Freitag, November 10, 2017

Soldiering through

Vermutlich sollte die nahezu inflationäre Verwendung dieses Begriffes bei mir alle Achtsamkeitsglocken zusammen mit den Entschleunigungsklangschalen klingeln lassen, aber das ware nur noch extra Stress zu all den Terminen und Alarmen und Zeug, das ich eh schon habe zur Zeit, und ich hab eh keine Zeit, jetzt auch noch achtsam zu sein und Mandalas auszumalen.*


Aber: es ist mal wieder so weit und eigentlich habe ich dafür nur den Dezember eingeplant, wo esja logischerweise IMMER stressig ist und dann ist Weihnachten und man hat frei und kann entspannen und verdauen.
Diesmal geht das alles viel früher los und hat noch nix mit Besinnlichkeit zu tun, sondern einfach mit "Es kommt einfach alles zamm."
So kam ich gestern nach dem Zukunftstag mit Q. heim, machte Abendessen, übergab die Kinder wieder an die Nanny, die sich gsd bereit erklärt hatte, einen Abendbabysitterdienst zu übernehmen, fuhr mit zwei Q.-Freundemütterundeigentlichsindsieauchmeinefreundinnnen in die Stadt für den Elternabend zum MFM-Kurs, an dem Q. und die zwei Freunde am Samstag teilnehmen werden. Der war übrigens sehr interessant (wir hatten eigentlich gewettet, dass NUR Mütter da sein würden, aber es war nahezu ausgeglichen und wenn unsere drei Männer nicht unverschiebbare andere Termine gehabt hätten, wären es noch drei mehr gewesen) und ich bin sehr gespannt, wie Q. den Kurs findet. Geleitet wird er übrigens vom Mann dieser Schweizer Bloggerin, die ich schon seit ungefähr 1000 Jahren lese und  an die ich zB denken musste, als ich als Vorbereitung für die Swissblogfamily morgen die Vorstellungen einiger meiner Mitspeaker und -diskutanten durchlas und ein ums andere Mal las: "Ich blogge seit xxxx, weil damals gab es Blogs oder Elternblogs oder überhaupt irgendjemand, der Sachen ins Internet schreibt,  in der Schweiz, in Deutschland oder vielleicht auch auf der ganzen Welt noch nicht." Tja. Doch.**
Um viertel vor 10 war ich wieder zu Hause, der Hübsche wurde zeitgleich von meinem Kollegen, der auch ein Exkollege des Hübschen ist und seine Frau, die immer noch eine Kollegin des Hübschen ist und auf demselben Workshop war, vom Flughafen abholte, bis fast nach Hause gebracht und so waren wir beide schlagkaputt, aber immerhin gleichzeitig: zu Hause.


Heute habe ich ja wieder zwangsfrei, was heisst, dass ich die Statusupdates aus Italien zwar lese, aber nur kurz drauf antworte, und ansonsten nur auf superdringende Emails aus der Arbeit, aber so habe ich dafür einiges an Zeug erledigen können, das entweder anfällt, weil ICH IMMER NOCH NICHT GENAU WEISS, WANN UND WIE LANGE ICH JETZT IRGENDWANN IN ITALIEN SEIN WERDE, nämlich die "Zustimmungserklärung eines sorgeberechtigten Elternteils zur Ausstellung eines Reisepasses" auf der Gemeinde beglaubigt unterschrieben (übrigens bei dem Typ, mit dem ich im Rahmen der ganzen Kinderkrippenmisere nicht immer freundlich kommuniziert habe. Aber entweder erinnert er sich nicht an meinen Namen oder er ist nicht nachtragend oder wir beide sind supergute Schauspieler), damit der Hübsche, auch falls ich dann in Italien sein sollte, für und mit den Kindern neue Reisepässe beantragen kann. Ich habe den Wocheneinkauf erledigt, mich nicht mal drüber aufgeregt, dass mein Paket laut Sendungsverfolgung seit dreit Tagen im Paketshop, phsysisch aber nirgends ist,*** sondern einfach an Limango und Hermes meinen Standardtext geschrieben.


Ich hatte dann, weil die arme Cynthia nun doch nicht zur Swissblogfamily morgen kommen kann wegen Kreislauf, tatsächlich noch Zeit für eine Crosstrainerstunde (statt Gästebett aufbauen und beziehen), um ein wenig der Nervosität rauszuschwitzen, bevor die Jungs aus der Schule kamen. L. btw ohne seine Uhr, die er seit zwei Wochen besitzt und nun zum vierten Mal verloren hat. Da bin ich dann nicht so cool geblieben, und so ist er direkt nach dem Mittagessen nochmal los, um sie mit Hilfe von Q. zu suchen. Ich sehe mich btw. schon im Regen hinterherdappeln und sie mit oder ohne Uhr wieder heimzuholen, weil wir hier gleich zum Zahnarzttermin los müssen....also: eigentlich JETZT.


Heute abend dann ist noch Schweizer Erzählnacht und ich freue mich schon riesig auf Little Ls Darbietung, allerdings kann der Hübsche leider nicht dabei sein, der nämlich just um diese Zeit den einzigen Tierarzttermin für heute ergattert hat, weil irgendwas stimmt mit der Katze nicht. Sie maunzt, jammert, heult mehr oder weniger die ganze Nacht (haha, da haben wir ja den Grund für meine Laune), auf dem Katzenklo, beim Trinken und ja, sie ist sehr alt, aber ...ach.


Ich würde am liebsten die Pausetaste drücken und das stresst mich vermutlich am allermeisten: dass das bis zur Woche vor Weihnachten nicht möglich sein wird.


*Danke, aber nein danke, ich brauche keine Erklärung, dass Achtsamkeit GERADE in Stresssituationen besonders wichtig ist und überhaupt viel mehr als Mandalas. Wirklich nicht.


** Im "Soldiering Through"-Modus werde ich dünnhäutig,sarkastisch bis zynisch und ungnädig. Vielleicht nicht die beste Voraussetzung für eine Bloggerkonferenz, vielleicht aber genau richtig für eine Podiumsdiskussion, die nicht zu brav werden soll, habe ich mir sagen lassen. Vielleicht aber auch nicht. Wir werden sehen.


*** Der Lottomann hat sein Geschäft übergeben. Die Neuen sind sehr nett und freundlich und bisher sind auch erst 50% der Pakete (=1) verschollen gegangen.

Kommentare:

Sunni Schmidt hat gesagt…

Hallo, ich schick mal eine Riesenportion Kraft! Ob Schweizer Schoki hilft? Wenigstens mal eine halbe Tafel? Herzlich, Sunni

Anonym hat gesagt…

Vielleicht sieht die Katze ja auch nur schlecht. Bei alten Katzen kann die Nachtsichtigkeit verloren gehen und sie fürchten sich dann nachts. Das Licht anlassen könnte Abhilfe schaffen.
Liebe Grüße von Kari