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Samstag, Juni 30, 2018

Bitte nochmal von vorn

Um viertel vor sechs am Boden zerstört aus einem Alptraum aufwachen, der einem den ganzen Tag nachhängt, ohne Witz eine einzige Schrankbeleuchtung 4x falsch einbauen, und dabei ist draussen strahlendster Sonnenschein.
Wir werden dem Tag genau jetzt mit Sneak Peak-Neue Schule-mit alten Freunden-mal anschauen, danach Baden im Rhein und Hechtessen, das wir vor genau einem Jahr schon in den Kalender eingetragen haben, nochmal einen neuen Dreher geben. Hilft ja nix.

Freitag, Juni 29, 2018

Nudelfertig

Wach seit fünf, Homeofficetag mit viel Gedöns.
Mittags habe ich dann Little L. (und Q.) von der Schule abgeholt, der war doch auf Abschlussreise im Kaltbrunnental und hat dann in der Turnhalle übernachtet. Es war wohl unglaublich grossartig (und ich musste ein bisschen schmunzeln, als ich heute frisch die Packliste furs Sola der Pfadis bekommen habe und zeitglich den Brief für die Sternwanderung zum Jahresabschluss in der Schule und die Packliste für die Abschlussreise weggeworfen habe: ich glaube mittlerweile, dass ein Grossteil der Lehrerausbildung in der Schweiz (oder wenigstens ein Grundstein dafür gelegt) in der Pfadileiterausbildung stattfindet. Die Packlisten, Notfallzettel und bei jeder Gelegenheit der Hinweis, ob der mitzunehmende Lunch über dem Feuer zubereitet werden kann (das ist Standard) oder nicht ("Achtung, wir werden kein Feuer machen!". Ich überlege gerade, diesen Satz vielleicht für Einladungen zu Meetings mit dazuzunehmen.)
Ich hatte ja gestern ein bisschen Bedenken, ob L. den Wanderrucksack (mit Regenklamotten, Crocs, Sonnenschutz, Lunch, Znüni, MINDESTENS ZWEI LITER WASSER!, Taschentücher, Abfallsack, Taschenmesser, Taschenlampe, Fotoapparat) überhaupt einen ganzen Tag lang tragen kann, aber das war wohl unnötig: auf dem Weg kamen sie durch ein Dorf, in dem gerade so eine Art "Tauschbörse für Dinge, die man nicht mehr braucht" war und so hat L. eine grosse Einkaufstasche mit einer Puzzlematte aus Schaumstoff und sein bester Freund einen Zerrspiegel mit Gummifledermäusen durchs Kaltbrunnental, in die Turnhalle und bis nach Hause getragen.
Geschlafen wurde wohl nur wenig (L. hat bis 11 gelesen und war, mein Sohn, um 5 wieder wach), und L. war so vernünftig, sich nach dem Mittagessen einfach mal kurz hinzulegen. Zweieinhalb Stunden später habe ich ihn vorsichtig geweckt.
In der Zwischenzeit gab es noch ein recht unangenehmes Call mit unseren Italienern. Ich sags mal so: ich streite eigentlich nicht so gern und gehe davon aus, dass die Leute meist das Richtige meinen. Wenn nicht, sage ich ihnen erstaunlich ungern ins Gesicht, dass das jetzt halt ... Mist ist. Tja. Das zu überwinden habe ich in dem Projekt auf jeden Fall gelernt. Auch Aussagen nicht mehr zu relativieren, um höflicher zu wirken ("I have to admit, it is a little disturbing to see..." ist Jahre her). Ich machs immer noch nicht gern, aber ich machs.


Später dann: mit dem Hübschen Schranktüren an den Pax bauen. Ich mag den Pax-Planer eigentlich, aber erstens wäre die korrekte Bohrlochangabe für die Schubladen im Teiler toll gewesen, zweitens wäre es nett gewesen, zu sagen, dass man die Schiebetüren VOR den untersten Schubladen (am besten vor ALLEN Schubladen) einbauen muss und drittens, dass Platz seitlich vom Schrank für den Türeneinbau auch nicht unwichtig ist, sich aber durch umgekehrte Türeneinbaureihenfolge umgehen lässt.
Jetzt fehlt nur noch das Licht im Schrank, dann kann das Ausmisten losgehen.


Sonst so: Freitagspizza, Netflix, Bett


Stressleveldurchschnitt gestern: 13 (ich glaube, das Band spinnt)
Selbstbeweihräucherung: Ausflüchte als solche erkannt, angesprochen, aber nicht fies geworden. Zumindestens* nicht sehr




* Jaja, ich weiss. Ist mir aber egal.

Donnerstag, Juni 28, 2018

Neue Ufer


Sehr früh aufgewacht (es hat vielleicht, aber nicht sicher, was damit zu tun, dass die Storen an den Gaubenfenstern halt nur die dritte von vier Verdunkelungsstufen und noch dazu hellgrau sind, also nicht echt dunkel machen. Ganz sicher hat es was damit zu tun, dass ich halt immer früh aufwache und immer eher schlecht schlafe, aber tja nu.) und immer noch sehr über das wunderbar helle, traumhaft schöne niegelnagelneue Schlafzimmer unter dem Dach gefreut.
Mit Katzenbegleitung (sie sind SO HUNGRIG am Morgen!) fertiggemacht, danach ging Sansa direkt nochmal zu Little L. schlafen.


Mit Q. gefrühstückt, unfreiwillig Jon ein paar Bissen Müesli (ich) und Toast (Q) und ein paar Schlabberer Wasser (Q) abgegeben, weil WIR EINMAL GANZ KURZ NICHT AUFGEPASST HABEN!


Dann L. und Sansa (nochmal) geweckt, ihm noch einen Lunch in den Rucksack gepackt und mit Sack und Pack zu Treffpunkt für die Klassenabschlussreise gebracht. Sie sind heute ins Kaltbrunnental wandern gefahren und übernachten dann heute in der Turnhalle. L. war eine Mischung aus aufgeregt und vorfreudig und aber auch wehmütig, weil er seine Klassenlehrerin schon sehr vermissen wird.
Im Büro dann erstmal ein paar schnell zu klärende Fragen beantwortet (Hochoffizielles Statement, dass unsere Produkte asbestfrei produziert werden. Jajaja und kosher, halal, ohne Schalenfrüchte, Sellerie, Buchweizen, Gluten, Latex, aber nicht alle lactosefrei, da kommt dann immer noch der Klugscheisserabsatz dazu, dass auch lactoseintolerante Menschen mehr Lactose vertragen, als mancher glaubt und ganz sicher mehr, als er über unsere Medikamente aufnimmt), ein Slidedeck für das Townhall übernächste Woche fertig zum Chefzeigen gemacht.
Am ersten Meeting für „mein“ neues Produkt teilgenommen, mit meinem Biketowork-Team Mittagessen gegangen, TC mit Rio, Telefonat mit dem Hübschen, weil Q. endlich die Klasseneinteilung für die weiterführende Schule bekommen hat und WIEDER EINMAL nicht mit seinen Freunden zusammen in der Klasse ist. Diesmal trägt er es aber mit Fassung und freut sich schon sehr auf das neue Abenteuer (alter Verwalter, er ist ja dann ein Fahrschüler und das addiert zu den 34 Wochenstunden dann grad nochmal jeden Tag ca anderthalb Stunden für den Schulweg. Wir müssen uns am Wochenende mal hinsetz und die Stundenpläne der beiden abgleichen, ich denke, da können wir betreuungstechnisch ein bisschen schrauben.
Ich hatte dann heute noch relativ lang, weil meine eine Italienkollegin und ich die dritte im Bund beim Goal Review vertreten haben. Das ist neuerdings zusammen mit San Francisco zu den „global hours“, d.h wir waren um halb sechs dran. Und ja, ich verstehe jetzt so ein bisschen, warum die Basel-basierten Kollegen bei den San Francisco-Kollegen als ein bisschen spassbefreit und ultraspiessig gelten, ich war auch ehrlich gesagt not amused, nach 10 Stunden Arbeit drauf zu warten, dass sich jeder in San Francisco seinen Kaffee gezogen hat und endlich alle mit was auch immer man da zu einem zweiten Frühstück isst, am Tisch sassen. Anyway, um viertel vor sieben war ich daheim, schwatzte mit Q. über die neue Schule, wir lernten, dass Salami einem gar nicht mehr so kleinen Kater so gut schmeckt, dass er zum Verteidigen einer eroberten Scheibe so fest zubeisst, dass es blutet, und jetzt lege ich mich in die Badewanne. Ich bin echt durch.

Stressleveldurchschnitt gestern: 38
Selbstbeweihräucherung: einige Fettnäpfchen erkannt, bevor ich mit einer Arschbombe drin gelandet bin.

Mittwoch, Juni 27, 2018

Kassandra

Ich sags ganz offen: Ich bin schuld am WM-Aus der deutschen Mannschaft. Mein total fussballbegeisterter Nachbarübernbürogang meinte heute nachmittag: "Ist ja ganz klar, wie das heute ausgeht, 2:0, locker!" Und ich habe gemeint: "Aha, für wen?" und jetzt kann ich da vermutlich morgen nicht mehr hingehen. Naja, ich hab eh gesagt, dass ich langfristig da vermutlich ausziehen sollte wegen andauernd hin und her rennen.


Sonst:
Heute nur die 25 km in die Arbeit und zurück geradelt, war irgendwie... anstrengend. Aber es ist ja nur noch die Woche Bike to work.


Zwischendrin bei der Arbeit eine Meldung aus dem firmeneigenen Google-Plus gesehen, dass es vom Sportclub wöchentlich 5 Yogalektionen über Mittag gibt. Ich habe mich grad spontan mal angemeldet (der Jahresbeitrag ist eher symbolisch) und freue mich tatsächlich sehr! Die firmeneigenen Fitnessstudios habe ich ja bisher eher ignoriert (ich glaube, ich bin durch mit Fitnessstudios, ich mag nicht duschen und Haarewaschen müssen mitten am Arbeitstag), aber so eine Yogastunde, das kann ich mir gut vorstellen! (Ich habe ja früher viel Power-Yoga gemacht, das ganze spirituelle Trallafitti aussenrum ist überhaupt nicht meins, aber muss es ja auch nicht. Es werden verschiedene Grade von Achtsam- vs Sportlichkeit angeboten :-))


Leicht skurriles Erlebnis: im Moment kann ich im Italienprojekt praktisch nix machen, um in der Fussballsprache zu bleiben: der Ball ist in der italienischen Hälfte :-). Es gibt allerdings noch ein Dokument, das ich erstellen muss, dafür fehlen mir allerdings noch Analysendaten und für die fehlen noch die entsprechenden Muster und für die fehlt noch ein bisschen was an Material (also sozusagen: der Ball). Aber alles andere (incl Schlussfolgerung, ich erwarte nämlich keine Überraschungen) kann ich schon vorbereiten und das wollte ich heute erledigen. Tja. Als ich dann in unserem Dokumentenlenksystem eine neue Nummer lösen wollte, merkte ich, dass ich genau dieses Dokument (incl der noch zu aktualisierenden Bereiche in gelb markiert) schon vor Wochen erstellt habe, als ich offensichtlich das gleiche Gefühl hatte. Tja, das war ein schnell erledigtes Post-it!


