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Dienstag, Juni 12, 2018

#12von12, Krankenhausedition

Man könnte meinen, Frau Brüllen tut alles für Content und legt mit Absicht den Krankenhauseintritt auf den 12., damit sie ihren Lesern was bietet. In Wirklichkeit wollte ich eigentlich erst in zwei Wochen, aber dann wäre meine Fähigkeit, das Hechtessen, das seit einem Jahr im Kalender steht, zu geniessen eingeschränkt gewesen, dann in einer Woche, aber da hat der Hübsche seit auch fast so lang ein "A Perfect Circle"-Konzert im Kalender stehen und dann ist es halt heute respective morgen.


Daheim erstmal Kaffee (kein #12von12 ohne Kaffeefoto) aus dem Becher, aus dem ich JEDEN TAG meinen Kaffee trinke.








Ich gehe als allerletzte aus dem Haus (Q. ist ja eh nicht da, L. hatte Frühschule, der Hübsche TC mit irgendwem in Asien), also habe ich noch ein wenig Spass mit den Katzen. Erstaunlich, dass es in fast keinen Läden, die ich "normal" aufsuche, Kittenfutter hat..... muss ich doch am Wochenende nochmal zum Fressnapf (ich habe eh noch einen Kazillionen-Euro-Mehrwertsteuerzettel einzulösen).


Dann hilft es nix, ich muss los. Köfferchen ist gepackt. ich trapple zum Bahnhof.


Was ich zB super finde: ich kann ganz easy vm Smartphone aus meine Reisekostenabrechnung machen. (jajaja, liebe Kollegen, schimpft nur über Concur, aber meine Lieben, das ist nur deswegen, weil Eure Gruppenassistentin so lieb zu Euch ist und Euch bisher aus einem Stapel unsortierter Quittungen eine ordentliche Abrechnung gemacht hat. Wenn ihr das vorher schon selber gemacht hättet, dann wüsstet ihr, dass das jetzt viel einfacher ist)






Im Tram zum Spital ist es dann soweit: nachdem ich ungefähr 100 Pokemöner in einer Reihe nur noch mit Curvebällen gefangen habe, schaffe ich endlich, endlich den fabelhaften Curveball, der mir noch zum Abschluss der Feldforschung fehlt.




Gefangen habe ich Mew dann in meinem Zimmer.


Im Lift und auf der Station wird mir dann sehr klar vor Augen geführt, was ich für ein Glückspilz bin, dass ich nur für eine "nice to have"-(oder eher "not to have")Sache hier bin, während der Hauptfokus halt doch auf "Onkologische Gynäkologie" liegt.


Es ist alles so... (jaja, lachen Sie nur, dass ich das Wort verwende, aber ich meine es im allerbesten Wortsinn und nicht, Sie wissen schon) achtsam und darauf ausgelegt, dass man sich geborgen und gut versorgt fühlt. Allein, dass ein Organzatoilettenbeutelchen mit Duschgel etc bereit liegt, dass man von einer Breast Care Nurse ein von Freiwilligen genähtes Herzkissen zum nach der OP einklemmen bekommt und einen Stütz-BH für danach angepasst bekommt (und das eben nicht auf die ... nüchterne, geschäftsmässige Art, die grossen Krankenhäusern immer wieder vorgeworfen und unterstellt wird, sondern... behutsam, freundlich und zugewandt.).


Die Aufnahme wird von einer Auszubildenden in Begleitung ihrer Lehrfrau vorgenommen, sie tut mir fast leid, so nervös ist sie. Aber sie schlägt sich sehr wacker, auch beim Blutabnehmen.


Sie wissen natürlich nicht, wie sehr bei uns bei der Arbeit alle Abteilungen auf ihre HuddleBoards abfahren, und bei der Arbeit wissen nicht so viele, was ich die Tage so mache, deswegen ist die Reaktion auf : "Boah, schaut mal, ich hab mein eigenes Performance-Board hier am Bett!" vielleicht nicht so enthusiastisch, wie sie sein könnte. Wenn Sie denn auch immer huddlen müssten.


