Mittwoch, Dezember 19, 2012

Ihr Kindle-lein kommet

Ach. Vor gut einem Jahr habe ich noch von "Zum Glück zwingen" geschrieben und innerlich gemosert, dass der Hübsche mir Dinge zum Geburtstag schenkt, von denen ich oft genug gesagt habe, dass ich sie doof finde und überhaupt hört mir nie jemand zu und Bücher müssen Seiten haben und ich muss das Papier spüren etc.
Heute sage ich: "Was interessiert mich mein Geschwätz von letztem Jahr? Kindle rocks!"
Ich habe im letzten Jahr 58 Bücher auf dem Kindle gelesen, dazu erstaunlich wenige echt Papierbücher. Ich hatte eigentlich das Gefühl, im letzten Jahr recht wenig gelesen zu haben, aber bisher habe ich ja auch nie gezählt.
Was ich am Kindle mag, ist, dass er leicht ist, dass er klein ist, dass er niemals leer ist (oder gaaaanz schnell bei vorhandenem W-LAN wieder beladen), dass er mir nicht so weh tut, wenn er mir aufs Gesicht fällt, dass er stabil ist, dass er in einen normalen Ziploc-Beutel passt und so auch mit in die Badewanne und an den Strand darf (da hatte ich mit dem Basismodell durchaus Vorteile gegenüber dem Hübschen mit seinem Touch-Modell), dass ich keine physischen Eselsohren in Bücher machen muss (gehen Sie mir doch weg mit Lesezeichen), dass ich keinen Extrakoffer mehr für Bücher in die Ferien mitnehmen muss, dass er sogar Bilder anzeigt und so auch als Vorlesebuch taugt. Das E-ink-Display ist natürlich ganz grosse Klasse, ebenso die verstellbare Schriftgrösse, was zusammen mit der genau in die Halterung am Crosstrainer passenden Grösse dazu führt, dass ich beim Rennen nicht darauf angewiesen bin, dass was Gutes im Fernsehen kommt ,-).
Was mich am Kindle ein bisschen stört, ist, dass er im Dunkeln nicht leuchtet (gut, das tun Bücher auch nicht, wäre aber toll) und dass ich nicht unbedingt ein Gefühl habe, wieviel vom Buch ich schon gelesen habe. Klar gibt es die Prozentangabe und den Fortschrittsbalken unten, aber..... es ist trotzdem ganz oft einfach aus. Ausserdem nervt mich, dass es leider nicht alle Bücher als Kindle-Version gibt und dass die Kindle-Version (das ist, glaube ich, ein Schweizer Problem) manchmal mehr kostet als die Taschenbuchversion und das finde ich dann doch übertrieben.
Was mich erstaunlicherweise nicht stört: dass ich kein Buch habe, um es ins Regal zu stellen und durch zu blättern, dass ich mit meiner Schwester nicht mehr Bücher tauschen kann, weil: das kann ich immer noch. Ich hatte zwar irgendwie im Hinterkopf, dass man Bücher von Kindle zu Kindle zwei Wochen verleihen könnte, habe das aber dann tatsächlich nirgends gefunden. Stattdessen habe ich meiner Schwester (und dem Hübschen) unendliches Vertrauen bewiesen und ihre Kindles auf meinen Amazon-Account angemeldet. So können die beiden zwar gnadenlos auf meinen Account einkaufen (was manchmal zu .....seltsamen Empfehlungen führt), aber wir drei haben halt die unendlichen Weiten des Brüllenschen Kindle-Archivs für uns drei gemeinsam zur Verfügung.
Ich habe übrigens immer noch das Gefühl, dass ich auf dem Kindle noch schneller als eh schon lese, vielleicht, weil das phyische Umblättern wegfällt.

Aktuell übrigens habe ich mich (vermutlich als letzte Leseratte auf Erden) in die "Game of Thrones" / "Das Lied von Eis und Feuer"-Multilogie gestürzt und zur grossen Überraschung des Hübschen, der ja meine Abneigung gegenüber dem Herrn der Ringe auf der einen und der aktuellen All-Age-Fantasy-Seuche auf der anderen Seite zur Genüge kennt, bin ich... gefesselt und begeistert. Hach.