Sonst so: Mittagessen mit meiner kleinen Schwester (incl Ferndiagnosenzweitmeinung zu Jons Hormonschub), das ist eine echt schöne Gewohnheit, auf die ich mich immer richtig freue.


Mit den direkten Kollegen die Ferienplanung und vor allem -vertretung geregelt. Auch das ist etwas grossartiges: diese kleine Dreiergemeinschaft, die mag ich sehr gern. Diesmal bin ich übrigens die letzte, die in die Ferien geht, d.h. ich werde noch zwei Wochen zwei Kollegen vertreten, die aber alles gut vororganisiert haben. Bei der Gelegenheit habe ich den Kalender für die Ferienzeit mal freigeputzt, d.h. Meetings entweder verschoben, abgesagt oder halt mich abgemeldet.
Und noch eine grossartige Überraschung für die Kinder organisiert.


Irgendwann in der ersten Halbzeit dann heim, dort schon so bedingt lange Gesichter, aber tja nun.
Das grosse Kind zum Unihockey geschickt, mit dem kleinen den Rucksack für die Abschlussklassenreise ab morgen gepackt. Der ist richtig wehmütig, dass er nur noch ein paar Tage bei seiner Klassenlehrerin ist.... aber die Reise ins Kaltbrunnental wird sicher super!


Vor den Schweiz-Spiel noch schnell ein paar Schubladen zusammengebaut, das Innenleben der Paxe ist damit komplett, jetzt fehlen nur noch Licht und Schiebetüren.


Schweiz-Costa-Rica dann mit Nudeln, die zweite Halbzeit ohne Little L. der zu müde ist und eh ohne den Hübschen, der mit seinen Kollegen Rheinschwimmen ist.


Stressleveldurchschnitt gestern: 40
Selbstbeweihräucherung: die hat mein Ich vor ein paar Wochen verdient, das so schön schon alles vorbereitet hatte.







Dienstag, Juni 26, 2018

Satz mit x

Es klang ja nach einem wunderbaren Plan: Dienstag abend haben bei uns alle frei, es ist schönes Wetter, wir sausen nach der Arbeit einfach schnell runter in die Dorfbadi, baden an und essen dann gemütlich im Badirestaurant.
Aber.
Erster Haken: Meine Op-Wunde ist ja noch nicht ganz richtig zugeheilt und ja, wahrscheinlich alles super und überhaupt ist die Brust kein lebenswichtiges Organ*, aber trotzdem möchte ich weder im Rhein noch im Dorfschwimmbad damit auf Keimfang gehen. Macht aber nix, ich kann ja die Füsse ins Wasser halten.
Ich (hab ja radtechnisch was aufzuholen) hatte also schon 35km unter den Pedalen, als ich heute heimkam, wir packten schnell Badehosen, Handtücher und Jahreskarten ein, der Hübsche lief die 2km nach unten, die Kinder und ich ... radelten.
Das dauerte ein bisschen länger, weil L. ja noch keine Veloprüfung hat und deswegen auf dem Trottoir fahren muss und er weiss jetzt, dass es keine gute Idee ist, zu versuchen, mit voller Geschwindigkeit im spitzen Winkel auf eine unabgesenkte Trottoirkante raufzufahren. Immerhin stand kein Laternenpfahl im Weg und ihm blieb so etwas erspart, und er ist nur an Knie und Ellbogen verschürft.
Im Bad sprangen Q. und der Hübsche in den Rhein, es ist immer noch sehr malerisch, danach tobten die Jungs ungefähr eine dreiviertel Stunde im Wasser und das war wohl ein bisschen anstrengend, den beim Rausgehen stolperte Q. und schrappte sich das Schienbein an der rauhen Betonkante am Beckenrand auf. Und zwar ca 15cm lang, 3cm breit, richtig die Haut ab und viel Blut. (und das bei dem Kind, das wie ich höchstens in einer Parallelwelt Chirurg werden könnte, an sich herabsieht, tief seufzt, ganz weiss wird und sagt "Oh. Oh. Mir ist nicht wohl."). Gottseidank gibt es im Badirestaurant nicht nur leckeres Essen (das Spezialgericht vom letzten Jahr, die Hähnchensticks in Brezenbröseln immer noch, aber neu Dumplings mit Asiasalat!), sondern auch einen Verbandskasten, wo zwar leider nicht das nicht brennende Ocentisept, sondern OldSchool "Aaaaaaaaaaaah, das brennt wie Feuer!"-Desinfektionsmittel drin ist, aber auch ausreichend grosse Pflaster, die das alles ordentlich verdecken.














Auf dem Heimweg rannte der Hübsche wieder, Little L weiss jetzt, dass es auch keine gute Idee ist, mit nicht ganz so viel Schwung im spitzen Winkel auf einen halb abgesenkten Bordstein rauffahren zu wollen, ist aber sehr elegant abgesprungen, weiss jetzt, wie man eine Kette wieder reinbekommt und ich habe mir NIX mit Schmiere versaut.


Ausbaufähig, vong der Entspannung her!






Sonst so: Sansa hat ihre Liebe zu unseren Fleecesternendecken entdeckt. Sie nuckelt da dran und trampelt (mit allen Krallen ausgefahren, man möchte wirklich keine Katzenmutter sein). Und während sie ihre Babyphase auslebt, schiessen bei Jon die Hormone ein (eigentlich ist er noch keine 4 Monate und laut verschiedenen Tierärzten ist normal ab 6 Monaten eine Kastration einzuplanen... Hui!**). Sie werden so schnell gross :-)




Stresslevel gestern:39


Selbstbeweihräucherung: Wir (ein globales Team, heute vertreten durch eine italienische Kollegin, einen chinesischen Kollegen und mich) hatten heute ein nicht ganz unproblematisches Meeting (via Telefon) mit einem unserer deutschen Standorte (vertreten durch ...5? deutsche Kollegen). Logischerweise sprachen wir englisch und nachdem wir uns nur mit Vornamen vorstellten und viele Menschen, gerade solche, die nicht aus Bayern, Österreich oder der Schweiz kommen, meinen Nachnamen gern in Skandinavien einsortieren, war den Kollegen am anderen Ende nicht klar, dass eine Person am anderen Ende sehr gut verstand, was sie untereinander besprachen, wenn sie "Sorry for switching to German, we have to discuss some technical details, that's easier that way" anmerkten und in der Annahme, dass die Globis eh kein Deutsch können, nicht die Mute-Taste drückten. Nun ja, wir sind ja alle nur Menschen und eine gewisse Emotionalität ist ja auch ein Zeichen für mit Leib und Seele dabei. Ich konnte es mir aber nicht verkneifen, dann in der abschliessenden Verabschiedungsrunde noch ein "Tschüss, vielen Dank und ich bin mir sicher, wenn wir uns alle anstrengen, dann kriegen wir das hin" anzuhängen. Auf Deutsch natürlich :-).












* Das war der ... etwas arg sportliche Salespitch des operierenden Chirurgen am Abend vor der OP als Einleitung zu: "Machen Sie sich keine Sorgen und schlafen Sie gut"


** Und ja, natürlich kann eher sein und natürlich ist Katzen ihr Verwandtschaftsgrad egal und natürlich wollen wir keine Katzenbabies mit einer Katzenkindermutter und meine Güte, mir san aa ned auf da Brennsuppn dahergeschwommen, also: wir haben das im Griff. Aber danke für all Ihre runtergeschluckten guten Ratschläge.

Montag, Juni 25, 2018

Zurück im Sattel

Höhö, und zwar wortwörtlich. Wegen Italien (meine Güte, DAS hätte Kilometer fürs Team gegeben) und Spital und dann OP-Schmerzen habe ich ja Bike-to-Work-technisch dieses Jahr nicht wirklich was gerissen. Aber: eine Woche ist ja noch und da plane ich, Gas zu gehen!


Heute also direkt mal die lange, lange, lange Strecke zum Bürostandort am Bahnhof, weil wir ja unser "Early next week"-Alignment-Meeting super early, nämlich Montag um acht, hatten. Da lohnt es sich nicht mal für mich Early Bird erst in den Turm zu fahren.


Radln ging noch gut, jede Art von Hubbel ist nicht soooo schön, aber geht.


Dann eben Meeting, noch ein Meeting, Meeting bei Kaffee, Meeting in der Gruppe, informelles Meeting mit Oberchef, wo über den zukünftigen Büroplatz meiner zwei direkten Kollegen und von mir diskutiert wurde (ich sags mal so: der Elfenbeinturm ist angezählt. Also, nicht der Turm, aber mein Platz im Turm. So schön die Aussicht ist, langfristig macht es keinen Sinn....), Mittagessen mit Oberchef, Arbeiten im Keller und dann mit dem Rad nervöser als gedacht zur Nachkontrolle der Nupsi-OP.


Nupsi-Status: Die Farbe ist fast wieder normal, leicht gelblich, aber das passt ganz gut zu meiner blassen Erscheinung. Es tut direkt am Exnupsiort schon noch ordentlich weh, wenn man draufdrückt, ansonsten fühlt sich das alles sehr seltsam an: die Haut oben drauf ist taub, fühlt sich aber innen drin wund an.

Bei der Nachkontrolle heute wurden vor allem die Steristrips abgezupft, die über der eigentlichen Wunde immer noch klebten. Die Narbe an sich sieht man kaum noch, nur an einem Ende ist es noch ein bisschen offen, das wurde gereinigt und alter Verwalter, ich denke mir ja manchmal, dass ich in einer Art Alternativrealität vielleicht doch Chirurgin geworden ware, aber ich glaube, das ist schon ganz gut so, dass das nicht tatsächlich passiert ist.... als da so ein bisschen Grusel weggeputzt wurde, und man erst so ein Loch (jetzt nicht gross, so 3x4mm vllt) gesehen hat und in das Loch rein, und dann hat das ganz schön geblutet (immerhin gar nicht wehgetan), da ist mir dann schon sehr, sehr uncool sehr, sehr schwummrig geworden. Jetzt ist aber alles geputzt und mit Pflaster wieder zugeklebt, phew!
Sonst, und das ist das allerwichtigste und ich war ... doch nervöser als gedacht, wurden ja beide (habe ich das erwähnt? Auf dem Weg zum eigentlichen Nupsi haben sie noch einen kleineren gefunden und auch grad rausgenommen) Nupsis trotz unauffälliger Biopsie nochmal histologisch untersucht, und ... sind immer noch nix schlimmes. Im einen fand sich noch ein wenig Mikrokalk im Fibroadenom, das andere war halt einfach nur ein Fibroadenom.
OP-Nachwirkungsmässig ist alles so wie es sein soll, innerhalb der nächsten Wochen sollte sich das komische Gefühl auch legen.


Damit wäre das dann auch erledigt!


