Mittwoch, März 14, 2018

Shutdown

Der Tag war .... anders als geplant.
Ich wollte eigentlich gemütlich an den gestern erwähnten Dokumenten weiterarbeiten, aber Italien kommt nicht zur Ruhe. Ich habe an den verschiedensten Fronten über die verschiedensten Medien überprüft, korrigiert, Aktionen gefordert, Aktionismus gebremst und, mein Highlight und die grösste Herausforderung für meine Selsbtbeherrschung, ohne Witz 60 Minuten darüber diskutiert, was "-700mbar" bedeutet. "700mbar abs, 300mbar abs, -700mbar abs? "*
Aufgrund von Resultaten und in den letzten Tagen immer unguter gewordenem Gefühl dem Italienteam dann einen, wie ich fand, recht radikalen Vorschlag gemacht, der mit so viel Gleichmut einstimmig angenommen wurde, dass sich insgeheim wohl alle schon das gleiche gedacht hatten. Also. Kein Italien für mich nächste Woche (nicht aufgehoben, aber für nach einer Extrarunde aufgeschoben.), rein stressleveltechnisch ist das jetzt gar nicht ungut: ich kann all die Dinge, die bis Ende März fällig sind (und das sind einige) in Ruhe an meinem Schreibtisch erledigen und nicht im wackligen Gäste-W-LAN in Italien, wo ich von Meetingraum zu Meetingraum wandere oder abends im Hotel. Ich komme nicht erst am Abend vor Little L.s Geburtstagsfeier heim und für das Projekt ist es das absolut richtige.
Gefühlt bin ich also ZU NIX gekommen, wobei eben der Entscheid sehr viel Druck rausnimmt. Der Hübsche hat mir zwischendrin (er sitzt ja sozusagen im 10. Stock mit Blick auf die Autobahn in so einer Art Krähennest) die Nachricht geschickt, dass der Heimweg komplizert warden könnte und so habe ich nach einer kurzen Runde "Stakeholdermanagement" statt des Shuttles den Zug nach Hause genommen und der ist offenbar exsicher und durfte also an der Unfallstelle (willkommen im Chemie-Ballungsraum) vorbeifahren. Es hatte schon etwas von Endzeitstimmung: die Autobahnsperrung sorgte im gesamten Ballungsraum zu absolutem Verkehrsstillstand und zwischendrin liefen total viele Leute zu Fuss.


Ich musste schnell noch mit Q. (und seinen Kollegen) abmachen, wie sie statt mit dem Bus (der Busverkehr wurde eingestellt) zum Religionsunterricht in der Kirche und zurück kommen würden (irritierte Blicke bei den Mitfahrern im Zug, als ich "Und schau, dass Du die Karotte so verstaust, dass sie nicht rausfällt" sagte. Heute geht es um "Gerechtigkeit"und dafür soll jeder ein Stück Gemüse mitbringen. Nur falls Sie sich auch gewundert haben.


Daheim dann Resteabendessen und dann geht es für mich noch zum "Elternrathock" bei den Pfadis. Es gibt wohl einiges zu diskutieren, ich bin zwar nicht in der besten Stimmung dafür, aber positive gedacht: mir wird wenigstens keine gute Laune versaut, die hat sich über den Tag hinweg immer weiter verflüchtigt.


Am moisten freue ich mich auf das danach dann heiss Duschen und die Folge "Jessica Jones" mit dem Hübschen dann. Bei der läuft es nämlich noch schiefer und so angry wie sie bin ich noch lang nicht.


Selbstbeweihräucherung: Ich habe meine Bedenen adressiert, obwohl ich mit echtem Gegenwind des Teams gerechnet habe. Konnte ja einer ahnen, dass die insgeheim schon dasselbe dachten.


*Und bitte: keine Belehrungen oder Grundsatzdiskussionen, dass oder ob "-700mbar" nicht absolut korrekt oder eineindeutig ist. Ist es. Im Kontext und mit einem minifutzibisserl gesundem Menschenverstand.