Sonntag, März 11, 2018

21 Jahre, Frühlingsgefühle, Soulfood

Der Hübsche und ich sind heute seit 21 Jahren ein Paar. Das ist mehr als mein halbes Leben. Es ist diese skurrile Wahrnehmung von Zeit, die mir einerseits vorgaukelt, die Zeit VORHER ware viel länger gewesen, auch wenn ich mich an den ganz frühen Anfang nicht erinnere, andererseits kommt es mir vor, als würden wir schon SEIT IMMER Seite an Seite* stehen. Ich hoffe von Herzen, es kommen noch mehr als nochmal 21 Jahre und sogar FÜR IMMER, aber diese 21 grossartigen Jahre, die kann uns keiner nehmen.






Das ist jetzt eine wunderbare Überleitung zu "Und ausserdem haben mich die Frühlingsgefühle gepackt", aber eher halt so im praktischen Sinn. Ich habe die Winterklamotten aussortiert (Kinder) und alle nochmal in die Wäsche geworfen und auf den Speicher gebracht (auch meine), die Mützen/Handschuhe/Schals gegen Basecaps und Schoner für Longboard oder Inliner getauscht. Ausserdem unser Snackregal mal wieder sortiert, mit dem Hübschen unser neues Schlafzimmer ausgemessen, überlegt, welche Schränke wir wo brauchen, wo mein Crosstrainer in Zukunft stehen darf ( es gäbe einen Platz, wo sonst auch nix hinkommt, aber es könnte sein, dass ich da entweder mit Helm rennen muss oder mit gebeugtem Kopf, weil wir ja eine Galerie einziehen, man wird sehen), und hui, das wird grossartig!


Ich habe ausserdem mit Berlin telefoniert, will sagen,  mit einem Café am im in Prenzlauer Berg (schreibt man das zusammen? Die falsche Deklination macht mich schon ganz fertig, wird Zeit, dass ein bayerischer Heimatminister da mal für Ordnunng sorgt,), in dem ich für eine grössere Gruppe reservieren wollte. Das war ziemlich lustig:
"Abstruser Cafename, hier ist Jan."
"Hallo, da ist K. Brüllen, kann man bei Ihnen reservieren?"
"Oh ja, klar!"
"Super, dann am Karfreitag (kurz überlegt, ob man das im heidnischen Berlin kennt), also, den 30.3. um drei."
"Ah ja, wart mal schnell, ich hol das Buch. .... okay, wann? Um drei? Diesen Monat? Lass mich mal nachfragen ...... okay, für wie viele?"
"Für 10."
"Oh, da gebe ich dir lieber den Chef, nicht, dass ich was falsch mache."
"Ok, danke."
"Hallo, Abstruser Cafename, hier ist der Heiko." 
"Hallo, hier ist K., ich würde gern bei Euch am 30. März um drei für 10 Leute reservieren."
"Oh."
"..."
"Oh, also, so grosse Gruppen, die nehmen wir nur bis zwei oder dann halt ab fünf."
"Ah, ok. Ab wieviel ist man denn eine grosse Gruppe?"
"Ja, da haben wir keine genaue Grenze. Kommt halt auf den Tag an."
"Also, am Karfreitag sind 10 also eine grosse Gruppe? Wären zum Beispiel 6 am Karfreitag keine grosse Gruppe?"
"Hm."
"Hm?"
"Ja, also, ne, wahrscheinlich nicht."
"Ok, dann würde ich gern für sechs reservieren."

"Ah ja, ok. Welcher Name?"
"Ich buchstabiere: "Gustav, Siegfried, Theodor, Ökonom,.."
"What? Gib mir doch einfach den Vornamen!"
"K."
"Ok, und die Telefonnummer?"
"0041.."
"Oaaaaaar, ne, bitte die Handynummer!"
"Boah, du Aushilfskosmopolit, das war bisher nur die Ländervorwahl, da kann man noch gar nicht ablesen, ob das Handy oder Festnetz ist! Das ist die Handynummer ...79 xxxxxxx"
"Ok, danke, tschüss"
*tut*
Hm. Tja. Zur Not müssen wir halt ein Eisdieleneis auf der Strasse schlecken.


Mittags dann den Freund vom grossen Kind nach Hause verabschiedet und den Freund vom kleinen Kind willkommen geheissen. Ich finde das ja lustig: ich erinnere mich: meine Mutter hat mich immer versucht, dazu zu bewegen, mal Freunde zu uns nach Hause einzuladen, aber ich fand es immer viel spannender bei anderen zu Hause zu sein (die hatten Teiche, Frösche, Katzen, einen Keller, in dem man spielen konnte, die Tanten machten Aerobic und wir durften mitmachen, es gab "Pasta Schutta" und später hatten sie Bravo und Mädchen zum Lesen.), unsere Jungs bleiben lieber bei uns daheim und laden ihre Freunde hierher ein.


Am Nachmittag nochmal mit Q. aneinandergerasselt, so richtig mit Türenknallen und Wuttränen beiderseits, aber eine halbe Stunde später haben wir ausgeraucht, uns wieder versöhnt und dann einträchtig auf dem Bett Inspirationen für die Einrichtung seines bald eigenen Zimmer gegoogelt. (Meine Güte, das wird eine richtige Teenie-Höhle. In fröhlichem Dunkelgrau. Dunkelgraues Bett, graue Vorhänge, einen dunkelgraun Teppich und einen dunkelgrauen Lesesessel.).


Zum Abendessen gab es dann mal wieder Chicken Kung Pao aus dem Slowcooker, nach diesem Rezept hier, in guter alter Chefkochtradition mit "Ups, das war Pute, kein Hähnchen, was ich gekauft habe, naja, passt schon, Mist, die Hoisinsosse ist aus, naja, Pflaumenmus tuts auch, Shit, das ist auch alle, naja, Apfel-Zwetschgenmarmelade wird auch gehen, was nur eine Paprika als Gemüseteil? Ich nehm mal zwei, dazu Karotten, Pilze, Ananas, Zwiebeln und ein paar Zuckerschoten", aber fein wars!




Jetzt noch einmal Sauna, bevor es hier allzu frühlingshaft warm wird und dann geht es los in die nächste Woche! Einen guten Start Ihnen allen :-)




Selbstbeweihräucherung: Ich mag es gar nicht, wenn ich so austicke wie heute. Dann höre ich meine Mutter aus mir wüten und schimpfen und die Kontrolle verlieren. Das Ausrauchen und danach wieder Bereinigen, das habe ich aber gut hinbekommen (und das ist was, was bei uns zu Hause früher nie passiert ist.)


*Nehmen Sie das ruhig metaphorisch. Ob das jetzt "Seite an Seite" oder "Rücken an Rücken" oder "zusammen in die selbe Richtung schauen" oder "sich gegenseitig zugewandt" oder "jeder für sich, aber der andere ist immer mit der lifeline dabei", es gibt in meinen Augen kein richtig oder falsch, das hängt von der Situation und der Persönlichkeit ab, wir hatten schon alles und alles war gut.