Sonst so: wir sind noch überhaupt nicht gut im Katzen finden oder cool im NichtwissenwodieKatzensind. Jon ist kaum zu verlieren, der hängt immer an uns dran und ist mit Futter super zu locken. Sansa ist ... viel schneller, viel leiser, viel unauffälliger und hat viel mehr eigenen Kopf. Während Jon gern bei uns am Fussende schläft, hat sie beschlossen, dass sie am liebsten in L.s Kuscheltierhaufen schläft (oder, wie er heute morgen reklamiert hat, seine Nase beisst oder sein Auge ableckt). Heute morgen, als die Kinder schon auf dem Weg in die Schule waren, war wieder einmal nur Jon auffindbar. Der Hübsche hatte (nicht unberechtigt, muss man sagen) Sorge, dass sie sich vielleicht in einem dr Kinderschulrucksäcke versteckt hätte und nun auf dem Weg entweder in die dritte oder sechste Klasse wäre. Er sauste den Kindern hinterher, filzte mehr oder weniger im Pausenhof die Schultaschen, sauste zurück und fand dann doch noch ein Kuscheltier in L.s Bett, dass laut schnurrte....




Stressleveldurchschnitt gestern: 48 (ich sags ja: die Tage, die ich am tollsten finde, würde mir das Garmindingsi am liebsten verbieten)


Selbstbeweihräucherung: als Follow-up zu meiner total erwachsenen Email von ... Donnerstag (?) heute ganz erwachsen genetworked und es hat sich weder gezwungen noch doof angefühlt.

Sonntag, Juni 24, 2018

Spontan

Am Mittwoch schrieb ich dem Hübschen spontan: "Du, ich habe das Gefühl, wir verwahrlosen sozial total. Wollen wir schauen, ob wir spontan Leute zum Grillen am Sonntag finden?" Seine Antwort "Cool, hast Du noch Freunde?" ist vor allem in dem Kontext zu lesen, dass er am Tag zuvor in der Mittagspause einem Haufen seiner Kollegen die Babykatzen gezeigt hat (wir wohnen zwischen Arbeitsort und Dienstag-Thai) und dann bei der Gelegenheit locker flockig in den Raum warf: "Ach, wo wir grad da sind, könntet ihr kurz anpacken?" und mit ihnen 4 Pax-Corpusse aus der Tiefgarage in den zweiten Stock schleppte.
Ich schrieb also an unsere drei ältesten Freundespaare hier (wir kennen uns seit dem 1. November 2002, damals hatten wir alle noch keine Kinder, waren noch nicht alle verheiratet, hatten keine Häuser und alle unseren allerallerersten Job. Zusammen.) und vielleicht klang es etwas verzweifelt:


Hallo zusammen,
Ich mache mir ein wenig Sorgen, dass C. und ich sozial verwahrlosen :-).
Hättet Ihr Zeit und Lust, dem abzuhelfen und vielleicht diesen Sonntag bei uns zum Kaffee, Kuchen, Eis, Grillen (ist Fussball?) vorbeizukommen?
Neben unseren etwas eingerosteten sozialen Fähigkeiten und was zu Essen haben wir ausserdem zwei gar nicht mehr ultrawinzige, aber ultrafreche Katzenkinder als Neuzugänge vorzustellen und wir würden nur ganz wenig mit dem neu ausgebauten Dachgeschoss angeben.
Es wäre toll, wenn das klappen würde!
Liebe Grüsse

Auf jeden Fall hatten ALLE Zeit und Lust und das will was heissen, weil mit 8 Jobs, 8 Kindern und alle mit Verwandtschaft irgendwo in aller Herren Länder haben wir normal NIE alle gleichzeitig Zeit.

Wir haben also heute erst bis zwei Uhr Pax-Innenleben zusammengeschraubt, schnell einen Coffee-Cake gebacken, dann 30 Burger-Patties gepresst, (Buns und Sossen und Eis für danach waren wegen "Wir haben eigentlich keine Zeit") gekauft), Belag-Gedöns geschnippelt, Guacamole angerührt, Bier, Limo und Sekt kaltgestellt, und dann hatten wir einen trubeligen, aber ganz, ganz grossartigen Nachmittag und frühen Abend (tja, es ist nicht mehr 2002 und alle haben Kinder, die morgen in die Schule müssen, und wir sind auch nicht mehr 25). Ich war nur etwas überrascht, dass all diese süssen kleinen Kinder, die ich alle sozusagen seit dem ersten Gedanke daran oder wenigstens seit dem Strich auf dem Schwangerschaftstest kenne, heute nicht mehr von ein paar Burgerbröckchen satt werden, sondern... mehr essen als die Eltern und dann noch einzweidrei Eis. Phew! (ich bin ja froh, eigentlich hatte ich nämlich Angst, dass wir die nächsten drei Wochen die eingefrorenen Burgerpatties verbrauchen müssten).

Die Katzen waren natürlich die Stars und ich habe mal dezent die Adresse der Katzenrettungsstation aus dem Elsass weitergegeben. Und genau geschaut, ob irgendein Kind versucht, eine Katze mit rauszuschmuggeln beim Gehen :-).

Das war richtig schön! (Und ich habe in einer Freundin eine wahre Garmin-Stressschwester gefunden. Wir ticken beide sehr ähnlich und Garmin gibt uns pro Tag nicht mehr als 14 Minuten "Entspannung")..

Stressleveldurchschnitt gestern: 38
Selbstbeweihräucherung: es geschafft, das Ganze relative low key durchzuziehen und es volle Möhre zu geniessen!

Samstag, Juni 23, 2018

Perfetto

*Disclaimer* während des #GERSWE-Spiels geschrieben und egal, wie es ausgeht, der Tag war super, die WM ist mir ein bisschen wurscht, wobei mich tatsächlich das "OMG, wir werden alle sexistische Nazis, wenn wir Klopapier mit Rasenduft kaufen und hoffentlich scheidet Deutschland in der Vorrunde aus, ihr frauenfeindlichen, diktaturhörigen Nazis"* ja schon noch ein bisschen mehr nervt als drölfzig Millionen Bundestrainer.


Also. Heute morgen hatten wir nach dem ersten Kaffee im Bett ja erstmal ein klärendes Gespräch geplant, weil neben allem "Wir sind gestresst wie jeden Sommer vor den Ferien" haben sich einige Dinge eingeschliffen, die hier wiederholt für schlechte Laune sorgen, also hatte ich Teambuilding-/Mediations-/BlablablaWorkshp geschult jedem zwei Zettel in die Hand gedrückt (Post-Its und Flipcharts waren aus) und drum gebeten, aufzuschreiben, was man findet, dass gut läuft, und was ... eben nicht. So vong Familienzusammenleben her.
Das haben wir dann heute morgen gemeinsam (nach Kaffee) im Elternbett friedlich ausdiskutiert, mit klaren Aktionen, Verantwortlichkeiten, due dates und Konsequenzen versehen (hallo? Zwanngsweise Teamplayer seit ...16 Jahren, da kann man gar nicht anders als das zu lernen!) und bei einem gemütlichen Terrassenfrühstück besiegelt.


Die Kinder hatten dann die letzte Pfadiübung des Schuljahres, traditionell geht da die gesamte Abteilung in die Dorfbadi. Die letzten beiden Jahre haben sie stattdessen im strömenden Platzregen das Dorf unsicher gemacht, aber heute war es fast perfekt, nämlich so ca 25°C, strahlender Sonnenschein, recht windig, aber Pfadis sind ja nicht aus Zucker.
Der Hübsche und ich sind erstmal ein bestelltes Paket für mich (hach. zwei geringelte Shirts, einmal weit, einmal schmal, zwei dunkelblaue Hosen, einmal uperschmal und "hochwasser", einmal mittelschmal und fast 7/8) abholen gefahren, und dann wartete bei der Lottofrau noch ein Überraschungspaket aus dem Internet <3, danke!!! Im Anschluss (ich meine: Traumwetter, Wochenende, wir sind ja keine Anfänger) ging es in das Nicht-Ikea-Möbelhaus unseres Vertrauens, Nachtkästchen für unser Bett bestellen. Das haben wir jetzt schon ein paar Jahre, aber jetzt haben wir genug Platz, und die Sache mit dem Sofa ist ja nun auch verjährt. (Wir mussten übrigens einen DSVO-Irgendwas-Dingsi unterschreiben, dass wir damit einverstanden sind, dass die sensiblen Daten wie "mögen Silbereiche, NICHT Platin-Eiche", "hätten gern eine LED Lichtleiste, sind nicht bereit, nochmal so viel wie für den ganzen Schrank zu zahlen" von uns gespeichert werden) Ich bin immer wieder etwas überrascht, wenn wir bei uns bei der Arbeit von "End to end lead time reduction" sprechen und uns dafür drölfzig Gliedmassen ausreissen, und dann hat ein ... schon schönes, aber nicht mal mit Lichtleiste, nech? und sonst halt... Holzkistchen eine Lieferzeit von VIERZEHN WOCHEN? Aber ja nu. Wir haben 19 Jahre ohne Nachtkästchen gelebt, dann geht das auch noch 14 Wochen.
Auf dem Heimweg haben wir noch eine Riesenportion Hackfleisch gekauft, ich hatte nämlich am Mittwoch spontan das Gefühl, dass wir mal wieder was mit Freunden machen müssten, die eigentlich immer total ausgebuchten Freunde seit immer zum Grillen eingeladen und zack: alle haben oder nehmen sich Zeit und wir grillen also morgen Millionen Burger und das wird sicher toll.


Zum Abendessen gab es für müde Pfadis und müde Eltern mal wieder Lachs mit selbergemachten Linguine, diesmal mit einem Esslöffel gemörsterten Fenchelsamen in den Nudeln, das kann man sehr gut machen und im Anschluss Fussball. Mit neutralen Snacks, nämlich der Argentinien ("Chimichurri") und der Portugal ("Piri-Piri")-Version der Zweifels-Chips (die Schweizer Variante mit "Landjäger"-Geschmack konnte ich beim besten Willen nicht kaufen).


Ging dann ja doch noch gut aus!


Stressleveldurchschnitt gestern: find ich grad nicht, das Handy hängt IRGENDWO am Strom, aber das ist ja auch mal ne Aussage
Selbstbeweihräucherung: statt zuerst angedachten Bussenkatalog dann doch auf total inklusiven Diskussionskreis gesetzt. Mal sehen, wie es läuft. Den Bussenkatalog kann ich ja immer noch aus der Schublade holen




*der Tenor des zumindest gefühlt lauteren Teils meiner Timeline auf Twitter klingt genau so.

Freitag, Juni 22, 2018

Pokefreunde und aus Versehen Fussball

Heute morgen um 7:15h standen Maler und Architektin auf der Matte, die letzten (und zwar ALLERLETZTEN!) Ausbesserungen zu besprechen. Um 11Uhrbisschenwas war der Umbau dann offiziell zu Ende. (naja, die Rechnung und das Bezahlen derselbigen fehlen noch. Aber wer möchte schon so streng sein...)
Normaler Homeofficetag, versüsst durch das neue Feature von PokemonGo, in dem man sich jetzt "befreunden" kann und sich Geschenke schicken und Pokemöner tauschen. Das ist schon sehr lustig, wenn man dann so ... Postkarten von überall her bekommt. Ich habe direkt welche mit "Riegel Bier" und "Holzstapel Autobahnzoll Rheinfelden" verschickt. Man muss ja Werbung für die Gegend hier machen.
Für den Fall, dass Sie auch mit mir befreundet sein wollen: das bin ich. Und nicht wundern wegen des Namens, der hat eine lange Vorgeschichte.




