Montag, März 17, 2014

Fair und so

Heute hatte ich den ganzen Nachmittag Technische Risikoanalyse. War fast genauso spannend wie es klingt und besonders die Aussicht auf noch 36h Sitzung zu diesem Thema in den nächsten Wochen liess das ganze Team so gegen 15:30h nach Kaffee nur so gieren. Auf dem Weg zur Kaffeemaschine warf ich noch schnell die Einladungskarte für meine Schwester in den Briefkasten. Ein Kollege sah das Motiv und meinte: "Ah, dieses Jahr also Harry Potter?" Und als ich dann so beim Warten an der Maschine erzählte, wie ich am Wochenende Zauberstäbe gebastelt habe, da fragte mich der nächste Kollege, ob ich nun Weissdornzauberstäbe oder welche aus Elderholz gemacht hätte. Und der dritte fragt, wo um alles in der Welt ich den Drachenherzfasern, Einhorschweifhaare und Phönixfedern bekommen hätte. Genauso ernsthaft und kompetent, wie wir vorher über heisslaufende Gleitringdichtungen und ausfallende Frequenzumformer diskutiert hatten. Schön, mit Profis zusammenzuarbeiten. Hatte da ja schon mal Zweifel.

Die Geburtstagseinladung bringt mich grad zum zweiten Thema: bei uns gibt es ja die Regel: zu einem Kindergeburtstag darf man so viele Gäste einladen, wie Kerzen auf dem Kuchen brennen. Das gibt also fünf Gäste für Little L., Little Q. darf sich einen gleichaltrigen Freund noch dazu einladen, die beiden werden uns als Vertrauensschüler bei der Organisation unterstützen. Soweit der langjährig erprobte Plan, so gut. Little L. hat also aus Kindergarten und -krippe 5 Kandidaten ausgewählt, Little Q. lädt seinen besten Freund ein. Nun ist es aber so, dass der kleine Bruder dieses Freundes auch mit unseren beiden in der Krippe ist, ziemlich genauso alt wie Little L., den auch zu seiner Party eingeladen hat (L. ist nicht gegangen), aber nicht auf Little L.s Gästeliste steht (auch nach Nachfrage meinerseits wollte er ihn nicht einladen). Über 17 Ecken kam mir jetzt zu Ohren (Q. sagt, dass sein Freund sagt, dass seine Mutter sagt), das wäre unfair, dass der grosse Bruder eingeladen sein auf einem Geburtstag von einem anderen kleinen Bruder und der kleine Bruder nicht. Ich bin jetzt ein bisschen ratlos, weil: es ist L.s Geburtstag, er hat freie Gastwahl, ich beschränke nur die Anzahl. Klar, es wäre superpraktisch, wenn beide Bruderpaare beste Freunde wären, aber so ist es halt nicht. Klar, es ist doof, wenn der kleine Bruder mitmöchte, aber nicht eingeladen ist, aber soll jetzt Q. auf seinen Freund verzichten, damit der kleine Bruder nicht beleidigt ist? Oder L. jemand einladen, den er nicht dabei haben möchte? Muss L. jemand von seiner Shortlist wieder ausladen? Oder ich die Gästezahl ausnahmsweise erhöhen, damit der Freundesfamilienfrieden gewahrt wird? Und dann möchte der nächste noch einen kleinen Bruder, eine Schwester, die Oma oder den Hund der Nachbarn mitbringen und dann? Doof, das.

Kommentare:

Koala hat gesagt…

Müssen muss niemand was. Sie bestimmen, sie (und der Sohn) sind Gastgeber.
Ich würde es als Mama einfach meinem Sohn erklären, warum der große Bruder eingeladen ist und er nicht. Wenn das auf der Gegenseite nicht passiert - tja, dann weiß ich auch nicht.
Aber das ist nur meine Meinung. Stimmt. Doof das. Weil, egal wie man es macht, irgendwem passt es dann doch nicht.
Viel Erfolg bei den weiteren Überlegungen und geben Sie doch mal bekannt, wie Sie sich entschieden haben.
Lg
Uta

gluggies hat gesagt…

Also wir haben es so gehandhabt. So viele Gäste wie Kerzen auf dem Kuchen und man lädt ein ,mit wem man am Liebsten zusammen ist.Ungeachtet ob man dort auch eingeladen war.
Ohne Ausnahme da es sonst wirklich einreißt.Bei 4 Kindern muss man schon etwas konsequent sein.
Grüße Petra

sabigleinchen hat gesagt…

Wenn er ihn nicht einladen will, dann würde ich das so respektieren. Ich als Mama des anderen Jungen, würde ihm auch erklären, dass er jetzt halt mal nicht eingeladen ist. Nur weil der grosser Bruder gehen darf, heisst das halt leider nicht, dass man als kleiner Bruder auch immer darf. Anders wäre es wenn er ihn gerne einladen würde. Dann würde ich in Absprache mit Little Q. einen weiteren Geburtstagsgast akzeptieren.

