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Montag, August 31, 2020

310820 Herbstanfang

 Heute morgen war es Herbst und ich bin so froh darüber!

Sommer ist für mich immer grenzwertig, normalerweise dadurch gerettet, dass grossartige Ferien stattfinden. Das hat dieses Jahr einfach so gar nicht stattgefunden, es war unglaublich heiss, unglaublich stressig, unglaublich anstrengend, toll, dass es rum ist.

Heute morgen gab es einen Anflug an Nebel, es war richtig kühl (Q. hätte zum Radfahren gut Handschuhe vertragen können), es hat leicht genieselt, einfach perfekt! Im Lauf des Tages wurde es dann altweibersommermässig warm  und sonnig, das bräuchte ich zB überhaupt nicht, ich bin bereit für Nebel, Regen, nass, dunkel. Aber weil Q. ja mit dem Rad auch wieder heimmusste und auch die Katzen, zumindest eine, es in warm besser finden, will ich mal nicht so sein. (Und ja, ich weiss, es ist nicht so einfach und und ja, Tageslicht hat positive Auswirkunen auf die Psyche, weiss ich alles: aber bei allem bemühten Verständnis für die Freunden von ewigen Tagen: Sie wissen schon, dass Sie alle erwachsen sind und Ihnen niemand mehr vorschreiben kann, dass Sie ins Bett müssen, wenn es dunkel wird, und, was ich noch viel schlimmer fand, erst aufstehen dürfen, wenn es hell ist? Ich weiss, ich rede mir leicht.)

L. hat montags immer erst um halb neun Schule und ist deshalb der letzte mit mir im Haus. Er meinte beim Frühstück: "Uh, fast ein bisschen creepy, bist du nicht einsam ODER HAST ANGST so ganz allein daheim?" Na danke auch, mein liebes Kind! (Ich muss ja im Grossraumbüro aufpassen, dass ich nur in meinem Kopf summe, jetzt mache ich das halt laut.)

Immerhin hatte ich nette Mittagessengesellschaft, das ist tatsächlich sehr viel wert!

Ansonsten: die Aufräumarbeiten nach meiner Notbremsung am Freitag waren gar nicht so wild, ich habe sogar einen halbwegs pünktlichen Feierabend geschafft.

Dann: Crosstrainern, mit dem Hübschen Killerarme-Workout gemacht, mit Q. und dem Hübschen abend gegessen, total bequem L. mit dem Auto vom Volleyball abgeholt anstatt zu Fuss. (Wieviel Selbstgeisselung ist in mir drin, dass ich ein schlechtes Gewissen habe, dass ich nicht 3km durch den kalten Regen latsche, ein verschwitztes Kind durch den Regen scheuche, mit platschnassen Klamotten daheim ankomme, anstatt 3 Minuten mit dem mit Solarstrom aufgeladenen Elektroauto warm, trocken und mit guter Musik zur Schulturnhalle zu fahren? Die katholische Taufe war wohl doch prägender als ich dachte :-).)

Beim Duschen nach ewigen festen Shampoobars nach langer Zeit mal wieder ein flüssiges Shampoo ausprobiert, weil mir die festen (bis auf eines, das von Naturebox) nicht guttun und nur eins ist mir halt zu wenig Abwechslung. Und jetzt riechen meine Haare auf einmal so fremd und stark (und gut, aber halt die ganze Zeit!)

Gegessen:

Zwetschgendatschi

Lokale Wassermelone aus dem Markgräflerland (super!)

Reste-Ramen (von gestern war noch ein Noagerl Kokosingwer-Sosse da, aus der habe ich eine Suppe gemacht, dann Restenudeln, Bohnen, Restmais, Karotten-JULIENNE, ein weiches Ei und noch Zeug rein, das war super. Und praktischerweise zuviel, so gibt es morgen Resteramenreste)




MOntagspizza


Gelesen: verschiedene Ann Pratchett-Leseproben, bin unentschlossen

Getragen: das Kleid aus dem Kanadaurlaub und seriöses Schuhwerk

Gesehen: Den Anfang von "The Family", aber ich ertrage diese selbstgefälligen Arroganzlinge nicht, da werde ich physisch aggressiv und das will ja auch keiner. Also: ich zB nicht. und "When they see us"

Stressleveldurchschnnitt gestern: 28

Selbstbeweihräucherung: NICHT mit Schalk im Nacken heute abend direkt auf eine Einladung zu einem "Offline Gemba Walk" mit "YESSSSSSS! Bullshitbingo-Karte voll!" geantwortet. Das mache ich erst, wenn es mir morgen früh auch noch eine gute oder wenigstens witzige Idee erscheint. (Ich kenne nur einen der Absender, das würde zukünftige Zusammenarbeit evtl schwierig machen.)


Sonntag, August 30, 2020

300820 Versunken

 Heute hat es den ganzen Tag geregnet, auch die ganze Nacht schon, das hat die kleine Katze aber nicht davon abgehalten, unbedingt um 05:30h das Haus verlassen zu müssen, weil halt. Der grosse Bruder ging natürlich mit, der wird aber wegen seines, wie es die Tierärztin genannt hat, "Bubenfells" und natürlich der Fähigkeit, alle Katzentörchen von aussen zu öffnen und seiner Grundeinstellung, dass alle Welt seine Freunde sind, die gern ihr Essen mit ihm teilen, nicht so nass. Um 7:30 kam die kleine Katze also empört piepsend zurück und sie ist ja schon eine arme: das lange, flauschige Fell fängt nicht nur alles an Kletten und Grassamen und Blättern mit irgendeiner Art Härchen drauf ein, es nimmt auch sehr viel Nässe auf. Und so war sie schon auch zu Recht empört als sie, die sich so viel putzt und saubermacht, nach 2h an der frischen Luft aussah wie das Monster aus dem Sumpf. Ich hörte das Piepsen schon auf dem Weg nach oben und legte schnell eine (braune) Fleecedecke über meine Bettdecke, auf der rollte sie sich dann nach ungefähr 20 Minuten Empörung und Stampfen und Trampeln und MACH DAS ZEUG RAUS! ein und trocknete im Warmen vor sich hin. So richtig hat sie sich da auch den ganzen Tag nicht mehr wegbewegt, das Wetter lud auch zu nichts anderem ein. Jonny hingegen war immer wieder erstaunlich lang unterwegs, aber auch kein Vergleich zu seinen laaaaaaangen Tagen in der Wärme.

Wir haben es ähnlich gemacht: jeder eine Runde Sport, Q. war der einzige, der im Regen draussen laufen ging (ich sags ja: das Radfahren!), wir anderen wechselten uns auf dem Crosstrainer ab.

Ansonsten wurde der ersten Zwetschgendatschi der Saison gebacken. Die Zwetschgen waren so gross, dass ich sie mit dem Messer entkernen musste und der Viertel-Schnitt nicht reichte, sondern um des gleichmässigen Durchbackens willen ein Sechstelschnitt hermusste. Damit war er dann aber perfekt! Genau richtig saftig / knusprig, nicht matschig, nicht sauer, nicht trocken, perfekt!

Weil ein Familienmitglied keinen Kuchen mit Obst isst und ein zweitens schon, aber nicht als allerliebstes, habe ich aus einem Teil des Hefeteigs noch Zimtschnecken gemacht, dafür dann Latte Macchiato mit Baileys (für die zwei Familienmitglieder, die schon immer Zwetschgendatschi gegessen haben!), das war ein sehr gemütliches Herbstkaffeetrinken.

L. hat irre viel Französisch gelernt, Q. "The hate you give" angeschaut, nachdem er das Buch gelesen hatte, ich habe mich in seinem Zimmer auf dem echt gemütlichen Sitzsack verkrümelt und "American Dirt" ausgelesen. Ich kann Ihnen das Buch echt nur ans Herz legen! Das habe ich übrigens schon lange nicht mehr gemacht: mehr oder weniger den ganzen Tag (naja, schon nur einen Teil, aber halt nicht nur zum Einschlafen, Crosstrainern oder im Zug) lesen.

Alle haben wieder ihre Bettdecken in die bis letzte Woche absolut ausreichenden Laken eingezogen, es ist richtig frisch geworden (naja, bis nächste Woche, dann soll es wieder 27 Grad bekommen. Aber auch gut.)

Q. hat seinen Maskenvorrat aufgefüllt (er muss ja in der Schulmensa zum Anstehen Maske tragen, dafür hat er ein Mäppchen mit Einmalmasken dabei, wie beim Socken- und Unterwäschepackalgorithmus für Reisen: n = d + w mit n = Anzahl der einzupackenden Unterhosen, d = Anzahl der Reisetage und w = Anzahl der Wochen, die eine Reise dauert. Nicht eingerechnet der Fall von zwischendurch angefahrenen Destinationen mit Waschmaschine, aber das ist ja auch irrelevant bei Einmalmasken), Schul- und Sportzeug ist gepackt, Wäschestand ist auf Null, ich bin nur ein wenig traurig, dass ich mein neugekauftes ärmelloses Leinensommerkleid halt vielleicht diese Saison doch nicht mehr tragen kann (ach doch: 27°C nächste Woche!)

Nun denn, bereit für die nächste Woche :-)

Gegessen:

Hefezopf mit Hummus (mein erster Versuch Semmeln mit Backmalz ging gnadenlos in die Hose, ich glaube, ich habe viel zu viel reingetan. Die Semmeln waren aussen gut gebräunt und innen drin halt leider noch glibschig. Sehr strange.)

Als Mittagssnack einen gedämpften RomanescoKopf und den Brokkoli, den ich für "wenn ich schon mal steame, mach ich den auch grad, dann ist der schnell angebraten und gut, wenn ich den morgen möchte" mit gemacht habe, auch grad noch hinterher. (mit einem Hauch Apfelessig und Salz, einfach so weg. Hat den Rest des Tages ein bisschen gegrummelt im Bauch).

Zwetschgendatschi

Reis mit gebackenem Wurzelgemüse und Kokos-Ingwer-Brühe. (Klingt komisch, war aber lecker, wie so oft aus der Kaptn Cook App)


Gelesen: "American Dirt"

Gesehen: "When they see us"

Stressleveldurchschnitt gestern: 21

Selbstbeweihräucherung: einfach mal gechillt

Samstag, August 29, 2020

290820 Back on track

 Das war ja einfach: kaum liegt man mal einen fast ganzen Tag auf dem Sofa, manchmal auch im Bett, trinkt viel Wasser, nimmt ein, zwei Schmerztabletten, ignoriert alle Arbeitsanfragen, die trotz der OOO-reply via Chat eintrudeln, schläft ein, zwei Stündchen, schon sind die Kopfschmerzen wieder weg und man wieder ein Mensch.

Heute habe ich dann grad nochmal ausgeschlafen, gemütliches Internetleerlesen im Bett mit Kaffee, Frühstücken mit allen und allem und dann machten wir uns alle auf den Weg ins Nachbarstädtchen, einkaufsbummeln, solange die Grenzen und Geschäfte noch offen sind (ich schätze, wir überschreiten die 400er Grenze für Neuinfektionen am nächsten Dienstag). Q. hat ja seine gar nicht so alte, gar nicht so günstige Sonnenbrille am allerersten Tag im Pfadilager verloren. Das Sonnenbrillenverlieren am Anfang von Urlauben hat bei ihm schon Tradition und naja, irgendwann gibt es keinen Free-Refill mehr. Er hat sich also zum Geburtstag einen Zustupf zum Sonnenbrillenkauf gewünscht, im Internet recherchiert und dann heute vor Ort anprobiert. Leider gab es seine Wunschkombination aus Rahmen und Gläsern nicht vor Ort, also wird doch bestellt. (Ich habe, inspiriert von Frau Herzbruch, die sehr lobenswerterweise wieder bloggt, direkt mein eigentlich in den Weihnachtsferien angedachtes, dann aber wegen dringenderer DInge wie Rücken, Schulter, Nackenkissen etc vertagtes und dann wegen Corona noch viel weiter vertagtes Projekt einer neuen Brille in Angriff genommen, allerdings bin ich noch nicht besonders weit gekommen, man muss nämlich einen Termin machen. Den habe ich jetzt mit Sehtest und allem Tralafitti, ich bin mal sehr gespannt, ob ich, Brillenträgerin seit 1986, nun in die gefürchtete neue Ära der Gleitsichtgläser eintrete(n muss), es ist halt schon so, dass ich besonders kleingedrucktes auf einmal so uncool weiterweghalten muss. Ich habe btw. durch meine ganze Klassenüberspringerei in Physik UND Bio den Teil mit "Optik"/"Auge im Detail" verpasst und so ist mir nicht 100% klar, was das eigentlich bedeutet, auf einem Auge ein bisschen weitsichtig, auf dem anderen ganz schön kurzsichtig, auf beiden SEHR hornhautverkrümmt zu sein und was genau da korrigiert wird und wie das dann mit Altersweitsicht oder was auch immer zusammenspielt, ausser: ich brauche eine Brille, immer, am liebsten sogar beim Schlafen. 