Daheim ist auch ein nächster Meilenstein erreicht: die Katzen dürfen auch ins Kinderzimmer. Das ist heute morgen so eher aus Versehen passiert, L. durfte länger schlafen und auf einmal war Sansa verschwunden und beim besten Willen nicht aufzufinden, auch nicht hinter dem Bügeleisen oder IM Badschränkchen, wo wir sie die letzten beiden Male nach langer Suche entdeckt hatten. Als wir zwischen lauter Suchen und Rufen dann L. aufweckten, merkten wir, dass eines seiner Kuscheltiere sehr laut schnurrte.... nun ja. Dürfen sie also jetzt überall hin.


Auch beim Homeoffice hatte ich .... hilfreiche Unterstützung.




Abends machte sich der Hübsche dann zum Basler Firmenlauf auf und L. zum Unihockeytraining (eins von beiden fiel unangekündigt aus, das andere war ein voller Erfolg)


Als alle wieder daheim waren, haben wir uns dann noch spontan die zweite Halbzeit des Schweiz-Spiels angeschaut und wurden fast lokalpatriotisch, als Xherdan Shaquiri erst fast und dann richtig traf. Er ist ja nicht nur Basler Lokalmatador, sondern auch im Nachbardorf grossgeworden und dann in unser Dorf gezogen. Wir haben sozusagen eine lange Tradition als Nachbarn von Fussballern.


Zwei Anekdoten habe ich dazu:
Erstens: ein ehemaliger Kollege aus Produktionszeiten mit kosovarischen Wurzeln (und einem Bruder, der wegen "hoppihoppi, wir brauchen dich in der Schweizer U21-Nati" sehr schnell eingebürgert wurde) hat unserer Znünirunde schon vor langer Zeit den albanischen Adler erklärt, so dass ich das meinen Mitguckern schon erklären konnte, BEVOR der Schweizer Kommentator sich augenreibend aus dem Torjubel heraus drüber echauffierte.


Zweitens: unser direktester Kontakt zu Xherdan Shaqiri ist aktuell aber ein kulinarischer, unser Nachbar direkt gegenüber (der mit dem weggelaufenen Hund) hat einen Freund, der bei der Firma arbeitet, die die von Xherdan Shaquiri produzierten (?), mit seinem Gesichtsaufkleber beworbenen (?), jede einzelne mit der Hand selbstgewutzelten (das. Bestimmt das) lowcarb-highprotein-Brezenstangerl in drölfzig Geschmackrichtungen herstellt.
Dieser Freund schenkt ihm kistenweise die kurz vor oder nach dem Verfallsdatum stehenden Stangerl (fast immer die "Classic", nur mit Salz) und er schenkt sie weiter. An die Kollegen in der Eigentümerversammlung, an die Nachbarn direkt gegenüber, an die Nachbar, die den Hund von der Polizei aufgenommen haben, an die Nachbarn, die in der Garage direkt gegenüber parken, und ganz vielleicht auch noch an andere Leute an uns. Wir haben auf jeden Fall mittlerweile ungefähr .... 15 Packungen, die alle unterschiedlich lang abgelaufen sind (ich finde die ganze "lowdies, highdas"-Geschichte reichlich albern. Vor allem bei Salzstangerl), und vor kurzem habe ich dann mal (es war echt alles andere zu Knabbern aus) eine aufgemacht, nach drei Stück beschlossen, dass ich doch keinen so grossen Jieper auf was Salziges habe, und wenn doch, könnte ich mir ja ein bisschen Salz auf ein Stück Pappe streuen, das würde dann ähnlich schmecken. Den Rest habe ich den Kindern in die Znüniboxen gepackt, da war es wenigstens weg. Wie genau der Tauschkurs gegen (abgelaufene) Shaqiri-Salzstangerl auf dem Pausenhof ist, weiss ich aber nicht. Ich denke, nicht allzuhoch, ich habe nämlich auch verschiedensten Handwerkern zum Zvieri neben Waffeln, Keksen, Früchten und natürlich Kaffee auch immer wieder Shaqiri-Stangerl aufs Tablett gestellt, aber die ... hm... gingen nicht so richtig gut weg. Euphemistisch gesagt.


Adler hin oder her, ich glaube, er sollte schon beim Fussball bleiben.


Stressleveldurchschnitt gestern: 37
Selbstbeweihräucherung: auf die voll erwachsene Mail gestern die erhofft Antwort bekommen. Läuft.

Donnerstag, Juni 21, 2018

Grinch

Aus verschiedenen Gründen habe ich den Tag gestern grinchig beendet und heute ebenso gestartet. Aber: ich bin ja erwachsen und die meinsten Menschen, mit denen ich interagiere auch, deswegen haben wir das dann doch auseinandersortiert. Fazit: uns fehlt im Moment Familienzeit. Eigentlich um diese Jahreszeit keine neue Erkenntnis, dieses Jahr fehlt halt auch ein bisschen die Aussicht auf "Und in x Wochen sitze ich .. in Kalifornien am Strand, in Norwegen am Fjord, in Island am Geysir oder in Italien am Strand*", weil das da dieses Jahr wegen "Wir haben umgebaut" und "Wir haben neue Babykatzen" ausfällt.** Mit der Aussicht darauf habe ich mich ja die letzten Jahre auf der Durststrecke im Sommer immer aufrecht gehalten,


Das kleine Katzenmädchen ist viel mutiger als ihr Bruder und ist gestern spontan vom Schreibtisch auf das Geländer der Galerie (3+m über dem Boden, ca 4cm breit) gesprungen und dort entlang balanciert. Sie hat sogar angefangen, dort oben ihren buschigen Schwanz zu jagen. Wir haben sie immer wieder runtegepflückt, L. war ein wenig enttäuscht, dass "Katzen können durchaus lernen, ein deutliches "NEIN" zu akzeptieren" aus dem Buch, das er sich aus der Schulbücherei ausgeliehen hat, nicht heist, dass Sansa jetzt genau dieses NEIN akzeptiert.


Der Hübsche war ja gestern auf dem Konzert und hatte das nicht gesehen und war deshalb etwas überascht, als er morgens um 5 die Augen aufmachte und sie genau das wieder machen sah. Incl. einem Fehltritt und einem ordentlichen Plumps eben auf den neuen Parkettboden. Hat ihr aber anscheinend nichts ausgemacht und der Lerneffekt war auch eher nur so mittel. Nun ja. Noch ist sie leicht und flauschig.


Q. muss aufpassen, dass er sie nicht mal aus Versehen mit in die Schule nimmt, sie setzt sich nämlich begeistert in seinen Schulsack und lauert dann entweder drauf, dass jemand vorbeikommt und sie ihn wie ein Schachterlteifi anspringen kann, oder schläft ein.


Sonst so: viel Gedöns erledigt (im Moment habe ich ein Grossprojekt, ein mittleres, eine brennende Hütte und viel, viel Kleingedöns, das ich immer auf virtuellen Post-Its auf mein Desktop klebe und wenn ich eine Pause vom Hüttelöschen brauche, schnappe ich mir ein, zwei, drei davon.), mit Italien telefoniert, in der Mittagspause sehr lecker vietnamesisch in der Markthalle essen gewesen, pünktlich heim gegangen.


Fürs Abendessen war ich dann noch schnell frisches Brot, Avocado und Pflasternachschub (den nicht primär fürs Abendessen) kaufen und bin dabei: einer Nachbarin, einer Pfadi-Abteilungsleiterin und zwei Freunden (und Kinderfreundeeltern) über den Weg gelaufen. In ein und demselben Regal im Supermarkt. Meine Güte, das Dorf ist schon ein Dorf!


Die Kinder haben (vermutlich erstmal das letzte Mal für .. drei Tage oder so, noch kann ich das mit dem krassen Temperatursturz gar nicht glauben) nochmal ausgiebig gebadet und ich überlege, ob ich mich jetzt total rebellisch (Austrittsbrief Krankenhaus: "Baden: 2 Wochen abwarten") vielleicht doch in die Badewanne legen sollte. Irgendwie wäre mir danach.




Stressleveldurchschnitt gestern (nicht repräsentativ, habe das Gerät über Nacht am Ladegerät vergessen, und es ist ja bekannt, dass das Schlafen bei mir am stressigsten ist): 36
Selbstbeweihräucherung: Eine total erwachsene Email geschrieben, sogar zweimal durchgelesen vor dem Abschicken und jetzt bin ich gespannt auf die Antwort.





*Danke, aber nein danke, davon hatte ich das letzte Jahr mehr als genug. Gerade heute habe ich mit meiner Kollegin den aber jetzt wirklich allerletzten Besuch erstmal festgezurrt. Immer noch vor meinem Urlaub


** Umso wichtiger ist mir, dass wir für die Herbstferien noch eine Reise einplanen können. Ich favorisiere Dublin *** und für nächstes Jahr Sommer spinnen wir auch schon wieder Ideen (Kanada? Schweden? Schottland?)


*** Jaja, ich kann nicht aus meiner I-Länder-Haut

Mittwoch, Juni 20, 2018

A perfect circle

Gestern abend haben der Hübsche und ich dann noch ein bisschen Pax-Schränke zusammengebaut, eine Folge "Bosch" geschaut (Ich hatte mich echt gefreut, dass Prime Video jetzt auch in der Schweiz funktioniert. Leider ist das angepriesene "uneingeschränkt selbe Angebot wie in Deutschland" halt ein leider nicht nachvollziehbar sehr wohl eingeschränktes Angebot, so dass zB die erste Staffel Bosch fehlt. Naja, wer wie ich die Bücher alle gelesen hat, weiss eh, dass die erste Staffel eher so ein Fall aus mittendrin ist.), schlafen gegngen, morgens von den Frühaufsteherkatzenkindern geweckt worden.


Eigentlich hatte ich einen arbeitsreichen Vormittag zum Abarbeiten der To-Do-Liste geplant und einen mit Meetings vollgepackten Nachmittag. Die wurden jedoch sukzessive abgesagt und so kam ich mit Erledigungszeug weiter als gedacht.


Mittagspause mit den ehemaligen Bürokollegen (jetzt weiss ich auch, warum ich grad so Hunger bekomme: ich habe nur einen Salat gegessen!) incl Verdauungsspaziergang durch die Knallhitze am Rhein entlang.


Für die verbleibenden zwei Halbstundenmeetings lohnte sich der Trip durch die Stadt nicht mehr, das liess sich mit einem Telefonat und einem Google Hangout erledigen.


