Mittwoch, Juli 20, 2016

12 Stunden

Disneyland hätte gestern von 8 Uhr morgens bis Mitternacht aufgehabt. Wir sind also um halb sechs aufgestanden, um 6 losgefahren, um halb acht in den Shuttle auf dem Woody-Parkplatz gestiegen und dann .... kam die Securitykontrolle noch vor dem Ticketkauf bzw der Ticketkontrolle (für so Füchse wie uns, die alles schon online gebucht haben). Jede Tasche wird nicht nur inspiziert, sondern wirklich gefilzt und nach welchem Prinzip auch immer müssen Leute auch in die Metalldetektorschleuse (ich diesmal nicht, warum auch immer). Das ging dann eine Dreiviertelstunde, dann habe wir noch unser ganzes Essen in ein Schliessfach gesperrt und zack, war es 8:20, bis wir bei der Registrierung der Kinder für die Jedi-Academy waren. Und zack: waren alle Plätze schon vergeben und sie bekamen nur noch welche auf der Warteliste (wir hatten ja vorab dieses Video angeschaut und die Instruktionen genau durchgelesen). Mittlerweile ist es nämlich nicht mehr so, dass erst zur regulären Parköffnungszeit eingeschrieben wird, die Hälfte der Plätze wird schon für die Earlybirds, die aus welchem Grund auch immer noch eine Stunde eher in den Park dürfen, vergeben. War aber alles nicht so schlimm, wenn man auf der Warteliste ist, kann man nämlich bei jeder Aufführung sein Glück versuchen, und drauf hoffen, einen Nachrückerplatz zu bekommen. Und entweder aus mangelnder Voraussicht oder ups, wir sind aus Versehen 2 Stunden bie Indiana Jones angestanden, oder spontan erlahmtem Interesse schaffen es jede Menge Leute nicht, ihre angemeldeten Kinder zur angemeldeten Show zu bringen und so kann man eben nachrücken. Die Kinder habe brav beantwortet, dass sie erstens Anweisungen folgen können, dass sie zweitens auf einer Bühne auftreten können, dass sie drittens mutig genug sind, sich allein der dunkeln Seite zu stellen. Und dann sind wir erstmal Bahnen fahren gegangen. Den ganzen Vormittag haben wir eingentlich im Tomorrowland verbracht, im mittlerweile aufgebohrten "Hyperspacemountain", mit zwei "Startours"-Fahrten in einem unglaublich gut gemachten 4D-Kino und abkühlen in der StarWars Launchbay, wo es verschiedene Fotospots und Originalrequisiten gab. Ausserdem, mit der Aussicht darauf hatten wir die Jungs aus bisher jedem Spielzeugladen und Kruschgeschäft gebracht, kann man im StarTrader sein eigenes Lichtschwert zusammenbauen. Die beiden haben also in unglaublicher Akribie und mit Begeisterung ein grünes und ein blaues Schwert gebaut, während der Hübsche und ich uns die restlichen Merchandise-Artikel zu Gemüte führten. Während ja überall moniert wird, dass Rey total unterrepräsentiert wäre und grosse Frauenfeindlichkeit vermutet wird, ist dort (und in jedem Disney- und Legoladen, in dem wir waren) in jedem Figurenset eine Rey dabei, es gibt Rey-Kostüme, Tassen, T-Shirts, genau wie für die anderen Helden auch. Alle können aufatmen, es ist doch keine Malkulistenverschwörung. (und dann sieht man Darth-Vader- und R2D2 Kleidchen und wundert sich doch ein wenig. Aber gut.)
Irgendwann wurde es unglaublich heiss, wir haben eine Mittagspause im Schatten eingelegt (wir hatten uns Brotzeit mitgebracht, irgendwo hatten wir den Tipp gelesen, gefrorene Wasserflaschen mitzunehmen und immer wieder an den Trinkbrunnen aufzufüllen, das war echt super.), dazu Bagels, verschiedene Aufstriche, Früchte, Kekse, das gab Energie und uns wurde nicht noch heisser.
Obwohl ich schon dreimal vorher im Disneyland war, und sich nicht soooo viel verändert hat, finden wir immer noch Attraktionen, die wir bisher noch nicht kannten, so zB das Haunted Mansion in "New Orleans". Nach dem Geisterbahndebakel im Europapark war ich etwas skeptisch, aber erstens war es da drin kühl und dann ist es halt doch Disney und so war alles echt sehr schön und ungruslig. Und mit Gesang. Viel Gesang. Nun denn. Immerhin kühl.
Zeitlich passte es dann gerade, den Rückweg zum Starwarsbereich zu schaffen und sich für die Reserveplätze der Jedi-Show zu melden. Es gab so viele No-Shows, dass beide Kinder mitmachen hätten können, aber während Little Q. mit dem breitesten Grinsen der Welt in die heiligen Hallen des Jedi-Tempels marschierte, Umhang und Lichtschwert in Empfang nehmen, bekam L. Angst vor der eigenen Courage und wollte dann doch lieber nicht (es ist fies, für den Hübschen und mich ist Englisch fast wie Deutsch, Little Q. versteht auch einiges, aber für L. .... nun ja. Es war ihm sehr unheimlich, auch die Aussicht auf einen echten Vader und so hat er dann doch lieber mit uns zugeschaut. Ich finde das beides grossartig: Q., der die Bühne liebt und L., der sich zwar manchmal von Q.s Begeisterung anstecken lässt, aber dann doch so deutlich und reflektiert sagen kann, dass und was und warum er nicht möchte. Er sass dann glücklich mit uns in der "Angehörigen-Reihe" :-), während Q. mit seinen Jedi-Schüler-Kollegen erst ein kleines Training bekam, dann mit Macht den Tempel zum Erscheinen brachte und schliesslich jeder  einzeln gegen entweder Darth Vader oder den Inquisitor of the Seven Sisters (ja. das scheint es echt zu geben. In Star Wars Rebels. Oder so) antreten musste. Es war unglaublich niedlich zu sehen, wie zum Teil echte Winzlinge abgingen wie Schmidts Katze oder aber auch grössere Kinder mit schreckstarrem Gesicht einfach da standen und alles über isch ergehen liessen (okay, die haben mir echt leid getan). Ich war dann etwas gespannt, ob Q. sich an die gelernte Choreographie "Ready position, left shoulder, right shoulder, duck, block, strike to the head" halten würde oder seine lang antrainierten (und echt guten!) Lichtschwertkampf-Skills auspacken würde. So sehr er auch Rampensau ist, er hat sich dann doch an die Regeln gehalten :-).

