Hungergefühl. 
Im Hotel war unser Gepäck schon angekommen, das war super. Mit all den Koffern und Taschen ist das Zimmer sehr eng, wir müssen noch ein bisschen besser verstauen und verräumen.
Kleine Enttäuschung: das zum Abendessen anvisierte Running-Sushi-Restaurant war zwei Minuten vom Bahnhof, nicht zwei Minuten von unserem Hotel (15min vom Bahnhof). An sich keine Sache, aber ich war halt schon 23k Schritte gelaufen (ausserdem: Mais, Edamame, Salat, Apfeltasche, Stück Kuchen)
Mit sehr leichtem Gepäck also auf den Weg zum Essen. Und irgendwie waren dann da lauter Baustellen, es war nicht klar, welche Treppe rauf oder runter und irgendwann ging es nicht mehr weiter und ich hatte es so satt, immer nach dem Weg zu suchen und alles blinkt und döngelt und es sind so viele Leute da und ich mag nicht mehr laufen und... naja, es war mir so zuviel, dass der Stress als Tränen raussprudelte und das war ja dann auch doof, weil niemand was dafür konnte und ich auch auf niemand sauer war, es war nur... zuviel. Der Rest der Reisegruppe war aber grossartig, ich wurde gedrückt und getröstet und jemand anderes übernahm die Führung respektive fragte einen der Baustellenbewacher.
Es ging dann ein bisschen, aber wir haben es gefunden. Und es war dann auch schon wurscht, dass wir angeblich 10 Minuten auf einen Platz warten mussten. Als wir uns gerade hingesetzt hatten, wurde unsere Nummer schon aufgerufen und ... es wurde wild. Ich war noch nie bei einem Running Sushi, hier fuhr einerseits Zeug im Kreis, andererseits konnte man sich auch Sachen bestellen, die dann auf einem anderen Weg angesaust kamen. Alle fünf Tellerchen konnte man ein Gachaspiel spielen und meine Güte, haben wir gefeasted!!! Dick und rund machten wir uns auf den Rückweg, der überhaupt nicht sooooo kompliziert war auf einmal.
Um elf waren wir zurück im Hotel, duschten der Reihe nach, räumten ein bisschen (die Kids haben noch einen grossen aufblasbaren Hammer aufgepustet und naja....
Jetzt ist es nach Mitternacht, das ist eigentlich ein bisschen Betrug, aber bei Ihnen ja noch nicht, deswegen passt das schon.
Morgen machen wir hoffentlich nicht so viel, bis jemand (ich) weint...






 Post-DSGVO-Reminder: wenn Sie sich auf die Liste eintragen, geben Sie Daten von sich frei. Was Mr. Linky damit macht, steht hier. Wenn Sie das nicht wollen, sollten Sie sich nicht eintragen.

Sonntag, Oktober 04, 2026

041026

Wir haben gestern abend unseren Plan für heute ein bisschen umgeworfen, weil wir die Zedern am Lake Ashi ja gestern schon entlanggelaufen sind und nicht soooo viel Lust hatten, richtig viel und lang bus zu fahren für die Schmugglerstrasse. Ausserdem hatten wir Bilder vom Hakone Open Air Museum gesehen und die Pampasgrasfelder direkt vor der Tür.
Also: erstmal Kaffee (Nespresso incl mein Lieblingslungo!) am Privatonsen, dann ein halb japanisches (L. und ich) und Western (der Rest) Frühstück.


Von der Strasse aus sehen die Grasfelder total leer aus, es gibt halt einen schnürdlgraden Sackgassenweg da rein, der ist dann doch relativ voll mit der wildesten Mischung an Leuten: von Leuten, die in wallenden Kleidern und Highheels Fotos machen, über Leute im Anzug und Schuhen mit Ledersohlen bis zu Leuten, die ohne Witz angezogen sind wie fürs Everest Basecamp. 
Für uns wurde es danach bisschen wild, weil L.s Freundin auf dem Weg zu "wir holen uns noch ein Getränk im Lawsons" und "Guckt, hier gehts rein" so eine Parkschwelle übersehen hat und sich richtig fies lang gelegt hat. Sie hat sich richtig aufgeschürft an Knie (incl Hose kaputt und grosses Loch im Knie), Ellenbogen und Hand. Sie tat mir so leid, weil ich diesen Schreck und Schmerz so nachvollziehen kann (wenigstens sind Lieblingsjacke, Kamera und Handy heil geblieben). Es haben superviele Leute sich versammelt und wollten helfen, wir bekamen (winzige!!!) Pflaster und gute Wünsche, vor dem (leeren) Pflasterregal im Konbini haben uns Leute geholfen, das richtige Desinfektionsmittel auszusuchen, aber eben: es gab keine Pflaster und offene Schürfwunden unter langen Ärmeln /Hosenbeinen ist echt fies. Nebenan war eine der vielen winzigen Polizeistationen mit einem Polizisten und einem winzigen Polizeiauto. Ich habe L. dirt fragen geschickt, ob es dort grössere Pflaster gibt und er kam zurück mit "Wir sollen einfach mal kommen". Und dann wurde S. von einem echt lieben Polizisten versorgt. Mit Hardcore Oldschool Desinifektionsmittel, das deutlich mehr brannte als das neumodische Zeug, das wir gekauft hatten. Pflaster gab es hier zwar bisschen grössere, aber nicht gross genug. Naja. Sie hat es mit Fassung getragen und mein schlechtes Gewissen (sie ist uns anvertraut!) legte sich langsam. Uff!
Dann aber Bus zum Open Air Museum. Dort gibt es in einem Park in den Bergen wunderbare Skulpturen, die sogar mir Banausen Eindruck machen:




Picasso, der alte Creep und Frauenfeind.... Was ich am skurrilsten fand: die Bilder waren mit "No Photo" gekennzeichnet, wenn man sie nicht fotografieren darf. Als erstes das grosse Schild mit seiner Unterschrift....
:-(
Am faszinierendsten fand ich den grossen Symphony Tower, der von aussen so unspektakulär aussieht und von innen halt einfach ein unglaublich hohes (ich hatte beim Runtergehen echt Mühe) Kirchenfenster, in dem man unendlich viele Details entdecken kann.
Irgendwann waren wir platt und sind mit dem Bus durch die kleinen Dörfer zurück gegondelt. Essen gab es relativ früh, heute fanden wir es nicht mehr ganz so unangenehm und die Fleischesser freuten sich über den Gang, wo man Wagyu-Beef-Scheiben auf kleinen Holzkohlegrills direkt am Tisch grillt!
Dann ausführliches Einweichen im warmen Wasser, kleine Diskussion, wann wir morgen frühstücken und gehen wollen, weil: wir wollen den Bus um 8:14 nehmen, das geht sich mit dem ersten freien Frühstücksslot um 9:00 nicht aus.... Wir haben uns auf 7:45 geeinigt und alle offenen Rechnungen heute abend begleichen, ich hoffe, das klappt alles. (Zur Not tut es auch ein Bus später).
Morgen dann: Kontrastprogramm, Tokyo, wir kommen!