Das letzte Meeting des Tages war unser Global Townhall, wir sind ja seit März eine neue Abteilung, zusammengelegt mit unseren, wie man so schön sagt, Bio-Counterparts, die praktisch alle in den USA sitzen, weswegen unseren gemeinsamen Meetings jetzt immer in den "global hours", also zwishen 17 und 19 Uhr stattfinden. Bei der Gelegenheit frage ich mich ja seit einiger Zeit, wie das so gern als non plus ultra gepriesene skandinavische Modell mit "Keine Meetings nach 16:00" in der internationalen Zusammenarbeit funktioniert. (Meine Güte, ich hätte mich jetzt ja nicht unbedingt als vermeintlich typisch spassbefreite, ultrakorrekte deutsch-schweizerisch sozialisierte Tüpflischisserin betrachtet, aber mein inner SoCal-SurferGirl, das ich eigentlich sehr gern mag, ist nach einem langen Tag zur global hour absolut nicht mehr bereit für South City-"How are you feeling"-Füllsel und übergibt an Fräulein Rottenmeier, die streng auf die Uhr schaut und kein Verständnis für vermeidbare technische Schwierigkeiten hat)


Die Kinder hatten den Tag einerseits für ausgiebiges Planschen genutzt, andererseits hatten sie sich selber "Zimmer aufräumen" auf den Plan gesetzt. Der nächste Zimmertetrismove ist nämlich, das Stockbett aus dem Kinderzimmer in unser altes Schlafzimmer zu transportieren, den grossen Schreibtisch in Q.s neu alleiniges Zimmer und auch das noch neu zu kaufende Bett. Das geht erstaunlicherweise nur, wenn der  Boden legofrei ist und das ist in den letzten paar Wochen etwas vernachlässigt worden, weil: "Für den Umzug müssen wir dann eh richtig aufräumen." Genau jetzt halt. Man glaubt übrigens auch nicht automatisch, dass man einem Kind mal sagt: "So, jetzt kannst Du noch eine halbe Stunde aufräumen, aber dann gehst Du endlich mal raus baden!"


Abendessen gab es dann erst für L. und mich allein, Q.hat Unihockeytraining, der Hübsche fanboyt auf dem "a perfect circle" Konzert in Zürich, dann für Q. allein.
Ich räume noch ein bisschen Badschrankinhalt um (Kosmetik und Schminksachen sortieren, weil auf einml so viel Platz!!!!), dann: ab ins Bett.

Dienstag, Juni 19, 2018

Back to the glue factory

Erste Nacht mit Storen vor dem Gaubenfenster: schon noch ein bisschen besser als ohne :-).


Erster Morgen mit Morgentoilette aus dem neuen Badschränkchen: gar nicht mal so praktisch, weil ich noch nicht alles hochgeräumt hatte und nur Skincare ohen Zahnbürste und Schminksachen zu erstaunlich viel Lauferei zwischen den Stockwerken führte. Immer in Katzenbegleitung.


Erster Tag nupsifrei gearbeitet. Ging gut, ich wäre ab Mittag um ein Coolpack froh gewesen und das Tragen der schweren Messengerbag auf der rechten Seite (weil halt) durch die heisse Stadt über Mittag war auch nur semiangenehm. Aber eine weite Bluse (und der Quetsch-BH) lassen allfällige Unsymmetrien nicht auffallen.
Das mit dem "Ich red da vorne weg nicht gross drüber" lief nur so mittel. Ein Teil der Kollege wusste nix, ein Teil (irritierenderweise inclusive der, mit denen ich sonst mit am meisten teile), hat sich mit meiner vagen Ankündigung zufrieden gegeben, ein Teil mittelnaher Kollegen hat einfach nicht aufgehört zu fragen "ABER WAS DENN JETZT GENAU?!" und da konnte/wollte ich dann nicht sagen "Geht dich nix an" oder "Sag ich nicht" und die wussten dann eigentlich alles, ein ganz kleiner Kreis war mit Absicht in alles eingeweiht. Als ich heute (nach für die Kollegen gefühlt ewiger Abwesenheit, weil ich ja direkt vorher noch in Italien war) wieder zurückkam, war das Halo gross (was ja schön ist, so vermisst zu werden), aber skurrilerweise hatte sich anscheinend die Meinung verbreitet, ich wäre an den Nieren operiert worden. Das wusste ich natürlich nicht, und so war ich etwas irritiert von Anfragen wie "Kann ich mal sehen! (Äh.... nein?!)  und "So krass, dass Du schon wieder auf den Beinen bist, bei meinem Schwiegervater ging das ewig, bis der wieder richtig pinkeln konnte" (Äh. Kopfkino!), meine Kollegen dafür etwas irritiert ob meiner Antworten auf ihre Tipps zur Narbenpflege ("Ich habe die immer bei der Physio durchgeknetet bekommen!", "Pass bloss auf, dass die nicht zu viel Sonne abbekommt!", "Echt, genäht? Ich dachte, das macht man heute laparoskopisch!"), und wir haben alle herzlich gelacht, als sich klärte, dass ich über meine Brust, sie über meine Niere redeten. Der geht es übrigens gut. Merke: Diskretion ist nicht so meins.


Sonst: Den Vormittag mit meiner tollen neuen Frauen-Coachinggruppe verbracht, das war ein wunderbarer Einstieg. Ich mag diese gesammelte, sehr diverse Frauenbrainpower, die sich da gefunden hat. Wir haben da übrigens ein "Strengths Profile" dafür erstellen müssen, das ist wieder so ein Test, wo dann anhand von drölfzig Millionen Fragen in 400 Schattierungen ausgewertet wird, was die bekannten Stärken sind, was die unbekannten, also, was man echt gut könnte, aber zu wenig macht, was angelerntes Verhalten ist (also: was kann man gut, aber es kostet einen viel Energie) und was die Schwächen sind. Alles kein Rocket science, aber mal wieder net zum Drübernachdenken.
Der Einladungslink zu dem Test kam am Morgen der Nupsi-OP und ich dachte mir, dass ich vielleicht nach der OP nicht auf der Höhe sein könnte und erledigt ist erledigt, also habe ich das in der halben Stunde, bevor sie mich zur OP abgeholt haben, ausgefüllt. Passend wie die Faust aufs Auge ist meine Hauptstärke nach dem Test "Time Optimiser", gefolgt von "Action", "Prevention", "Personal Responsibility", Organiser", "Drive" und "Resolver".  Sozusagen die Stellenbeschreibung für Erledigirl.


Mittags auf dem Weg ins Turmbüro noch die Abschluss-Glitzeranhänger für das Stricktuch besorgt. Die Anleitung verlangt nach "xilion mini pear pendant 8mm", ich finde die im Internet allerdings entweder in Packungsgrössen von 144 Stück (ich brauche 7 in entweder farblos, grau oder blau) für 25£ oder aber einzeln für 0.33$/Stück, aber an die 20$ Versandkosten und das ist doch Quatsch. Ich habe also im lokalen Bastelladen nach glitzrigen Anhängern gesucht und was gefunden, was nicht perfektestens, aber good enough ist.


Zurück im Turmbüro haben mich schon zwei Chilipflanzen von einem Kollegen erwartet, die die Kollegen brav für mich gewässert hatten. Ich hatte noch ein Treffen mit dem Prozesschemiker für "mein" neues Produkt, was mal wirklich ein ganz neues Produkt (neu, wie: für diese Krankheit gibt es bisher keine Therapie, das Produkt ist noch nicht auf dem Markt und so neu, dass es erst ganz frisch einen INN hat.) ist. Das war echt mal wieder schön, praktisch back to the roots in Sachen Verfahrensentwicklung, erweitert um meine Produktionserfahrung und den Businesshintergrund, der in den letzten Jahren verstärkt dazugekommen ist.


Ausserdem: die 230 aufgelaufenen Emails durchsortiert und in eine To-Do-Liste für morgen verwandelt, heim, schlapp gefühlt, Kopfweh, matschig, und erst daheim kapiert, dass ich ja morgens noch drangedacht hatt, genau für solche Fälle ein paar Kostbarkeiten aus meiner Krankenhausversorgung mitzunehmen. Nun ja. Zusammen mit einem Eiskaffee ("Shakerato", wie der Nespressionista sagt) und Marillenknödeln zum Abendessen wurden die Lebensgeister wieder geweckt.


Wach genug, um mit dem Hübschen noch die 4 Paxe, die er in der Mittagspause mit seinen Kollegen und ExFreunden in der Knallhitze in den 2. Stock geschleppt hatte, aufzubauen :-).




Stressleveldurchschnitt gestern: 43. (Entspannung und ich, ne. Das wird nix mehr)
Selbstbeweihräucherung: Im Coaching Circle tatsächlich eine sehr erhellende Erkenntnis gehabt. Kann ich aber nix drüber verraten, weil: confidential.

Montag, Juni 18, 2018

Lagerkoller

Heute haben wir also das allererste Mal im neuen Schlafzimmer geschlafen. Nicht soooooo lang, weil die Storen ja noch nicht da waren und es ab halb fünf oder so knallhell war :-). Aber gut.
Der Wecker läutete trotzdem erst um sieben (montags haben die Kinder ja später Schule). Unten erwartete mich .... ein nicht ganz so grosses Desaster, wie befürchtet, ich hatte nämlich mein aktuelles Strickprojekt (ich bin mit dem vorletzten Chart des Perlensternentuchs fast fertig, da sitze ich seit...Februar dran) gestern abend nicht aufgeräumt und deshalb hatten es die Katzen erwischt. Aber: gute Nachricht, sie waren eher am Wollknäuel interessiert als am Gestrick, d.h. sie hatten den Faden abgebissen und mit den Wollknäuel gekämpft. Schaden: ich musste einen Farbrapport, das entspricht in der aktuellen Breite vielleicht zwei Zentimeter Strickstück, unverstrickte Wolle entsorgen, weil sie die erstens sehr verwuzzelt hatten und zweitens immer wieder durchgekaut, so dass entwuzzeln in zig kurzen Stückchen geendet hätte. Phew, nochmal gutgegegangen! (Auch gut, dass die Merino-Seide-Lace Wolle so fein ist, dass sie eher resist, anstatt eine Katze zu strangulieren).