Ich habe auch online schon recherchiert, weil alles in allem hätte ich einfach gern meine Brille genauso nochmal, nur halt neu und nicht an den Bügeln und Nasendingsis total abgerockt. Die Bilder (jetzt nicht von Frau Herzbruchs Auswahl) von begeisterten Neubrillenträgern oder Neuebrillenkäufern, die ich vor dem Brillenkauf gar nicht so geschmacksverwirrt eingeschätzt hätte, der letzten paar Jahre haben mir nämlich ein bisschen Angst gemacht. Anscheinend sind aktuell Brillenfassungen modern, die ... schon in meinen early Brillenschlangendays altmodisch waren, respektive halt von Grossmüttern getragen wurden. Heute sieht man sie interessanterweise zeitgleich in Serien, die in den 60-ern bis 80ern spielen ("The Americans", "Narcos" etc) und ist froh, dass die Zeit vorbei ist, und auf Instagram bei 20-35jährigen. Naja, ich habe schon in den 80ern und frühen 90ern Brille getragen, ich habe genug stilistisch fragwürdiges im Gesicht gehabt, ich bleibe bei dem Stil, den ich in den frühen 2000ern gefunden habe. (Gibts auch noch, alles gut. Square, braun, havanna, schwarz, Vollrahmen) Nächste Woche dann. Ich habe beim "Nichtfielmann"-Optiker auf das eine oder andere Preisschild der Brillen, die mir gefallen, geschielt und hui, immerhin haben wir dieses Jahr keinen Urlaub gemacht. (Nur Spass, davon werden wir einerseits nicht arm, andererseits haben wir das durch den Keinenurlaub gesparte Geld, glaube ich, durch Hotel in der alten Heimat und Folgekosten aka Selbstbeteiligung für die Reparatur am Auto und das spektakuläre "auch schon wurscht" Zeugnisessen und überhaut mehrfach rausgehauen, aber eben: es sind so abstruse Gehirnmechanismen, die unabhängig von Kontostand solche Rechnungen anstellen. Ich habe übrigens für die freigenommenen Herbstferien durchaus schon mal geschaut, was es für einsame Schweizer Bergdestinationen für die Jungs und mich gäbe, aber meine Güte, das ist in 4 Wochen, wer weiss, wie da die Welt aussieht)

Die Kinder haben ihr Taschengeld ansonsten altersangemessen in Lego und Amiibos investiert, wir haben an der Kasse vom Müller dann den Kassenmann zum Lachen gebracht, weil die Kinder ob meines Drogerieeinkaufs meinten: "Boah, Mami, harte Gönnung!" und ich nur sagte: "Ja, genau, ihr habt euch jeder mühevoll EIN Teil ausgesucht und ich habe währenddessen DREI Duschgels, 24 Rollen Klopapier und, man glaubt es kaum, 3 verschiedene Deosorten und nur eine davon für mich, eingekauft. Und dann noch 2 Packungen Dunstabzugsvlies, härteste Gönnung, Alda!"

Härteste Gönnung überhaupt waren dann btw im Rewe noch 4 Packungen Ahoi-Brause-Eis, das es im Supermarkt unseres Vertrauens eben nicht gibt, ich hoffe, das schmeckt gut.

Daheim dann gemütliches Rumsandeln bei Regen, Nervennudeln für alle und gleich getrennten Kinoabend: Deadpool für Q. und den Hübschen und ein weiteres Mal "Home" für L. und mich (sehr, sehr süsser Film, aber noch viel besser sind die beiden Bücher "Happy Smekday" und "Smek for President", genau das ist mein Humor.)

Gegessen:

Halbes Silsergipfeli, Nussbrötli mit Baba Ganoush

Haribo Jahrhundertmix. (War es echt nötig, diese ätzenden Lakritzwürfel da rein zu machen?)

Pasta mit Feta, Tomaten und Rucola


Gesehen: "Home" und ""When they see us" 

Gelesen: Gestern das "Mariupol"-Buch aus (naja), gestern angefangen und seitdem nur schwer aus der Hand gelegt: "American Dirt". Ich kann Ihnen das nur echt ans Herz legen, es erzählt die Geschichte einer Mutter mit Sohn, die sich aus Gründen auf dem Flüchtlingsstrom von Süden gen USA wiederfinden. Es ist .... beklemmend, spannend, traurig, herzzerreissend und dadurch, dass mit Lydia und Luca eine Frau mit Kind, die auch ich sein könnte, erzählt und nicht gesichtslose "arme Menschen", bekommt das Ganze einen sehr, sehr persönlichen Hintergrund und es ist nicht ganz leicht, das wegzuschieben. (Hinweis von Q. btw, dem ich das Buch auch ans Herz gelegt habe: sie haben letztes Jahr in der Schule im Rahmen einer Lesewerkstatt "Trainkids" gelesen, das ist das Thema aus Teenieperspektive.)

Stressleveldurchschnitt gestern: 24

Selbstbeweihräucherung: trotz der Bilder von der Berlindemo heute noch nicht ganz den Glauben an die Menschheit verloren. Und gut gekocht.



Freitag, August 28, 2020

280820 Ausgeknockt

 Jedem anderen, der sich seit über einem Tag mit rasenden Kopfschmerzen bis zur Übelkeit quält, der abends um 10 todmüde schlafen geht, am nächsten Morgen mit denselben Kopfschmerzen aufwacht und dann bei der Arbeit am liebsten weinen würde, weil der Kopf so weh tut (und alle so anstrengend sind), hätte ich gesagt: "Na, brauchst du echt jemanden, der dir sagt, dass du dich krankmelden sollst und einfach ins Bett legen? Ich dachte, du bist alt genug, dass du so was selber merkst?"

Naja, bei mir selber ging das ein bisschen länger, aber als dann noch Schüttelfrost und Blitze im Sichtfelt dazukamen, da habe auch ich es kapiert und mich abgemeldet und den Rest des Tages mit genug zu trinken und mucksmäuschenstill auf dem Sofa verbracht.

Es geht langsam wieder und wer weiss, vielleicht habe ich ja was gelernt. 

Donnerstag, August 27, 2020

270820 Vorfreude

 Ach, sehr schön, wie bei Q. auch der Infoabend gestern nachwirkt. Er hat sich mit Klassenkameraden über deren Pläne unterhalten, ich habe ein bisschen nach den BYOD-Anforderungen (Bring your own device, d.h. die Kinder kommen mit ihrem eigenen Laptop zur Schule) geschaut (spannend, zumindest in Basel-Stadt ist das ab diesem Schuljahr für alle Klassen eingeführt. Q. freut sich jetzt schon auf ein neues Gerät, L. hofft, dass er, wenn er dann mal dran ist, nicht das von Q. auftragen muss, aber nachdem sich ihre Gymnasialzeit anders als die Primar- und Sekundarzeit um ein Jahr überschneiden wird, wird es dazu unabhängig von den technischen Neuerungen etc eh nicht kommen). Spannend wird das!

Sonst: kühler Morgen, ich hatte nach 100 Jahren mal wieder Jeans an und eine langärmlige Leinenbluse, dazu ein Herbstparfum (Jo Malone, Blackberry & Bay), aber natürlich wurde es ab Mittag dann doch wieder superheiss.

Ich arbeite immer noch in Q.s Zimmer, da ist es trotzdem kühl. Und es liegt der schöne Füller da zum Listenschreiben.

Heute war der Tag eigentlich eher unspektakulär, nur am Schluss bin ich dann doch noch sehr deutlich geworden. Ich weiss, es wird ja gern gelästert, dass der Outcome der meisten Meetings auch in einer einzigen Email geklärt werden hätte können, ich allerdings habe heute (und leider nicht nur heute, sonst wäre ich vermutlich nicht so deutlich geworden) 45 Mails zu einem einzigen Wort auf einem Shipping Label bekommen. (Ok, ein paar davon auch geschrieben). Ungefähr 30 von ein und derselben Person und irgendwann habe ich dann gesagt, dass ich so nicht arbeiten kann und sie ein Meeting einberufen soll mit den entsprechenden Stakeholdern und wir das ein für alle Mal klären. (Leider sind die Meetings mit dieser Person ähnlich, aber gemessen an den pingenden Messengernachrichten nach meiner Mail, die sich für die klaren Worte bedankten, kriegen da vllt auch mal die anderen die Zähne auseinander und es wird nicht wieder eine konfuse Onepersonshow..) Oida.... !

Sonst: L hat mit dem anderen L. den Nachmittag verbracht, ich habe ein leckeres Eis gegessen ("Kaffee mit Schokolade und gesalzenen Haselnüssen"), auf dem Crosstrainer ordentlich geschwitzt, lecker mit allen zu Abend gegessen, erklärt, warum ich so bald noch nicht ins Büro zurückkomme, mit dem Hübschen auf dem Balkon gesessen, L. vorgelesen, viel Wäsche erledigt, Kopfschmerzen über dem rechten Auge gehabt den ganzen Tag.

Gegessen:

Obatzdntoast

BRatkartoffelgröstl mit Pilzen und Ei und Salat

Ofengemüse

Eis


Gelesen: Mariupol

Stressleveldurchschnitt gestern: 46

Selbstbeweihräucherung: beim Zoommeeting mit extern kein einziges Mal die Chatfenster für "alle" und "Nur intern" verwechselt.

Mittwoch, August 26, 2020

260820: Ausblick

 Heute: stürmischer Tag, aber warm, sehr seltsames Gefühl.

Q. fährt stoisch jeden Tag zur Schule mit dem Rad, egal ob es schüttet, ob es stürmt, ob die Sonne knallt, das ist schon ziemlich cool (vermutlich zieht die Ansage, dass er sonst halt 3km rennen muss, immer noch, obwohl ich insgesamt jeden Tag 15km mit dem Rad (incl Schulranzen und er kann nicht leicht packen) da vermutlich anstrengender fände.

Arbeit war heute nicht ganz so outputreich wie gestern, es war mehr mäandern zwischen verschiedenen Themen und Menschen, es läuft im Moment leider selten so geradlinig, wie ich mir das gerne wünschen würde, aber naja, das ist halt was, womit ich umgehen lernen muss (Es macht mich allerdings wahnsinnig, wenn ich extrem klar formulierte Anfragen mit due dates stelle, dann 100x nachverhandeln muss, ob das wirklich sein muss und wirklich bis dann, weil das ist echt superviel, und dann bekomme ich am Due date (immerhin) nicht das, wonach ich gefragt habe, sondern im besten Fall einen Teil ("Reicht das?") oder eine Abhandlung, warum es die Antwort gar nicht braucht. Vielleicht. Weil: doch braucht es. Alles. Heute.)

Naja. Vor lauter Diskutieren nicht genug Obst oder was auch immer gegessen und beim abendlichen US-Call (wo man immer nur zuhören muss, das mache ich auf dem Crosstrainer) vor Unterzucker fast umgekippt.

Dann hatten Q. und ich heute ein Date (eigentlich zwei, er wollte nämlich das erste Mal in seinem Leben Kaffee probieren, also haben wir das am Nachmittag zusammen gemacht. Am Küchentisch. Er fands "bitter, aber gut bitter", wer weiss.), nämlich "Infoabend weiterführende Schulen."

Das war in jeder Hinsicht spannend, weil einerseits natürlich thematisch, andererseits auch weil: MENSCHEN! VIELE MENSCHEN! Die Schule hatte gebeten, dass nur die Schüler und je ein Elternteil kommen und weil der Hübsche ja schon bei der Schrankeninfo gestern war, durfte ich heute. Es herrschte Maskenpflicht, das ist in der Schweiz ja nicht so verbreitet, und wir sassen in der Aula lockerer als auch schon.

Und ich muss ganz ehrlich sagen: auch wenn ich weiss, dass das in dem Fall richtig war, weil definitiv der Abstand nicht eingehalten werden konnte, auch wenn ich beim Einkaufen freiwillig Maske trage und wenn ich denn ÖV nutzen würde, auch dort Maske tragen würde, ich fand es schon erstaunlich scheisse. Ich habs ja nicht so mit engen Räumen und enganliegenden Dingen und muss erstaunlich viel Energie dafür aufwenden, keine Panik zu bekommen, nach 3h hatte ich mörderische Kopfschmerzen und war sehr froh, das Ding abziehen zu können. Das ist definitiv ein KO-Kriterium für längere Zug- und Flugreisen im Moment für mich und ich bin heilfroh, dass wir weder bei der Arbeit noch in der Schule standardmässig Masken tragen müssen. (Und ja, wenn wir müssten, würde ich. Aber ich muss es nicht toll finden und nicht behaupten, dass es null stören würde, weil das ist nicht wahr.)

Zum Inhalt: Woooooohow! Für mich/uns ist das ja alles neu, weil wir genau das Schulsystem aus dem Bayern der 80er/90er kennen und halt das, was wir über die Kinder aus dem Aargauer Schulsystem bis her so mitbekommen. Vermutlich machen wir was falsch, wenn ich mich auf Twitter umschaue, sind ja alle, ob mit Kindern oder ohne, ob Lehrer oder halt auf dem Wegn zum Einkaufen mal an einer Grundschule vorbeigelaufen letzte Woche, Experten in allem von frühkindlicher Bildung über Schulpolitik bis Hirnentwicklung und Digitalisierung. Naja, ich halt nicht, und so war ich froh um den zweiten Elternabend zum Thema: "Wie weiter nach dem Ende der Schulfplicht?"

Q. weiss ja sehr genau, wo er hinmöchte, und die Noten sehen bisher so aus, als ob das auf dem direkten Weg klappen würde (das habe ich schon gelernt: im Schweizer Bildungssystem gibt es keine Sackgassen. Der Schulleiter sagte am Schluss so schön: "Das ist eine wichtige Entscheidung, die ihr dieses Jahr trefft, aber keine lebenswichtige. Macht Euch nicht das ganze Jahr einen Kopf drum, sondern entscheidet und dann macht es aus Überzeugung. Und wenn es in ein paar Jahren dann doch nicht ganz perfekt ist, dann nehmt ihr eine Abzweigung, jeder kann dahin kommen, wo er hinwill, vielleicht nicht auf dem direkten Weg, aber es geht.")

