Samstag, Januar 04, 2014

Und jetzt: Ein Tisch, ein Tisch

Das Sofa aus der Geschichte von gestern steht nun schon seit fast einem Jahr in unserem Wohnzimmer und fühlt sich wohl.
Und weil wir in dem gleichen Möbelladen (ja, wir sind da nicht so nachtragend....) auch noch ein Bett gekauft haben, sind wir jetzt da VIP-Kunden und haben deswegen eine Einladung zum Neujahrsempfang mit "Schlemmergutschein"und Rabattgutscheinen bekommen.
Da haben wir dann ganz spontan beschlossen, dass die Jungs jetzt endlich alt genug sind, dass sie nicht mehr mit der Gabel in den Tisch hacken, wenn das Essen nicht schnell genug auf dem Tisch landet oder nicht das richtige ist und deswegen es endlich Zeit für einen Esstisch, der zum Rest der Einrichtung passt, ist.
Wir wollen natürlich nicht zum Neujahrsempfang, weil zum Schlemmen gehe ich ja nicht in einen Möbelladen, da will ich Möbel kaufen, aber den Gutschein, den hätten wir natürlich schon gern gehabt. Also sind wir erstmal an Silvestern dorthin gegangen, und ich muss sagen, ich war ein bisschen enttäuscht: ich hätte ehrlich gesagt damit gerechnet, dass der grösste Möbelladen der Gegend da ein bisschen länger als bis eins aufhat. Wir kamen nämlich erst um zwanzig vor eins und in zwanzig Minuten kaufen nicht mal der Hübsche und ich (und wir sind eigentlich wirklich entscheidungsfreudig, wenn man uns lässt und nicht zwingt, auf roten Puffledersofas zu sitzen) einen Esstisch und Stühle, besonders wenn es ungefähr 1000 verschiedene gibt.
Es hat aber immerhin gereicht, um den Tisch wiederzufinden, den ich beim Abreagieren vom Sofakauf entdeckt hatte und festzustellen, dass er zwar im Prinzip schon schön, aber nicht ganz das ist, was wir beide uns mittlerweile vorstellen. Dafür war der Tisch genau nebendran ziemlich genau das und sogar bezahlbar.
Am 2. Januar kamen wir also nochmal, diesmal rechtzeitig vor Ladenschluss, mit zwei motivierten Kindern im Gepäck und einer Mission: Tisch kaufen (Massiv, Eiche, am besten so eine Farbe, die ein bisschen weisslich ist, damit sie zu unserem hellen weisslichen Fussboden passt, dazu Stühle, nicht nur Holz, nicht nur Metall, ich hätte ja gern eine Bank gehabt, der Mann weigert sich aber ganz strikt dagegen, also keine Bank, dafür weigere ich mich bei Esszimmerstühlen nicht ganz so strikt gegen Leder, wir sind also ganz einfache Kunden) und diesesn Gutschein auch ohne Neujahrsempfang bekommen.
Dazu kommen zwei Jungs, die aus irgendeinem Grund eine andere Agenda haben. DIe erste Hürde haben der Hübsche und ich allerdings schon beim Einsteigen ins Auto elegant umschifft, es roch nämlich auf einmal sehr streng aus dem Fon und wir haben sofort zum Aussteigen und zur Schuhkontrolle gebeten und den Stinker identifiziert und entfernt. Auf der in der Nähe der Tischabteilung platzierten Wildledersofagruppe "Chantal" hätte sich die Hundescheisse zwar sicher auch gut abreiben lassen, aber das wäre ein bisschen unentspannt gewesen.
Also: wir sind reinmarschiert, fanden den Silvestertisch immer noch gut, haben uns drei Stuhlvarianten (nein, no pun mit Hundekot intended) ausgesucht und haben uns also einen kompetent wirkenen Verkäufer geschnappt. Eigentlich wäre diesmal wirklich alles easypeasy gegangen, wenn nicht die Kinder eben diesen Plan gehabt hätten, einen Kronleuchter zu kaufen. Ich vermute, es war ein bisschen arg viel Harry Potter über die Ferien. Also. Wir sassen mit dem Verkäufer unseres Vertrauens am Tisch, schlugen im Katalog nach, welche Grössen es vom Tisch "Santorini" gäbe und fachsimpelten über "White Clay" vs. "Old Java Grey", da kam auf einmal von hinten: "Aaaa, da ist ein Kronleuchter, mit Eiszapfen dran. Den nehmen wir"
Und im Laufe des eigentlich recht zügig verlaufenden Gesprächs wurde der Kronleuchter dann so ein bisschen zu meinem persönlichen "Am Samstag also die Erdäpfelnockerl", weil egal, ob es um die Farbe "Weiss passt besser zu dem Kronleuchter da hinten, das nehmen wir!" oder die Grösse "Wir könnten ja auch zwei Kronleuchter rüberhängen" oder den Wert des tatsächlich problemlos herausgehandelten Gutscheins "350 Euro? Dahinten habe ich einen Kronleuchter für 349Euro gesehen, der hätte dann halt leider keine Eiszapfen" ging, die Kinder hatten immer einen Kronleuchter auf Lager.
Am Schluss haben wir uns dann noch ganz spontan farblich umentschieden, es gibt jetzt einen graubraunen Tisch, damit sich nix mit dem Boden beisst, dafür gibt es helle Lederstühle (ja, das mag inkonsequent erscheinen, aber ich sitze erstens nicht so lange am Esstisch wie am Sofa und zweitens auch nicht mit em ganzen Körper, also: natürlich sitze ich schon mit dem ganzen Körper am Tisch, aber nicht der ganze Körper hat Kontakt mit der Lederfläche des Stuhls, da ist so ein Sofa ja was ganz anderes, so vom Körperkontakt her), dafür aber keinen Kronleuchter und auch kein 60cm grosses quietschgelbes Nilpferd mit Spardosenfunktion, das die Kinder als Kronleuchterersatz aktzeptiert hätten und aus dem sich eins dieser sich selbst einrollbaren Reflektorbänder für Fahrradfahrerhosenbeine, von denen Little L. erstaunlicherweise zwei in seinem Schuh verstaut hatte, nur total schwierig wieder rausfummeln lässt.
In 12 Wochen.