Donnerstag, Januar 22, 2015

Buchempfehlung: Tana French

Ich liebe ja Serien, nicht nur Fernsehserien, sondern auch (und schon viel länger) Bücher.
Ich bin dann auch eine treue Seele und lese alle Bände, (fast) egal, ob sie mit der Zeit abflachen oder nicht. (Nur die Kay Scarpetta-Romane von Patricia Cornwell habe ich 2008 im Urlaub auf Elba für immer beendet. Ich weiss nicht, ob es an den Hormonen lag, auf jeden Fall fand ich das damals aktuellste Buch so grauenvoll schlecht, dass ich praktisch persönlich enttäuscht war und nicht mal wissen möchte, ob es noch mehr gibt).
Also. Ich liebe skandinavische Serien wie alles von Arne Dahl, Anne Holt, Camilla Läckberg, Asa Larsson, Viveca Sten, Jo Nesbö, Hjorth&Rosenfeldt, Ake Edwardsson, Liza Marklund, Arnaldur Indridason, Yrsa Sigurdardottir, you name it.
Erstaunlicherweise kann man mich mit deutschen Krimiserien wirklich jagen. Ich habe die hochgelobten Bücher von Nele Neuhaus, Andreas Franz und Eva Almstädt zu einem Teil (ich würde sagen: drei pro Autor) gelesen und fand sie so unendlich flach..... so in etwa wie den "SAT1 FilmFilm" gegenüber "Die Brücke" oder wie "Endlich hinter Gittern: der Frauenknast" gegenüber "Orange is the new Black".  Die einzige deutsche Serie, die ich mag, ist die München-Toskana-Serie von Felicitas Mayall.

Das erste aktive binge-reading, an das ich mich erinnere, kam durch einen riesigen Amazon-Gutschein zum Geburtstag verbunden mit ans Bett gefesselt sein wegen Pfeifferschem Drüsenfieber zu Unizeiten zustande. Da habe ich mir alle damals schon erschienenen Elizabeth George-Romane bestellt und zwei Wochen am Stück nur gelesen. Eben: englische (irische, schottische) Krimis und Thrillerserien, wie von Elly Griffiths, Ian Rankin und eben Elizabeth George sind nach den Skandinaviern und noch vor den Amerikanern (Karin Slaughter, Michael Connelly, Jillian Hofmann) die zweitgrösste Sammlung auf meinem Kindle.

Frisch ausgelesen habe ich da übrigens "Der geheime Ort" von Tana French. Die in und um Dublin spielenden Bücher von Tana French* sind in der Krimiserienwelt deshalb etwas besonderes, weil sie nicht eine Hauptperson haben oder von mir aus eine Gruppe an Hauptpersonen, die man durch die Serie begleitet, sondern in jedem ihrer Bücher ist ein anderer (oder zwei) Ermittler aus Dublin dran. Irgendwie kennen sich alle, irgendwie haben alle eine gemeinsame Geschichte und neben den echt spannenden eigentlichen Fällen finde ich persönlich es jedesmal wirklich charmant, rauszufinden, wie sich die einzelnen Charaktere bisher schon begegnet sind. Das ist meist so unaufdringlich gemacht, dass man die Bücher auch gut einzeln lesen kann, das ist ja sonst bei Serien oft schwierig.

Also: wer Lust hat, in ein unglaublich gut geschildertes Mädcheninternat (also: ich war ja nie auf einem Internat, aber ich war mal 15 und 16 und wow..... nach dem Buch bin ich mir nicht sicher, ob ich den Zeiten nachtrauern soll oder ob ich froh sein soll, dass sie vorbei sind) einzutauchen, dem sei dieses Buch (und alle anderen ;-)) wärmstens ans Herz gelegt.
Und wenn jemand von Ihnen die Bücher alle gelesen hat und mir vielleicht sagen könnte, in welchem Fall Holly Mackey von Steven Moran vorher schon als Zeugin vernommen wurde, könnten Sie meine Nerven beruhigen. Ich komme nicht drauf und der SuB ist zu gross, um alle anderen Bände um das (die? den?) Dublin Squad nochmal zu lesen, um das rauszufinden.

*ich finde, der Name klingt total doof. Wie ein Fake-Name für eine Autorengruppe von Nackenbeisser-Schund oder von "frechen Frauenromanen". Aber dafür kann sie ja nix, die Tana.