Donnerstag, März 25, 2010

Jöööörig


study_of_development_2 pt.01, originally uploaded by Prozac74.

Mein lieber kleiner, grosser Lennibenni,
kaum zu glauben, dass deine Babyzeit schon vorbei sein soll. Andererseits haben wir kürzlich Bilder gekuckt und ja, aus dem minifuzzikleinen Baby ist eindeutig ein kleiner Bub geworden.
Mit 10.5 kg auf (krumm gestandene) 76 cm bist du wie dein Bruder ein grosses Kind. (Trotzdem fand ich die Nachfrage "Ah, er wird also zwei?" auf Little Q.s heutige allgegenwärtige Ankündigung: ""Mein Bruder hat heute Geburtstag" ein bisschen übertrieben.). Mittlerweile bist du zahntechnisch symmetrisch ausgestattet: vier oben, vier unten. Deine Haare sind von dem anfänglichen Dunkelbraun ein ganz goldiges Blond geworden. Mittlerweile sind sie so lang, dass sogar deine rührselige Mami einsieht, dass sie am Wochenende gestutzt werden müssen. Deine riesigen Augen sind wunderbar grau mit einem anthrazitfarbenen Rand. Immer noch wirst du damit gerne für ein Mädchen gehalten (Wenn man dir deinen langen Pony mit einer rosa Glitzerspange zur Seite klammert, dann könnte mir das auch passieren ;-)).
Man merkt aber schon, dass du ein Bub bist oder zumindest, dass du einen grossen Bruder mit dem entsprechenden Spielverhalten und -zeug hast. Du schiebst Autos extrem professionell hin und her. Ausserdem bist du sehr fasziniert von der grossen Haba-Kugelbahn und könntest stundenlang oben Kugeln einwerfen und fasziniert zuschauen, wie sie runterkullern. Ausserdem fasziniert dich das Formensortierdings sehr. Du bist zwar recht ausdauernd, wenn es aber gar nicht klappen will, versuchst du gerne auch mal mit Gewalt, das Runde in das Eckige zu bekommen oder umgekehrt.

Noch läufst du nicht frei (der eine Schritt, den du gestern gemacht hast, als du mehr oder weniger auf mich zu gefallen bist, den zähle ich mal nicht), dafür krabbelst du mit einem Affenzahn und kletterst überall hinauf (letztens hast du Little Q. auf der Toilette eingeschlossen

und auch die Billy-Regale sind nicht mehr sicher vor dir, Tripptrapp sei dank).
An der Hand läufst du aber schon ziemlich gut und auch gerne. Anders als Little Q., der Laufen so wie Radfahren gelernt hat ("Bloss nicht langsamer werden, sonst falle ich um") und erst viel später das freie Stehen, kannst du schon recht lange frei stehen. Solange du es nicht merkst, weil du zB irgendetwas konzentriert in beiden Händen bearbeitest oder dich ganz weit nach oben strecken musst.

Essenstechnisch ist eigentlich alles beim Alten: du isst, was wir essen. Alles und gerne. Seitdem wir das Stillen extrem eingeschränkt haben (es gibt jetzt morgens und abend eine Flasche Vollmilch), trinkst du auch gerne untertags: am liebsten Früchtetee aus dem Trinklernbecher oder Badewasser aus einem Kopfabspülbecher.

Schlaftechnisch ist, seitdem Zahn Nummer acht raus und Lungen- und Mittelohrentzündung überstanden sind und seitdem die Abendmilch eingeführt wurde, eigentlich ein stabiler okayer (;-)) Zustand erreicht: Solange du deinen Hasen im Arm und den Schnuller im Mund hast, schläfst du von acht bis ca. elf durch. Wachst du auf, reicht meist Schnuller und Hase zurechtrücken. Danach hast du dann schon mal gerne noch ein Hüngerchen, das nicht mit Schnuller allein zu richten ist. So (ich gebe zu, auch aus Bequemlichkeit), stille ich dich in der Nacht nach wie vor. Allerdings reichen zwei, maximal dreimal aus. Das erste Mal ist es wirklich Hunger, die beiden Male danach eher Gewohnheit und eine kurze Sache. Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir das abschaffen.

Du hast mittlerweile deinen eigenen Willen entdeckt und kannst ihm auch sehr gut Ausdruck verleihen. Wenn man dir deine Beute (Fernbedienung, Telefon oä) wegnimmt, kannst du dich schon theatralisch auf den Boden werfen und Krokodilstränen verspritzen. (Sonst bist du aber eigentlich immer gut gelaunt). Wir scheinen mit der Fremdelei über den Berg zu sein. Klar ist es am besten, wenn ich überall dabei bin, aber dein Papi ist auch nicht übel (im Hallenbad sogar eindeutig bevorzugt) und das Abgeben in der Krippe klappt auch wieder ohne Geheule. Von den Erzieherinnen verabschiedest du dich wie von alle Leuten, die du gerne hast: du reibst deinen Kopf an ihrer Schulter und kuschelst dich an.

Ich bin übrigens schon sehr gespannt, wie das mal wird, wenn du richtig anfängst zu reden. Noch ist bei guter Laune jeder "Babbbababba", wenn man jämmerlich ist "Mammammama" (nein, ich nehm das nicht persönlich ;-)), Little Q. ist "Dede" und alles andere ist "des" oder "da". Wenn ich aber zB mit Little Q. einen Disput habe und mal deutlich Tacheles rede, dann machst du mit. Du schaust Little Q. ganz ernst an, hebst deinen Zeigefinger und sagst im gleichen Tonfall wie ich zB "Wie oft soll ich dir noch sagen, dass die zweite Hand auch auf den Tisch kommt und die Wienerwurst nicht in die Apfelschorle getaucht wird?" todernst "Dede, dadada des dadaaa. Dede."
Ich muss dann immer lachen und Little Q.s Erziehung ist wieder beim Teufel ;-).
Überhaupt Little Q.: er ist ein extrem fürsorglicher und liebevoller grosser Bruder und du vergötterst ihn. Wann immer er nicht da ist, suchst du ihn: oben in seinem Zimmer, auf dem Klo, draussen... immer nur "Deeeeedeeeeee!!!!!" Ich hoffe, das bleibt so.

Überhaupt: ich hoffe, du bleibst so. So fröhlich, ausgeglichen, ruhig, lustig, kuschlig... mein kleiner Lennibenni eben.


Und jetzt gehe ich mit deinem Papi auf unsere wundebare Familie anstossen. (Vielleicht schläfst du mit ein bisschen Prosecco ja mal durch)

Ich hab dich lieb.
Deine Mama