Freitag, April 10, 2026

100426

 Was ein schöner Wandertag! Ich hatte mir den "ViaSurprise-Zubringer" von Liestal nach Reigoldswil rausgesucht und bin (nach Wocheneinkauf, weil: danach hätte ich sicher keine Lust mehr und für zwischen 8 und 9 war erst noch Regen angesagt, danach trocken) mit dem Rad nach Liestal gefahren, habe das dann statt am Bahnhof am Krankenhaus geparkt (anekdotische Evidenz: mehreren Familienmitgliedern wurde in den letzten 50 Jahren ein Rad am Bahnhof geklaut, noch nie eins am Krankenhaus, ausserdem kenne ich den Radparkplatz da gut) und bin dann losgelaufen.

Im Pulli war mir bald zu warm, auch Regenjacke und -hose kamen nicht zum Einsatz.

Der Weg war erst... mittel, durch das Städtchen, dann eine kleine Strasse nach draussen, die erst nach einiger Zeit zu einem Feldweg und noch schmäler wurde. Beim Pulliausziehen ass ich meine erste halbe Butterbreze und einen Apfel im Weiterlaufen.

Bis Bubendorf war es... naja, eher bisschen fad, flach, nichts von den versprochenen Kirschbäumen zu sehen, aber das Höhenprofil und die Beschreibung  nannten das auch schön "die Einlaufphase".

Am Dorfende ging es dann schon zackig nach oben, am Ende auch noch endlich wie ein Wanderpfad (Ich hätte schwören können, ich hätte das Schild "Chatzestäg" fotografiert, naja).

Oben, auf einer Art Hochebene, oder wie ich dann lernte, im Eichen-Wytwald, standen sie dann: die ersten Kirschbäume in voller Blüte. In weiten Löwenzahnwiesen und sehr, sehr schön! (Baselland macht ja jetzt auch auf Fricktal und es gibt "Bluescht-Liveticker", aber an einem bedeckten Freitagmorgen waren zwar Spaziergänger da, aber keine Horden an asiatischen Touristen und Influencern (wie skurril ist das eigentlich, dieser Kirschblütenfetisch: die Europäer pilgern nach Japan, weil Hanami, die Japaner kommen ins Fricktal, weil "Bluescht"?)





Am Schlossweiher von Schloss Wildenstein (sehen Sie den Reiher?) machte ich dann meine erste richtige Pause mit Wanderkaffee (die Espressomaschine ist echt so cool!) und der zweiten Hälfte der Butterbreze.



Schlossziegen: einfach beste Frisur!



Ich überlege, ob ich mich doch bei Icelandair bewerben sollte für die "Bad photographer wanted"-Kampagne. Das hier ist der Wassefall. Glaube ich)

Zu Schloss Wildenstein sind wir mit den Kindern vor Jahren schon mal von woanders hoch gewandert, auch damals haben wir uns irgendwie im Schloss dann vertan mit wie wo weiter. Ich habe zwischen Beschilderung und GPS Track hin und her gewechselt und bin dann statt relativ direkt über einen steilen Ab- und dann wieder Aufstieg über den hübschen kleinen Wasserfall auf den Weiden des Arxhof angekommen.



Das Schild sagte mir: da kannst du durchlaufen, das ist ein Weg, aber halt vorsichtig, weil Kuh. Auf der anderen Seite fand ich aber nirgends einen analogen Ausgang, immer nur höhere Elektrozäune und immer mehr Kühe.

 
Fast gestolpert, als ich realisierte, dass das Ästchen sich in einer Blindschleiche fortsetzte




Und ein bisschen erschrocken, als diese Kröte aus einem Kuhfussabdruck in den nächsten sprang.

Naja.

Irgendwann bin ich dann auf der Suche nach dem Weg von der Weige runter über mehrere Zäune gestiegen und merkte: ich war schon weiter, als ich dachte, nämlich direkt vor dem Arxhof, einen "Massnahmenzentrum für junge Erwachsene" aka Jugendknast. War jetzt gar nicht so einfach, zwischen Kuhweiden, Ställen und den Knastschildern den Weg zu finden. Zwischendrin habe ich noch ein Übersprungsglas Honig am Automat gekauft.




Bienenknast


Es ging dann das letzte Stück nach oben zum höchsten Punkt (nicht so steil, wie ich gedacht hätte, und meine Güte, das war dann richtig, richtig schön! So viele Kirschbäume, diese grünen Hügel, der Wald grad mit minifuzziklaanen hellgrünen Blättern, echt, echt schön! Und Alpakas.


















Oben habe ich an einer Feuerstelle nochmal meine Kaffeemaschine rausgeholt, einen Laugenkäseknoten verspeist und dann ging es gemütlich nach Titterten (so, so, so schöne Landschaft!) und von dort nochmal wildromantisch den "Rifensteiner Sagenweg" durch eine kleine Schlucht hinunter. Ich hatte nach 18km keine Lust mehr auf noch eine Burgruine und freute mich stattdessen, dass ich zeitgleich mit dem Bus am Reigoldswilder Dorfplatz ankam. Der schaukelte mich in einer halben Stunde nach Liestal zurück, wo mein Rad auf mich wartete. Die 8km nach Hause waren wie so ein Lockerungstraining für die Beine :-)

Das war richtig schön und hat mir echt gutgetan heute!





























1 Kommentar:

kaltmamsell hat gesagt…

Hach, SO schön! (Und vergiss das mit dem Iceland Air-Wettberwerb.)