Dienstag, April 05, 2016

WMDEDGT 04/16

Es ist wieder soweit: ich will von Ihnen wissen, was Sie den ganzen Tag so machen! Deswegen schreiben Sie doch heute Tagebuch und verlinken Sie Ihren Blogpost unten in der Liste ;-)
(Ich bin heute den ganzen Tag auf einem Firmen-Training. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich noch nicht weiss, wie ausführlich ich es schaffe, darüber zu schreiben).

Geweckt werden um zwei, drei, halb vier, fünf, halb sechs von wanderndem Kind mit Bettdecke, sich wälzendem Kind mit meiner Bettdecke, kalten Füssen mit ohne Bettdecke.
Aufstehen um sechs, Rollköfferchen fertigpacken, Kaffeetrinken, ab ins Auto.
Auf dem Weg zur Autobahn noch die Steuererklärung bei der Gemeinde einwerfen, dann eine einstündige Fahrt ins Seminarhotel im Freiburger Hinterland.
Die üblichen "Ich kann mich nicht eintragen!", "Ich sehe keine Liste", "Haha, sie hats vergessen, aber ich habe es gemerkt!" Mails trudeln ein. Irgendwann werde ich die vielleicht mal ignorieren und mir gleich denken: "Da hats mal wieder jemand nachts um drei probiert oder auf dem Mobilbrowser oder was weiss ich", aber seitdem ich es tatsächlich ein einziges Mal vergessen habe, bin ich da immer etwas nervös. Deswegen schnell das Laptop ins Hotel-W-LAN einloggen, alles überprüfen, Augen rollen (KINNERS, nehmt die Tomaten von den Augen, bevor ihr mich stresst!), los gehts mit dem Training.
Ich kenne immerhin zwei Leute, Businesssimulation klingt witzig, und dass die "Beobachter" jeder mindestens einmal geagt haben "And, btw, it is not an assessment center" lässt einen natürlich genau das glauben. Aber was sollls: mit einer Simulation und COMPETITION hat man mich ja schnell und so muss ich eigentlich nur aufpassen, dass ich das Ganze nicht zu ernst nehme, auch wenn mir nicht alle Teammitglieder schnell genug sind.

Die Seminarverpflegung hat sich in den letzten Jahren auch geändert, es gibt keine ausführlichen Pausen mehr, in denen lecker gespachtelt wird, es gibt Stehlunch mit Miniportionen, damit man wach und fit bleibt, es gibt nur Obst und Miniminikuchen, aber das ist alle mal besser als Sahnetorte rund um die Uhr.

Zack ist es übrigens vier, das W-LAN und die Mobilverbindung zicken ziemlich, so dass ich froh bin, dass die WA-Nachricht des Hübschen durchkommt, in der er nach der Nummer der Familie fragt, bei der Little L. heute nachmittag unterkam (Sie erinnern sich: Nanny krank). Anscheinend (echt jetzt?) sind nicht alle Menschen so uhrzeitfixiert wie wir und so wurden der Hübsche, Q. und ich högscht nervös, als Little L., der sich um halb vier auf den Heimweg hätte machen sollte, eine Dreiviertelstunde später noch nicht da war. Er war dort überhaupt nicht auf den Weg geschickt worden, was allemal besser ist, als unterwegs zu verschwinden. Aber der Puls ist mal kurz in die Höhe gerast.

Ansonsten ist es das Übliche: Teamübungen, Simulationen, Beobachtungen, Selbstreflektionen, Rollenspielchen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich zu müde bin oder geistig zu sehr woanders, aber ich habe das Gefühl, dass es diesmal ein bisschen mehr braucht, um mich mitzureissen. Mal sehen. Ich hoffe, wir bauen keinen Eierflieger.

Später dann: simuliertes Mitarbeitergespräch, Selbstreflektion, Feedbackrunde, Dinner, fertig.