Donnerstag, August 11, 2016

Taten statt Worte

Grade vorhin strampelte ich auf dem Crosstrainer mit einer Folge "Gilmore Girls" auf Netflix (ich habe die ganze Serie während der Schwangerschaft mit Little L. am Stück geschaut, auf DVD damals noch, und habe das hehre Ziel, bis zur Veröffentlichung des Sequels einen Rewatch zu schaffen. Wird eher nicht klappen. Aber fit bin ich dann.) und überlegte so vor mich hin, über was ich heute schreiben sollte.
Auf dem Weg ins Bad war mir immer noch nichts Zündendes eingefallen, aber dann .... vor der Duschkabine lag das Thema praktisch vor meinen Füssen: einige gar nicht so dünne, gar nicht so kurze Büschel blonde weiche Haare.
Hmmmm, ich war etwas irritiert, weil ja, Little Q. war heute beim seit Wochen überfälligen Coiffeur-Termin, und ja, da wurden auch lange, dicke Büschel abgeschnitten, aber erstens hatte ich genau gesehen, wie ordentlich er abgebürstet worden war, und zweitens sind seine Haare viel dunkler und nicht so flauschig dünn weich. Diese Beschreibung trifft eher auf meine Haare zu, aber ich war ja erstens schon vorgestern beim Haareschneiden und so lange halten sich keine abgeschnittenen Büschel auf mir und zweitens waren die Büschel viel zu lang für meine Haare und drittens bin ich vielleicht müde und unausgeschlafen, aber bisher von partieller Amnesie verschont geblieben, so dass ich mich sicerh daran erinnert hätte, wenn ich spontan nachgeschnitten hätte....
Damit blieb eigentlich nur noch ein Exbesitzer der Haare (den Hübschen habe ich aus Plausibilitätsgründen wie: nicht daheim, schwarze Haare, an der längsten Stelle ca 8mm lang, etc. gar nicht in Betracht gezogen; an die Katze habe ich kurz gedacht, aber auch hier: falsche Farbe, falsche Länge, die Katze hat auch keinen Daumen, um die Schere richtig zu halten).
Inspektion des potentiellen, schon selig schlafenden Exbesitzers bei funzeligem Leselicht ergab: joah. Little L. hat selbst Hand angelegt. Oder besser gesagt: Schere. Und zwar nicht eine Papier- oder Nagelschere, sondern die echte Haarschneideschere, die lag nämlich noch neben dem Waschbecken.
Nun denn, man kann nicht sagen, dass Little L. das jetzt aus heiterem Himmel getan hätte, er schwankt aktuell zwischen "Ich will auch so eine Frisur wie Q." und "Boah, nervt mich das, wenn mir die Haare da vorn ins Gesicht hängen". Bisher hat er beim Angebot von Friseurbesuch oder Privatschneidetermin beim Hübschen allerdings dann doch immer wieder zurückgerudert, so dass letztens nur kurz die Ohren mit dem Langhaarschneider freigeschnitten wurden.
Heute war er sichtlich beeindruckt von Q.s Coiffeurresultat:



und meinte dann direkt: "Boah, ich will auch dahin zum Coiffeur, die Haare nerven mich echt mega." Und dann war das Nerven auf einmal wohl so stark, dass er direkt sofort ausprobieren musste, wie es mit kürzer wäre.
Ich hoffe, wir bekommen morgen spontan noch einen Termin :-), wobei es sooooo schlimm nicht aussieht, eine echte Frisur war es ehrlich gesagt eh nicht, was er da auf dem Kopf hatte.
Ich werde ihm morgen noch einen Tipp geben, dass man egal, ob man jetzt irgendeinen Mist gemacht hat, den man verheimlichen möchte, oder aber was gemacht hat, was man mal ausprobieren wollte und wozu man steht, es schon besser wäre, die Spuren davon selber zu tilgen, sei es aus Geheimhaltungs- oder Höflichkeitsgründen. Aber so habe ich wenigstens mal wieder ein paar Büschel Haare zum Einkleben ins Fotoalbum :-).

1 Kommentar:

Sunni Schmidt hat gesagt…

Kann man sein künstlerisch wertvolles Ergebnis zeigen? Wir hatten das bei meiner damals 5-jährigen Enkelin, die sich einer Zopfseite entledigt hatte, mit der Puppendoktorschere (uns bis heute nicht nachvollziehbar...). Das Ergebnis war eher semibeeindruckend, aber sie lief tapfer lange Zeit damit rum und fand es "Sehr sööööhn!" Schönes Wochenende!