Mittwoch, Juli 27, 2022

270722 Planergirl

Da kühlt es einmal in der Nacht einigermassen ab (es hat auch untertags heute draussen nur 28Grad, das ist ja direkt frisch!), schon kann ich nicht gescheit schlafen. Hmpf.

Katzengefiepse am Morgen (Hunger, streicheln, raus, rein, aus dem Fenster schauen, steht jetzt endlich mal wer auf?) taten ein Übriges und ich war nicht wirklich wach in der Früh. Aber: eine ordentliche Sportrunde brachte mich auf Touren. Beim GA-Schauen konnte ich verständig nicken, weil sich Owen Hunt beim Abstürzen mit dem Auto über 39088767756 m und eine ganze Folge auch den Tibiakopf gebrochen hat, ich kenn die Schmerzen! (Ausserdem natürlich noch irgendwas offen und irgendwas mit Wirbel, aber nein, die allerallerallerallerallernervigste und unangenehmste Person der ganzen Serie ist immer noch nicht rausgeschrieben. Was muss denn noch passieren?! Mhm?)

Dann Duschen, erste Emails auf den Weg bringen und dann zum Haareschneiden. Als ich den Termineintrag für diese Woche sah, dachte ich mir erst noch, es wäre ein wenig früh, aber nein, die Puschelhaare an der Undercutkante waren schon sehr puschelig. Jetzt sieht alles wieder ordentlich aus. Und ich habe nach .... 25 Jahre Haarefärben endlich die entsprechende stilechte Kopfbedeckung dafür!


Daheim dann Arbeitarbeitarbeit (dummerweise wechseln in den Team, das ich als Zusatzjöbli leite, grade drei Personen, praktischerweise aber wenigstens alle drei gleichzeitig, da kann ich das onboarding und Zugänge organisieren und Tralalala alles auf einmal machen anstatt dreimal.), Mittagessen von Resten mit dem Hübschen (Reste: Tomatensuppe mit grilled cheese sandwich, Spinatsalat, Hummus mit Kräuteröl, Spinatsalat. Mozzarella mit Nektarine und Tomate. Wir waren sehr, sehr satt danach)

Nachmittag: Arbeitarbeitarbeit.

Dann: die grosse Überlegung, ob es zu kühl für einen Schwumm ist (eher: sind wir zu müde/schlapp/träge,  um die Badeklamotten anzuziehen und runterzuradeln (und vor allem wieder raufzuradeln)) oder nicht? Oder setzen wir uns mit einem (nichtalkoholischen, weil unter der Woche) Kaltgetränk auf den Balkon und  schweigen erschöpft nach einem langen Tag gucken in unsere Handies warten, bis der Reiskocher fertig ist unterhalten uns?

Morgen ist wieder Bürotag und es sind Gewitter angesagt, vielleicht kann ich endlich die neue Regenjacke, die ich nach dem Open-Air-Konzert gekauft habe, einweihen?

 

Zwischendrin habe ich heute einen spannenden Artikel zum ESAF ("Eidgenössisches Schwinger und Älplerfest") gelesen, das in 30 Tagen bei uns um Eck stattfindet. Falls Sie Mühe haben "spannend" und ESAF unter einen Hut zu bekommen: keine Sorge, so gings mir auch.

(...) Auf einer gewöhnlichen Wiese entsteht ein Fest für mehrere hunderttausend Menschen. Diese werden sich in wenigen Wochen drei Tage lang in einer temporären Alpenschweiz vergnügen, die man für sie bereitgestellt hat.Dass sie sich zwischen einer Trabantensiedlung und einem Container-Terminal befinden, wird die Allerwenigsten kümmern. (...) Präsentiert wird ein rückwärtsgewandtes Schweizbild, mit Kühen, Alphorn und künstlicher Swissness. Die Organisatoren geben sich jede Mühe, Pratteln einseitig zu zeigen. In den Werbevideos ist die Gemeinde eine heile Welt in grüner Landschaft.

Den Gästen ist zwischen Bahnhof und Festgelände nicht mal eine Schallschutzwand zuzumuten, weshalb man jetzt Plakate davor stellt. Ständig redet das OK von «Werten», die der Schwingsport vermittle – mit der Büezertradition oder der Migrationsgeschichte Prattelns macht es keine Verbindung, dafür mit einer imaginären Bauernwelt.

Auf dem Esaf-Logo ist ein Eichenblatt, nicht etwa eine Silhouette mit Fabrikschloten. Das Sennenhemd ist omnipräsent – zu Pratteln würde der Blaumann besser passen. Bezeichnend ist: Im Vorfeld lud das Esaf die Medien ein, nicht nach Pratteln, sondern auf die Jurahöhen, zwischen Kühen und Wäldern. So wünscht sich Baselland Tourismus den Kanton, mit der Prattler Realität hat das wenig zu tun.

 Mein einziges Gefühl für das ESAF ist "Boah, ne, danke", weil Jonnys Parkhaus als einzige Parkmöglichkeit für mit dem Autoanreisende (mit Shuttlebus) dorthin angegeben ist und das ist zwar gross, aber nicht so gross und alle, die trotzdem mit dem Auto kommen, stehen dann bei uns in der Strasse oder auf der Wiese oder dumm rum.Schwingen (ich werde dafür vermutlich ausgeschafft, aber das ist eine traditionelle Schweizer Version von Ringen / Sumo, man gewinnt dabei ein Muni, das ist ein Ochse oder kleiner Stier, genau weiss ich es nicht) und Älpler sind ... naja, orthogonal zu meiner Lebensrealität. Und auch zur Lebensrealität der Basler Agglomeration. Das thematisiert der Artikel (der von einem sehr passionierten Pratteln-Fan geschrieben sein muss, denn Pratteln ist ... naja, nicht schön. Nicht mal da, wo es schön ist, und auf gar keinen Fall zwischen der Autobahn, Gewerbegebiet und Chemiewerken. (stellen Sie sich mal vor, das Oktoberfest würde nicht jedes Jahr auf der Theresienwiese stattfinden, sondern alle Orte in Bayern dürften sich bewerben und alle vier (?) Jahre findet es dann eben woanders statt. Pratteln ist ungefähr so wie "zwischen Eching und Neufahrn" und dort wird dann Almabtrieb gespielt. Ungefähr.


Naja.

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