Ab kurz nach acht hatte ich das Haus für mich (ich habe ja eine Krankschreibung eigentlich bis nächsten Mittwoch, aus Gründen gehe ich aber morgen schon wieder, und wenn das einigermassen geht, dann war es das mit daheimbleiben. Jaja, ich höre Sie alle und auch den Hübschen, die scharf einatmen und sagen "Gesundheit geht vor" und "Da steht nicht ohne Grund zwei Wochen!", aber ich würde mir wünschen, dass Sie alle mir für ein Fünferl Körpergefühl und gesunden Menschenverstand zutrauen. Erstens: wenn es nicht geht, geh ich heim. Zweitens: die Ärztin hat selber gesagt, ich könne gehen, wann immer ich mich danach fühle. Drittens: die Krankschreibungszeit ist ja für alle gleich. Wenn ich jetzt zB einen Job hätte, in dem ich .... Regale einräumen müsste, was über Kopf heben, nach vorne gebückt über dem Operationstisch stehen, überhaupt was körperlich anstrengenderes als ab und an einen Kaffee aus der Kaffeeküche holen und mein Laptop und Block/Kuli ein paar Schritte zum nächsten Meetingraum tragen, dann wäre das was anderes.) und habe erstmal mit tatkräftiger Hilfe der Katzen noch einen Badschrank zusammengebaut.
Dann wieder geschont, also auf dem Balkon Fingernägel ab- und dann neulackiert (Bellbottom Blues, einer meiner Favoriten), gelesen, für die Kinder (und mich) einen Ofenpfannkuchen gemacht, den Storenmann reingelassen, der auch tatkräftige Unterstützung von den Katzen bekam, mit L. danach erstmals panisch die Katzen gesucht, weil WEG! (Sie hatten sich hinter dem Bügeleisen sehr leise sehr klein gemacht),




ein paar Arbeitsmails beantwortet (das ALLERLETZTE Mal Italien für das Projekt vorletzte Woche war wohl doch eher das vielleicht vorletzte Mal, aber wer weiss, vllt feiern wir ja das nächste Mal schon ein bisschen.), an einer Arbeits-TC teilgenommen, mit L. die Katzen eingesammelt und zum zweiten Impftermin zum Tierarzt gebracht. Das war übrhaupt sehr spannend, weil heute der Leukosetest dran war und wir schon ... so ein bisschen nervös waren, weil wir ihre Vorgeschichte und Eltern nicht kennen. Nicht rauslassen würde langfristig schwierig mit ihnen und wir sind überhaupt nicht bereit dafür, dass diese beiden Rabauken keine mindestens 20 Jahre alt warden (und dementsprechend weise). Aber: das spannendste (und das war sehr spannend, weil hui, die beiden können Strassenkamf) war das Blutabnehmen und jetzt haben wir zwei dicke "Leukose negativ" Stempel in den Pässen, müssen noch einmal impfen und dann wars das erstmal. Die beiden haben (bis auf die Kampfeinlage) Bestnoten von der Tierärztin bekommen und wissen jetzt, wo die Geheimvorräte an Leckerli sind. Und dass die Hundeleckerli vllt nicht so lecker sind, aber dafür in einem offenen Glas.
Auf dem Rückweg L. beim Turnen abgesetzt, mit dem Hübschen abgeklatscht, mit Q. zum Turnschuhe kaufen gegangen (vor einer Woche haben sie noch gepasst, nach der Hike Challenge sind sie, auch nach Füsseabschwellen, zwei Nummern zu klein. Er hat jetzt Schuhgrösse 41 und mich damit um zwei Nummern überholt.) und mit ihm ein bisschen für die Schule Nationalhymnen gelesen, gesungen und übersetzt.
L. vom Turnen abgeholt und auf einmal sehr, sehr müde geworden. Einfache Erklärung: ich hatte vor lauter Erholen seit dem Frühstück keinen Kaffee mehr getrunken!
Zwei Espressi später sieht alles schon wieder rosiger aus und ich werde gleich noch ein bisschen das Badschränkchen oben einräumen. Und das Tuch weiterstricken, das muss ja mal langsam ein Ende nehmen, bevor es die Katzen doch noch zerstören.
Auch ein neuer Lieblingsplatz






Warum niemand glaubt, dass Sansa viel leichter als Jon ist

Sie ist viel winziger, als es hier wirkt




Stressleveldurchschnitt gestern: 38
Selbstbeweihräucherung: Ich Ikeafuchs!

Sonntag, Juni 17, 2018

Bereit für den Endspurt

Q. ist nach 40km Fussmarsch wieder da! Ich finde das eh eine unglaubliche Leistung, aber nach einer Woche Sportlager mit der Klasse, wo erfahrungsgemäss Schlaf eher eine untergeordnete Rolle spielt, ist das noch mal  krasser!
Er hat echt, echt müde Füsse und lauter Mückenstiche, aber keine Blasen und keinen Sonnenbrand. Immerhin!


Ansonsten: ich habe ein Badschränkchen aufgebaut, der Hübsche hat mit den Kindern unser Bett auseinander gebaut und in unser neues Zimmer gebracht. Zusammen mit dem Crosstrainer und Bob, die ja für den Umbau im kleinen Bad warten mussten und dem Poäng auf der Galerie sieht das schon gar nicht mehr so nach Tanzsaal aus da oben. Heute schlafen wir das erste Mal oben (also: seit dem Umbau), ich bin sehr gespannt!


Die Katzen sind ... ein bisschen verrückt. Jon hat überlegt, ob er vom Schreibtisch auf das ca 5cm breite Galeriegeländer springen könnte, Sansa hat dafür die Freude am Baden entdeckt. Sowohl in (fast) frischer Katzenstreu als auch in abgestandenem Wasser in grossen Blumenkübeluntersetzern. In Kombination mit ihrem Langhaarfell eine bestechend nachhaltige Idee.


Sie haben übrigens allein heute schon 4x so viele Tiere getötet wie Dax in ihrem ganzen Leben (einen Nachtfalter. Wir sind uns aber nicht sicher, ob der nicht an Alterschwäche beim gefährlich angestarrt warden verendet ist)), nämlich 4 Fliegen unterschiedlicher Grösse. Alle restlos verspeist, das macht Lust auf mehr.


OP-Technisch geht es mir so weit ok, es ist alles lila-gelb, auf zu grosse Ausschnitte sollte ich im Moment verzichten. Ich bin (nicht nur farblich) noch ein wenig unsymmetrisch, aber ein weiterer Tag mit Coolpacks sollte das hinkriegen. Schmerztechnisch ist alles im grünen (hahahahahi) Bereich, ich nehme brav eine 400er-Ibuprofen zum Schlafen, aber solang mich niemand rechts drückt oder mir auf den Busen haut, passt das alles.


So. Jetzt also auf in die letzten drei Schulwochen!


Stressleveldurchschnitt gestern: 30
Selbstbeweihräucherung: voll erwachsen damit umgegangen, dass noch eine ganze Ladung unaufgebautes Ikea-Zeug in der Garage liegt.



Samstag, Juni 16, 2018

Nur mal kurz

Wenn man mit allen und Sack und Pack um acht Uhr morgens am Samstag am Bahnhof sein muss, um das grosse Kind zur Hike Challenge der Pfadfinder zu verabschieden...., dann hat man voll viel vom Tag.
Während wir drei Daheimgebliebenend auf dem Rückweg alle was von "Mittagsschlaf, aber sowas von, wenn ich so lange wachbleibe" nuschelten, war der Tag dann stattdessen sehr geschäftig.
Gemütliches Frühstück, Pokemon-Community-Day, (DREI SHINY LAVITARS und immerhin zwei entwickelt!), dann zur Schule, wo anlässlich der abgeschlossenen Renovierung Tag der offenen Tür war. Incl grossem "Energiekonzept-Dings-Tag", Stop der E-Ralley "Wave" auf dem Schulhof (naja, soweit alles nix neues für uns. Mit Solaranlage, Rest Wasserstrom, Elektroauto und zu Fuss oder mit dem Rad zur Arbeit machen wir alles, was die Gemeinde so vorschlägt. Neues Highlight übrigens: die Klimaanlage im ausgebauten Dachgeschoss. Da wir dort ja schlafen wollen und es im Sommer ultraheiss dort wird, war das eine Vorrausetzung für den Umzug nach oben. Natürlich wird sie nur untertags mit Solarstrom betrieben, aber das Schönste ist, dass wir sogar die Abluft zum Wäschetrockenfönen auf dem Balkon nutzen und das Kondenswasser direkt in den Kübel mit den Sumpfpflanzen geleitet wird. Nachhaltig as nachhaltig can be. Bis auf, dass Klimaanlage per se ja das Ticket in die Umweltsünderhölle ist. Tja.)
Danach hatten wir dann so angedacht, dass wir vielleicht mal kurz, weil wegen Fussball und schönem Wetter ist ja vielleicht kaum einer da, zum Ikea fahren könnten, weil der Umbau ist ja bis auf die Storen FERTIG!!!! und wir könnten eigentlich schon Möbelrücken, aber es fehlen noch ein paar Schränke, und nur mal gucken geht auch mit Nupsi-OP-wehem Busen. (Coolpacks und ich sind sehr gute Freunde). Tja, Ende vom Lied war, dass der Hübsche einen Transporter voll mit 3m Pax mit Schiebetüren und voller Innenausstattung, einem hohen Badschrank und einem Waschbeckenunterschrank nach Hause kutschierte und L. und ich im Tesla hinterhercruisten.

Falls uns L. übrigens mal verloren geht, wissen wir jetzt, wo es Ersatz gibt:


(Wir wohnen ungefähr 3m vom Ikea entfernt, aber den Transporter mussten wir trotzdem volltanken!)



Wir sind schon ein echt gutes Team, binnen zwei Stunden hatten wir all das zu vollster Zufriedenheit aller ausgesucht, eingeladen und mit einem Hotdog für jeden sogar noch den Unterzucker besiegt.

Aufgebaut wird heute nicht mehr, aber ich kann Ihnen Vorher/Nachher-Bilder zeigen.

Gestartet sind wir hiermit:
einem kind of ausgebauten Dachstock, in den die Vorbesitzer Laminat in Terracottafliesen-Optik verlegt hatten (ja. Hm. Fand ich nach 10 Jahren dran gewöhnen immer noch hässlich), eine Sauna einbauen liessen (bombig!), die eine Wand mit Wischtechnik gelb ... bewischt hatten. Mit dunkelgelber Kante da, wo sich "Soweit komme ich ohne Leiter" und "Ab hier brauch ich eine Leiter" überschnitten haben (s. Laminat) und dessen Decke sie mit weissgestrichener Holztäfelung selber verkleidet hatten. Bevor die Kanten begradigt und die Abschlussleisten angebracht werden konnten, liessen sie sich scheiden und verkauften das Haus.



In naher Zukunft wird also L. aus dem gemeinsamen Kinderzimmer in unser Schlafzimmer umziehen und wir werden nach oben ziehen. Dafür brauchte es erstmal an der Treppe eine Wand bis zur Decke und eine Tür (die Architekten und Zimmerleute hatten viele Vorschläge, wie wir das anders hinkriegen könnten mit ohne Sauna im Schlafzimmer und Tür woanders, bis ich mit "Ich sags mal so: demnächst haben wir für die nächsten paar Jahre Teenagerjungs als Freunde meiner Kinder zu Gast. Wann immer ich die Sauna benutze, ich möchte eine blickdichte Tür zwischen mir und den Gästen zumachen können." Klartext redete. "Hm, ja, oh, ja, stimmt." und zack, hatten wir eine Tür. Ausserdem wollten wir eine Galerie, um das riesige Raumvolumen zu nutzen (da kommen ein Schreibtisch und eine Fernsehecke und Stauraum hoch), dann einen neuen Boden (Schiffsbodenparkett statt eben Terracottalaminat), dann weisse Wände statt gelber Schwammtechnik, ein vernünftiges Lichtkonzept und Storen, die die Südwest-Gaubenfenster halbwegs lichtdicht abschliessen. Und eine Klimaanlage.
All das (bis auf die Storen, die kommen am Montag) ist nach nur kanpp drei Wochen fertig. Die beauftragte Architektin hat das so unglaublich gut organisiert, meine Lieblingshandwerker waren die Zimmerleute, die neben Staubschutztür, und Vlies überall jeden Abend aufgeräumt und alle drei Stockwerke gefegt haben und alle Arbeitsgeräte rechtwinklig in der Mitte des Raums ausgerichtet hatten. Falls Sie sich fragen: ja, war auch ein teurer Spass, ich sag mal..... weniger als unser aktuelles Auto, in etwa so viel wie unser Auto davor, aber allemal wert. Wir haben praktisch ein drittel neues Haus!
Jetzt müssen eben noch ein paar Zimmer (und Kazillionen Legosteine) auseinandersortiert werden und dann ist 11 Jahre nach Einzug unser Haus perfekt!



