Sonntag, Juni 25, 2017

"Ladelimit erreicht"

Dieses Wochenende war einfach ..... traumhaft. Ich weiss nicht, ob es damit zusammenhängt, dass wir unglaublich wenig geschlafen haben (für mich zählt der Island-Urlaub mit ca wenn überhaupt 6 Stunden Schlaf pro Nacht nach wie vor zu den tollsten Erlebnissen überhaupt und auch Norwegen pane ich mit ca 18 Stunden Aktivität pro Tag), auf jeden Fall war es grossartig.
Vor Jahren schon war ich auf Anregung einer Exkollegin für die Verabschiedung meines Exchefs (Sie erinnern sich? Mein kurzer, aber lehrreicher Ausflug von den grossen Konzernen in KMU?) beim Hechtessen im Ruderclub. Letztens bin ich an einem Plakat dafür vorbeigelaufen, erinnerte mich, wie lecker das war, spitzte die Famillie darauf an und die Familie der besten Freunde von Q., die ja gsd auch unglaublich coole Eltern haben und Zwilllinge sind und btw ist die Welt wieder in Ordnung, hatten auch Lust und so haben wir einen Hecht "oder, wir wissen es nicht genau, wir sind halt 8 Personen, davon 4 Kinder, vielleicht auch zwei" reserviert. (Der Ruderclub ist anscheinend der einzige wassernahe Club, der bei seinem sommerlichen Fischessen auch ganze Hechte anbietet. Sonst gibt es Egli- und Zanderfilet, was auch lecker ist, aber so ein ganzer Hecht (oder zwei) sind halt schon was anderes. Ich dachte ja, dass das total locale Fische wären und aus dem lokalen Fischweiher gezogen würden, aber nein, die warden tiefgefroren aus Schweden importiert, vermutlich von Petterson und Fndus gefangen, und dann immerhin lokal in einer Wanne voll siedendem Öl frittiert)


Gestern nachmittag haben wir uns dann also bei perfektem Wetter (leicht windig, sonnig) mit dem Bus und dann zu Fuss (oder halt mit dem Rad, weil Bewegungschallenge) ins Nachbardorf aufgemacht, die Kinder vertragen sich eh blind, wir hatten dann einen ganzen Tisch für uns, unsere zwei reservierten Hechte wogen zusammen 3.5 kg und sahen ein bisschen traurig aus. Nun ja, hilft halt nix. Drei von vier Kindern waren sich nicht sicher, ob sie Hecht mögen, einer von 4 Erwachsenen war sich nicht sicher, ob er einen Fisch, der ihn aus frittierten Augen anglotzt, essen kann. Aber es gab ja noch Pommes und jede Menge Weisswein für die Erwachsenen. Nach 20 Minuten wurden unsere Fische ausgerufen und während der Hübsche und der andere Vater zum Pommesholen anstanden, versuchten wir, die Kinder, von ihrem Fisch abzuhalten, weil Foto und so. Tja. Und nach dem "Okay, wir haben sie fotografiert, guten Appetit" passierte etwas, was man am ehesten mit einem Piranha-Angriff vergleichen kann. ALLE mögen Hecht und die Hoffnung der Eltern, dass wir ja vllt von dem Kinderfisch noch was bekommen würden, wurde rüde enttäuscht,  wir mussten die Kinder irgendwann dann stoppen, weil alles kann man von so einem ganzen Fisch dann doch nicht essen.


Vorher (also: nicht ganz vorher, eben schon gewürzt und frittiert)

Nachher. Unten der Kinderfisch





(Dorf und Kleinstadt heisst dann übrigens, dass das Kinderarztpraxisgründerehepaar von allen Kindern am Nebentisch sitzt, amüsiert den vieren, die sie kennen, seit sie zur 2Wochenkontrolle bei ihnen in der Praxis waren, beim Futtern zuschaut und dann noch Feuchttücher zum Putzen von Kinderschnuten spendiert.
Wir Grossen hatten ebenfalls einen wunderbaren Abend, wir haben heute versucht, nachzuvollziehen, wieviele 0.5L-Weissweinflaschen wir geleert haben, kamen aber zu keinem vernünftigen Schluss. Irgendwas zwischen 4 und 7. Die Kinder haben sich dann irgendwann mit Plastikbechern und Flaschen an den Rheinstrand aufgemacht und Fische und Krebse gefangen (sorgte auch bei den Eltern für Bewegung, weil wir ja im Wechsel ungefähr alle 3 Minuten aufstehen mussten, und nachschauen, ob immer noch 4 Köpfe über Wasser sind.


Romantisch im Abendlicht das Aluminiumwerk auf der deutschen Rheinseite


Gegen 11 sind wir dann durch den stockfinsteren Park (Glühwürmchen!) und die Altstadt zum Bus zurück gewandert und müde und satt (und beduselt) nach Hause gefahren.

Als ich diese beiden Bilder gemacht habe, waren sie scharf. Ich schwör.




(Okay, daheim bin ich dann mit Wäschekorb in der Hand noch über meinen langen Rock die Treppe nach oben gestolpert und habe mit meinem Ellenbogen am Rauhputz gebremst, das ist.. sehr blutig und schmerzhaft).


Heute morgen dann klingelte der Wecker fies früh, weil der Hübsche Aktivitätschallenge-Dings hatte und mit seinen Kollegen pro Nase mehr als 40000 Schritte laufen msuste (fast zweimal um den Schluchsee wurde es) und ich mit den Kids in den von den Reli-Kindern gestalteten Abendmahlsgottesdienst im Dorf gehen musste.


Nach einem kleinen Müdigkeits- und überhaupt-Knatsch haben wir danach noch schnell den alljährlichen Terrassenputz erledigt und haben uns dann mit den Hechtfreunden im Schwimmbad getroffen. (Radeln mit zwei Kindern: mittlerweile auch kein Problem mehr. Zumindest hier auf dem Land, wo es astreine Radwege gibt). Little Q. ist das erste Mal vom Fünfer gesprungen (und hat das dann 18x verifiziert), Little L. ist zum ersten Mal die senkrechte Rutschbahn runter und ich ... habe zum ersten Mal seit 1000 Jahren aus Versehen Schokoladeneis gegessen.


Daheim haben wir dann die Terrasse wieder beräumt, den Grill angeworfen, den Hübschen gebührend bejubelt, uns sattgegessen und nun geht es in den Endspurt für das Schuljahr. Noch zwei Wochen! (ach ja: und der Katzenfütterdienst für unsere gesamte Abwesenheit ist auch endlich in trockenen Tüchern, das ist während der Schulferien in einer Überbauung voller Schulkinder nicht ganz einfach....)