Simone hat gesagt…

puh, das kenne ich auch mit Zwillingen, wenn nur der eine eingeladen wird. Ich glaube, die Mütter haben damit ein größeres Problem, als die Kinder.
Wenn Little Q. nicht möchte, dann sollte das so akzeptiert werden, selbst wenn der Große jetzt einen Nachteil davon hat.

Claudias rosige Zeiten hat gesagt…

Ich muss grad ein bisschen lachen......that`s life!

Könnte natürlich sein, dass Lenny in 10 Jahren zu dir sagt:" Also, Mami, das damals an meinem 5. Geburtstag, als du einfach entschieden hast, dass der .....auch kommen darf, das vergess ich dir nie.....

Oder er sagt: " Hätte ich damals den.....bloss zu meinem 5. Geburtstag eingeladen. Jetzt sind wir doch beste Freunde, und das hat er immer noch nicht vergessen.....

Hach, ja...wie man es macht, ist es doch immer irgendwie falsch.....

Viel Glück !

Irene hat gesagt…

Noch ein Gedanke: wer weiss, ob die Mutter der beiden Jungs das wirklich so gesagt hat. Vielleicht war es auch nur ein fragendes "Ach, Kleinerbruder nicht? L. war damals bei dir eingeladen, oder? Schade, dass ihr nicht beide zu L. könnt, die Geburtstagsfeiern dort sind legendär."

kathrin hat gesagt…

Guten Morgen,

oh je, ein ähnliches Drama irgendwann mal hier bei uns - inkl. direkter Anfrage der entsprechenden Mutter. Ich habe ihr dann erklärt, dass sich bei uns nur das Geburtstagskind aussucht, wen sie einladen will und wen nicht.
Unglaubliches Staunen auf der anderen Seite, denn "eigentlich" wären sie ja beste Freundinnen"....
(Das Kind war dann nicht da)

Wenn L. den Jungen nicht da haben möchte, würde ich dies entsprechend mitteilen. Wenn es ihm quasi egal ist, dann lad ihn ein und feiert gemeinsam. (Und erklär dem großen Sohn, warum der kleine nun eine Person mehr einladen darf;)

LG
kathrin

Bergliese hat gesagt…

Also ich habe mir da noch nie Gedanken drüber gemacht ob es irgendwem nicht passen könnte wenn sein Kind nicht eingeladen ist ;). Auch anders herum stelle ich das nicht in Frage. Sowas darf man nicht persönlich nehmen. Hier durfte der Sohn 4 Jungs einladen zum 10. Geburtstag, es gab nie die Regel von wegen Alter und so viele Kinder. Für mehr wie insgesamt 5 Jungs habe ICH gar keinen Platz und keine Nerven. Das ist wirklich nur ein Mütterproblem. Genauso über die Art und Weise von Geschenken, hier wird sich auch über was Kleines gefreut genauso über selbst gebasteltes oder oder.... Da gibts ja auch schon Dimensionen bei manchen Kindern. Oder die Sache mit einer Kleinigkeit für alle Gäste, hier haben alle nach dem Bowling coole Bowlinradiergummis bekommen und ACHTUNG: Süßkram. Da habe ich auch schon bei Instagram gesehen das manche sie da drüber aufregen....:D - BITTE NUR DIE FAIRTRADEÖKOSCHOKOLADE!!! Aber ich schweife ab. Feiert so wie IHR es für richtig haltet.

Frühlingsmadl hat gesagt…

Wir standen hier vor dem gleichen Problem. Wobei ich sagen muss, das es hier bei uns im Kiga ein schon fast unumstößliches Gesetz ist, die Kinder einzuladen, wo man selbst eingeladen war.
Tja, nur bestanden mein Mädels dieses Jahr auf einen reinen "Mädelsgeburtstag".
Wir haben das letzte Woche schon durch gezogen. Nun spricht die eine Mutter nicht mehr mit mir.
Meine Meinung? Mir total egal. Der zweite Geburtstag findet am Montag statt. Heute sind die Einladungen raus.
Wieder sind zwei nicht eingeladen, wo meine Tochter aber auf deren Geburtstagsfeier war. So what!!! Ich bin erwachsen und umgebe mich privat auch nur mit Menschen die ich mag. Ich werde da bestimmt meinen Kindern nicht vorschreiben wenn sie zu mögen haben und wen nicht.

Das ist aber nur meine Meinung, denn eine Zwickmühle ist es allemal.

Lg Brigitte

Malcesine hat gesagt…

L. möchte nicht, fertig. Wäre mir sowas von egal, was die andere Mutter denkt. L. ist ja konsequenterweise auch nicht hingegangen. Sonst würde es vielleicht etwas komisch aussehen. Geht dort zum Geburtstag, lädt aber im Gegenzug nicht ein ... Aber so, ist es doch rund!