Montag, Oktober 05, 2015

WMDEDGT10/15

Sorry, diesen Monat war der Wurm drin, erst zu früh veröffentlicht, an zu spät, jetzt aber.

Es ist soweit: ich will wieder wissen WMDEDGT?
Wer mitmachen will: Tagebuchführen und verlinken!


Passend zum Ferienende (also: meinem) hat sich mein Schlafkonto so aufgeladen und der Rhythmus so verschoben, dass ich nicht einschlafen kann und trotz drohendem Weckerbimmeln um halb sechs um eins immer noch halbwach bin. Nun denn, ist halt so.
Morgens schleiche ich ins Bad, der Hübsche und die Jungs können ein bisschen ausschlafen, weil die Nanny erst um halb neun kommt (deswegen verschwinde ich auch so früh, damit ich pünktlich um fünf wieder zur Ablösung daheim bin).
Mit Coffee-to-go-Becher, Restekuchen für die Kollegen und mit ungewohntem lachsrosa Oberteil an verschwinde ich um viertel nach sechs aus dem Haus (meine kleine Schwester schwört auf lachsrosa, ich dachte bisher immer, ich sähe in allem pastelligen aus wie der Tod auf Latschen und nur hellblau ginge, weil blau halt einfach immer geht. Und dann kam alles zusammen, der 20%-Esprit-VIP-Shoppingbonus und das weite flattrige Oberteil mit dem asymmetrischen Schnitt, das es nur noch in lachsrosa, aber in meiner Grösse gab, naja und was soll ich sagen: meine kleine Schwester hat Geschmack ;-)), stelle mich beim Einweisenlassen in die Tiefgarage an wie der erste Mensch und beim Betreten des Flurs im zweiten Stock bin ich dann der erste Mensch, es ist nämlich noch stockdunkel dort….
Meine Kollegen kommen heute erst später und so bin ich sehr irritiert, als ich nach zweieinhalb Stunden konzentriertem Abarbeiten der Emailflut (1 Woche weg, 193 Mails….) zum Shuttle zum Meeting an einem anderen Standort muss und mir die grosse Menge an Leuten, die offensichtlich (erst ;-)) um neun zu Arbeiten anfängt, entgegenströmt, während sich in meinem Bauch schon das erste Mittagshüngerchen bemerkbar macht. Schönste Nachricht des Morgens: eine Kollegin aus Irland, die ich schon länger kenne und sehr mag, ist für 6 Monate hier und zwar ab heute und noch besser: sie ist für ein Produkt meine direkte Kollegin. Das wird nach dem Produktmeeting direkt bei einem (frühen ;-)) Mittagessen gefeiert, dann geht es zurück in mein Büro. Meine Kollegen haben mich schon vermisst und vermutet, ich hätte immer noch Ferien. Auf dem Weg erkläre ich der Nanny am Telefon noch, wo sie den Mixer findet und wie sie ihn an der Kenwood-Küchenmaschine anschliesst. Ich bin mal gespannt, ob es klappt oder ob wir die Küche neu streichen müssen (es soll Kürbissuppe geben und eigentlich mag ich ja orange).

Ich wurschtle mit meiner To-Do-Liste weiter, ich mag das ja sehr, wenn das Abarbeiten nicht durch Feuerwehraktionen und "Kannst Du mal ganz schnell" gebremst wird (also: nur so wäre auch langweilig, aber mal ist das schon schön), überlege, was ich noch organisieren muss (zB Katzenbeaufsichtigung für das Wochenende und Kinderbeaufsichtigung für ein paar Freitage im Oktober), melde das Auto zum Winterreifenaufziehen an (ja, wenn ich "Reifen" sage, meine ich "Räder", das könnten die in der Werkstatt auch langsam mal wissen), erfahren, dass es für unser Jackpotauto (Audi, Diesel, 2 Liter, Baujahr 2009.... den Ausdruck findet der Audi-Mann aber trotzdem nicht witzig) eine Rückrufaktion gibt für "Softwareupgrade". Ich persönlich fände ja ein "Abgaswertedowngrade"besser, aber auch das fand der Audi-Mann nicht witzig. Er konnte (oder wollte) mir auch nicht sagen, was die neue Software denn dann besser oder anders macht, ich nehme jetzt mal fast an, dass sie gar nichts besser macht, aber immerhin nicht mehr in den optimierten Testmodus geht (lustigerweise wurde der Abgastest in der Schweiz 2009 (?) eh abgschafft.... nun denn), verspeise ein Stück Restekuchen, organisiere Daten für eine ehemalige Kollegin ("Produkteguru" nennt sie meinen neuen Job. Schön eigentlich), brauche unangemessen lang, um rauszufinden, welcher Stift undicht ist und für meine blau verschmierte Finger sorgt, lese eine zirkulierende Zeitschrift ("Journal of chemical education") quer, auf dem Flur werden physisch Daten entsorgt aka Ordner mit Elan in Drahtkäfige geschmissen, ein ganz normaler Montag also.