Wir haben jetzt auf jeden Fall die nächsten zwei Infotermine (Q. hat ja die Wahl zwischen zwei Kantonen) im Kalender stehen, die dann jeweils gefolgt werden von den nächsten Infoterminen im Dezember und dann muss er sich für Kanton und Schule und Fachrichtung und Sprachversion (deutsch, bili immersion, International baccalaureate) und Zeitmanagement (klassisch oder blockweise) entscheiden, und im Januar dann anmelden. Phew. (Schulvorstellung in Zeiten von Corona: "Ja, und dann haben wir eigentlich noch Chor, Bigband, Orchester, Band, Theatergruppe, jetzt halt eher nicht. Austausch gibt es nach Chile, England, Schottland, Indien, USA, Frankreich, naja, jetzt halt eher nicht.")

Ansonsten haben wir das Hechtessen mit unseren Nachbarn in Anbetracht der aktuellen Infektionszahlen (ALTER: 383 neue Fälle heute....) in beiderseitigem Einverständnis abgesagt respektive durch ein potentielles Grillen in einem unserer Gärten ersetzt, wenn es denn noch geht vom Wetter her.

Ich habe erstmals überhaupt eine Colourpop-Bestellung zollfrei erhalten, das war sehr schön! Und so konnte ich, wenn schon die Hälfte des Gesichts hinter der Maske verschwand, wenigstens an den Augen mit Farbe und Glitzer aufdrehen.

So, das spannendste, was sich hier heute noch klärt, ist die Frage, ob das Kopfweh durch zwei Liter Wasser weggeht oder nicht. Hält sich also im Rahmen.


Gegessen:

Toast mit Obatzdm

BRatkartoffeln, Spiegelei und Salat

Flammkuchen (mit Artischocken, Kapern, Pilzen, Zwiebeln)


Gelesen: "Mariupol"

Stressleveldurchschnitt gestern: 20

Selbstbeweihräucherung: mit (einem sehr kleinen) Batman spazierengegangen




Dienstag, August 25, 2020

250820: Hintenübergekippt

 Heute nacht wollten die Katzen um viertel vor zwei unbedingt raus, das ist mir immer noch zu früh, aber sie durften aus dem Schlafzimmer. Um viertel vor vier wollten sie wieder rein (wir hatten zwischendrin die Tür zugemacht, weil wir die Abwesenheit nutzten, um alle Dachfenster zum Lüften aufzumachen), um sechs waren sie sehr ungnädig, als der Wecker läutete. Tja. (Immerhin sind wir gestern relativ früh ins Bett).

Der Arbeitstag hatte es in sich, ich habe bis auf die halbe Stunde Mittagspause mit L., ein, zweimal Klo und ein, zweimal Kaffeholen ohne Pause durchgeschrieben, telefoniert, diskutiert, Produkte und Projekte jongliert und nur einmal zwei Produkte verwechselt, was aber egal war, weil die gleichen Personen die entsprechenden Dokumente für beide Personen approven müssen.

Übrigens: wir haben jetzt ja schicke Trello-Boards für jedes Produkt aufgesetzt, wenn es aber so heiss hergeht wie heute und ich im Minutentakt umpriorisieren muss, dann schaffen es die Tasks nicht aufs Board, sondern nur auf eine Tagesliste. (stilvoll mit Füller geschrieben, weil Q.s Linkshänderfüller halt auf seinem Schreibtisch liegt. Er wollte unbedingt einen und schreibt nach wie vor nur mit Tintenroller. Ich bin überrascht, wie egal es mir ist, dass der für links ist.)

(Ich musste letztens schon arg schmunzeln, als L. fragte: "Meine Güte, für dieses eine Produkt, was gibt es denn da noch viel zu tun, das ist doch schon erfunden!" )

Am Ende ist alles dringende erledigt, ausserdem habe ich für BEIDE Herbstferienwochen der Kinder nicht Ferien, sondern JAZ-Einzug eingegeben. Mein hehrer Plan "Ich mach einfach jeden Tag nicht so lang" klappt einfach nie, das war aber klar. Und weil es klar war, klappt es auch nicht, danke, weiss ich.

Ich freu mich, in anderen Zeiten würde ich sie packen und wir würden vermutlich nach Kopenhagen fliegen oder nach Stockholm oder nach Dublin oder nach Rom, mal sehen, ob wir je nach Wetterlage noch spontan ein Hüttchen im nirgendwo finden oder halt Ausflüge machen und wandern gehen oder was auch immer oder halt auch nix (wohl eher nicht, zwei Wochen lang, da geh ich ein :-)).

Beim Hübschen war auch sehr viel, Q. hat Dienstagabend ja Pio-Hock (sie streichen im Moment ihren Gruppenraum), L. sollte zeitig ins Bett, weil er morgen Mathe Check 6 hat (das ist so ähnlich wie Pisa, nur für die Nordwestschweiz. Es gibt standardisierte, zentrale Tests für alle Schüler, zT auch elektronisch, sich automatisch dem Leistungsniveau anpassend, und am Ende bekommt man jede Menge Auswertungen, für das einzelne Kind im Vergleich zu Rest der Klasse, zum Rest der Jahrgangsstufe in der Schule, zum Rest der Welt Nordwestschweiz, Klassenlehrer bekommen das noch auf ihre Klassen runtergebrochen, Schulleiter für die Stufen, naja, man kann es sich vorstellen. Diese Checks gibt es ... lassen sie mich nachdenken, in der dritten, der sechsten und der 8. Klasse, aktuell ist natürlich alles ein bisschen anders und wegen Corona sind die Checks halt jetzt anstatt Ende des letzten Schuljahres.), alles in allem ging es sich mit unser beider Bewegungsbedürfnis (draussen rennen beim Hübschen, drinnen strampeln bei mir) halt nicht aus, dass wir rechtzeitig fertig, für alle Essen da ist UND wir unseren contentträchtigen gemeinsamen Abend in der Dorfturnhalle bei einer Infoveranstaltung der Gemeinde zu dem sehr umstrittenen Thema: "Der Supermarkt hat ein Baugesuch für eine Schranke vor dem Parkplatz gestellt" schaffen.

Und weil ich mich für den Elternabend für "Noch weiterführendere Schulen" an Q.s weiterführender Schule morgen angemeldet habe, (und es noch "Weiterführende Schulen" an L.s Schule UND die coronakonform in der Tiefgarage stattfindende Eigentümerversammlung geben wird), ist der Hübsche da jetzt allein (Maskenpflicht, Voranmeldung, mit Mindestabstand aufgestuhlt), und das ist ein bisschen schade, weil das eigentlich sehr unterhaltsam klang (Der Supermarkt und überhaupt so eine Art Gewerbedingsi hat vor ein paar Jahren massiv aufgebohrt und einen Riesenmarkt vor unsere Siedlung gestellt mit riesigem kostenfreien Parkplatz (und Parkhaus). So weit so gut, am WE ist da die Hölle los, stört aber niemand grossartig. Ein paar Jahre später hat ein Umweltschutzverein festgestellt, dass so ein grosser Parkplatz niemals hätte genehmigt werden dürfen, weil Natur, bla, keine Ahnung, und hat Beschwerde beim Kanton eingelegt, auch, damit die Anwohner von den Blechlawinen verschont werden. Der Supermarkt hat daraufhin beschlossen, den Parkplatz nicht mehr kostenfrei zu machen und eine Schranke davor, so dass nicht mehr so viele Leute da parken können. Die vermeintlich zu schützenden Anwohner haben dieses Baugesuch vorgelegt bekommen und .... naja, ich sags mal so, die gesammelte Wut entlud sich auf die Umweltschützer, weil sich niemand gross gestört fühlt, aber wenn die Schranke und der Bezahlparkplatz kommt, ja trotzdem alle einkaufen gehen werden und dann halt vermutlich wild in unserer "Durchfahrt verboten"-Strasse (ohne Schranke) parken werden.

Dementsprechend wurde gesammelt Einspruch eingelegt und dafür gibt es jetzt die Infoveranstaltung. Die Liveberichterstattung lässt grosses Kino erahnen (ich war ja nur einmal bei so einer Fernwärmeinfoveranstaltung, wo auf einmal jemand den ernstgemeinten Vorschlag gemacht hat, als Eigentümergemeinschaft einen direkten Vertrag mit Putin einzugehen, um Gastanker hierherzuholen, anstatt ein Holzschnitzelkraftwerk zu bauen, und letztes Jahr erstmals bei der Eigentümerversammlung, wo sich fast ob Heckenschneideregelungen geprügelt wurde.), ich bin sehr gespannt. (Ich fände es ja sehr hilfreich, vor solchen Veranstaltungen zu wissen, was denn das Ziel respektive der Entscheidungsrahmen der Versammlung ist. Bei der Putinstory wurde irgendwann nach zwei, drei Stunden beiläufig erwähnt, dass die Eigentümergemeinschaft schon vor 20 Jahren einen lebenslagen Vertrag (oder so) mit dem Energieversorger unterzeichnet hätte und wir eh keine Wahl hätten, Putin hin oder her. Ich diskutiere und streite ja schon irgendwie ganz gern, aber wenn von vornherein feststeht, dass eh kein Vertrag mit Putin rausspringen kann, sondern halt nur der eh bestehende mit dem kantonalen Enervieversorger, wo ist da der Spass? (Vielleicht kann Putin wenigstens bei der Schranke helfen.)

Gegessen:

Honigzopf

ungefähr den 150. Salat mit Bratkäse zu Mittag im Homeoffice und ja, es ist schon lecker, aber ich habs jetzt echt gesehen.



letzten Rest Quinoa-Curry (das könnte ich noch ein paarmal essen)


Gelesen: "Sie kam aus Mariupol" (schwierig. echt schwierig. Ich muss immer an Vertriebenenvereine denken. Und ein arg schlichtes Gemüt bei der "Einteilung" von Menschen und das so locker flockig, ohne sich dafür zu schämen, etwas, das mir aus der Generation meiner Grosseltern noch sehr geläufig ist. Ich winde mich innerlich.)

Stressleveldurchschnitt gestern: 48

Selbstbeweihräucherung: die Liste und mehr erledigt. 

Montag, August 24, 2020

240820: Swoosh

 Ich sags mal so: das war heute nix mit der Tagesplanung.

Eigentlich war der Morgen meetingfrei, der Nachmittag fast und ich hatte mir OOO eingetragen ab drei.

Tja. Und dann prasselten den ganzen Tag Absurditäten, die schon längstens erledigt sein sollten, auf mich ein wie gefrorene transdimensionale Minitintenfische auf mich ein (----> Sie sollten wirklich alle "Watchmen" schauen), und ich konnte nur noch rennen und schauen, dass mich keiner fies erwischt.

Mann! (Und alle hatten schlechte Laune, weil alles längst erledigt sein sollte, aber ich kann doch weder was dafür, dass die EMA ein Logikloch in ihren Spielregeln hat, noch das wir das jetzt flicken müssen, noch dass ein Change von 2004 schlecht geschrieben ist, noch dass der Kollege, der in den Ferien ist, einzweidrei Sachen vergessen hat. Und Mexiko auch. Ich bin echt überrascht, dass ich bis auf einmal kein einziges Mal ausgezuckt bin und alle wie so ein Hütehund wieder auf den richtigen Weg gestupst habe. Das Auszucken hatte übrigens auch sehr schnelle Wirkung, in dem Fall sogar mehr als ruhig bleiben, glaube ich.).

Mit OOO war natürlich nix, aber dafür kamen noch die Heizungsleute (wir werden ja seit ungefähr anderthalb Jahren von einem Fernwärmeerzeuger auf einen anderen umgestellt und hatten dafür wieder mal einen Termin nächsten Mittwoch. Weil aber so viele aus unserer Siedlung in den Ferien sind, wollte man doch vielleicht direkt sofort heute zu uns. Also habe ich das Speisekammerl noch schnell ausgeräumt und jetzt haben wir da eine neue verplombte Kiste an der Wand und eine neue Temperatursteuerung, die noch gar nix anzeigt.), so dass das auch erledigt ist.

Ich habe zum Stundenabbau den Plan gefasst, die gesamten Herbstferien der Kinder freizunehmen, ich kann die Erholung brauchen und sonst komme ich nie mit den Stunden runter.

Ansonsten: 

mit L. Französisch geübt, das ist sehr, sehr süss, wie ernsthaft er an die Sache rangeht. Und ich bin ein bisschen stolz, dass ich mit nie Französisch in der Schule (ok, 1 Semester an der Uni und 2 Kurse bei der Arbeit) immerhin jetzt schon die dritte Woche Grundschulunterricht nicht nur locker mithalte, sondern auch mit meinen krassen Skills beeindrucke! Ich wusste sofort, welchen Buchstaben die Französischlehrerin nicht aussprechen kann, zB.

mit dem Hübschen Killerarme-Workout gemacht. Er geht jetzt ja aktuell nicht zum Kampfsporttraining und Rennen reicht ihm nicht. Damit er nicht auf dumme Gedanken kommt und mit mir kämpfen will, mache ich klaglos bei dem Trainingsvideos mit (Bestes Feature: die kombinierten Stimmen von Google Fit und Samsung Health oder andersrum, die auf seinem Handy (wir arbeiten immer noch am Feature "Stummschalten") am Ende immer sagen: "Training angehalten, Training gestorbt." und "Workend complete"

Mit dem Hübschen gemeinsam durchs Dorf gelaufen und L. vom Volleyball abgeholt, das war schön. Die Temperaturen sind echt endlich mal angenehm, untertags immer noch heiss, aber morgens so frisch, dass ich heute morgen fast gern Socken angehabt hätte, und abends einfach traumhaft.

