Donnerstag, März 05, 2015

WMDEDGT 03/15

Es ist wieder soweit: Tagebuchbloggen mit Frau Brüllen.
Wenn Sie bei WMDEDGT? ("Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?") mitmachen wollen: einfach heute Tagebuch schreiben und den Post in der Liste verlinken.
Viel Spass!


Der Tag startet nach einer mittelunruhigen Nacht (Holzbuchstabe von der Kinderzimmertür fiel ab, Little L. kam mit Decke und Kuscheltieren zu uns ins Bett, ich hatte vor dem Schlafengehen von Little Q.s gar nicht so unleckerem Brennesseltee getrunken und musst ohne Witz dreimal in der Nacht auf die Toiliette) recht entspannt (Wäscheaufhängen, Kaffee/Brennesseltee machen, waschenschminkenanziehen, Katze nicht füttern), weil Little L. am Donnerstag ja Frühschule um 07:40h hat und ich so etwas später (07:00h) aus dem Haus gehe als sonst und der Hübsche genau dann mit Little L. aufsteht.
Weil ausserdem Donnerstag unser Abteilungsznünitag ist und dort Nichtaufessen keine Option ist, verzichte ich donnerstags auf festes Frühstück, aber Little Q. bekommt natürlich was ;-). Wir unterhalten uns gemütlich am Frühstückstisch und wenn ich schon keine Mädchenzöpfe flechten darf, darf ich wenigstens Jungsfrisur mit Wachs stylen („Aber keinen Iro, Mami“).
7:20h bin ich am Schreibtisch, lunse in die Znünitüte (Schoggiweggli und Nussschnecken) und bespreche mit dem Vegetarierkollegen, wie wohl ein bayerisches Frühstück mit Brezen, Obatzdm und am Ende sogar Weisswürstl wohl ankommen würde. Ich bin nämlich in drei Wochen mit Bringen dran und sowas will natürlich geplant sein. Bei der Recherche lerne ich, was „Häutelwerk“ ist, aber hat ja niemand gesagt, dass Brauchtum immer schön und einfach ist ;-).
Im Posteingang bisher keine weiteren Drohmails, allerdings auch keine Rechnung. Bei der Betriebssitzung um viertel nach acht ist das Gros der Kollegen FÜR Weisswurschtfrühstück, ja, auch morgens um acht, und ja, auch mit Häutelwerk, und ja, ohne Weissbier wird schwierig, wir diskutieren alkoholfreies Weissbier oder Karamalz, aber dann ist ja auch noch Arbeit zu erledigen.
Nach der normalen Betriebssitzung kommt eine Kontaktsitzung mit unseren Betriebsingenieuren, mit der Werkstatt und den Mess-, Steuer- und Regeltechnikern, danach geht es zurück ins Büro.
Da ich ja immer noch ein als Nebenbeiprojekt angedachtes zweites Hauptding am Laufen habe, das anstatt der angedachten 20-30% Arbeitsleistung im letzten Jahr viel mehr Zeit in Anspruch nahm, bastle ich mir eine funktionelle, aber auch hübsche ;-) Zeiterfassung mit automatischer Auswertung.
Dann muss ich auch schon zum Werksarzt, Impfcheck ist angesagt: Wer hätte das gedacht: auch meine eine Masernimpfung von 1977 reicht nicht, ich kriege ein Rezept für einen zweiten MMR-Shot (Mumps habe ich erstaunlicherweise voll durchgeimpft, Röteln zumindest nicht dokumentiert, aber dafür viele Titerbestimmungen, aber das tut jetzt schon).
Zurück im Büro wartet ein kleiner nicht direkt Notfall im Betrieb auch mich, aber es muss etwas entschieden werden und das vor Ort, also mache ich das.
Zum Mittagessen bin ich mit einem Freund verabredet und wow, auch wenn unsere Mittagessenplanungen meist so aussehen „Re:Aw:Re:Re:Re:Re:Re:Re:Re:Re:Re:Re:Re:Re:Re:Re: Spontanes Essen?“ und ein paar viele Wochen Vorlauf brauchen: doch, Freunde sind toll und es hilft und tut gut, mal mit anderen Leuten als immer den gleichen 5 zu sprechen.
Am Nachmittag fange ich an, zu bereuen, dass ich das Nasenspray daheim gelassen habe, weil die Nase doch ordentlich zuschwillt. Aber: dann halt, geht schon.
Die Zeiterfassung ist fertig, gibt eine lange ToDo-Liste, ich vergnüge mich den Nachmittag über mit Qualitätsrisikoanalysen, Change-Anträgen, Validierunsplänen, Dokumentenmanagementsystemen und dem Review von Produktionsvorschriften für eine anstehende Kampagne.

