Samstag, Mai 27, 2017

Stockhorn, mit "r" und ohne "l"

Gestern morgen hat unser Wecker sehr früh geläutet, wir hatten nämlich einiges vor. Wir sind erst Richtung Bern, dann Richtung Thun und dann hinter ins Simmental gefahren. In Erlenbach haben wir erst noch frische Semmeln für den Proviantrucksack besorgt, und dann die Seilbahn zum Stockhorn bestiegen.

Oben angekommen wagten wir uns erst in den dunklen Stollen, der durch den Berg auf eine Aussichtsplattform direkt in der senkrecht abfallenden Nordwand des Stockhorn führt. Mit Gitter- bzw Glasboden für den Hübschen (und Little L.) nicht ganz einfach. Die Aussicht nach vorne war aber spektakulär!
Wieder zurück haben wir uns die paar Meter Anstieg auf den Gipfel natürlich nicht nehmen lassen.
Der Rundumblick ist schon echt spektakulär! 
Ein Blick nach unten zeigte uns auch unser Ziel für den heutigen Tag, nämlich die Mittelstation "Chrindi", allerdings halt erst nach Umrundung zweier Seen, im "Bergfloh" (Affiliatelink) als Zweitagestour angegeben, weshalb ich dann langsam zum Aufbruch drängte.
Es ging recht steil in Serpentinen den Hang runter, überall blühten noch Krokusse und ich überlegte die ganze Zeit hin und her, welche Alternativrouten wir gehen könnten, weil der Seilbahnchauffeur gemeint hatte, der Weg um den Oberstockensee wegen Schnee nicht begehbar wäre.
Gegen 10 waren wir an der Oberstockenalp und mir schwante, dass die Planung aus dem Buch auf vielleicht viel kleinere Kinder ausgelegt war. Dort wurde nämlich empfohlen, hier zu übernachten und ehrlich gesagt war es fast zu früh für eine Kaffeepause. Haben wir aber trotzdem gemacht und uns von anderen Wanderern bestätigen lassen, dass unser Weg zwar voll Schnee, aber durchaus machbar wäre.
Der Weg um den Oberstockensee war dann super: er war einerseits noch mit Eis bedeckt, was lustige Effekte auf den Fotos ergibt, andererseits fand drin gar eine Froschorgie deluxe statt. So viele Frösche und Laich (Jemand, der ungenannt bleiben möchte, dachte, das wären "Süsswasserquallen") habe ich noch nie gesehen.
Der Weg über den kleinen Buckel zum Hinterstockesee war dann tatsächlich voller Schnee, aber es war so warm, dass das gar nichts ausmachte.
Oben auf dem Bergrücken machten wir dann eine ausgiebige Mittagspause Salami- und Käsesemmeln, Gummibärchen, Äpfeln und Karotten, bevor es auch schon wieder runter ging.
Den Hinterstockesee umrundeten wir dann recht hoch oben auf eine Weg mit Brücken und Tunneln, bis wir das grosse Schaukelpferd an der Mittelstation erreichten.
Für uns war das eine perfekte Tour, nicht langweilig, nicht zu ausgesetzt oder herausfordernd und genau so lang, dass alle müde und verschwitzt, aber nicht motzig wurden.
Ein echter Traumtag!















Kommentare:

Frau Budenzauber hat gesagt…

Wow, was für traumhafte Bilder! Ich liebe die Schweizer Berge so unglaublich sehr! Wenn ich nächstes Jahr fit genug bin, dann...!
Liebe Grüße!

slo hat gesagt…

.. wunderschön :-).
Das rechtfertigt doch jeden Hausaufgabenfrei-Gutschein.
Gerne stelle ich für das nächste Mal noch einen neuen aus.
Schönen Sommerabend,
Slo

kaltmamsell hat gesagt…

Liest sich großartig. Und solche Wandererbegegnungen fühlen sich für mich immer ein bisschen an wie Bloggerkontakte: Persönliche Infos aus erster Hand, ohne dass man gleich soziale Verpflichtungen eingehen muss.

Frau Brüllen hat gesagt…

@kaltmamsell: das stimmt, das ist ein guter Vergleich! (Lustig war der ältere Herr, den wir an einem Brunnen beim Wasserauffüllen getroffen haben, der total euphorisch über "So ein Wetter!1!!!!11 Endlich wieder in die Berge! So schön! Gell, Kinder?" schwadronierte und einfach nur die Begeisterung teilen wollte, die uns offensichtlich auch ins Gesicht geschrieben stand.)

Graugrüngelb hat gesagt…

Großartige Bilder und tolle Gegend bei super Wetter. Wenn ich so etwas sehe, bin ich immer etwas neidisch - weil die höchste Erhebung in 100km Umkreis wohl eine Höhe von etwa 100m hat. Dafür ist das Angucken am Rechner dann nicht so anstrengend ... und im Urlaub gehts ja zumindest für anderthalb Wochen wieder ins Mittelgebirge ;-)

Ann hat gesagt…

Wow, super schöne Bilder. ��

Vögelchen hat gesagt…

Mangels Bergfloh,der mir sehr interessant klingt obwohl hier gerafe das Klettersteig Fieber ausgebrochen ist, versuche ich gerade auf der Stockhorn Homepage eure Tour in etwa zu rekonstrieren. Abstieg von der Bergstation und Einstieg in Tour Nr.11 sollte passen oder? Weißt du in etwa, wie lange (km und h) ihr in etwa unterwegs wart? Danke

Frau Brüllen hat gesagt…

@vögelchen: keine Ahnung von Tourennummern etc.. Bergstation --> Oberstockalp --> rechtsrum um den Vorderstockesee, rechts hoch Richtung Chrindi, rechts rum um Hinterstockesee, fertig. Kilometer, keine Ahnung. Unterwegs waren wir ca reine Gehzeit --- 4 Stunden? Dazu halt Pausen