Die Anästhesiesprechstunde ist tatsächlich eine Art Highlight, weil ich erstens im Wartebereich einen echt interessanten Artikel über Alexander Gerst und die FARC-Rebellen (also: zwei Artikel, nicht dass da Verwirrung entsteht) in der Geo (?) gelesen habe, und zweitens der Anästhesist echt gut und ausführlich erklärt hat, was er machen wird und wie und warum und sich eben auch des Themas "Mir wird danach immer so schlecht" angenommen hat, mal sehen, ob das alles so funktioniert.


Wann immer ich übrigens hier im Spital bin, scheint mein Umfang fast schon das Interessanteste an mir zu sein (naja, sonst habe ich halt auch nix zu bieten, keine richtige Allergie ausser Bactrim, vielleicht, Magenschmerzen auf Novalgin und immerhin die Nierenstory, aber sonst: auf nix unverträglich, nie geraucht, keinen Bluthochdruck, keine anderen Substanzen, nix, nix, nix), heute beim BH-Anpassen und dann eben bei der Narkosebesprechung, weil "so schlanken Personen" im runtergekühlten OP schon mal richtig kalt wird. Tja. Und irgendwas war mit meinem dünnen Hals.... Was ich übrigens ein bisschen gruselig fand, war, dass sie mir einen Zugang in die Halsvene legen werden, weil sie bei Brust-OPs den Handrückenzugang nicht gut sehen würden, aber bevor ich unauffällig flüchten konnte, meinte er: "Aber keine Sorge, das machen wir erst, wenn Sie schon schlafen." Na dann. Ganz grosskotzig habe ich übrigens verneint, dass ich morgen superaufgeregt sein würde, also kein Beruhigungsmittel VOR der OP bekommen möchte/werde. (Ich habs nicht so mit allem, was Dinge mit meinem Hirn macht, deshalb bin ich lieber nervös und ein bisschen zittrig, anstatt nervös und nicht ganz so zittrig zu sein)




Mittagessen konnte ich nicht aussuchen, weil ... ich ja erst um 10 da war, war besser als es aussieht.




Zwischen den verschiedenen Arztgesprächen habe ich dann tatsächlich ein bisschen gearbeitet und ja, ich weiss, dass man sich in Filmen, Serien und auch sonst drüber lustig macht, wenn Menschen sich für im Job so unabkömmlich halten, dass sie noch im Kreisssaal Anweisungen ins Handy brüllen, aber erstens bin ich ja nicht im Kreisssaal, zweitens hatte ich sonst echt nix zu tun (bzw konnte mich auf mein Buch nicht konzentrieren) und ich hab auch nicht gebrüllt, sondern ganz freundlich gesagt, dass ich nicht im Juli zwei Wochen nach Italien fahren möchte, um bei drölfzigtausend Grad 800 Seiten Papier zu reviewen, weil: Ferien. Und Scanner. Und dann noch ein paar Sachen geregelt, die sich heute schnell und unkompliziert regeln bzw anreissen liessen, ab nächster Woche, wenn ich dann (mit vermutlich noch ein wenig mimimi) wieder einsatzbereit bin, schon arg dringend und unnötig eilig wären.




Mehr Arztgespräche (ich hoffe, ich habe mich auf die immer wieder ähnlichen Fragen nicht in Widersprüche verwickelt), das schweizerischste Abendessen, das ich kenne (okay, es hätte auch noch Aprikosenwähe gegeben, das ist die gleiche Kategorie), sehr lecker, nur mit dem Apfel zum Nachtisch ist irgendwas schiefgelaufen :-)




So. Wie man merkt: wenn ich nervös bin, neige ich zum Schwafeln. In diesem Sinne: gute Nacht (es ist 18:14h, das ist in der Krankenhauswelt Schlafenszeit, oder? Der Arzt, der morgen operiert, hat gesagt, ich soll heute nacht gefälligst echt gut schlafen, weil das ist morgen überhaupt keine grosse Sache und kein Grund zum Nervössein. Dann also.)




Stressleveldurchschnitt gestern: 36 (Aaaaalter, was ist los?)
Selbstbeweihräucherung: Keine blöden Witzchen gemacht Die blöden Witzchen auf ein Minimum zurückgefahren.




Die restlichen #12von12 aus Bloggistan finden sich bei Caro