So. Und jetzt steh ich da, ohne Serie zum Gucken. Vielleicht geh ich einfach ins Bett? Das wäre ja mal verrückt!

Gegessen: 

Honigzopf

Quinoacurry

Montagspizza

und dazwischen viel Kaffee und die eine oder andere Hampfl Nervengummibärchen


Gelesen: "Sie kam aus Mariupol" (Sehr spannend, das mit der mahnenden Stimme von Frau Kaltmamsell im Hinterkopf zu lesen. Sehr!)

Stressleveldurchschnitt gestern: 26

Selbstbeweihräucherung: auf eine echt unangemessene, echt ausführliche Mail mit "Thanks for the comprehensive authentic feedback" geantwortet. Sonst nix. (Kann man in einem Einzeiler zwischen den Zeilen lesen?)


Sonntag, August 23, 2020

230820: Tierisches

 Heute sind wir alle angemessen verkatert und zwar nicht aufgrund von Alkoholgenuss gestern (der Geburtstagsteenie ist seeeeehr regeltreu), sondern aufgrund von kaum Schlaf (zugegeben: vor allem auf Seiten der Gäste, wir sind irgendwann viertel vor 12 ins Bett, da war unten zwar nicht mehr lautes Halligalli, aber geschlafen wurde wohl erst um zwei.

Nach dem klassischen Waffel-/Pancake-/Hefezopf-Frühstück wurde noch die Zuckerwattenmaschine ausprobiert und dann irgendwann so gegen halb 11 machten sich die Gäste auf den Heimweg.

Nach Klarschiffmachen und Mittagsruhe für alle hatten beide Jungs noch was für die Schule zu tun (Q. wollte noch am Englischreferat über Buch/Film-Vergleich vom Dschungelbuch arbeiten "Would you recommend the book to your classmates?" "Absolutely, if they are up for a challenge and do not expect a Disney story.", L. hat ja jetzt Mathe klassenübergreifend leistungsgestaffelt und ist högscht motiviert. Und übt fleissig französische Sätze, das ist sehr süss.), wir Grossen kümmerten uns um Wäsche, telefonierten mit den Lieben daheim und um Schwarzwald, sportelten, ich habe mir seit Monaten mal wieder die Fingernägel lackiert (ich bin noch nicht wieder bereit für Acrynägel respektive dafür, Leuten so nahe zu kommen, deswegen halt auf meinen eigenen kurzen, das hält dann auch nur ein paar Tage, wenn überhaupt, aber dafür glitzert es blau und lila.)

Tierisch gesehen war der Tag sehr spannend:

nachdem Sansa gestern kurz vor der Party noch einen Vogel ins Haus gebracht hat (ich glaube, einen Star, auf jeden Fall war es kein Spatz, sondern dunkler und mit spitzerem Kopf/Schnabel) und er ihr entwischt und hinter die Hockeyschläger/Regenschirme geflüchet ist (von wo aus ich ihn etwas gerupft, aber voll flugfähig retten konnte), kam sie heute wieder mit einem an, der war allerdings schon über den Jordan. Ich habe sie dann mitsamt dem Vogel vor die Haustür gesetzt, weil ich kein Blutbad in der Garderobe möchte.

Ausserdem habem Jonny und Sansa beide erstmals den Tinydog der Nachbarn getroffen. Das war sehr witzig anzusehen: sie hatten keine Angst, weil er ja sooooo klein ist. Sie haben sich nicht mal aufgeplustert oder geknurrt. Der Kleine war sehr aufgeregt und hat sich nicht richtig an sie rangetraut, aber immer, wenn sie weggeschaut haben, ist er ein paar Schritte näher gehoppelt, wie bei "Ochs am Berg". Irgendwann hat er Jonnys Schwanzspitze erreicht und sie ganz vorsichtig angeleckt. Jonny war högscht empört, hat gefaucht, den Schwans majestätisch um sich herumdrapiert, aber sich keinen Schritt entfernt. Das wird noch lustig.



Bei der Abendkatzenrunde haben wir Jonny dann getroffen, wie er sich mit der Nachbarskatze, vor der alle Katzen Angsthaben, angestarrt hat. Durch uns kam dann ein bisschen Bewegung ins Ganze, die beiden haben Plätze getauscht und auf einmal zeigte sich, warum die andere Katze so still sass: sie sass auf diesem Flauschi hier:


Der Schwanz war ein bisschen verletzt, aber an sich war derdiedas Kleine so fit, dass er unter unsere "Den bringen wir in Sicherheit"-Regel fiel. Ich brachte also Jonny heim, der Hübsche hielt die Nachbarskatze auf Abstand, ich kam mit einem Schuhkarton zurück. Derdiedas Kleine (Twitter ist sich nicht ganz sicher, aber vielleicht ist es ein Gerbil oder eine Rennmaus) liess sich einfangen und der Hübsche brachte es auf eine Wiese in halbwegs sicherer Entfernung zumindest dieser beiden Katzen. Ob das jetzt die beste Variante war, wenn es tatsächlich ein ausgebüchstes (oder ausgesetztes? Oder aus einem Käfig gefangenes?) Tier war, keine Ahnung, wir wissen allerdings von keinen unserer Siedlungsnachbarn, dass sie Rennmäuse haben und wir können uns mit zwei Katzen ganz sicher nicht um einen kleinen Nager kümmern. Suboptimale Situation, ich rede sie mir damit schön, dass ALLES für einen kleinen Nager besser ist, als von einer Aggrokatze festgehalten und einem sehr lieben, aber nicht gegenüber kleinen Nagern, Kater hungrig angestarrt zu werden.







Nun denn. Jetzt noch das Watchmen-Finale und dann ist auch schon wieder Wochenende vorbei :-(.

Gegessen:

Waffeln mit Sahne und Karamellsirup

Hefezopf mit Baba Ganoush

Quinoa Curry


Gelesen: "Das Haus der Frauen" aus (wie erwartet.)

"Sie kam aus Maripuol" angefangen (auch ein Buch, von dem Kaltmamsell nicht überzeugt war, ist besser als manch anderes, das sie nicht mal erwähnt oder gelesen hat. Und sei es nur, dass wir mal gemeinsam drüber schimpfen können. Ich vermisse Menschen so sehr. Ich möchte mit Frau Mutti und dem Gatten am Küchentisch lachen, mit Kaltmamsell und Herrn Rau Cocktails trinken oder in den Biergarten gehen, mit den Nachbarn zum Hechtessen gehen (ok, immerhin das werden wir auf ein Burgergrillen im Garten ummodeln können), ich will mit Kollegen mittagessen gehen, ich will meine Geburtstag mit ALLEN und endlich auch mal dem anderen Christian feiern, ich will zwar nicht unbedingt nach Berlin, aber ich würde gern all die Leute, die ich in Berlin kenne und noch kennenlernen möchte, treffen, wenn es sein muss, sogar IN Berlin, ich will Hamburger Leute treffen, ich will, ... MENNO! Ok, geht schon wieder. Ich lese halt stattdessen ein Buch, um für Lästergespräche und eventuell Austausch von Familienhistorie irgendwann mal gerüstet zu sein. Bin ich immerhin weg von der Strasse.)


Gesehen: "Watchmen": dafür gibt es wirklich eine uneingeschränkte Empfehlung (den Film sollten Sie aber gesehen haben).

Stressleveldurchschnitt gestern: 41

Selbstbeweihräucherung: Pizzaparty aus dem Ärmel geschüttelt.


Samstag, August 22, 2020

220820: Partytime

Ich habe unglaublich schlecht geschlafen, Alpträume gehabt ohne Ende (immer mit den Katzen. Kurz vor Aufwachen habe ich Jonny draussen gefunden, dem jemand eine Gabel durch Schwanz und Hinterbein gestochen hatte. .... Also: im Traum. In echt hat er mir die Krallen durch meinen linken grossen Zeh gebohrt, weil er eben halt raus wollte.)

Dafür wurde der Tag dann aber eigentlich ganz gut, wir haben gemütlich gefrühstückt, die Kinder haben ihr Pfadizeug für die erste reguläre Übung seit dem Lockdown zusammen gepackt (ich übrigens die reflexhafte Antwort / allgemeine Empörerei über "Aber wir hatten doch gar keinen Lockdown!!!!!1!!1!" unglaublich albern und anstrengend, meine Güte, wir wissen alle, was damit gemeint ist und ja, es gab keine Passierscheine, keine Ausgangssperre, aber es war halt schon scheisse genug, dass man das als Referenz nehmen kann. Aber klar, man kann natürlich auch drüber schimpfen und lästern, wie doof doch alle sind, vielleicht hilft das ja.

Mein umgeroutetes Paket kam heute schon im Lottoladen an (es ist schon wieder jemand neuer da, das Gespräch war durchaus amüsant, es fiel der Satz "Das hat er auch mit mir gemacht, der Hermes. Kommt am Dienstag und sagt: "Pass auf, Brudi, ab morgen bekommst Du viel mehr Pakete, alle anderen Shops sind in Ferien, nur Du nicht." und ich sag: "Was heisst viel mehr, Brudi?" Und er sagt: "Wart's ab. Viel."") Und unter diesen vielen war auch meines, wir haben es rausgefunden, obwohl er meinen Namen (und zwar den Vornamen, der ja eigentlich im Vergleich zum Nachnamen Kür ist, aber die Liste wird nur nach Vornamen geführt) falsch geschrieben hatte. Jetzt habe ich neue T-Shirts und, man weiss ja nicht, was passieren wird, eine neue Leinenbluse und ein Leinensommerkleid (NICHT blau, also nur dünne blaue Streifen), ich wäre also auch bürotauglich. Ach ja: und neue Flipflops, die AUCH bürotauglich wären, denn um L. mal zu zitieren: "Das ist mein Lifestyle, Mann!"

Der Abend gehört Q., respektive: heute abend gehört das Erdgeschoss Q. und seinen besten Freunden (und L, der mitfeiern darf), es ist Teeniegeburtstagsparty. Und weil Q. ein wandelndes Ritual (seine Freunde auch) ist, gibt es seit dem Ende der Mottoparty jedes Jahr eine Pizza-/Film-/Übernachtungsfeier mit mehr oder weniger immer denselben Gästen (übrigens, bevor hier Augenbrauen gehoben werden und Köpfe geschüttelt und "Superspreaderevent" gezischt wird: genau diese Kinder gehen seit Mai wieder zusammen in die Schule und seit Juni wieder zu den Pfadfindern. Es gelten in der Schule keine Abgangsregeln für die Kinder, sie waren zusammen im Sommerlager, da ist es auch egal, wenn sie nach 4 Stunden Pfadiübung bei uns auf der Terrasse zusammen zu sechst Pizza essen, am Lagerfeuer Marschmelonen grillen (das ist etwas, was anscheinend auch unverhandelbar ist. Einmal hatten wir das nicht parat, weil wir dachten, das wäre was, was nur eher wir Erwachsenen gut fänden, aber die Kinder haben so enttäuscht geschaut, dass noch einer von uns zur Tankstelle geflitzt ist für Marschmelonen und einer den letzten Rest Grillkohle angefeuert hat.), und auf dem Matratzenlager im Wohnzimmer schlafen und morgen WIE JEDES JAHR Hefewaffeln, Hefezopf und Pancakes frühstücken.

Heute wird übrigens "Ted" geschaut, das ist ein durchaus altersangemessener Film, wie ich denke.


Gegessen:

Nusssemmel mit Baba Ganoush

Olivensemmel mit Baba Ganoush

Freitagspizza, diesmal am Samstag, weil Geburtstagspartypizza


Gelesen: "Das Haus der Frauen"

Gesehen: "Watchmen"


Stressleveldurchschnitt gestern: 43 (ach.)

Selbstbeweihräucherung: ich könnte ja schreiben: Gut gemacht, Frau Brüllen, da im Februar, direkt im gleichen Haus, nur unterm Dach, wieder eine Skiferienwohnung für 2021 gemietet. Und sogar vorbildlich im Kalender eingetragen. Aus irgendeinem Grund hatte ich das aber vergessen und nicht gefunden und war dann erst enttäuscht, als Saas Fee (bei Reka, irgendwie müssen wir das Reka-Geld ja verbraten) ausgebucht war, dann haben wir uns erfolgreich eingeredet, dass wir da jetzt ja auch echt jeden Pistenkilometer kennen und dass es wirklich mal Zeit für was anderes wäre. Dann habe ich recherchiert und wir waren auf einmal bereit, ungefähr doppelt so viel wie bisher für die Unterkunft zu zahlen (wir haben es anders aufgezogen: wir wollten da schon mal hin, aber in dem berühmten Jahr, wo wir über Silvester eine Woche gehen wollten, und da war es dort (und natürlich auch überall sonst, bis auf da, wo wir waren, aber da war kein Schnee) so uuuuuunglaublich teuer, dass wir es gelassen haben. Jetzt kostet es weniger als die Hälfte, ausserdem brauchen wir keine Skischule mehr, naja. Als ich den Hübschen also gedrängt habe, zu überprüfen, welche Woche der Skiferien für ihn denn jetzt besser ginge, meinte er: "Ich weiss gar nicht, in der einen Woche steht schon "Saas Fee 2021" drin.". Joah. Ich habe jetzt auch die Reservierung gefunden und hm, naja, gehen wir halt da hin, wo wir ursprünglich hinwollten und übernächstes Jahr nach Laax. (Oder alles kommt ganz anders, wer weiss das schon.)

