Sonntag, April 19, 2015

Film- und Buchtipp von Herzen

Heute möchte ich Ihnen zwei(einhalb) Sachen ans Herz legen, und zwar einmal ein Buch (und den Folgeband) und einmal dessen Verfilmung.
Als ich im März in München zum Netflix-Event war, war ich zwischendrin auf der Jagd nach Mitbringseln für die Kinder. Ich fand nur EINE Legokleinigkeit, also machte ich mich für Little Q. auf in den nächsten Buchladen. Und war erstmal ratlos, und zwar aus Luxusgründen, die meine Mutter sicher sehr gut nachvollziehen kann: ich wusste gar nicht genau, was Little Q. jetzt eigentlich schon alles gelesen hat. Percy Jackson und Helden des Olymp hat er durch, da wartet er auf einen zu übersetzenden Band. Die Ägypten-/Nordische Götter-Variante wollte er sicher nicht. Drei ??? leiht er sich aus der Schulbücherei aus, ausserdem braucht er für ein Buch weniger Zeit als ein Flug von München nach Basel dauert, das lohnt auch nicht so richtig. Gregs Tagebuch, Warrior Cats und Seekers und dieses Seriengedöns hat er im oberen zweistelligen Bereich gelesen, und irgendwie habe ich keine Lust, den 29. Band einer Serie mitzubringen, das ist ja auch irgendwie nichts besonders. Dann also was ganz anderes, aber was? Die Fantasy-Romane für seine Altersklasse kennt er entweder schon oder sie sind mit ganz viel Herzschmerzverwicklung und das findet er ja noch "Boah, ne, Mami, mit VERLIEBT UND SO? Echt nicht!", die Klassiker haben wir alle daheim, er hat sie entweder schon selber gelesen oder vorgelesen bekommen, also bin ich so ein bisschen planlos durch den riesigen Thalia geirrt, bis ich auf einem Neuheitenstapel eingeklemmt zwischen "Warrior Cats 32088" und "Percy Jackson" zwei Bände sah, die ich noch nicht kannte und von denen ich auch noch nie gehört hatte, nämlich "Happy Smekday" und "Smek for President". Kurzes Durchblättern ergab: Alien, Katze, Mädchen, verrückter Roadtrip, um die Welt zu retten, unterbrochen von sehr coolen Comics, das ist mal was anderes: gekauft!
Little Q. legte das Bauch ganz oben auf seinen SuB und als es dann dran war, war das einfach nur grossartig, beim Lesen "zuzuhören". Er gackerte und lachte und kam immer wieder, um mir besonders witzige Passagen vorzulesen und sich dabei vor Lachen auszuschütten. Klar, dass die Katze "Sau" heisst und das Alien sich als Menschenname "J.Lo" aussucht, macht das Ganze natürlich von allein witzig (nachdem ich Little Q. erklärt habe, WER die echte J.Lo ist, fand er es erst recht witzig und die Geschichte, wie das Alien auf der Celebrity-Mailing-Liste landet und dann in einer kleinen Nebenstoryline eingeladen wird, die Latin Grammys zu moderieren, macht dann auch Sinn. Also. Ein bisschen.). Den Folgeband haben wir dann natürlich auch bestellt, er ist längstens ausgelesen und war wohl genauso witzig. So weit, so gut. Dann waren wir kurz danach an Ostern in der alten Heimat im Kino und haben "Shaun, das Schaf" gesehen. Da kam dann eine Vorschau zu einem Film mit Mädchen, Katze und Alien, Roadtrip und Weltretten. Das Alien hiess Oooh und wir Schnellchecker sagten uns noch :"Haha, schau mal, so ein Zufall, ein Alienfilm mit Katze, wo du doch grad so ein Buch gelesen hast. Und die Geschichte ist ganz ähnlich, nur der Alienname ist anders. So komisch..."
Ja, okay, wir waren wahrscheinlich ein bisschen langsam im Kopf vor lauter Feiertragsfresskoma, aber logischerweise ist "Home" die Verfilmung von "Happy Smekday". Und weil wir irgendwie dachten, heute hätte es nicht 20°C bei strahlendem Sonnenschein, waren wir heute erst Eisessen (weil es ja doch 20°C und Sonne hatte) und dann im Kino. Ich kann Ihnen "Home" wirklich nur wärmstens ans Herz legen. Am besten gehen Sie natürlich mit eigenen, Paten- oder ausgeliehenen Kindern, weil es den Film natürlich noch lustiger macht, wenn neben Ihnen ein vor Lachen fast erstickendes Kind sitzt, aber der Film ist wirklich auch für Erwachsene mehr als nur unterhaltsam. Die Figuren sind grossartig animiert, es gibt Witze über Passwörter, über das metrische/Zollsystem, die Aliensprache ist nicht JarJar-Bings-nervig, sondern grosses Kino (Ich werde in Zukunft auch sagen "Ich habe Verwirrung"). Es gibt Pipi-Kacka-Humor, die Katze heisst zwar nicht "Sau" wie im Buch und die J.Lo-Sidestory fehlt (allerdings hat im Original J.Lo die Rolle der Mutter gesprochen, was für die Buchfans natürlich ein Extragag ist), die Story ist nicht ganz so anarchowitzig wie im Buch, aber sie bestand vor den sehr strengen "Aber im Buch war das ganz anders und viel besser"-Augen von Little Q.. Was ich besonders toll finde, ist, dass wie im Buch die Heldin mal kein Junge ist, sondern ein kleines Mädchen aus Barbados. Ich könnte mir vorstellen, dass (ohne Kinder, die kein Englisch sprechen) die Originalfassung auch sehr lustig sein könnte, neben J.Lo sprechen nämlich Rihanna das Mädchen und Jim Parsons aka Sheldon Cooper das Alien ;-)
Also: wenn das Wetter vielleicht in den nächsten Tagen doch mal nicht so sehr dazu reizen sollte "ins Raus" zu gehen, gehen Sie doch mal ins Kino! (Oder lesen Sie "im Raus" das Buch, es lohnt sich!)


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