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Samstag, April 09, 2022

090422 Moralisches Dilemma

Ich bin in einem moralischen Dilemma wegen eines Zauns und das kam so:

wir wohnen in einem Reihenhaus, zur einen Seite ist der Garten mit einem total unspektakulären dunkelgrünen Drahtzaun abgetrennt, zur anderen Seite mit einer Kirschlorbeerhecke. Ich fand die nie besonders schön, aber auch nicht hässlich, sie blüht im Sommer unspektakulär, sie zieht Unmengen Bienen und INsekten an, es nisten Vögel drin, sie braucht keine Pflege ausser einmal im Jahr schneiden (ok, das macht der Hübsche und er hasst es).

Die Nachbarn auf der anderen Heckenseite kamen nun Ende letzten Jahres auf uns zu mit dem Vorschlag, die Hecke rauszumachen und einen Zaun reinzumachen, weil ... keine Ahnung.

Wir haben das erst mal mit mhmhm, wir denken mal drüber nach, versucht auszusitzen, aber das hat nicht funktioniert.

Sie wollten unbedingt diesen Zaun. 

Mein/Unser Dilemma: wir haben kein Problem mit der Hecke, wir hätten kein Problem mit dem Zaun (für die Bienen würde ich davor ein Beet anlegen, das wäre noch hübscher als die Hecke), aber wir haben weder Zeit, noch Lust, noch überschüssige Energie, um die Hecke rauszumachen und den Zaun reinzumachen. Und all den Dreck und das Geschiss dazwischen.

Dazu: wenn WIR unbedingt etwas neu haben wollen würden, würden wir das voll und ganz outsourcen und uns mit nix befassen müssen. 

Unsere Nachbarn ticken ganz anders, da wird alles selbst gemacht, mit übers Wochenende von der Arbeit ausgeliehenen Maschinen, mit Freunden und Verwandten, die Abende und Wochenenden da gemeinsam graben, betonieren, plattieren, was weiss ich.

Wir haben uns also drauf geeinigt, dass wir das mit dem Zaun machen, das Material wurde besorgt, wir haben unseren Anteil bezahlt, der Hübsche hat schon mitgeteilt, dass er kein Heimwerker ist (von mir wird das gar nicht erwartet und ausnahmsweise halte ich hier schön die Klappe zum Thema Geschlechtergerechtigkeit, ausserdem habe ich ja noch Bein) und auch keinen Urlaub nehmen kann und am Wochenende auch praktisch nie Zeit hat.

Eigentlich war der Plan, am ersten Aprilwochenende loszulegen. Das ist irgendwie nicht passiert und irrationalerweise dachte ich: "Ach, schau, das wird jetzt doch nicht gemacht".

Tja. Heute morgen fuhr der Minibagger vor, dann wurde bei uns geläutet und angekündigt, dass es jetzt losginge, und dass man auch zu uns in den Garten kommen würde und "das wird dann schon scheussich aussehen, aber bald wieder gut"

Mittlerweile ist die Hecke weg, der Minibagger wurde quer durch unseren Garten gefahren (ich bin vielleicht ein bisschen picky, aber hm, es sieht so aus, als ob er NUR durch unseren Garten gefahren wäre und gar nicht durch den der Nachbarn.), im besten Fall liegt sehr viel Erde auf unserem Rasen, so dass man das Gras grad gar nicht mehr sieht, im schlechtesten Fall ist der Rasen jetzt halt einfach nur noch Acker.

Es ist ungefähr genauso, wie ich mir vorgestellt habe, dass es wäre, wenn ich mir zwischendrin dachte, dass die Hecke gar nicht mal sooooo schön ist, und dann sah sie gar nicht so übel aus, weil: wie schön kann ein Zaun sein, dass er wochenlang so viel Dreck anstatt eines astreinen Gartens, der genau seinen Zweck erfüllt und keine Maintenance braucht, wert ist?

Naja. Jetzt ist es also so, dass der Nachbar und seine Verwandten / Freunde / Kolllegen draussen werkelt (man muss dazusagen: sie machen die Hecke weg, die das ganze Nachbarsgrundstück umschliessst, nur eine Kantenlänge teilen wir uns), und wir .... helfen nicht mit.

In mir streiten sich zwei Stimmen, die eine sagt: "Das wird auch Euer Zaun, man kann andern Leuten nicht beim Arbeiten zuschauen, helft gefälligst mit!", die andere sagt: "Wir wollten den Zaun eh nicht, die Hecke war astrein, wenn sie den Zaun unbedingt wollen, sollen sie ihn machen, aber ich werde mir nicht die Wochenenden und Abende mit schwerer Arbeit um die Ohren schlagen, bei der ich eh nur rumstümpere."

Naja, ich selber komme eh nicht in die Verlegenheit, weil Bein (und Frau :-/), der Hübsche hat ganz offensichtlich keine erste Stimme.

Sonst so:

erstes Ferienwochenende, wie grossartig!

Der Hübsche, L. und ich sind zum Frühstücken zum Fünfschilling gegangen, das haben wir ewig nicht gemacht. Sehr praktisch: mir ist die Rührei-Portion zu gross, L. die Waffelportion zu klein und er mag Rührei sehr. Win-Win.

Ich habe mir diesmal geschworen, auf jeden Fall ein Stück Torte für den Nachmittag mitzunehmen, auch wenn ich mir nach dem Frühstück nicht vorstellen kann, jemals wieder was zu essen. Die Tortenauswahl ist legendär (also: rein optisch, ich habe sie in dne 20 Jahren hier noch NIE probiert, weil immer schon so satt.) Heute also: ein Joghurttörtchen für mich und ein Stück Prinzregententorte für L. Meins war schon mal sehr lecker!

Im Bauernladen den ersten Spargel eingekauft, dazu einen Kanister Apfelsaft für L., der da viele Unterschiede schmeckt und der vom Fünfschilling ist der Beste. Oke. 

Q. hat, als er gestern hörte, dass wir auswärts frühstücken und er nicht mitkann wegen Pfadi, beschlossen, dass er dann halt daheim Waffeln ist. Und sich Waffelteig gemacht. Wann ist das passiert?

Wieder zurück haben wir über den umgegrabenen Garten geweint zwei der drei grossen Parmesanblöcke in handliche Stücke geteilt und die einzeln vakuumiert. Zusammen mit kleinen Flaschen unserer 7.5L Olivenöl werden wir die bei den nächsten Besuchen als Gastgeschenk mitbringen (und natürlich selber verspeisen, aber 2.5kg Parmesan in 180 Tagen wird sportlich).

Es gab noch einen kleinen Zwischenfall mit Maus und Katzen. Endete mittelgut (mit keiner Maus im Haus, aber draussen von der anderen Katze wieder gefangen. Maus unglücklich, erste Katze unglücklich, zweite Katze sehr happy)

So war das heute.

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