Freitag, August 21, 2020

210820 Holprig

 Der Plan war heute den Nachmittag freizunehmen und gemütlich und gechillt ins Wochenende zu sliden (merkt man, dass wir Teeniekinder haben?).

Was dagegen sprach: erstmal das passenderweise um Punkt 12 angesetzte Meeting mit Konfliktpotential (wie ich Q. und L. den Ursprung von "High Noon" erklärte, der Hübsche eine Anekdote beisteuerte, wie er als Kind mal heimlich "High Noon" im Fernsehen angeschaut hat und L. dann kurz dachte, er wäre in den 50ern geboren. Damals, als die Welt noch schwarzweiss war.).

Das war wie erwartet, ich persönlich bin beeindruckt von mir, dass ich nicht ausfallend wurde, sondern recht häufig wiederholte: "Ok, damit kann ich leben, ich würde allerdings gern nochmal beim letzten Punkt einhaken..." (Das klingt viel besser als das, was ich dachte.), der Hübsche behauptet, ohne dabei gewesen zu sein, dass man mir an der Tonlage, der Frisur, (den wütend aufzgezwirbelten Haarspitzen), am Atmen und am Augenrollen ansehen würde, was ich wirklich denke, und ich bräuchte mir keine Mühe mit falscher Höflichkeit geben.

Was aber viel mühsamer war: ein seit Monaten schwelendes ("High Noon" verwandtes) Thema wurde über Nacht eskaliert und das ist ja immer doof, wenn man der ist, der immer noch auf der Sachebene zu lösen versucht, während ein ..... nicht mal als solcher identifizierter Counterpart auf einmal nicht nur die Kavallerie, sondern sozusagen den Den Haag aktiviert.

Das sorgte für viel Nerven, Adrenalin, Politik, das ist etwas, was ich noch nicht, um mal Klettereranalogien zu bemühen, dynamisch lösen kann, sondern halt statisch und mit Kraft, aber immerhin.

Ich bin ein bisschen stolz darauf, dass ich erstens die richtigen Personen schnell ins Boot geholt habe und dann mich selber mit einer der besten Begründungen ("Mein Mann fragt, ob er mein Spiegelei in die Sonne stellen soll, damit wenigstens irgendwas von meinem Mittagessen warm bleibt.") aus dem Boot entfernt habe.


Sonst: Wocheneinkauf incl Gedöns für die Teenieparty. Es mag naiv wirken oder sein, Q. wird ja SCHON 15, das bedeutet, es gibt immerhin mal Cola :-).

Der Hübsche hatte dann einen anstrengenderen Nachmittag als geplant und so waren wir richtig, richtig durch, als wir in den Feierabend starteten.

Das war aber dann richtig schön: nach unserem Familienrat gestern waren sämtliche elektronischen Geräte (mal wieder) vom Esstisch verbannt, und wir wissen jetzt: das Äquivalent von "Oma erzählt von vorm Krieg" ist bei uns "Mami und Papi erzählen vom Industriepraktikum bei Hoechst." (Wenn wiruns mal treffen und es ist irgendwie eine Gesprächspause, fragen Sie ruhig, wie das war, als wir Trockeneis rausgeschmuggelt haben und beim McDonalds ins Klo geworfen haben, wie die Pizza im Ofen gebrannt hat, und (unabhängig von Hoechst), wie wir mit einem Twingokofferraum voll Natriumperchlorat und Schwarzpulver in die Tiefgarage vom Kreisverwaltungsreferat in München gefahren sind. (Antwort: wir waren jung, naiv, vermeintlich unverwundbar und es war vor 2001. Aber: wir haben das Storytelling optimiert, es wird mit Sicherheit unterhaltsam.)

Wir sind, würde ich sagen, bereit fürs Wochenende.

Gegessen:

Honigtoast

sonnenwarmes Spiegelei, Radieschen, Karotte und Brot

Auberginenspiess mit Erdnusssauce, Salat und Grillkäse


Gelesen: "Das Haus der Frauen"

Gesehen: "Watchmen" (habe ich es erwähnt? Empfehlung aus tiefstem Herzen!)

Stressleveldurchschnitt gestern: 32

Selbstbeweihräucherung: neben allem noch Dinge erledigt (hätten Sie gedacht, dass es jetzt nahezu zu spät ist, um einen Gynäkologentermin im Oktober auszumachen?), unter anderem ein im Verteilzentrum gestrandeted Hermespaket gereroutet (und echt super support vom Helpdesk bekommen, kann man ja auch mal anerkennen. Abgesehen davon, dass "Paketshop hat Urlaub" was andere ist als "Wird auf Kundenwunsch im Verteilzentrum gelagert" oder "Inventur im Verteilzentrum", was der selbe Code zu sein scheint.)

Donnerstag, August 20, 2020

200820 RIchtige Richtung

 "Normaler" Arbeitstag (naja, das firmenweite Email/Datensharing/ALLES-System funktionierte bis mittags nur extrem rudimentär, das war schon sportlich), in Q.s Zimmer, das ist wirklich mein Lieblingsarbeitsplatz: Nordseite, offenes Fenster, gescheiter Stuhl und tatsächlich mein alter Schreibtisch, den ich irgendwann mit 16 oder so bekam, ein astreines Profibüromöbel (ok, ohne elektrische Höhenverstellung wie im Büro, aber mei.).

Es lief soweit alles recht gut und rund und ich freute mich darüber, wie schlau mein Ich von letzter Woche war, das den Nachmittag ab 15:00 als OOO eingetragen hatte. Um halb vier war ich dann tatsächlich so weit fertig und hatte damit, tadaaaaaaaaa, das erste Mal eine halbe Stunde ab, statt drölfzig aufgebaut.

Die Kinder trudelten im Laufe des Nachmittags ein, L. brachte sogar Jonny mit, dem er auf dem Rückweg begegnet war. Schön, anscheinend ist die unglaublich spannende, neue Hood, die er sich ausgespäht hat, nach 2 Tagen ohne Pause Dortsein dann auch genug erforscht, dass man auch mal daheim auf dem kühlen Boden ausruhen kann.

Wir hatten ja die Kinder schon gestern abend gebeten, gemeinsam eine Liste der ewigen Streitpunkte zu erstellen incl Lösungsvorschlägen, das selbe haben wir Grossen gemacht und das haben wir dann heute in viel ruhigerer Stimmung diskutiert als gestern. Das schätze ich ja sehr, dass wir alle miteinander reden (und ja, auch streiten, aber nicht heute) können, ohne dass man jemals an der Grundprämisse, dass wir uns alle sehr mögen, zweifelt. Und man sich einigen (oder wieder vertragen) kann, ohne dass eineR das Gefühl hat, nur durch Nachgeben und Zurückstecken "Frieden" herbeiführen kann.

Abendessen haben wir heute ausgelagert, wir waren nach ewigen Zeiten mal wieder alle gemeinsam beim McD schräg gegenüber. Für dem Hübschen waren all die Coronamassnahmen schon ein alter Hut, weil er da schon öfter war, um die Schlangen an der Kantine zu vermeiden, für mich aber halt nicht: man desinfiziert die Hände, bekommt von einem maskierten Mitarbeiter (nein, das ist in der Schweiz immer noch nicht flächendeckend vorgeschrieben, weder für Mitarbeiter noch Gäste/Kunden, deswegen fällt es mir immer noch auf) einen frisch desinfizierten Aufsteller mit Nummer. Bestellt wird nur am Terminal, die Tische sind nur zur Hälfte freigegeben und werden nach jedem Gast gereinigt. Wir waren draussen, einfach weil halt. Gottseidank gibt es in der Schweiz immer noch den Quinoa-Curry-Burger, der ist echt recht lecker! (Es ist mir selber ein bisschen peinlich, dass ich einen Riesenschluck Getränk genommen habe und innerlich schon echt wild wurde, weil sie die Cola mit ohne Sprudel gemacht hatten, bis ich an L.s entgeistertem Blick und dann auch am seltsamen Geschmack merkte, dass ich grade dabei war, seinen Eistee zu exen. Upsi.)

Der Hübsche hat ab heute mit den immer weiter munter ansteigenden Fallzahlen das Sporteln mal wieder an den Nagel gehängt, das war schon immer das riskanteste, was in unserer Familie an Aktivitäten stattfand: Vollkontaktkampfsport mit einer grossen Anzahl unterschiedlicher Partner, die mehrheitlich, sagen wir mal diplomatisch, der Altersgruppe (und Mindsetgruppe) angehören, die aktuell für die steigenden Fallzahlen sorgt.

Bin ich jetzt nicht direkt unglücklich, dass das erstmal wegfällt, und mehr als glücklich, den Hübschen halt an drei Abenden mehr bei uns zu Hause (oder auf der Joggingstrecke) zu haben.

Basel Stadt hat heute ab Montag neben der eh schweizweiten Maskenpflicht im ÖV nun auch die Maskenpflicht in Geschäften und allen Restaurants/Clubs und den Schulen jenseits der 9. Klasse (nur in den Gängen, nicht im Klassenzimmer) eingeführt. 

Mal sehen, wie sich das weiterentwickelt. Die Einladungen für die nächsten beiden Elternabende (jeweils zum Übertritt auf die weiterführende und die noch weiterführende Schule) betonten auch die Maskenpflicht, einer wurde sogar auf zwei Locations gesplitttet und es soll maximal EIN Elternteil mti Kind kommen. Unsere Eigentümerversammlung findet dieses Jahr nicht im Dorfgasthof, sondern mit einem halben Jahr Verspätung.... in unserer Tiefgarage statt.

Gegessen:

Honigbrot

Nektarinen, viel Kaffee (zum Frühstück als Latte doppio, vormittags als Lungo, mittags als Espresso, nachmittags als Long black over ice, abends als Espresso)

Salat mit Backcamenbertchen und Croutons

Vegiburger


Gelesen: Das Trump Buch aus (Was soll ich sagen? Ich bin nicht ... enttäuscht, es war schon interessant, zu lesen, wie kaputt die Trump-Familie ist/war, wie viel Gemauschel und Betrug hinter der vermeintlichen Erfolgsstory steckt, aber andererseits hat mich das und die traurige Geschichte von Freddy Trump und die schlechte Behandlung seiner Kinder und Enkel durch Fred, Donald und den Rest halt weder überrascht noch schockiert. Der Mann leistet sich so Unglaubliches in aller Öffentlichkeit und NIEMAND zieht ihn zur Verantwortung, da wäre es überraschend, wenn er seiner Nichte und seinem Neffen nicht ihr Erbe gestohlen hätte....)

"Das Haus der Frauen" angefangen, obwohl ich mir nach "Der Zopf" geschworen hatte, nichts mehr von der Autorin zu lesen, weil ich die Story so betulich und platt und vorhersehbar fand, aber naja, nach der frustrierenden Trumpstory (und weil ich grad anscheinend keine Vorbestellungen eintrudeln habe), ist etwas süssliches, betuliches eine okaye Abwechslung.

Gesehen: "Watchmen"

Stressleveldurchschnitt gestern: 43

Selbstbeweihräucherung: Endlich mal den Satz "Furthermore I strongly advice against (...) for obvious reasons." angebracht, es war an der Zeit. Und klingt seriöser: "Habt ihr Lack gesoffen?" 

Mittwoch, August 19, 2020

190820 Dünner Firnis

 So, heute war prinzipiell besser. Ist ja auch mal was, wenn man sich darauf verlassen kann.

Ein meetingfreier Vormittag erlaubte mir Aufarbeiten von Liegengebliebenem und viel zähneknirschendes an der Hand nehmen und "Leute vernetzen". Meine Güte, wie konnte es dazu kommen, dass ich eine (in meinen Augen sehr, sehr klare) Mail schreibe, eine Antwort bekomme, die zeigt, dass man NICHTS davon gelesen hat, dann einen Anruf aus dem Verteiler, der mir erklärt, dass der andere das aber falsch sieht, man ihm das aber lieber nicht direkt sagen möchte, um das Klima nicht zu vergiften, und dann muss ich das also erklären, bekomme wiederum einen Anruf vom ersten und von der Chefin des ersten und Chatnachrichten von der dritten und die vierte sagt: "Ich habe keine Lust den ganzen Schlotz zu lesen, macht mal ein Meeting mit (bisher nicht involvierten) A, B, C und mir und erklär uns das, aber A arbeitet nur Mo-Do, vormittags, ich bin die nächsten zwei Wochen in Ferien, B ist diese Woche noch im Urlaub und C arbeitet nur freitags". Die Lösung des ganzen ist übrigens: Ja, ich habe alles genau so gemeint, wie ich es geschrieben habe, ja, das Ganze ist auch genau so wichtig, wie ich es geschrieben habe, und ja, sorry, auch dringend. Ich verstehe mittlerweile, warum meine Vorvorgängerin in genau dieser Rolle mir damals immer so gefühlt übertrieben begeistert gedankt hat, wenn ich in meinem alten Job Anfragen dieser Art halt einfach .... erledigt habe. Ich bin nah dran, dem/der Nächsten, der/die ihren Job einfach macht, ein Pony zu schenken. (Natürlich nur, wenn er/sie Ponies mag)

Ich bin noch nicht ganz da, solche Verwerfungen zu antizipieren und durch  was auch immer gar nicht erst aufkommen zu lassen, auch noch nicht da, das sportlich zu nehmen und sozusagen, wie der Hübsche das so schön ausgedrückt hat, "auf der Stresswelle zu surfen", ich wurschtle mich so durch. Aber: ich bleibe immerhin nach aussen ruhig.

