Montag, Januar 01, 2018

Silvester 2017

Da sind wir mal alle ganz schnell sehr froh, dass das hier so ein unprofessionelles Hobbyblog ist, ganz ohne Redaktionsplan, sonst würde ich hier nämlich heute schreiben, was ich im Januar so machen werde (das kommt schon auch noch, das wird nämlich sehr spannend, aber halt erst morgen), statt das, was gestern alles so passiert ist und das wäre sehr schade, es war nämlich sehr .... vor allem lustig.
Also: Wie jedes Jahr reichen meine Partyplaner- und Feierfähigkeiten und Restenergien des Jahres nach meinem Geburtstag, dröflzig Weihnachtsfeiern und dem eigentlichen Weihnachten dann nicht mehr für Silvester und so standen wir auch dieses Jahr recht verplant vor dem Kalender, fragten halbherzig bei Freunden und Kollegen an, was die den so machen und beschlossen dann: wir gehen skifahren.
Nachdem gestern ja auf einmal Frühling war (über 15 Grad hier), war Schwarzwald eher nix, und so ging es nach Sörenberg in der Nähe von Luzern. Dort hat es auch nach einem Regentag noch 290cm Schnee, der halt etwas härter war, dafür schien die Sonne und es waren viel weniger Leute da, als sonst an einem sonnigen Sonntag, weil Silvester!
Die Kinder sind mittlerweile grossartige Sifahrgefährten, will heissen: Q. fährt eh immer schon supersicher, mittlerweile gern auch mal schneller (ihn hat es als einzigen von uns gestern kein einziges Mal gewaffelt), Little L. macht mittlerweile auch mal die eine oder andere Kurve, so dass ich nciht die gaze Zeit kurz vor dem Herzinfarkt hinter ihm herjagen muss, und so sind wir ohne Zwichenfälle einen ganzen Skitag lang auf und ab gefahren. Als die Piste wegen Helikoptereinsatz gesperrt war, trafen wir auch noch eine Schulfreundin von Q. mitsamt Familie, die Schweiz ist halt doch ein Dorf.















Gegen halb sieben waren wir wieder zu Hause, nach ausgiebiger Dusche/Badewanne bereiteten wir ein schnelles Fondue Chinoise vor (das ging wirklich fix, wir hatten noch Bouillon von Weihnachten, Fleisch und Sossen waren auch noch da und das bisschen Gemüse dazu ist schnell geschnippelt.).
Satt und zufrieden durften die Kinder beim Warten auf Mitternacht den allerletzten HarryPotter-Film schauen, während der Hübsche und ich "Travellers" beendeten.
Danach schossen wir mit den letzten 8 Wunderkerzen, die ich ganz unten in der Weihnachtskiste fand, unser obligatorisches Jahresabschlussbild:


Zum Feuerwerk * trugen wir, wie man das halt in einem SHE-affinen Haushalt macht, schwer entflammbare Kleidung und Schutzbrillen und wir mussten unsere Abschussrampe mehrfach umziehen, weil immer neue Gruppen kamen und sich direkt neben uns stellten und aaaaaaargh, ich werde da etwas unentspannt, wenn besoffene Teenies mit Sprengkörpern um uns (und unsere Raketen rumhampeln).
Gerade, als wir zusammenpackten und uns schon auf unsere warmen Betten freuten, brach auf einmal grosse Hektik in unserem Weg aus (wir waren ein Stück weggegangen an eine breite, offene Kreuzung, wo nicht direkt eben Hecken und Büsche und in direkter Nähe sind), weil... irgendwie zwei Raketen nicht in den Himmel, sondern in die Thujahecke unserer Nachbarn geflogen waren und diese in einem Affenzahn lichterloh anfing zu brennen. Die Stimmung war etwas unentspannt, weil zwei, drei Feuerlöscher reinentleert gar nichts gebracht hatten, ein Anwohner die dort böllernde Familie direkt beschudigte, das mit Absicht angezündet zu haben und jetzt weglaufen, das ist typisch für die Schwaben, aber keine Sorge, wir finden euch (Q. holte schon Luft, um zu erklären, dass die Bezeichnung "Schwaben" für alle Deutschen eigentlich nicht wirklich zutreffend ist und in Wirklichkeit....). Immerhin war auch die Feuerwehr alarmiert worden und die weniger zeternden Nachbarn (endlich zahlen sich die verpflichtenden Feuerlöschkurse bei der Arbeit mal aus!) incl dem Hübschen an alle verfügbaren Wasseranschlüsse Gartenschäuche angeschlossen hatten und mit einem etwas schwachbrüstigen Wasservorhang das Feuer unter Kontrolle brachten.
Ich sammelte die Kinder ein, brachte sie ausserhalb der hektischen Zone, und dann kam der beste Moment der Nacht: alle waren froh und glücklich, dass nichts Schlimmeres passiert war, man lag sich sozusagen (ich nehme an, es war überall auch ein gewisser Alkoholpegel im Spiel) gesammelt in den Armen und wünschte sich einen guten Start ins neue Jahr, da kam die Feuerwehr. Wir leben ja in einer autofreien Zone, die Strassen und Wege sind sehr, sehr eng und nur im Notfall mit Autos befahrbar. Die Dorffeuerwehr liegt Luftlinie ca 200m von der brennenden Hecke weg, eigentlich hätten sie vermutlich gar nicht ausrücken müssen, sondern nur mit ordentlich Wasserdruck direkt von der Feuerwache aus losspritzen können, aber so war es natürlich nicht: man hörte zunächst die Sirenen, dann sah man ein bisschen Blaulicht und dann ...... kam ein einzelner Feuerwehrmann auf einem Motorroller (mit ohne Motor an) den Weg entlanggerollert und schaute, wo den was zu löschen wäre. Die freude- und löschwassertrunkene Nachbarschaft schaute sich gegenseitig an und war bereit, in erleichtertes Gelächter auszubrechen, da tauchte auf einmal hinter der rauchenden Hecke, lautlos, aber hell erleuchtet, wie ein riesengrossees StarWars-Raumschiff, der grosse Löschzug der Dorffeuerwehr auf und die Profis zeigten der noch ein bisschen rauchenden Hecke dann nochmal, wie das Löschen richtig geht, mit Wasservorhang, Wärmekamera, Brandwache und Kommandoposten.
Das war ein ganz grossartiger Start ins neue Jahr!
Heute morgen haben wir dann auf unsere alljährlichen "Wir sammeln das ein, was wir verböllert haben, und noch ein bisschen mehr"-Spaziergang die Hecke besichtigt, und hui, das hat schon ganz schön gebrannt, und nun ja, sooooo schlimm ist es nicht, gsd, wurde rechtzeitig gelöscht.




*ja, wir schiessen Silvester Raketen in den Himmel. Get over it.