Donnerstag, August 25, 2016

Die hohe Schule der Diplomatie

Gestern, beim Einschlafkuscheln mit Little L., wir kamen über „Wie waren die ersten beiden Wochen in der zweiten Klasse denn so?“ drauf, als mir Little L. erklärte, dass er der Zweitbeste in der Klasse sei (das Ranking ist übrigens auch bei Q. in der Klasse anscheinend unter den Kindern bekannt, obwohl die Noten natürlich nicht öffentlich gemacht werden. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass das irgendeinen Druck auf die Kinder aufbaut, aber vielleicht bin ich mit meinen beiden Jungs, die beide am oberen Ende dieses Rankings hängen, vielleicht die falsche, um das zu beurteilen).
Ich: „Aha, und wer ist der Beste?“
L: „Das ist die L., schon immer.“
Ich: „Worin ist sie denn dann besser?“
L: „Eigentlich in allem. Obwohl: im Seilspringen nicht, da sind A. und A. die besten, die schaffen sogar 100 Sprünge.“
Ich: „Okay, das ist echt viel. Wieviel schaffst Du denn?“
L: „So einen. Oder manchmal auch fünf.“
Ich: „Sollen wir das mal üben? Ich denke, das ist zu einem Teil sicher Übungssache.“
L: „Naja, ich denke mal, es ist so: es gibt Kinder, die können das gut und die mögen das. Dann üben die das und dann werden sie immer besser. Und dann gibt es Kinder, denen macht es keinen Spass, die üben dann auch nicht und dann wird halt auch nicht besser. So ein Fall wäre ich zum Beispiel.“
Ich: „Meinste nicht, dass es Dir vielleicht besser gefallen würde, wenn Du es besser könntest?“
L: „Weisst Du, Mami, mein Problem damit ist, dass ich Seilspringen echt Zeitverschwendung finde. Das geht jetzt nicht gegen Seilspringen an sich oder Leute, die gerne Seilspringen, das ist einfach nur meine Meinung. Und deswegen habe ich auch keine Lust, das zu üben.“

Nun denn, wenn es jetzt um Bruchrechnen gegangen wäre, hätte ich das vielleicht nicht als letztes Wort stehen lassen, aber so? Für meine Kinder bräuchte es Debattierclubs in der Schule  :-), nicht Seilspringen

NACHTRAG: Nachdem sich die ersten Kommentare schon für den Spamfolder qualifiziert haben, sage ich es mal so: Sie können aus dem Post gerne rauslesen, dass ich eine Tigermom bin, die ihre Kinder gegen deren Willen und unter Missachtung ihrer Wünsche und Grenzen zu Höchstleistungen prügelt. Oder Sie schaffen sich ein eigenes Leben an. (Ich zum Beispiel bin nicht immer diplomatisch)