Alles in allem: ok. Wie dünn der Firnis ist, merke ich, als die Kinder beim Heimkommen drei Klopper liefern, die per se alle einzeln (und auch in Kombination) kein Weltuntergang wären, aber halt erstens schon zu oft passiert sind und heute zum falschen Zeitpunkt passieren. Puff, bin ich mal kurz explodiert! (Ein Hoch auf 13:00h-Meetings, die ich hoste, da muss man sich schnell wieder aregen udn einkriegen). Die Kinder haben jetzt den Auftrag, die ewig gleichen Streitpunkte (Händewaschen, Zähneputzen, Sonnencreme, dreckige Klamotten in die Wäsche, saubere in den Schrank, Spülmaschine anschalten, wenn voll, Schuhe ins Regal, Bonbonpapiere in den Müll, Handy in der Schule AN, so Zeug halt. Nix dramatisches, nur nerviges. SEHR NERVIGES!) zu identifizieren und Lösungsvorschläge zu machen. Und nein, "nicht mehr andauernd zähneputzen" ist keine Lösung.

Ich habe btw eine Art Strichliste von Kollegen, mit denen ich schon lange zusammenarbeite, von denen ich aber noch NIE mehr als ihr Foto im Firmenadressbuch gesehen habe, weil sie halt woanders arbeiten und NIE die Kamera anhaben.

Seit März habe ich davon zwei streichen können, einer, der praktisch direkt gegenüber auf der anderen Rheinseite arbeitet, und heute eine Kollegin aus den USA, ich weiss gar nicht wo. Ich habe mich jeweils so gefreut, dass ich damit dann immer direkt rausgeplatzt bin und mich meist erst mitten in "And in my head you looked totally different" stoppen konnte. Aber: alle wollten wissen wie und das ist mal ein anderer Start ins Gespräch als das ewige Coronamassnahmen-Bingo.

In Sachen Jonny bin ich relativ cool geblieben und habe erst kurz vor Abendessen eine Runde gedreht. Was mich ja unterschwellig sehr stresst, ist, dass ich aktuell keine Idee habe, vor er sich denn rumtreibt. Die letzten Wochen, ach was, Monate war das sehr easy: er tauchte immer irgendwann auf dem Tennisplatzfeld auf. Seit ein paar Tagen aber nicht mehr, und auch nirgends sonst, wo wir ihn schon früher gefunden hatten. Heute hatte ich aber Glück und ging aus ... weiss auch nicht ein bisschen weiter den Werkszaun entlang, da kam er auf einmal aus der Wohnsiedlung gegenüber angeschlappt. Das ist schon mal gut zu wissen!

Habe ich von dem winzigen neuen Babynachbarshund schon erzählt? Der flitzt den Nachbarn andauernd ab, und zwar durch die Hecke in unseren Garten. Das ist ja soweit alles sehr süss, die Kinder kommen ihn dann immer holen, er ist ja winzig und niedlich, aber heute haben ihn die Katzen zum ersten Mal gesehen. Nur durch die Terrassentür, weil schon nach Zapfenstreich, aber sie waren beide högscht aufgeregt und ich gehe davon aus, dass es bald ein recht spannendes Zusammentreffen geben wird. (Mir hat er heute mit seiner Babyzunge die Zehen abgeleckt. Ich mag Hunde ja nicht so besonders und abgeleckt werden, egal von wem, auch nicht, aber wenn ich keine Wahl hätte als abgeleckt zu werden, dann wäre eine Minibabyhundezunge schon okayish.)

Trotz Crosstrainertrampeln nach Feierabend bin ich sehr, sehr müde, ich hoffe, ich halte die "Watchmen"-Folge gleich noch durch.


Gegesssen:

Honigbrot

Nektarinen

Pfannkuchen mit grünen Bohnen in Miso-Sesam-Sosse

Flammkuchen mit Pilzen und Trauben


Gelesen: das Trump-Buch

Gesehen: Watchmen

Stressleveldurchschnitt gestern: 34

Selbstbeweihräucherung: Nein gesagt, obwohl das vermutlich jemanden enttäuscht, aber dafür mir selber treu geblieben. 

Dienstag, August 18, 2020

180820 Stellvertretergefühle

Gestern kam der Hübsche heim und war verzweifelt, weil er mein Nierengepienze gelesen hatte und mich fast in der Notaufnahme verbluten sah oder um eine Spenderniere betteln.

Heute hätte ich fast angefangen zu weinen (oder zu wüten), als die dritte vermeintliche Anfrage nach Rohdaten und Begründungen von vor 20, 30, 40 Jahren kam.

Heute habe ich mit zittrigen Fingern "Ist L. schon auf dem Heimweg?" in den Messenger getippt und währenddessen gelauscht, ob ich den Krankenwagen auf dem Weg zu dem Zebrastreifen an der grossen Strasse, über die er vom Rückweg von seinem Freund muss, überhört habe, obwohl L. nur 10 Minuten später dran war als sonst immer und wir tatsächlich nicht einmal eine fixe Heimkommzeit abgemacht hatten.

Heute habe ich den Nachbarn gezwungen fröhlich geschrieben, ob sie Jonny mal gesehen hätten und 4 grosse Suchrunden gemacht, und schon mal überlegt, wo ich Suchzettel in Farbe ausdrucken könnte, wo ich die auf dem Werksareal aufhängen könnte, ob ich doch einen Facebookaccount anlegen sollte, nur um der Ortsgruppe beizutreten und dort Jonny vermisst zu melden, ich sah ihn eingesperrt, eingeklemmt, überfahren, entführt, aus Versehen über die Autobahn gerannt und auf der anderen Seite verloren, ich war so nervös, dass ich nichts zu Abend essen konnte und mir physisch übel war.

Tatsächlich wissen wir beide, 

  • dass die Niere vermutlich ok ist (und wenn nicht, dann sind wir weiter als auch schon in der Diagnostik)
  • dass niemand zu Schaden kommt oder die Firma oder auch nur ich in irgendeiner Weise schlecht da stehe, wenn ich nicht binnen Sekunden Rohdaten von 1979 aus dem Ärmel ziehen kann (abgesehen davon, dass sie da natürlich nicht hingehören)
  • dass L. natürlich im Moment des Abschickens zur Tür rein kam und schon rief "SORRY, wir haben die Zeit vergessen"
  • dass Jonny einfach einen Sommertag draussen genossen hat und so sehr französische Strassenkatze geblieben ist, dass er sich nicht einklemmen, entführen, einsperren oder irgendwo hinscheuchenlässt, wo es ihm nicht gutgeht (die Nachricht an die Nachbarn war aber insofern hilfreich, als sie direkt Bescheid gaben, als er auf dem Heimweg von wo auch immer bei ihnen einen Halt einlegte und enttäuscht war, dass ihre Katze das Abendessen ratzeputz aufgefressen hatte.


Das hilft aber im Moment der Panik auch nix, aber immerhin bleibt ein Rest Rationalität, der einem sagt, dass das morgen (oder ein paar Momente später) schon viel besser aussieht. Für mich ist es ein Zeichen, dass wir halt schon auch echt dünnhäutig geworden sind und unser Schutzpanzer, an dem solche Ängste normal abprallen, halt arg abgetragen ist nach den Monaten, die wir uns mit Corona und allem drum und dran rumschlagen. Die Abgeklärtheit und der Pragmatismus und die (besonders aber nicht nur den Kindern gegenüber) an den Tag gelegte Zuversicht, dass das schon alles irgendwie gut ausgehen wird, das kostet und irgendwann ist der Schutzpanzer an der einen oder anderen Stelle durchgewetzt und die nächste Anfrage nach Rohdaten trifft einen mitten ins Panikzentrum.

Nun denn.

Sonst okayer Tag. In Sachen Stundenabbau bin ich immerhin so weit, dass ich nicht mehr mehrere Stunden pro Tag aufbaue, sondern heute zB nur eine gute halbe. (Der Hübsche sagt, wenn ich da mal meine sonstigen Bewertungsmassstäbe anlegen würde, wäre das Totalversagen, aber ich finde, ich muss nicht immer so streng mit mir sein.)

Es gibt eine neue App der Krankenkasse, mit der man sich Prämienrabatte erarbeiten kann. Mir ist noch nicht 100% klar, durch welche Challenges man Punkte bekommt, immerhin haben der Hübsche und ich zeitgleich und unabhängig rausgefunden, dass man nur eine Schrittechallenge gleichzeitig laufen haben kann, unser grossartiger Plan, die Schritte pro Tag mehrfach zu verwursten geht schon mal nicht auf. Ich habe nur ein Quiz verkackt (Kann ja keiner ahnen, dass 5 Minuten pro Tag weniger als das allgemein anerkannte Optimum für Meditationszeit pro Tag ist. Wer hat denn 20 Minuten am Tag Zeit für so was?!), aus Versehen viele Videos beim Essenmachen lautlos laufen lassen ("Verwertung von schrumpeligen Äpfeln", "Kühlschrank richtig einräumen", "Bauchtraining", "Mikropause mit Entspannungsatmen"), weil ich dachte, man bekäme dafür Punkte. Wir werden sehen, ich habe eigentlich keine Lust und Zeit, da so Extragedöns zu machen, Schritte und Tralalala: schön und gut, die mache ich eh, aber so Quizzes, die ohne jede BEschäftigung mit dem Thema lösbar sind (bis auf die Meditation, ich gebe es ja zu), bieten jetzt ja keinen Mehrwert für mich.

Wir werden immer besser im Zuckerwattieren. Die gross beworbene Möglichkeit, aus Bonbons Zuckerwatte zu machen, hat es uns natürlich besonders angetang, aber bisher bin ich etwas underwhelmed. Wenn es klappt, ist es schon ziemlich cool, zB Eisbonbons in dünnste Fäden zu verwandeln, das explodiert geschmackstechnisch so richtig auf der Zunge, wie der ultrafeine Zucker auf den Kaugummistreifen. Aber leider haben entweder wir es noch nicht so raus, oder die Standardhartbonbons auf Glukosesirupbasis haben halt doch ein ungünstigeres Spinnverhalten als Kristallzucker, auf jeden Fall wird das nicht so fluffig und der Schmelzteller verklebt auch recht schnell. Wir bleiben dran, würde ich sagen!


So, fertig für heute.

Gegessen:

HummusBrot

Tortellini mit Salbeibutter und Tomaten

viel Nektarinen

ein Stück Brot und Rohkost, wegen nervös ging nicht mehr

Zuckerwatte und Kekse


Gelesen: das Trump-Buch

Gesehen: "Watchmen" (ganz grosse Empfehlung!)

Stressleveldurchschnitt gestern: 34

Selbstbeweihräucherung: letzten Rest Rationalität aktiviert.

Montag, August 17, 2020

170820: Pienz

Danke für all die Glückwünsche für den Grossen auf allen Kanälen gestern! Schon schön zu sehen, wer uns hier schon so lang begleitet, dass er/sie sich noch daran erinnert, wie Q. wirklich little war :-).

Heute halt wieder normaler Schul-/Arbeitstag, nur bisschen anders, Q. hatte nämlich wegen zu transportierender Geburtstagskuchen (Schokoamerikaner) einen Bring- und Holservice gewonnen. Ich hatte heute kein Morgenmeeting und wollte eh um vier Schluss machen, Sie erinnern sich, die Überstunden?, da passte das ganz gut.

Den Vormittag war ich dann bis auf Katzen- (und einmal Vogelgesellschaft, aber Jonny hatte ihn so vorsichtig ins Haus getragen zur weiteren Verwendung, dass ich die beiden erstens trennen konnte und zweitens der Vogel beim Freilassen mit voller Kraft davonflog, das ist ja eher selten und hat mich sehr gefreut. Jonny nicht, aber der hat zum Ausgleich einen Haufen Leckerli bekommen, dann gings wieder) gesellschaft ganz allein und habe mich wegen kühl, frischer Luft und gescheitem Bürostuhl in Q.s Zimmer verkrümelt.

Im Moment ziept es nämlich immer wieder in der rechten Flanke und ich hätte ja gern, dass das Rückenschmerzen sind vom Rumlümmeln auf dem Esstischstuhl und nicht eben Nierenschmerzen, nach denen es sich ehrlich gesagt eher anfühlt. Nun denn, hilft ja alles nix, ich arbeite jetzt von einem gescheiten Stuhl aus und trinke Unmengen Wasser und wenn es die Niere ist, dann ist es die Niere und dann wird das hoffentlich jetzt alles mal erledigt. Ich hoffe, die haben eine ausreichend lange Aufbewahrungsfrist für ihre Unterlagen, nicht dass der Diagnosemarathon von vorne beginnt.

Arbeit: lief gut, bis auf die Tatsache, dass ich halt NICHT eher Schluss gemacht habe, weil lauter einerseits dringendes, andererseits kompliziertes Zeug kam und ich dann halt FAST fertig war, als ich Q. holen musste und so habe ich mich danach nochmal hingesetzt und das GANZ fertig gemacht, dann habe ich das nämlich morgen weg (zur Halbzeit wurde mir klar, dass ich anstatt alles zu korrigieren auf ein Referenzdokument verweisen könnte, in dem alle Einzelheiten drinstehen, aber das ist tatsächlich für jemand, der sich nicht andauernd damit befassen muss, recht kompliziert, und dann habe ich überlegt, dass ich, wenn ich eine andere Abteilung mit anderen Prozessen und Templated nach Informationen frage, schon auch echt froh drum wäre, wenn mir jemand direkt die INfo gibt anstatt ein 25seitiges Dokument, in dem ich mir die Einzelheiten zusammensuchen kann. Ausserdem hatte ich keine Lust, morgen dann das Riesendokument zu erklären und so habe ich jetzt Freunde in der Nachbarabteilung). Und dann kam noch eine Kollegin an, mit der ich mich die letzte Woche immer wieder verpasst habe, und von der brauche ich wiederum relativ dringend sehr mühsam zu findende Informationen (ich sage nur: Papierarchiv, extern ausgelagert), das habe ich dann doch lieber direkt besprochen, zack, schon wieder Überstunden.