Stressleveldurchschnitt gestern: 33
Selbstbeweihräucherung: mich zurückgehalten und zähneknirschend im Ikea nicht mit angepackt, sondern nur wie der Kapo mit der Stückliste und Kuli dagestanden und gemeint: "So, jetzt noch acht mal Regal 13, Fach 22!

Freitag, Juni 15, 2018

Kurz komplett

Hui, heute war der Elektriker samt Padawan da und hat oben das Licht fertig installiert und die Klimaanlage angeschlossen. Das ging eine Zeitlang, währenddessen habe ich gelesen, auf dem Sofa gelegen, fleissig Kühlpacks gewechselt, mich von Katzen beschnurren lassen, die eine oder andere dringende Email beantwortet, mit der Architektin (wow, hat die einen kritischen Blick!) alles nochmal begutachtet und dann erst sehr spät (Freitag ist Religionstag) mit L. zu Mittag gegessen.
Er hat direkt beim Reinkommen gefragt: "Und, ist Q schon wieder da?" War er nicht, erst um halb drei kam die Klasse müde, aber glücklich (und auch vollständig) aus dem Lager zurück. Q. sprudelte nur so drauflos, war beeindruckt, wie grossartig das umgebaute Dachgeschoss im "Keine Baustelle mehr"Zustand aussieht, wie gross die Katzen geworden sind (vor allem Jon. Der läuft ja mit seinen langen schlaksigen Beinen schon wie so ein Teenie-Panther, ich denke, der wird richtig, richtig gross. Sansa wiegt praktisch nix und sieht aus wie ein Wollmaus auf Beinen mit einem sehr, sehr langen, sehr, sehr buschigen, sehr, sehr staubigen Schwanz. Ich bin gespannt, was die Waage der Tierärztin nächste Woche beim Impfen sagt), dann haben wir schnell die dreckige Wäsche in die Maschine gestopft und die meisten Dinge direkt in den Pfadi-Rucksack umgepackt, morgen geht es nämlich für Q. und Kollegen auf die Hike-Challenge 40km durchs Rheintal. Zu Fuss.
Dann liessen wir die Jungs mit dem Nachbarsjungen (und der PS4) Wiedersehen feiern und fuhren zu zweit zum Wocheneinkauf (incl Fressnapf, weil es in Edeka und dm praktisch ein Kitten-Futter für <1Jahr gibt). Das war eine ganz ungwohnte Erfahrung, meist gehe ich allein oder halt mit den Kindern oder alle zusammen, aber nur mit dem Hübschen.... das hatte ich schon ewig nicht mehr. Paarzeit sozusagen :-).
Als wir heimkamen, war ich dann doch recht wackelig auf den Beinen. Entweder is tmein Kreislauf im Keller, weil ich mich viel weniger bewege als sonst, oder (und eigentlich glaube ich das eher) mir steckt das alles doch noch in den Knochen. Aber zu viert ging es dann doch recht fix: Einkäufe verräumen, Raubtierchen füttern, Tacos machen, Wäsche ab- und aufhängen.


Sonst passiert heute nicht mehr viel, ich bin rechtschaffen schlapp vom Ausruhen.


Stressleveldurchschnitt gestern: 36
Selbstbeweihräucherung: erholen ernstgenommen

Donnerstag, Juni 14, 2018

Zwangsentschleunigt

Ich kenne mich ja mittlerweile und so habe ich gestern, als die Panikgedanken ("Oh mein Gott, die wollen mich zwei Wochen krankschreiben?! Das geht doch nicht, ich habe mal für eine knappe Woche geplant, länger kann ich nicht, aber das tut halt schon sauweh, wenn das so bleibt, kriege ich Rückenverkrümmung und kann nie wieder schlafen, weil ich doch immer auf der rechten Seite liege, wie soll ich denn einkaufen gehen? Ich kann meinen Arm ja gar nicht heben, ich kann mich nicht mal richtig anziehen, oh Gott, und die ganzen Möbel, die wir räumen müssen, und das Bike-To-Work-Team lasse ich ja diesmal auch total im Regen stehen, aber mit dem Schmerz kann ich sicher nicht radeln....") kamen, aktiv beschlossen, dass ich jetzt mal nicht nachdenke, sondern mal lieber schlafe, weil nie ist was so schlimm wie nachts.
Und, tadaaaa, heute morgen sah die Welt schon anders aus. Ich konnte der Schwester glaubhaft versichern, dass ich im Liegen eine 0 auf der Schmerzskala habe, beim Normalbewegen eine 0.5 (und wen jemand drauf rumdrückt eine 5). Ich musste versprechen, wenigstens zum Schlafen doch Ibuprofen zu nehmen, weil das auch entzündungshemmend wirkt, brauchen würde ich es tatsächlich am ehesten für die Kopfschmerzen, die entweder vom Narkosekater oder vom doch recht verkrampft liegen kommen.
Vor dem Heimgehen liess ich mir noch das Pflaster abpokeln (das ist ja auch so ein bisschen mein Kryptonit, weil ich da immer Angst habe, irgendwas abzureissen, was vielleicht noch drangehört, das lasse ich lieber jemanden machen, der da beherzt rupft.)
Der Hübsche hat mich heimkutschiert, und ich habe dann gemerkt, dass ich zwar viel fitter bin als befürchtet und gedacht (ich plane ja immer langfristig voraus und aktuell sehe ich keinen Grund, nicht Dienstag wie geplant arbeiten zu gehen (vielleicht nicht zu radeln)), aber doch noch ein bisschen schlapp. Ich habe mir in der Apotheke meine Batterie Schmerzmittel und Coolpacks geholt und mich dann mit Buch und Katzentieren ins Bett gelegt (sie sind mittlerweile schon sehr anhänglich und rennen einem die ganze Zeit zwischen den Füssen rum oder liegen halt auf einem drauf.)


L. hat Donnerstag seinen langen Schultag, also hatte ich bis auf eine kurze gemeinsame Mittagspause viel Zeit zum Rumliegen, danach haben wir dann auf der Terrasse Eis gegessen und Limo getrunken, er wollte unbedingt das Planschbecken einlassen, und danach hat sich die mittlerweile etablierte Crew zum Seifenblasenmachen getroffen.
Jetzt freue ich mich auf eine Dusche im eigenen Bad mit ordentlich eincremen (die letzte Dusche war die vor der OP mit so einem Ganzkörperdesinfektionsmittel und AUF GAR KEINEN FALL CREMEN danach) und dann wieder Horizontale. (Das Herzkissen ist übrigens wirklich eine tolle Sache!)


Stressleveldurschnitt gestern: 49 (VOR der OP war ich erstaunlich cool, danach .. nicht mehr so)
Selbstbeweihräucherung: Balance gefunden zwischen auf müden Körper und auf rastlosen Kopf hören

Mittwoch, Juni 13, 2018

nupsilos

heute morgen dachte ich mir noch: "was war das denn für eine beknackte idee, so schlimm war der nupsi doch nicht, vllt sollte ich gehen?"
dann kam aber die erwachsene zum vorschein 😉
kurzfassung, weil hungover, müde und, wer hätte das gedacht, rechts ein bisschen eingeschränkt:
alles super
narkose mit wunschkonzert (bitte mit ohne "ich kann mich nicht bewegen panik, ohne spucken, und nein, mir ist echt nicht kalt!") war genau das. hätt mir man ja mal eher sagen können, dass die zeiten von "sei froh, dass du nix spürst und gut isses" vorbei sind. dickes danke an das anästhesie team (könnte sein, dass die reste opiat aus mir sprechen. seis drum)
die brust schaut aus (und fühlt sich an), als ob ich mich sehr lokal geprügelt hätte, aber (restschmerzmittel?) es ist alles sehr erträglich.
man kümmert sich um mich, ich habe einen stütz-bh mit reissverschluss (bevor jemand aufgeregt wird: stützen bedeutet, dass meine oberweite auf den stand von 1988 zusammengequetscht wird)
meine stimme klingt und fühlt sich an, als hätte ich drei nächte durchgefeiert, aber ich mag das sogar ein bisschen
ha, grad merke ich: ich hatte doch keinen zugang in der halsvene. war eh nix, was ich auf der  bucket list hatte.
ich freu mich jetzt aufs abendessen und plane dann, einfach mal ordentlich auszuschlafen.

danke fürs daumendrücken und an mich denken!

stressleveldurchschnitt gestern: 35
selbstbeweihräucherung: nicht abgehauen, nicht geheult, nur zwei reflexartige witzchen mit dem op-team gemacht

Dienstag, Juni 12, 2018

#12von12, Krankenhausedition

Man könnte meinen, Frau Brüllen tut alles für Content und legt mit Absicht den Krankenhauseintritt auf den 12., damit sie ihren Lesern was bietet. In Wirklichkeit wollte ich eigentlich erst in zwei Wochen, aber dann wäre meine Fähigkeit, das Hechtessen, das seit einem Jahr im Kalender steht, zu geniessen eingeschränkt gewesen, dann in einer Woche, aber da hat der Hübsche seit auch fast so lang ein "A Perfect Circle"-Konzert im Kalender stehen und dann ist es halt heute respective morgen.


Daheim erstmal Kaffee (kein #12von12 ohne Kaffeefoto) aus dem Becher, aus dem ich JEDEN TAG meinen Kaffee trinke.








Ich gehe als allerletzte aus dem Haus (Q. ist ja eh nicht da, L. hatte Frühschule, der Hübsche TC mit irgendwem in Asien), also habe ich noch ein wenig Spass mit den Katzen. Erstaunlich, dass es in fast keinen Läden, die ich "normal" aufsuche, Kittenfutter hat..... muss ich doch am Wochenende nochmal zum Fressnapf (ich habe eh noch einen Kazillionen-Euro-Mehrwertsteuerzettel einzulösen).


Dann hilft es nix, ich muss los. Köfferchen ist gepackt. ich trapple zum Bahnhof.


Was ich zB super finde: ich kann ganz easy vm Smartphone aus meine Reisekostenabrechnung machen. (jajaja, liebe Kollegen, schimpft nur über Concur, aber meine Lieben, das ist nur deswegen, weil Eure Gruppenassistentin so lieb zu Euch ist und Euch bisher aus einem Stapel unsortierter Quittungen eine ordentliche Abrechnung gemacht hat. Wenn ihr das vorher schon selber gemacht hättet, dann wüsstet ihr, dass das jetzt viel einfacher ist)






Im Tram zum Spital ist es dann soweit: nachdem ich ungefähr 100 Pokemöner in einer Reihe nur noch mit Curvebällen gefangen habe, schaffe ich endlich, endlich den fabelhaften Curveball, der mir noch zum Abschluss der Feldforschung fehlt.