Ein von Christian Xstettmayer (@prozac74) gepostetes Video am

Danach haben wir dann versucht, nicht allzuviel Zeit mit Anstehen zu verplempern und trotzdem noch ein paar Bahnen zu fahren (95 Minuten anstehen für eine Fahrt von ... 3 Minuten oder so ist schon bekloppt, oder?), haben dann sogar in einer Mickey-Show (GESANG!!!) im Schatten die Füsse ausgeruht, haben uns eine Fahrt im Splash Mountain mit einmal nassmachen bitte durch ganz viel, genau, Gesang von Plüschfiguren im Berg erkauft, haben dann doch noch den Moment erwischt, wo der Indiana-Jones-Ride gerade nicht kaputt war (es war schon lustig: hier mussten die Leute per Lautsprecher dazu aufgefordert werden. endlich mal vorwärts zu machen und aufzuschliessen, anscheinend waren nämlich im Aussen-Anstehgelände einige Pokestops und seltene Pokemons (wir hatten vereinbart, kein Pokemon-Go im Disneyland um des Fortkommens willen), so dass die Leute da mangelnde Anstehdisziplin zeigten.
Irgendwann gegen 20:00 war es dann gut, wir hätten für jede Fahrt, die wir noch gemacht hätten, fast zwei Stunden anstehen müssen, unser nächster Fastpass war noch anderthalb Stunden nicht gültig und wir hatten 20000 Schritte hinter uns. So haben wir also nach 12 Stunden Park müde und glücklich die Segel gestrichen, haben auf dem Heimweg noch an einem In-n-out-Burger gestoppt und waren dann gegen 22:00h zu Hause. Phew!

















Kommentare:

Anonym hat gesagt…

:-)

Schöne Resturlaubstage noch.

Grüße aus dem Münsterland.

M.

Anonym hat gesagt…

Das klingt toll.
Aber sag mal, das Foto in der Bahn, wo ihr alle so erschreckt schaut, die beiden hinter dir und K2 schlafen doch, oder?

Musste jetzt echt lachen. Noch viel Spaß weiterhin!