Um viertel nach vier sammle ich meine leere Kuchenform ein (auf die Kollegen ist Verlass), versuche mich dran zu erinnern, wo ich heute morgen mein Auto parken musste (ich habe ja über drei Jahre hinweg immer am gleichen Parkplatz geparkt. Jetzt wird wegen Umbau und Tralalala jeden Morgen eingewiesen und man steht jedesmal woanders. Sogar auf unterschiedlichen Stockwerken....

Ich schaffe es bis 10 vor fünf nach Hause, die Kinder hatten einen gemütlichen Tag mit unserer Nanny. Das mit dem Mixer hat nicht so gut geklappt, aber gsd im Sinn von: es waren noch Stückchen in der Suppe, weil sie den eigentlichen Mixer nicht gefunden hat und nicht, weil anderthalb Liter Kürbissuppe an die Decke explodiert sind. Little Q. hat 200 Seiten gelesen, Little Q. sein Ferienheft von der Schule fast durchgemacht und sie haben die 4 kg Leipziger Kastanien in Figuren verwandelt.
Ich kläre die nötige Freitagsbetreuung der Kinder ausser der Reihe (Nanny) und die der Katze am Wochenende (Nachbarn) und laufe noch schnell einkaufen fürs Abendessen. Als ich heimkomme, ist der Hübsche auch da, wir tauschen uns kurz über die Highlights des Tages aus, während er seine Sportsachen packt.
Ein Blick auf die Uhr zeigt: erst halb sechs, ich verlege mein Crosstrainerstrampeln auf vor dem Abendessen. Die Kinder dürfen eine Minecraft/Handy/Dings spielen, ich strample mir die Seele aus dem Leib und telefoniere währenddessen mit meiner Mutter. Heute ist vor allem Zuhören gefragt, das geht auch schwitzend und keuchend. Nach einer sehr angenehmen Dusche essen die Jungs und ich, ich schreibe mir einen kleinen Zettel, was ich noch erledigen möchte, bis ich, spätestens, wenn der Hübsche gegen zehn nach Hause kommt, aufs Sofa falle und genau noch eine Folge "Narcos" anschauen kann.

1. Skiferien bezahlen (klappt nicht, weil die Homepage des Vermieters heute abend gewartet wird. Dann halt morgen)
2. Ablage der Unterlagen, die sich heute angesammelt haben
3. Wäscheständer leeren und aufräumen, weil der Hübsche nach dem Sport brav eine neue Maschine mit seinen Sportklamotten und dem angesammelten Rest anwerfen wird, die ich dann morgen früh aufhänge und da muss der Wäscheständer natürlich leer sein

Nach dem Abendessen schauen wir noch gemeinsam Nachrichten, für mich gibt es einen Espresso, für die Jungs einen Joghurt. Danach gehen sie ins Bad, sich bettfertig machen, ich fange an meine Liste abzuarbeiten.

Danach das übliche: Gutenachtgeschichte vorlesen, kuscheln, über den Tag schwatzen, Little Q. liest und liest und liest, gegen acht ist Little L. eingeschlafen, ich mache den letzten Kram fertig und suche ein bisschen nach braun / grauen Stiefeletten, lege mir passende Kleider und Makeup (jaja, das Kleidermännchen für Grosse ;-)) raus und dann gibt es eine Kanne Tee, "Girl on a Train" und ich werde gemütlich eingemümmelt auf den Hübschen warten und hoffentlich nicht schon einschlafen.