Donnerstag, Januar 27, 2011

Grün

Während ich Little L. (drei verschieden grüns auf grün. Wem könnte das wohl gefallen?) und Little Q. (am Perfektionieren von Raketen) beim Malen zusah
und feststellte, dass Little L. nicht nur grüne Hände (Foto klappte nicht, weil er mich mit der Kamera entdeckte und dann nur noch solche Bilder möglich waren) hatte



sondern auch eine grüne Zunge, da fiel mir eine der legendären Begebenheiten aus meiner Unizeit ein:
Ich sass (neben dem Hübschen) in der Naturstoffvorlesung und schrieb fleissig mit. Mit einem grünen Gelstift (gab dem ganzen eine künstlerische Note). Und während ich da so sass und Synthesewege für die lustigsten Drogen aufmalte, fiel mir auf, dass die Farbe in dem Gelstift von so einer durchsichtigen Flüssigkeit bedeckt war (also als Abschluss, hinten, in dem durchsichtigen Teil vom Stift. Schauen Sie ruhig mal bei Ihren nach.).
Wie Chemiestudenten nun mal so sind, war diese Frage auf einmal deutlich interessanter als die Vorlesung (und das will in diesem Fall was heissen, das war nämlich die weltbeste Vorlesung überhaupt) und zumindest der Hübsche, noch ein Freund und ich waren eifrig am Tuscheln, ob das nun Glycerin oder eine Art Öl oder was auch immer wäre. Wir hatten kein Werkzeug, um hinten in die Mine reinzufrickeln, also habe ich in einem unbedachten Moment die Mine ausgebaut, das hintere Ende in den Mund gesteckt und, wie ich dachte, behutsam dran gesaugt. Ich habe allerdings die Viskosität des Öls/Glycerins (ich weiss es bis heute nicht) deutlich überschätzt, mir schoss nämlich der gesamte leuchtend grüne Inhalt der Mine in den Mund. Während ich also hysterisch spuckte und wischte versuchte, Contenance zu bewahren und unauffällig mit einem Taschentuch die Sauerei zu beseitigen, fielen meine lieben Kommilitonen vor Lachen fast von der Bank. Das lenkte natürlich die Aufmerksamkeit des Dozenten endgültig auf uns und auf die Standardfrage "Was ist denn so lustig, wollen Sie es nicht mit uns allen teilen?" konnte ich gar nicht richtig antworten, weil sobald ich den Mund öffnete und grünen Schaum spuckte , wurde meine leuchtend grüne Zunge sichtbar und alle Versuche, eine irgendwie vernünftige Erklärung zu finden, waren hinfällig....

Dieser Moment, mit dem grünverschmierten Gesicht und dem grünen Spuckesee vor mir auf der Hörsaalbank und vor mir der liebste, netteste und beste Dozent meiner ganzen Unilaufbahn, der mich mit so einem enttäuschten Blick ansieht, das ist einer der ganz wenigen Momente in meinem Leben, die mir echt peinlich sind.