Sonntag, März 16, 2008

Downhill

Wenn das Kind, das den Geschwindigkeitsrausch liebt, den schottrigen Waldweg bergab mit dem Laufrad auf dich zugeschossen kommt und der Ehemann und Vater von oben brüllt: "Keine Sorge, Little Q., die Mami fängt dich schon.", kann man lange mit "Aber bremsen kannst du trotzdem" dagegenhalten.
Das Kind wird es nicht tun. Es wäre geschickter gewesen, sich als Bremsblock aufzustellen und das 15-Kilo-Geschoss aus voller Fahrt vom Rad zu pflücken. Mir erschien in dem Moment aber eine vom Staffellauf der Leichtathleten abgeschaute Technik geschickter: Selber Geschwindigkeit aufnehmen und dann im Nebenherlaufen Kind und Rad langsam zum Stehen bringen.
Dabei habe ich aber meine Koordinationsfähigkeit und Trittsicherheit bei gefühlten 50 km/h deutlich überschätzt. Ich habe Little Q. ein wenig abrupt gebremst (böse Zungen aka der Hübsche behaupten, ich hätte ihn praktisch vom Rad getackelt), so dass erst das Rad, dann Little Q. und zu guter Letzt ich über alles andere zu Fall kamen und den Berg hinunterrollten.
Fazit: einmal auf die Lippe gebissen (und wie Little Q. so pragmatisch sagt: "es bitzeli Sand gfresse"), einmal Hand aufgeschürft und Knie blaugeschlagen (ich) und ganz lange gscheit dahergeredet und für die restliche Abfahrt die Bremsfunktion übernommen (der Hübsche).
Angst vor der Geschwindigkeit ist Little Q. übrigens nicht geblieben. Wenn ihn niemand bremst, kann er nämlich astrein schnell fahren.