Gefangen habe ich Mew dann in meinem Zimmer.


Im Lift und auf der Station wird mir dann sehr klar vor Augen geführt, was ich für ein Glückspilz bin, dass ich nur für eine "nice to have"-(oder eher "not to have")Sache hier bin, während der Hauptfokus halt doch auf "Onkologische Gynäkologie" liegt.


Es ist alles so... (jaja, lachen Sie nur, dass ich das Wort verwende, aber ich meine es im allerbesten Wortsinn und nicht, Sie wissen schon) achtsam und darauf ausgelegt, dass man sich geborgen und gut versorgt fühlt. Allein, dass ein Organzatoilettenbeutelchen mit Duschgel etc bereit liegt, dass man von einer Breast Care Nurse ein von Freiwilligen genähtes Herzkissen zum nach der OP einklemmen bekommt und einen Stütz-BH für danach angepasst bekommt (und das eben nicht auf die ... nüchterne, geschäftsmässige Art, die grossen Krankenhäusern immer wieder vorgeworfen und unterstellt wird, sondern... behutsam, freundlich und zugewandt.).


Die Aufnahme wird von einer Auszubildenden in Begleitung ihrer Lehrfrau vorgenommen, sie tut mir fast leid, so nervös ist sie. Aber sie schlägt sich sehr wacker, auch beim Blutabnehmen.


Sie wissen natürlich nicht, wie sehr bei uns bei der Arbeit alle Abteilungen auf ihre HuddleBoards abfahren, und bei der Arbeit wissen nicht so viele, was ich die Tage so mache, deswegen ist die Reaktion auf : "Boah, schaut mal, ich hab mein eigenes Performance-Board hier am Bett!" vielleicht nicht so enthusiastisch, wie sie sein könnte. Wenn Sie denn auch immer huddlen müssten.


Die Anästhesiesprechstunde ist tatsächlich eine Art Highlight, weil ich erstens im Wartebereich einen echt interessanten Artikel über Alexander Gerst und die FARC-Rebellen (also: zwei Artikel, nicht dass da Verwirrung entsteht) in der Geo (?) gelesen habe, und zweitens der Anästhesist echt gut und ausführlich erklärt hat, was er machen wird und wie und warum und sich eben auch des Themas "Mir wird danach immer so schlecht" angenommen hat, mal sehen, ob das alles so funktioniert.


Wann immer ich übrigens hier im Spital bin, scheint mein Umfang fast schon das Interessanteste an mir zu sein (naja, sonst habe ich halt auch nix zu bieten, keine richtige Allergie ausser Bactrim, vielleicht, Magenschmerzen auf Novalgin und immerhin die Nierenstory, aber sonst: auf nix unverträglich, nie geraucht, keinen Bluthochdruck, keine anderen Substanzen, nix, nix, nix), heute beim BH-Anpassen und dann eben bei der Narkosebesprechung, weil "so schlanken Personen" im runtergekühlten OP schon mal richtig kalt wird. Tja. Und irgendwas war mit meinem dünnen Hals.... Was ich übrigens ein bisschen gruselig fand, war, dass sie mir einen Zugang in die Halsvene legen werden, weil sie bei Brust-OPs den Handrückenzugang nicht gut sehen würden, aber bevor ich unauffällig flüchten konnte, meinte er: "Aber keine Sorge, das machen wir erst, wenn Sie schon schlafen." Na dann. Ganz grosskotzig habe ich übrigens verneint, dass ich morgen superaufgeregt sein würde, also kein Beruhigungsmittel VOR der OP bekommen möchte/werde. (Ich habs nicht so mit allem, was Dinge mit meinem Hirn macht, deshalb bin ich lieber nervös und ein bisschen zittrig, anstatt nervös und nicht ganz so zittrig zu sein)




Mittagessen konnte ich nicht aussuchen, weil ... ich ja erst um 10 da war, war besser als es aussieht.




Zwischen den verschiedenen Arztgesprächen habe ich dann tatsächlich ein bisschen gearbeitet und ja, ich weiss, dass man sich in Filmen, Serien und auch sonst drüber lustig macht, wenn Menschen sich für im Job so unabkömmlich halten, dass sie noch im Kreisssaal Anweisungen ins Handy brüllen, aber erstens bin ich ja nicht im Kreisssaal, zweitens hatte ich sonst echt nix zu tun (bzw konnte mich auf mein Buch nicht konzentrieren) und ich hab auch nicht gebrüllt, sondern ganz freundlich gesagt, dass ich nicht im Juli zwei Wochen nach Italien fahren möchte, um bei drölfzigtausend Grad 800 Seiten Papier zu reviewen, weil: Ferien. Und Scanner. Und dann noch ein paar Sachen geregelt, die sich heute schnell und unkompliziert regeln bzw anreissen liessen, ab nächster Woche, wenn ich dann (mit vermutlich noch ein wenig mimimi) wieder einsatzbereit bin, schon arg dringend und unnötig eilig wären.




Mehr Arztgespräche (ich hoffe, ich habe mich auf die immer wieder ähnlichen Fragen nicht in Widersprüche verwickelt), das schweizerischste Abendessen, das ich kenne (okay, es hätte auch noch Aprikosenwähe gegeben, das ist die gleiche Kategorie), sehr lecker, nur mit dem Apfel zum Nachtisch ist irgendwas schiefgelaufen :-)




So. Wie man merkt: wenn ich nervös bin, neige ich zum Schwafeln. In diesem Sinne: gute Nacht (es ist 18:14h, das ist in der Krankenhauswelt Schlafenszeit, oder? Der Arzt, der morgen operiert, hat gesagt, ich soll heute nacht gefälligst echt gut schlafen, weil das ist morgen überhaupt keine grosse Sache und kein Grund zum Nervössein. Dann also.)




Stressleveldurchschnitt gestern: 36 (Aaaaalter, was ist los?)
Selbstbeweihräucherung: Keine blöden Witzchen gemacht Die blöden Witzchen auf ein Minimum zurückgefahren.




Die restlichen #12von12 aus Bloggistan finden sich bei Caro

Montag, Juni 11, 2018

Limbo

Nix halbes und nix ganzes heute.
Ich habe nach der ansstrengenden Woche incl Wochenende in Italien und der Aussicht auf eine nicht minder, wenn auch anders anstrengende neue Woche beschlossen, heute von daheim aus zu arbeiten.
Morgens haben der Hübsche und ich dann erst mal Q. zum Bahnhof gebracht, der mit seiner Klasse für eine Woche in einen Nachbarkanton ins Abschlusslager der Primarschule fährt. Er ist so unendlich vorfreudig und begeistert, das ist wirklich wundervoll zu sehen.
L. vermisst ihn.... schrecklich. Er hat sich auf dem Weg zur Schule innig von ihm verabschiedet, beim Heimkommen als erstes gemeint "Was Q. wohl gerade macht?" und am Nachmittag auf einmall "Hö, hat Q. nicht langsam nachmittags aus? Ach, stimmt, der ist ja weg :-/". Auch das ist schön zu sehen!
Morgens hatte ich Gesellschaft von zwei wilden Katzen und zwei nicht wilden Parkettverlegern (Der Umbau wird so viel toller als gedacht! Heute kam die erste Teilrechnung und klar ist das ein Batzen Geld, aber holy moly, das ist es erstens allemal wert und zweitens bin ich so froh, dass wir auf die Empfehlung von Nachbarn gehört haben und "ihre" Architekten beauftragt haben. Projektmanagement und Handwerkerauswahl deluxe!)


Am Nachmittag teilte ich mir mit einem unglaublich konzentriert bügelperlenden Little L. den Küchentisch. Ich packte mein Krankenhausköfferchen (naja für zweimal übernachten braucht man ja nicht soooooo viel), und ja, ein bisschen mulmig ist mir schon. Ich habe einen Heidenrespekt davor, eben auf der Bruststation zu sein und (das ist ein bisschen doof, aber mei, so fühlt es sich halt an) wegen "Nur harmloser Nupsi" mich vielleicht zu viel anzustellen und Schiss zu haben, wo die anderen Frauen, die dort sind, wegen viel Schlimmerem dort sind und viel mehr Recht auf Angst und Sorge haben. Ich habe Schiss vor der Narkose, und zwar nicht davor, dass ich nicht wieder aufwachen könnte, sondern genau vor dem Moment, wenn ich merke, dass ich die Kontrolle verliere. Das ist mein Kryptonit. Ach ja. Und das Aufwachen, wenn mir dann wieder schlecht wird. Vor den Schmerzen habe ich keine Angst, da bin ich ganz gut im Aushalten (oder Schmerzmittel verlangen und nehmen), vor dem Verband/Pflaster abmachen und dann schwummrig warden, weil gruslig schon eher. Alles in allem: wird schon. Richtig Panik habe ich keine, aber ich habe ja noch ein bisschen Zeit zum Reinsteigern. (Bittedanke keine "Mach dich darauf gefasst, dass ...." oder "So schlimm wird das nicht" oder "Narkose ist doch voll super, genies es " oder "Denk auf jeden Fall dran, dass ..."- Ratschläge und so, ich habe mich eigentlich ganz gut im Griff und möchte dem Ganzen nicht mehr Raum geben, als es verdient.)


Nachdem es den ganzen Nachmittag in Strömen geregnet hat, habe ich L. ausnahmsweise mit dem Auto zum Geräteturnen gebracht, dafür habe ich ihm zum Abholen dann das Trotti mitgenommen, bzw. bin selber (nach einer Runde Crosstrainern frisch geduscht, ungeschminkt, ungestyled in Schlabber-T-Shirt und abgeschnittener Jeans) auf seinem Funkentrotti (das beste Geburtstagsgeschenk, das ich je gemacht habe) ins Dorf runter gefahren. Klar, dass man in so einem Aufzug dann jemand begegnet, von dem man gern hätte, dass er einen für seriös hält, in diesem Fall L.s Klassenlehrerin. Auf einem Roller mit mehrfarbig leuchtenden Rädern, der beim Bremsen (und es geht ins Dorf wirklich recht steil runter) Funken sprüht kann man sich natürlich auch nicht unauffällig vorbeimogeln und so verdiente ich mir ein paar Erwachsenenpunkte, in dem im im Flodder-Style leuchtend und funkend neben ihr herlief und wir uns unterhielten, als ware das ein ganz normaler Aufzug.


Zum Nachtisch nach dem Abendessen hatte ich übrigens den Plan, mit der gesammelten Ernte des sich bei uns im Garten irgendwie selber angepflanzten Johannisbeerstrauchs ein Crumble a la Frau Mutti zu machen. Tja. Anscheinend wirkte der Busch viel .... ertragreicher oder ich bin einfach super schlecht im Schätzen, auf jeden Fall waren es so wenig Beeren, dass ich noch eine ganze Mango und einen ganzen Apfel brauchte, um auch nur ansatzweise auf die angegebene Obstmenge von 500g zu kommen. Tja nun. Trotzdem lecker!


Stresslevedurchschnitt gestern: 42
Selbstbeweihräucherung: mich nicht verrückt gemacht.