Dienstag, Februar 19, 2008

Bosom Buddies

Vor einiger Zeit schon bin ich auf das Blog von Mel Novitzka gestossen.
Sie lebt mit Mann und drei Kindern in Südafrika und hat die Bosom Buddies ins Leben gerufen.
Hier eine Übersetzung des verlinkten Textes:

Wer sind wir?
Bosom Buddies ist eine nicht kommerzielle christliche
Organisation, die in einem lokalen staatlichen Krankenhaus arbeitet. Wir stellen Wickeltaschen mit Kleidern, Decken und Produktproben für Neugeborene sowie Hygiene-Produkten für die Mutter zur Verfügung.

Wir verteilen die Taschen persönlich an die Mütter und verbringen Zeit mit den Babies und den Müttern. Dadurch stellen wir sicher, dass kein Baby ohne geeignete Kleidung nach
Hause geht
(Anmerkung: übliche Alternative: das Baby wird in Zeitung gewickelt), und jede Mutter das Gefühl hat, dass die Gesellschaft sich um sie kümmert und die Geburt wahrgenommen und gefeiert wird.

Wir untestützen die Mutter von Frühchen, die zum Kängurooing kommen durch Gratiskaffee/Tee und etwas zu Essen.
Wir versuchen auch, die Räume durch Bücher, Spiele, Zeitschriften und Waschmöglichkeiten wohnlicher zu machen.

Wie sind die "Bosom Buddies" entstanden?
Als ich
(Anm. =Mel Novitzka) als Doula ausgebildet wurde, brauchte ich soviel praktische Erfahrung wie möglich. Ich betreute Geburten in den Krankenhäusern Mowbray Maternity, Stellenbosch Provincial Hospital, Hottentots Holland
Hospital, Tygerberg Hospital undVergelegen Medi-clinic.
Ich war schockiert von dem immensen Unterschieden zwischen staatlichen und Privatkrankenhäusern.
In den staatlichen Krankenhäusern kommen die Frauen allene im Taxi an, oft schon mit Wehen, meistens mit Schmerzen und immer verängstigt.
Sie gebären alleine, namenlos, ausser dass sie alle als "Mama" bezeichnet werden. Es gibt keine Privatsphäre, keine Würde. In einem der staatlichen Krankenhäuser bekommen sie alle Morphium ohne über die Risiken für das Baby aufgeklärt zu werden. Es gibt keine PDAs, nicht einmal Betäubungsgas. Keine Sitzbälle, keine Wannen, keine Wahl. Und danach fahren sie allein mit ihrem Baby, ohne Kleider oder Decken für das Kleine in einem Sammeltaxi zurück in die Townships.


In den privaten Krankenhäusern bekommen die Mütter Wickeltaschen voller Sachen, die sie nicht einmal brauchen. Und die Mütter in den staatlichen Krankenhäusern? Absolut nichts.

Was tun wir?
Was können wir daran ändern? Am Geburtserlebnis an sich (noch) nicht viel.
Es gibt grossartige Krankenhäuser wie Mowbray, die vier Vollzeitdoulas angestellt haben und 30 freiwillige Doulas ausbilden, so dass die Frauen während der geburt
zumindestens nicht alleine sind.
Wir möchten in der nahen Zukunft auch einige freiwillige Doulas für unser Krankenhaus vor Ort ausbilden

Wir füllen schöne Wickeltaschen für die Mütter und ihre Neugeborenen. Wir füllen sie mit einem Schlafanzug, einer Jacke, Schühchen, einem warmen gestrickten Pulli und einem Mützchen. Wir geben eine Decke, Windeln und Binden
hinein, evtl. Waschlappen. Ausserdem kommen ein Babypflegeprodukt wie Creme oder Puder hinein, manchmal auf Zahnpasta und Zahnbürste für die Mutter. Mit einer
handgemachten Karte ist das Geschenk fertig.
Kurz bevor wir die Taschen überreichen, kommt noch ein Paket Knabberzeug oder Muffins hinein. Die Taschen werden Montags, Donnerstags und Samstags verteilt. Wir verteilen ca. 45 Taschen pro Woche. Damit erreichen wir ca. 75% der Mütter, aber das wird sich ändern und wir hoffen, dass wir bald JEDE Mutter erreichen.
Leider ist das Krankenhaus, das wir betreuen, ein Risikokrankenhaus, deswegen gibt es oft Totgeburten. Wir stellen sicher, dass wir Taschen ohne Babysachen mit Toilettenartikeln, Binden und etwas Hübschem für
die Mutter dabei haben. Wir legen eine Beileidskarte dazu, setzen uns zu ihnen und halten sie für eine Zeitlang im Arm. Was soll man auch zu jemandem sagen, der gerade ein totes Baby zur Welt gebracht hat, oder deren Baby während
der Geburt gesorben ist? Diese Frauen müssen einen Raum mit den anderen Müttern und deren gesunden Babies teilen.

Wir kümmern uns auch um die Mütter von Frühchen, die zum Kängurooing für ihre Winzlinge kommen, bis die stark genug sind, um nach Hause zu kommen.

(...)

In ihrem Blog beschreibt sie (unter anderem) immer wieder ihre Erlebnisse im Krankenhaus und ruft zu Spenden von Babykleidern etc. auf, um die Taschen für die jungen Mütter zu füllen.
Da das Porto nach Südafrika ja (vermutlich) unbezahlbar ist, habe ich von ihr eine Kontaktadresse in der Schweiz erhalten (eine deutsche kommt hoffentlich auch noch), an die getragene oder neue (dann die Etiketten bitte dran lassen, damit die Mütter in den Genuss etwas wirklich "Neuen" kommen) Babykleider (bis ca. 6 Monate) geschickt werden können.
Ich würde mich freuen, wenn sich der/die eine oder andere meiner Leser von diesem Projekt ebenso berührt fühlt wie ich und helfen möchte. Die Kontaktadresse kann man bei mir erfragen.
EDIT: auf Mels Blogseite gibt es einen Paypal-Knopf ("Make a donation"), da kann man auch ganz einfach Geld spenden.
Und eine schöne Seite über die Bosom Buddies auf Deutsch (mit Bildern) gibt es hier