Dienstag, März 15, 2011

Korinthenkacken leicht gemacht

Eigentlich ist der Hübsche bei uns im Haus der Korinthenkacker 100 %ige und ich eher ein 80/20 Mensch. Aber irgendwie war ich mit dem Aussehen des Halsbündchen/Kapuzen-Innenlebens bei selber genähten Shirts nie so richtig zufrieden. Mit Overlocknaht und dann einmal mit einer Zickzackvariante (oder auch Zwillingsnadelnaht) abgesteppt sieht es zwar einigermassen aus, aber halt nicht supergut.
Auf dem letzten Stoffmarkt habe ich mir dann ein Band gekauft (ich weiss immer noch nicht, wie das korrekt heisst), das ich dann im Nackenbereich über die festgesteppte Naht genäht habe. Sah besser aus, aber ich hatte nur hellblau und irgendwann war es auch aus. Bei uns im Supermarkt gibt es zwar weisse Baumwollbänder, die man da auch ganz gut drübernähen kann, aber so richtig passend ist das nicht.
Letztendlich hat mir Kathi bei ihrem Besuch die perfekte Lösung präsentiert. Und weil ich sie so genial finde, habe ich sie mal am Beispiel der "Helden für Lucas"-Amelie dokumentiert:

Aus einem passenden Stück Jersey schneidet man einen Streifen in ungefähr geeigneter Länge und zwar im Fadenlauf.

Normalerweise rollt sich der Jersey dann praktisch von alleine ein. Man kann noch ein bisschen nachhelfen und wie beim Teigwürschtlrollen eine gleichmässige dünne Wurst rollen.

Diese Wurst bügelt man nun flach

und näht sie innen (auf zum Shirtstoff passenden Unterfaden achten, der ist nämlich aussen zu sehen) über die schon abgesteppte Bündchen/Kapuzennaht.

Ich mache es so, dass ich vor dem Annähen der Ärmel am Ende der Schulternaht anfange (da kann man dann das "Wurstende" beim Ärmelannähen mitfassen und es wird noch ordentlicher), den hinteren Halsausschnitt damit einfasse und dann über die zweite Schulternaht wieder nach aussen nähe. Den vorderen Halsausschnitt lasse ich frei, weil mene Kinder Riesenköpfe haben und ich nicht ganz sicher bin, wie dehnbar der Halsausschnitt so versäubert dann bleibt.
Tja, und so sieht das dann aus:

An einem anderen Beispiel (das zweite Lucas-Shirt):

Viel Spass beim Nachmachen! (Wahrscheinlich wusste das jetzt schon alle Welt, aber ich bin immer noch ganz beeindruckt, dass das so gut klappt.

Kommentare:

huntjeblöm hat gesagt…

Also ich kannte diesen tollen Trick noch nicht und freue mich, heute etwas gelernt zu haben!
Vielen Dank dafür! Mal schauen wann ich mich traue es mal auszuprobieren... Jersey ist noch nicht so mein Lieblingsstoff...

Liebe Grüße,
Britta alias huntjeblöm

PeRu hat gesagt…

Oh - danke!
Das sieht ja wirklich sehr professionell und sauber aus.

Mein nächstes Shirt bekommt auch eine so eine Wurst ;-)

LG
Petra

.Meike hat gesagt…

Dankeschön. Ich kannte den Trick auch noch nicht und da ich demnächst, den ersten Bandito nähen will, freue ich mich sehr über den Hinweis.

Juniwelt hat gesagt…

Das Pareto-Prinzip, sehr schlau ;-)

Uli, früher aus dem Wilden Süden hat gesagt…

Wow, sieht DAS toll aus! Und ich freue mich natürlich doppelt und dreifach und bin schon ganz uffjerecht!!
Liebe Grüsse
von Uli

Bine hat gesagt…

coole Sache - nur eine technischeFrage - steppst du dann auf der 'vorderseite' mit Zierstich ab ?
Lg Bine

Das kleine Brüllen hat gesagt…

@Bine: ich steppe ja die gesamte Bündchenbefestigungsnaht vor der Wurstgeschichte mit irgendeiner dehnbaren Stichvariante (zickzack, dreigeteilter zickzack, zwillingsnadel)fest. vorne bleibt das so, hinten kommt die Wurstblende drüber.

DaTaTa hat gesagt…

Auch ich kannte diesen Trick noch nicht, obwohl er ja recht simpel ist. Danke für die tolle Erklärung. Mich hat das auch schon immer gestört. Viel Spaß beim Nähen. LG Conny

Ute hat gesagt…

Also ich kannte das so auch noch nicht, ich habe nur immer die Nahtzugabe so breit gemacht, daß ich sie auf jeder Seite doppelt einschlagen und feststeppen konnte. Also quasi aus der Hälfte eine Wurst gemacht habe.

Aber auf die obige Art ist es garantiert wesentlich einfacher und nicht so ein übles Gefummel. So mache ich das demnächst auch! Wieder was gelernt, prima! :-)