Sonntag, Oktober 23, 2016

50:50

So, das wollte ich ja schon lang mal ausprobieren und heute, ein Sonntag mit traurigem Wetter, das erlaubt, ganz ohne schlechtes Gewissen den ganzen Tag drin zu verbringen, und bis auf Hausputz wegen keine Putzfrau mehr ohne Termine bietet sich dafür natürlich an.
Also habe ich mir nach dem Frühstück einen Streifen Tesafilm ins Gesicht geklebt (eigentlich zwei, weil mit Rollkragenpanik empfiehlt es sich nicht, sich mit Klebstreifen den Mund zuzukleben) und nur eine Hälfte meines Gesichts geschminkt (Tesafilm, damit man brutal krass die Grenze sieht. So, wie wenn man halt  einen weissen Streifen beim Wandstreichen lassen möchte).
Der Hübsche hatte vom Kindershooting gestern eh noch das improvisierte Studio auf dme Dachboden aufgebaut, so dass die Portraitfotos schnell erledigt waren.
Interessant waren die Reaktionen:
Little Q.: "Ich seh nix. Echt nicht. Oh, doch, du hast einen Streifen auf der Nase."
Little L.: "Häh, was soll sein? Dein Mund schaut komisch aus."
Der Hübsche: "Hmm. Ich dachte, Du lässt es echt krachen, mit Kajal und Lippenstift und so, das ist ja total dezent so."
Ha. Ha. Ha. Was ich mir auf die eine (auf die von mir aus linke, für den Fall, dass Sie das auch nicht sehen) Hälfte des Gesichts gepinselt habe, brauchte folgendes Equipment:

Wie Sie sehen: durchaus Kajal, sogar flüssigen Eyeliner, durchaus Lippenstift. Und so einiges mehr. Trotzdem finde ich die Reaktionen ganz okay, weil das ist ja die "Jeden Tag"-Variante meines Make-Ups, so gehe ich jeden Morgen ins Büro (also: auf dem ganzen Gesicht und nicht im Hoodie und mit noch ein bisschen mehr Augenmerk auf die Frisur), so schminke ich mich, bevor ich morgens Semmeln oder die Post holen gehe. Das muss nicht "Drama, Drama" schreien, das mache ich dann eher zu glamouröseren Events.

Andererseits hätte ich mir schon gedacht, dass man den Unterschied deutlicher sehen würde, schliesslich gehen dafür jeden Morgen 10 Minuten Zeit drauf, die ich mit Schlafen oder so was verbringen könnte, brauchts das am Ende gar nicht? Aber wie immer ist das eine subjektive Sache, ich schminke mich ja für mich selber. Und ich selber fühle mich sehr viel wohler, wenn die Augenringe aufgehellt sind, wenn Pickel und Rötungen abgedeckt sind und auch wenn die Brille viel an Augenmakeup schluckt, ich mag Glitzerfunkelblingbling! (übrigens: seit gestern verschickt meine aktuelle Lieblingslidschatten- und Lippenstiftmarke, die bezahlbar und ein bisschen anders ist, ab 50$ versandkostenfrei aus L.A. in alle Welt. Falls Sie bestellen sollte, ich bräuchte unbedingt noch ein, zwei, drei Ersatztöpfchen "Girly".). Und aus der Nähe sieht man den Unterschied alle mal.

So sah das ganze dann übrigens ein paar Minuten später aus, da habe ich die andere Hälfte angeglichen (Frisur immer noch im Schluffimodus, Augenfalten wegen ganz viel Spass beim Fotoshooting und so).




Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Lustig! Eigentlich bräuchten Sie nur die Foundation, höchstens noch etwas Rouge, und ein bißchen Kajal/Mascara und beim Vor-die-Haustüre-Treten noch Lippenstift. 3 Minuten, das Ganze.

Andererseits: Wenn es einem Spass macht (jeden Tag?!) und man sich damit besser fühlt, dann sollte man auch dabei bleiben!

[Wobei ich schon schwerst beeindruckt bin, dass Sie nie ungeschminkt aus dem Haus gehen? Und jeden Abend gründlich abschminken...?! Wow!]

Anonym hat gesagt…

ich finde auch sehr erstaunlich, dass man keinen frappanteren unterschied sieht! ob das professionelle photo-shooting-licht noch etwas "wegfiltert" also make-up schluckt, bzw. unregelmässigkeiten ausgleicht? ihre foundation-crème- puder-abdeck-ritual würde mich sehr interessieren? herzlich: marianne

Canzonett hat gesagt…

Entscheidend finde ich tatsächlich, dass Du Dich wohl fühlst in Deiner Haut, und dafür ist es nicht unbedingt entscheidend, dass das Make-up überwältigende sichtbare Veränderungen bewirkt. Ganz im Gegenteil: Du willst am Ende ja doch immer noch wie Du selbst aussehen (gerade jetzt in Zeiten der Gruselclowns), also ist das Herauskitzeln von Nuancen aus dem eigenen Gesicht die weit größere Herausforderung. Bei Concealer und Lippenstift sieht man schon ziemliche Unterschiede!

Katarina hat gesagt…

Ich finde dich mit und ohne Make-up bezaubernd.

Anonym hat gesagt…

Ich finde dich wirklich sehr mutig!

Samantha hat gesagt…

Sehr schick. Den Unterschied sieht man schon. Wenn auch dezent. Welche Lidschattenfarbe ist das denn?

berit hat gesagt…

Sehr schön. Und erfahrungsgemäß braucht man für einen natürlichen Look immer mehr Zeug als für dramatische Sachen, das geht mir genauso.

Den Unterschied sieht man jedoch hauptsächlich an der Haut, die geschminkt sehr viel ruhiger wirkt.

Fantastischer Lippenstift übrigens!

Anonym hat gesagt…

Du könntest noch Deine Brauen etwas in Form zupfen und mehr betonen. Ich finde immer, das gibt dem Gesicht einen "schönen Rahmen".

Working Mom hat gesagt…

Ich finde es schön, wenn das Make Up nicht so "laut" ist! Ich finde dich super so!

Graugrüngelb hat gesagt…

Bei Haut und Lippenstift sehe ich einen Unterschied, bei den Augen nicht. Und ja, bei der Haut gefällt mir die geschminkte Seite besser und der Lippenstift sieht auch gut aus.

Ich finde immer spannend, was man da alles braucht ... und hätte keinerlei Ahnung, was ich wie und in welcher Reihenfolge verwenden sollte. Ich fühle mich schon mit getönter Tagescreme unwohl und hab ständig das Gefühl, dass ich die Am Kragen kleben habe oder dass man irgendwo den Ansatz sieht - also lasse ich es ganz. (Und ich fürchte, das ändert sich auch nicht mehr.)