Mittwoch, Januar 02, 2013

Skikurs, die erste

Also, das mit dem Skikurs..... ich hole mal ein bisschen aus: die Au-el Familie hat ja schon Jaaaaaahre vor uns angefangen, ihre Kinder auf Skier zu stellen. Sie sind dazu jeweils eine Woche mit der gesamten Grossfamilie incl. Onkel, Tanten, Grosseltern, Schwiegergrosseltern nach Österreich gefahren und haben die Kinder in Kinderbetreuung, Skikindergarten etc. gesteckt und sind selber eben Ski gefahren. Wir haben das aus verschiedenen Gründen nicht gemacht (zB bin ich nicht der Mensch für Urlaub mit der Au-el-Grossfamilie) und so haben wir Little Q. zum ersten Mal mit viereinviertel auf Skier gestellt. Ungefähr für fünf Minuten. Danach war mir klar (also, abgesehen davon, dass Little Q. schon beim Anprobieren keine Lust mehr hatte, das Wetter höllisch war, mir total unwohl war, weil wir halsbrecherischerweise auf Au-el-Eltern-Tipps hin mit dem Baby-Little L. mit Kinderwagen und Gondel nach oben gefahren waren und ja auch wieder runter mussten.....), dass ich meine Lehrerfähigkeiten von meinem Vater geerbt habe, der mir seinerzeit das Skifahren beigebracht hat (trotz absoluter Verweigerungshaltung meinerseits immerhin so gut, dass ich in der Schule im Skilager beim Einstufungstest so blenden überzeugen konnte, dass ich nicht auf dem Idiotenhügel bleiben musste, sondern mit auf den Berg durfte und mir dort meinen eigenen KamikazeStil angewöhnt habe. Tja, dementsprechend war mir klar: von mir lernt Little Q. das Skifahren nicht, vom Hübsche eh nicht, weil der boardet, also muss ein Skikurs her. Das haben wir dann erst mal verdrängt, weil Little L. war ja noch klein, Little Q. hatte sowieso keinen Bock mehr, und so gingen die Jahre ins Land.
Dieses Jahr ist Little L. endlich gerade alt genug für die Skischule und Little Q. högscht überzeugt davon, dass er skifahren lernen will.
Wir haben also unseren Freundeskreis interviewt, wie sie ihre Kinder auf die Bretter, die die Welt bedeuten, gebracht haben, am besten irgendwo in der Nähe, damit wir nicht im blödsten Fall ohne Schnee mit zwei Kindern, die alles doof finden, in einer sauteuren Wohnung in einem Skigebiet festsitzen, wo man sonst nix machen kann.
So kamen wir also auf Muggenbrunn, den Weihnachtsskikurs. Es kostete mich ein bisschen Überzeugungsarbeit beim Hübschen, der sich nach dem ganzen Jahresendstress in den Ferien keine fixen Termine antun wollte, aber letztendlich haben dann doch die Argumente gezählt ;-).
Meine Kollegen haben mich dann schon seit Monaten wuschig gemacht mit "Oh. Muggenbrunn. Wenn ihr da mal Schnee habt.", so dass ich seit Wochen hysterisch die Schneeberichte verfolgt habe.

Heute dann war es endlich so weit. Ich hatte mich ja schon darauf eingestellt, nicht direkt den ersten Tag selber im Pulverschnee die Piste runterzuwedeln, ich hatte ja eher auf Lesen und Motivieren von der Sonnenterrasse aus hin geplant. Daraus wurde dann eher nix, erstens, weil es schon mal gar keine Sonnenterrasse gab und zweitens, weil es mit motivierenden Rufen nicht getan war, sondern handfesteres gefragt war. Little L. hatte heute morgen beim Aufstehen schon verkündet, dass er erstens überhaupt gar nicht in den Schwarzwald wolle, weil es da so dunkel sei, und zweitens schon gar nicht Skifahren wollte. Hmpf. Beim Einchecken im Sportgeschäft und doch noch Stöcke ausleihen fand er das dann alles doch so spannend, dass er sich bereit erklärte, mitzumachen, solange der Hübsche und/oder ich dabei bleiben würden. Letzten Endes hat dann immer einer von uns ihm geholfen, wieder auf den Zauberteppich zu kommen (in dieser OldSchool-Skischule ist das kein automatischer Kindertransporter, sondern ein ca 15m langer rutschfester Teppich, auf dem man dann nach oben trippelt. Vorteil: es wird einem nicht kalt und man wird schön müde ;-). 

Mit Gummibärchen und viel guten Worten war er dann auch bereit, mitzumachen und traf dann auch das eine oder andere Mal mit "Pommes, Zwerg, Riese, Hasengump, Pizzaschnitte, Pizzaschnitte, PIZZASCHNITTE!" fast durch das Tor und in die Arme der unermüdlichen Skilehrerin mit der Engelsgeduld. Immerhin geht er morgen wieder hin, hat er gesagt.


Little Q. landete bei der Einteilung wegen.... Körpergrösse? Ego? erst in der Gruppe der 8-12-jährigen, die ihm dann konditions- und koordinationsmässig doch so überlegen waren, dass der Arme mehr oder weniger immer nur hinterherhampelte und gar nicht mitbekam, was er eigentlich machen sollte. Nach der Pause wurde er dann in die eins jüngere Gruppe versetzt und war dort definitiv am richtigen Platz.

Gottseidank ist er mit einem Selbstbewusstsein und Selbstüberschätzungwertgefühl ausgestattet, so dass er am Ende total überzeugt war, dass er alles super gemacht hat und jederzeit weitermachen würde ("Mami, wenn wir alle ein bisschen besser bremsen können, dann dürfen wir schon an den Lift" Ich bin gespannt).
Schneetechnisch hätte ich mir überhaupt keine Gedanken machen müssen, weil erstens für das Gerutsche heute hat es allemal gelangt und auch sonst sieht der Hang astrein aus.

Morgen der Plan: der Hübsche und ich wechseln uns mit Selberfahren ab! Ein Motivator sollte reichen......Hach, ich freu mich!