Mittwoch, September 07, 2016

Lottomann 3.0

Erinnern Sie sich an den Lottomann? In der Zwischenzeit war ich ja mal eine Zeit „untreu“ und habe einen Hermesladen in einem Getränkemarkt genutzt, dann bin ich wegen „Kein Parkplatz bei der Arbeit“ wieder zum Lottomann zurückgekehrt, was aber immer ein Umweg von der normalen Einkaufsroute war.
 
So habe ich bei der letzten Limango-Bestellung dann nochmal genauer geschaut, welche Hermes-Läden es denn sonst noch so gibt und einen direkt gegenüber vom dm und der Reinigung gefunden. Er liegt zwischen Moschee, christlichem Fundamentalistenverein und Schrottplatz und ist Hermes-, DHL-, dpd- und auch sonst alle Paketdienste-Laden.
 
Die erste Bestellung dorthin war fast schon enttäuschend unspektakulär, deswegen habe ich mir für die nächste etwas schwierigeres ausgewählt: Neben einer normalen Limango-Bestellung schickte meine kleine Schwester ein Geburtstagspaket für Q. dorthin. Aus irgendwelchen kosmischen oder Sack-Reis-in-China-Gründen hatte das schon eine etwas komplizierte Reise hinter sich: sie hatte es ursprünglich via Amazon direkt zu uns schicken lassen, so weit, so unspektakulär, die Sendungsverfolgung zeigte eine normalen Verlauf bis „Die Sendung wurde ins Zustellfahrzeug geladen“. Das nächste Update war „Zusteller hat Rücksendung veranlasst.“ Meine kleine Schwester ist ja noch pragmatischer als ich und hat deshalb keine „Sagt mal, geht’s noch? Seit wann entscheidet der Paketautofahrer, welches Paket zugestellt und welches ZURÜCKGESCHICKT wird, ohne Angabe von Gründen?“-Mail an diverse Kundenservices geschrieben, sondern einfach alles nochmal bestellt, diesmal nicht über die komplizierte EU-Aussengrenze, sondern zu sich nach Deutschland und dann halt mit Hermes an den von mir angegebene neuen Hermesladen in Grenznähe.
 
Gestern war dann also alles da und ich bin abholen gefahren. Das Limango-Paket bekam ich problemlos, aber das andere, ne, also, da wäre nur ein Paket für mich. Ob ich denn Kunde bei einem der drölfzig anderen Paketdienste im Laden wäre. Bin ich nicht, ich hatte ja die Hermes-Quittung parat. Die half aber nicht, dafür aber der Absendername, damit liess sich dann das Paket lokalisieren.
Und ich muss gestehen, damit habe ich nicht gerechnet, als ich den Hübschen geheiratet und seinen Namen angenommen habe: Ein anderer Kunde eines anderen Paketdienstes in dem Laden hat einen Nachnamen, der sich nur in zwei kleinen Buchstaben von unserem Nachnamen unterscheidet. Und so sehr ich als Korinthenkacker natürlich darauf bestehe, dass JEDER IMMER ALLES genau lesen muss, ich habe bis zu einem gewissen Grad Verständnis dafür, dass man sich bei unserem Namen nach dem Abgleich einer gewissen Anzahl zufällig angeordnet erscheinender Konsonanten und Umlaute auf der sicheren Seite wähnt. Der Vorname ist natürlich ein anderer, der Paketdienst auch, und ich bin froh, dass ich zuerst da war und nicht der andere Typ mit fast unserem Namen einfach unser Paket bekommen hat.
 
Ich habe das Gefühl, ich habe einen würdigen Nachfolger in Sachen Paketshop-Stories gefunden.Ich denke, das geht noch was!

Kommentare:

Ute hat gesagt…

Puuuhhh...
Ich bin ja doch immer wieder froh, dass ich damals vor der Hochzeit quasi das längere Streichholz gezogen habe, dass also der komplizierte Nachname der Gattenfamilie abgewählt wurde und mein Mann meinen zwar etwas langweiligen aber klar verständlichen Nachnamen mitbenutzen wollte (und es auch immer noch tut). Andererseits entgehen mir so wohl viele tolle Erlebnisse...
LG Ute

Anonym hat gesagt…

Oh, das verwechseln schaffen viele Leute auch bei einfachen Namen. So einen hatte ich vor der Heirat.
Jetzt habe ich einen schöneren ( finde ich) und lebe damit dass ich oft buchstabieren muss. Egal.
Beate