Um viertel vor fünf beschliesse ich: genug für heute, packe das Laptop ein und verschwinde nach Hause.
Auf dem Heimweg hole ich noch frisches Brot für ein schnelles Abendessen, danach kommt die Übergabe mit der Nanny, Abklären mit den Kindern, dass man bei so Traumwetter nicht nur rausgehen kann, sondern soll, Nachrechnen von echt viel Mathehausaufgaben, Eintragen des CT-Termins in den Kalender (nächste Woche schon, das ging schnell), dann werden die Kinder noch vor die Tür geschickt und ich fange das donnerstägliche Feierabendprogramm an, was seit der Feuerung der Putzfrau da heisst: Grossputz. (Da einige von Ihnen das ja brennend zu interessieren scheint: Grossputz heisst: alle Bäder werden geputzt incl. Badewanne, Duschen, Armaturen, Toiletten, Ablageflächen. Spiegel, Bodenwischen, die Küche genauso incl Backofen-/Spülmaschinen-/Schrankfronten, der Glasdunstabzug wird geputzt, alle Fläschen und der Boden werden gewischt, Herd und Waschbecken mit Putzstein geschrubbt, die Treppen werden gefegt und im zwei Wochenrhythmus alternierend werden entweder auch alle sonstigen Böden gewischt oder aber alle Betten neu bezogen. Zusammen mit dem Saugroboter, der jede Fläche alle zwei Tage bearbeiten darf, ist das so ziemlich alles. Und noch was, weil das auch interessant zu sein scheint: Putzmittel verwende ich frei Schnauze, was mich im dm grad anlacht, im Angebot ist, gut riecht oder eine hübsche Farbe hat. Und keine Chlortabletten oder Javelwasser für irgendwas.).

Die Kinder kommen so zurück, dass sie nach Schultaschepacken und "Ich habe aus allen Plastikbechern eine Pyramide gebaut"-aufräumen noch eine Folge "Tim und Struppi" vor dem Abendessen schauen können und bis wir um halb sieben gemeinsam den Tisch für Brotzeit und Salat decken, bin ich putztechnisch der Schwerkraft folgend im Erdgeschoss angelangt.

Nach Abendessen, Abräumen und Nachrichten verschwinden die Kinder in die Dusche und ich putze schnell noch im Erdgeschoss fertig (oben ist alles getrocknet, während DuschenFertigmachenVorlesen kann es unten dann trocknen, ich Fuchs), lege die Trocknerwäsche zusammen und verteile sie auf die Schränke, immer mit der hungrigen Katze zwischen den Beinen, die es noch nicht fassen kann, dass wir sie seit zwei Tagen nicht füttern, danach wischen die Kinder das Bad wieder trocken und verschwinden zum Lesen (Q.) bwz. Vorlesenlassen und Einschlafkuscheln.
Um halb neun schläft der Kleine, um neun hat der Grosse Zapfenstreich und ich werde mich jetzt in ein Honigmilchbad in der frischgeschrubbten Badewanne legen und lesenderweise drauf warten, dass der Hübsche vom Sport zurückkommt.

Gute Nacht schon mal!