Nun ja. Trotzdem Sportprogramm gegen die spontan einsetzende bleierne Müdigkeit, Montagspizza mit Q., Wanderung durchs Dorf, mit L. vom Volleyball wieder zurück, noch viel Zuckerwattemachen geübt, dann Vorlesen, und gleich noch eine Folge "Watchmen". Endlich mal wieder eine gute Serie! (Und noch da eine oder andere Glas Wasser)

Gegessen:

Übrige Cupcakes

Salat mit Backcamenbertchen

Montagspizza

gelesen: Das Trumpnichtenbuch

Gesehen: "Watchmen"

Stressleveldurchschnitt gestern: 21

Selbstbeweihräucherung: das war schon sehr nett von mir mit dem Korrigieren von dem Fremddokument. Vor allem, weil das editiergeschützt war und bleiben sollte, so dass ich nicht mal Kommentare einfügen konnte, sondern wie doof Screenshots mit Sprechblasen versehen habe (das habe ich mir fürs nächste Mal besser gewünscht)

Sonntag, August 16, 2020

15

study_of_development pt.15



Mein lieber Q.,

wow, 15 Jahre! Das ist mal eine Hausnummer! Leider hast du es nicht mehr ganz geschafft, mich von der Körpergrösse her zu überholen, nur schuhgrössentechnisch, aber da hast du mich ja schon vor Jahren deklassiert... Nächstes Jahr dann!

Ich hatte ja so innerlich damit gerechnet, dass jede Sekunde die Pubertätshormone querschiessen und wir Eltern auf einmal unglaublich mühsam und peinlich sind, aber nein.... entweder sind wir schon immer so peinlich, dass es jetzt auch nicht mehr auffällt, oder aber das wird alles gar nicht so wild (oder aber das kommt noch).

Wir kommen extrem gut miteinander aus, du rockst die Schule und den Stoff ganz allein. Du kümmerst Dich um alles, was Du brauchst, du weisst genau, was du möchtest (zB seit ungefähr anderthalb Jahren nicht mehr Chemiker, sondern Anwalt werden. Buhuuuu. und so hatten wir keine Chance, dich dazu zu bewegen, dich um Schnupperlehren oä zu kümmern. "Wer Anwalt werden will, muss aufs Gymnasium gehen und braucht keine Schnupperlehre." Das stimmt zwar, aber du hast auch eingesehen, dass die Aufnahmebedingungen in der speziellenSituation hier echt sportlich sind und dich auch in dem Fach, das dir nicht zufliegt, auf den Hosenboden gesetzt, so dass eigentlich alles recht gut aussieht.)

Das Unihockey hast du nach der letzten Saison an den Nagel gehängt, das ist aber auch ok, wenn das Herz nicht dranhängt, ist es schwer, sich zu motivieren. Woran Dein Herz aber immer fester hängt, das sind die Pfadis. Seit letztem Herbst bist du ein Pio, d.h. ihr organisiert echt viel selber für Euch, aber helft auch den Leitern der jüngeren Stufen aus. Ich bin extrem beeindruckt, was ihr alles macht und könnt und auf die Beine stellt und wieviel Herzblut da rein fliesst. Nach dem verkürzt, aber immerhin durchgeführten Sola in den Ferien gehen nächste Woche die Übungen wieder los und ich freue mich sehr, dass Du mit Deiner Truppe der "Alten Hasen" echte Freunde hast.

Du liest nach wie vor sehr, sehr viel, aber auch Youtube und Serien (seit einiger Zeit nur noch im Original) sind Deine Medien. Du interessiert dich für Minecraft, Starwars, amerikanische Politik (und überhaupt Politik, da war ich in dem Alter noch lange nicht). Du kannst nach wie vor stundenlange Stegreifvorträge aus Deinen Interessensgebieten halten, dabei ist es gar nicht soooo wichtig, dass es auch das Publikum interessiert (um ehrlich zu sein: in den allermeisten Fällen springt der Begeisterungsfunke allerdings über!).

Die Coronazeit hast Du bisher echt gut gemeistert. Die Homeschoolingzeit hast du auf einer halben Pobacke abgesessen, dh mit den Aufgaben etc warst du meistens um 10 fertig und hattest den Rest des Tages für dich :-).

Ich bin sehr, sehr gespannt, wo es dich nächstes Jahr hin verschlagen wird, das ist für uns alle dann wieder Neuland!

Mit den Geschenken haben wir dieses Jahr, habe ich den Eindruck, Deinen Geschmack ziemlich gut getroffen: Du bist ja ein totaler Zucker-(jetzt hätte ich fast geschrieben "junkie", aber dann kommen wieder all die "Zucker ist wie Heroin"-Spacken aus ihren Löchern gekrochen)vernichter und so gab es eine Zuckerwattenmaschine* (dazu aromatisierten Zucker und Bonbons, die man auch in Zuckerwatte verwandeln kann. Alles gar nicht so einfach, aber es klappt und klebt), einen ECHT bequemen grossen Sitzsack, von Oma und Onkel ein heiss ersehntes Legostarwars Set*. Ansonsten hast du dir Zuschüsse zu der noch zu definierenden "coolen Sonnenbrille" gewünscht, die du zu erwerben planst. Wofür ich mich innerlich ganz besonders feiere, nachdem ich das Dauergeklicke aus dem Sitzsack höre, ist der "Fidget Cube"*, den ich kurzentschlossen noch besorgt habe. Du bist so ein Frickler und Fummler, dein ganzes Federmäppchen ist voll zerlegter Kugelschreiber und Einzelteile von ALLEM, ich hoffe, er überlebt lang)

Mein Lieber, ich weiss, ich schreibe es jedes Jahr, aber ich bin so froh, dass wir Deine Eltern sein dürfen, das ist ein sehr grosses Geschenk.




*Affiliatelinks

Samstag, August 15, 2020

150820: minimini

 Heute war es so weit und wir haben den Minineffen, der vor genau drei Wochen unter so dramatischen Umständen auf die Welt kam, besucht.

Was soll ich sagen... er ist unglaublich winzig! (Okay, meine Vergleichs-Kinder sind halt 11 und morgen 15 Jahre alt, aber er ist wirklich winzig!) Und unglaublich niedlich und unglaublich kuschelig und unglaublich cool und die beiden Eltern auch! (Naja, jetzt nicht wirklich niedlich und kuschelig und auf gar keinen Fall winzig, aber cool!)

Unsere Riesenkinder haben sich ja seit zwei Wochen auf ihren Cousin gefreut (wir haben nach dem Pfadilager lieber noch zwei Wochen vergehen lassen, um ganz sicher zu sein, dass sie sich da mit nix angesteckt haben. Ja, klar, sie könnten Corona auch in der letzten Woche in der Schule aufgeschnappt haben, aber wenn man das als Massstab nimmt, würden wir den kleinen Neffen erst dann sehen, wenn er gar nicht mehr klein ist. Und vor allem muss es für die Eltern passen und das tat es heute) und ihn seelig auf dem Arm gehalten (und währenddessen auf der Switch gespielt :-)). Er hat es ihnen aber auch echt leicht gemacht und geschlafen, bisschen gegrunzt und sonst halt sehr niedlich gewesen.

Ich durfte ihn auch auf dem Arm halten und während ich vermelden kann, dass es tatsächlich keinerlei "Aaaaaaaw, ich will auch!!!"-Anwandlungen getriggert hat, ist es halt doch so, dass gewisse Bewegungsmuster anscheinend nach dem einen oder anderen Jahr eigene Babies ins Stammhirn übergegangen sind: Baby auf dem Arm, Frau Brüllen schuckelt und wackelt hin und her. Baby fand es gut, btw (naja, keine Ahnung, die Kinder haben nicht gewackelt und geschuckelt, das fand er auch gut, ich glaube, er findet alles gut).

Ansonsten: ich hatte da anscheinend wettertechnisch irgendwas missverstanden und dachte, dass es ab gestern krass gewittern und abkühlen würde. Tatsächlich hat es gestern einmal geschüttet und ist heiss wie eh und je. Hm.

Da passt es ganz gut, dass gerade Cupcakes (das grosse Kind wünscht seit Jahren Bienenstichcupcakes zum Geburtstag) im Ofen sind, macht nix, wenn es noch heisser wird.

Morgen wird hier nämlich jemand 15. Und das ist was, was ich irgendwie gar nicht in meinen Kopf bekomme. Ich kann mir weder vorstellen, dass wir jemals ohne ihn waren, noch dass er schon FÜNFZEHN???!!!!1!!! werden soll. Er war doch gestern erst ... fünf. Oder so.

Gegessen:

Silsergipfeli und KAffee

Vanille-Eclair

Salat mit Croutons und Edamame


Gelesen: "42Grad" aus (gähn), "Zu viel und nie genug"  (holla)

Gesehen: "Watchmen" (die Serie)

Stressleveldurchschnitt gestern: 26

Selbstbeweihräucherung: gsd überprüft, ob ich wirklich, so wie ich dachte, direkt nach den letzten Skiferien auch schon für nächstes Jahr gebuchcht hatte. Hatte ich nicht  und deswegen werden wir nächstes Jahr (wenn es denn geht) nicht nach Saas Fee fahren. Das ist auch ok, wir kennen dort mittlerweile fast jeden Zentimeter Piste, es gibt noch genügend andere Skiorte in der Schweiz. 

Freitag, August 14, 2020

140820 Von nix kommt nix

 Der Tag begann heute extrem früh, weil Sansa ab vier (oder früher?) wach war und dauerpiepste, Jonny wachpiepste, uns wachpiepste, naja. Nach >10 Jahren nicht durchschlafenden Kindern ist das leicht verkaterte Gefühl den ganzen Tag ein sehr vertrautes.

Mein Freitag war heute mal ein bisschen anders als sonst, ich hatte mich nämlich zum vorerst letzten Antikörper-Testtermin bei der Arbeit angemeldet. (Das Angebot ist freiwillig, kostenlos und war ursprünglich zur Unterstützung des Ramp-ups = der Rückkehr der Belegschaft ins Büro gedacht, die aber dank der sportlich ansteigenden Zahlen eh viel langsamer geht als angedacht.)

Das Ganze war perfekt organisiert (schielt nach Bayern....), man meldete sich entweder vorab auf einem Webportal an, gab alle Daten ein incl eines Fragebogens, der online übermittelt wurde, oder man konnte das Ganze vor Ort mittels QR-Code machen. Damit bekam man dann nach Badgekontrolle einen Bogen Strichcodeetiketten, mit denen man dann in den Testbereich marschierte. Der Ort war übrigens das letztes Jahr (glaube ich, aber ich verliere bisschen die zeitliche Orientierung) feierlich eröffnete Auditorium. Ich hoffe, es haben wenigstens bis März jede Menge Veranstaltungen dort stattgefunden, es ist nämlich wirklich toll. Seit ein paar Wochen ist es eine Teststation mit 4(?) Separees, in denen im Akkord vom medizinischen Dienst Blut abgenommen wurde. Die Kollegen waren nach den letzten Wochen sichtlich erschöpft, solche  Massenanlässe kennt man sonst nur von den Grippeimpfterminen und die sind nach ein paar Tagen vorbei.

Mit "In 5-7 Tagen, vermutlich es bitzeli schneller, bekommen Sie das Resultat per Mail" wurde ich heimgeschickt. "Bitzeli" bedeutet übrigens innert 6 Stunden und naja, ich habe eigentlich nichts anderes erwartet, ich hatte ja gefühlt auch nix, habe praktisch niemand getroffen, naja, dementsprechend keine Antikörper, nix mit hemmungslos Party feiern ab jetzt.

Sonst: es tröpfelte und goss auch mal über den Tag verteilt, ich trug also lange Hose und das war ein seltsames Gefühl.

Den Morgen und frühen Nachmittag habe ich gearbeitet, ausserdem ist der Grosseinkauf erledigt, ich hatte mir den Nachmittag als OOO blockiert, weil ich ja was gegen meine Überstunden machen soll. Da habe ich dann mit L. für sein Zimmer mit "Erwachsenenbett" Deko ausgesucht (Ich wusste, dass er den Druck mit dem Faultier und der Kaugummiblase cool findet!), das war sehr schön. Ausserdem: Betten alle frisch bezogen, KEINEN HAUSPUTZ gemacht, weil das ja endlich wieder outgessourced wurde, die weltcoolsten Geburtstagsgeschenke für einen 15. Geburtstag (und einen 11jährigen kleinen Bruder) eingepackt (ich bin dieses Jahr so unglaublich happy mit den Sachen, die mir eingefallen sind, ich zeige Ihnen die noch, aber erst, wenn das Kind sie hat, der ist ja so neugierig....)

Q. hatte heute wieder seinen langen Schulfreitag, von 7:40h bis 17:15, aber davon 4 Unterrichtsstunden Chemie (2 normal, 2 freiwilliges Praktikum), also gehe ich davon aus, dass das der tollste Tag der Woche überhaupt wird. (ICH HATTE RECHT!!!! Chemiepraktikum IST besser als Mathe Plus)

Jetzt gibt es gleich Freitagspizza und ich weiss noch nicht, vielleicht mache ich dann was ganz verrücktes und gehe einfach früh ins Bett. Das war ja seinerzeit nicht möglich, aber mittlerweile können beide Kinder ohne Eltern einschlafen, das wäre also tatsächlich eine Option....


Gegessen:

Honigtoast (erst war mir nicht danach, dann fiel mir ein, dass ich und Blutabnehmen und mein Blutdruck vielleicht keine gute Idee auf nüchternen Magen ist und zack: nicht umgekippt)

Letzte Reste Quinoa-Curry und ein bisschen Antipasti

FREITAGSPIZZA


Gelesen: 42Grad (lesen Sie das nicht, das ist echt langweilig. Und das will was heissen bei einem Thriller mit eigentlich beängstigendem Bezug zur aktuellen Zeit, aber nein, das ist echt nix. Ich brauch niemanden, der Phosphat für ein Element hält, aber auf einer ganzen Seite erklärt, was Bitcoins sind und was das spezielle an einem Konto auf den Caymans ist. Die Protagonisten sind mir alle egal und ich möchte nur, dass das Buch vorbei ist.)

Gesehen: who knows (ich habe gestern beim Strampeln noch die erste Hälfte von "Audrie and Daisy" angefangen)

Stressleveldurchschnitt gestern: 33

Selbstbeweihräucherung: nur noch mal ganz kurz abends in die Arbeitsmails reingeschaut und was sind das für Kollegen, die tatsächlich warten, bis der Button in "Google Chat" grün wird und einen dann "verhaften"?


Donnerstag, August 13, 2020

130820

Dieser Tag wird für mich immer zuallererst der Geburtstag meiner Schwester sein. Auch wenn sie mich vor Jahren aus ihrem Leben gestrichen hat, was ich sehr, sehr schade finde (naja, vielleicht liest sie das ja. You never know. Falls ja: Alles Gute, ich denke oft an Dich. Meine Inbox ist immer offen, meine private Mailadresse und Telefonnummern haben sich seit 18 Jahren nicht geändert, die Arbeitsnummern, aber auch die sind seit über acht Jahren dieselben.).

Nun ja.

Sonst: es ist immer noch heiss, aber nicht mehr sonnig. Weiss jetzt nicht, ob das irgendwie besser ist, es sind sogar ein paar Regentropfen gefallen.

Sonst ist nix spannendes passiert.

Ich habe morgens allein an der frischen Luft auf der Terrasse gearbeitet, sogar fast kühle Füsse bekommen.

Meeting kurz vor Mittag mit dem Team, wo alle meinen Vornamen haben, ich finde das immer noch sehr verwirrend und lustig, vermutlich sind die andern längstens drüber weg.

Mittagessen mit L., dann ein Nachmittag mit Meeting auf Meeting, das war eigentlich auch mal wieder schön, auch mal wieder mit Leuten ausserhalb meines Teams ("Squads") zu reden, man kriegt sonst schon mal gern einen Tunnelblick....

Überhaupt: Ich habe gestern noch eine Umfrage der Standortleitung ausgefüllt, wo abgefragt wurde, wie man vor Covid mit der Arbeitssituation zufrieden war, was man jetzt besser findet, was nicht, wie die verschiedenen Typen an Arbeit in den verschiedenen Umgebungen funktionieren und wie man sich das für die Zukunft wünschen würde, wenn man frei wählen dürfte. Ich schwanke tatsächlich zwischen 2-3 Tagen Homeoffice und die Zeit on site würde ich dann am liebsten NUR mit direkten Meetings verbringen. Ich glaube, so könnte ich am besten arbeiten (passt auch nicht für alles und immer, weil manchmal muss es halt einfach schnell gehen, entweder was allein erarbeitetes zu liefern oder halt ein Notfallteammeeting, da kann man nicht sagen "Wart bis zu meinem nächsten Officetag" oder "Heute mach ich nur Meetings, Recherche muss warten", da geht es gern auch mal um Stunden).

Es wurde auch gefragt, was an Standortservices ich am meisten vermissen würde (Kantine, Cafeteria, medizinischen Dienst) und was ich mir als Unterstützung für Homeoffice wünschen würde, wenn ich könnte (Essenslieferungen von der Kantine, gescheite Büromöbel/Bildschirm, wobei ich die ja nur abholen müsste).

Das finde ich super und bin sehr, sehr gespannt, wie wir zurückkehren werden ins "New Normal".

Morgen früh gehe ich übrigens mal wieder on site, aber nicht zum Drucken und Sachen nach Middle East schicken, sondern zum Antikörpertest. Nicht dass ich glaube, dass er positiv ist (wäre natürlich sehr praktisch, aber ich bin mir recht sicher, dass nicht), aber erstens bin ich neugierig, wie das sozusagen an der Quelle abläuft (ob es wie in so einem Factory Outlet ist?), zweitens dient das natürlich der Overall-Statistik und Sie wissen ja: All for science, und naja, wer weiss? 

Heute probiere ich mal wieder nach dem Abendessen das Rennen, dann sollte da wenigstens kein Unterzucker mehr kommen.

Gegessen:

Joghurt, Aprikosen, Granola

Rest von gestern abend

Quinoa-Reste von vorgestern (Mealprep, sagt der Hipster, Restlessen sag ich)

Viel "Long black over ice"


Gelesen: 42 Grad


Gesehen: nix (mir fehlt die INspiration, was)

Stressleveldurchschnitt gestern: 38

Selbstbeweihräucherung: die Kinder mit eingebundenen Büchern und Heften in die Schule geschickt (ok, das habe ich spät gestern abend noch gemacht)


Mittwoch, August 12, 2020

120820 Hitzeschnipsel

 Heute zwischen erstem Katzenwecken (04:30) und zweitem Katzenwecken (05:45) geträumt, dass wir zusammen mit unserem Hund (in dem Fall der allererste Hund, den wir zu Hause hatten) Jonny vom Feld abgeholt hatten. Die beiden haben sich super verstanden, der Hund hat erst Jonny die Nase und die Augenbrauen geputzt, dann hat Jonny dem Hund das Brustfell saubergemacht, weil der dort lauter so Grassamen drin hatte. Im Traum habe ich mir noch gedacht, komisch, dass ich solche niedlichen Szenen so selten blogge, das ist ja verschenkter Content.

Beim Aufwachen ging es ein bisschen, bis mir einfiel, dass wir mit Absicht keinen Hund haben und gerade dieser Hund Jonny und Sansa vermutlich beim ersten Kennenlernen mit einem Haps verspeist hätte und das wäre ja auch Content, den keiner lesen will. (Sie sehen: der Mininachbarhund scheint mich sehr zu beschäftigen. Er hat mittlerweile festgestellt, dass er durch die Hecke in unseren Garten flitzen kann UND die Katzen ihre Beute nicht immer ganz auffressen. Ich sehe ein wunderbares Dreierteam in der Zukunft unterwegs, wo der Hund hinter den beiden aufräumt...Mal sehen, ob Jonny es schafft, ihn auch an unserem Törchen als zutrittsberechtigt zu programmieren)

Auf dem Weg zur Apotheke (naja, halt zum Kaffee abholen) sind mir die Kindergärtnergruppen über den Weg gelaufen, die immer noch am dritten Kindergartentag alle Kinderadressen ablaufen und ein Foto vom Kind vor der Haustür machen. (Eine Superidee btw, weil so ist sichergestellt, dass die Lehrpersonen einschätzen können, ob das Kind weiss, wo es wohnt und hinmuss, die Gruppe kriegt das auch ein bisschen mit und naja, wenn man von diesem Brauch nichts wusste und die Altglas- und Papp-Abfallkisten als Erinnerung, dass das ENDLICH MAL JEMAND zum Container bringen sollte, auf die Bank vor der Tür stellt, hat das Kind halt ein Foto in der Kindergartenmappe, das andeutet, es würde auf einem Wertstoffhof leben.). Anyway. Die Kindergartenkinder sind winzig, ich würde schätzen, so etwa kniehoch und sehr niedlich. Ich bin dann noch Q.s ehemaliger Kindergartenlehrerin über den Weg gelaufen (die mich immer noch mit Namen kennt, ich bin sehr beeindruckt) und wir haben gemeinsam ein wenig drüber geseufzt, dass Q. eben alles andere als kniehoch ist und dass das bedeutet, dass wir ja auch ein Stück älter sind als damals. 

Sonst: es ist einfach zu heiss und heute habe ich die Quittung dafür bekommen, dass ich das bisher ignoriert habe und halt abends beim Sportprogramm durchgezogen habe. Heute habe ich das onboarding meeting Teil zwei (Icebreakerfrage: "What show did you watch during quarantine?" Und weil ich ja einen Ruf etablieren will, habe ich "How to sell drugs online (fast)?" geschrieben, was auch wahr ist, wenn auch nicht als liebste. Wurde dann im Plenum nicht vorgelesen) wie bisher auf dem Crosstrainer (mit dem Laptop auf laut auf dem Bügelbrett davor) abgestrampelt, und zack, irgendwann war mir dann erst heiss, dann schwindlig, dann zittrig, dann kalt und naja, irgendwann merke auch ich, dass es zuviel ist. Nach ungefähr 100x überprüfen, dass das Kamerafenster wirklich zu ist, habe ich mich auf den Badfussboden gelegt und den Rest halt horizontal erledigt.

Ein paar Zitronen-Manner und eine Nektarine (und eine Dusche) später ging es dann wieder so lala, aber ich bin echt bedient mit der Hitze.

Wegen zugezogen und Regen (so nervige heisse dicke Tropfen, die alles nur feucht machen, aber null abkühlen) haben wir unseren ursprünglichen Plan von "Mit dem Rad ins Schwimmbad, abkühlen und essen dort" aufgegeben und es sehr ruhig hier angehen lassen, mit Wunschessen für alle und Nachrichten, weil wir die Bundesratspressekonferenz heute verpasst haben. 247 Neuinfektionen heute, dafür fällt ab Oktober das Verbot für Veranstaltungen >1000 Menschen. Hm. (jajaja, ich bin die Mutter meines Sohnes und habe das ganze gelesen, nicht nur die Clickbaitschlagzeile, es ist auch so, dass die Kantone das Schutzkonzept absegnen müssen, dass es je nach Infektionslage auch nicht genehmigt oder sogar schon erteilte Genehmigungen zurückgezogen werden können. Und Oktober ist es jetzt halt auch noch nicht. Naja.)

Lichtblick heute (naja, es war ja überhaupt nicht alles sehr schlimm, nur sehr heiss): unsere Haushaltshilfe war zum ersten Mal seit März wieder da, d.h. dieses Wochenende gibt es 2 Stunden mehr frei, weil wir keinen Hausputz machen müssen.

Sonst so:

L. ist högscht besorgt wegen des Französischunterrichts (während Q. das seinerzeit seeeeeehr entspannt angegangen ist) und hat mich aufgeboten, um mit ihm mehrfach den am Freitag mit verteilten Rollen vorzulesenden Comic zu üben. (Es ist sehr, sehr niedlich: er weiss, dass man das alles ganz anders ausspricht, als es da steht, aber nicht, nach welchen Regeln. Und so rollt er das R in feinster Italiener-/Spanier-Imitation, den Rest macht er freestyle und naja, ich muss die ungefähr 2 Wochen, für die mein ein Semester Französisch nebenbei an der Uni und die zwei Module im ersten Job ausreichen, auskosten. L. war sehr, sehr beeindruckt, auch dass ich sofort drauf kam, welchen Buchstaben seine Lehrerin irgendwie nicht aussprechen kann.)

Q. hat heute nach der Lektüre des Buchs dann das "Dschungelbuch" in der Disneyversion als Hausaufgabe angeschaut, damit er das für die Englischpräsentation vergleichen kann. Wussten Sie, dass auch im Buch andauernd gesungen wird? Allerdings nicht ganz so "schmissig".


Gegessen:

Honigtoast

Quinoacurry

Freestyle-Asia-Gemüse, scharf, mit Tofu und Eiernudeln


Gelesen: "42 Grad" (ich fürchte: keine Empfehlung. Ich dachte ja, das wäre eine ansprechende Lektüre --> Mitteleuropa im Hitzekollaps, während es draussen 38 Grad hat, aber leider ist bei den vermutlich superseriös wirken sollenden Wissenschaftseinwürfen schon bei den banalsten Sachen geschlampert worden, dass ich dem Rest, mit dem ich zB nicht so auskenne wie damit, dass Phosphat kein "chemisches Element" ist, halt auch nicht weiter traue als von der Tapete bis zur Wand (danke, Frau Mutti, für diesen schönen Vergleich) Und die steilen Thesen ("Nestle" ist ultraböse, Chemie-/Pharmaunternehmen auch, denen gehts nur richtig gut, wenn sie den Rhein kippen lassen und ehrliche Wissenschaftler niederknüppeln, Behörden sind per se doof und auch böse, Aktivisten, die ihre Thesen/Theorien/Studien unreviewed auf Facebook / im Darknet raushauen, retten die Welt --> hallo, Attila!) sind halt auch so ein bisschen einfallslos. Aber vermutlich ist es einfach zu heiss.

Gesehen: nix

Stressleveldurchschnitt gestern: 23

Selbstbeweihräucherung: mich in der Apotheke gut benommen und keinen peinlichen Witz gemacht