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Sonntag, September 25, 2022

250922 zertifizierter Lärchenbegleiter

Heute war ich drei Stunden bergauf, bergab im Wald unterwegs und habe Pilze gesammelt. Respektive: die erste Stunde habe ich genau gar nix gefunden und war ein wenig frustriert, weil das Wetter halt perfekt ist und in jeder lokalen Tageszeitung steht, dass die Pilzkontrolleure Extraschichten schieben und Rekordmengen gesammelt werden.
Ich habe ... einen Baum mit Gedenkherzen etc. gefunden und hatte ganz viel Kopfkino, ich  habe einen Reh (?)-Kiefer gefunden, bin mehr als einen rutschigen Steilhang hinuntergeschlittert und hatte ein bisschen Sorge, was passieren würde, wenn ich mir jetzt das Knie verletzen würde. 
Und dann.... habe ich UNMENGEN Pilze gefunden. Ich habe alle vor dem Abschneiden mit einer Pilzapp gecheckt und viele stehenlassen und viele mitgenommen.
Ich hatte relativ wenig Sorge, an Giftpilzen zu sterben, weil Mittwoch und Sonntag der lokale Pilzkontrolleur Sprechstunde hat, hatte aber ordentlich Sorge, dass ich grosse Mengen ungeniessbares Zeug eingesammelt hätte und dann eine Belehrung bekommen würde, dass man nur das nehmen sollte, von dem man sich sicher ist, dass es gut ist und nicht wahllos Zeug abrupfen.
Aber: die Sorge war unbegründet. Ich bin mit meinem grossen Korb im Untergeschoss der Dorfturnhalle aufgelaufen, dort wurden meine liebevoll und vorsichtig auf ein Geschirrtuchs sortierten Pilze auf ein Tablett gekippt und im Affenzahn von einem ungefähr 140 Jahre alten Hutzelmann sortiert. Bis auf ein paar Spitzschuppige Stachelschirmlinge und Schnecklinge durfte ich alles behalten, die Goldröhrlinge wurden beifällig benickt ("die haben Sie bei Lärchen gefunden? Wo denn?") und ich habe mich als totaler Pilzdepp geoutet, weil ich offenherzig erzählt habe, wo genau, was man natürlich nicht macht. Naja.
Lustigster Moment: ein Pilz, den ich schon abgeschnitten auf dem Boden fand und von dem meine Pilz-App "irgendwas Täubling" sagte. Ich hatte im Wald Täublinge gegoogelt und die "Täublingsregel" gefunden, nach der wohlschmeckende Speisetäublinge und ungeniessbare Täublinge dadurch unterschieden werden können, dass man ein Stückchen rohen Pilz probiert und entweder schmeckt er neutral oder furchtbar bitter oder scharf. Im ersten Fall: super, im zweiten Fall: nicht nehmen. Wichtig aber: man muss sich ungefähr 10000000Millionen Prozent sicher sein, dass es überhaupt ein Täubling ist, weil es genug Pilze gibt, die roh nicht nur scheusslich schmecken, sondern tödlich sind. Und so habe ich natürlich mitten im Wald NICHT von einem random Pilz, der vielleicht ein Täubling ist, abgebissen. Der Pilzhutzelmann schaut ihn an, meint "aha, mhm", beisst ab, kaut, spuckt diskret aus, und legt den angebissenen Pilz zurück in meinen Korb. ("Wissen Sie, bei den Täublingen gibt es insgesamt 10 Kriterien, die alle passen müssen, aber am einfachsten probiert man einfach." Naja, lieber du als ich, nech?)
Und so habe ich heute statt Tacos wie der Rest der Familie Oricchiette mit UNMENGEN Waldpilzen (Rotfussröhrlinge, Goldröhrlinge, der angebissene Täubling) gegessen und morgen mittag gibt es Salat mit gebratenen Safranschirmlingen, Flaschenstäublingen und einem schuppigen Stielporling.
Doch, das war schön.

Kartoffelbovist: "schlagartiger Blutdruckabfall", "Rauschartige Zustände"


Hier wüsste ich gern die Geschichte dahinter.

Mitten im echt unzugänglichen Wald finden sich auf einmal entweder Holzskulpturen oder Bänke. Ich weiss nicht, ob das der Förster oder die Pfadis sind

Latschi, latschi, ganz allein, die Handyortung sah mich in Deutschland
Olivbrauner Safranschirmling

Rotfussröhrling
"Tintenfischpilz", der sah ohne Witz aus, als ob ein Oktopus sich freigraben würde
Noch ein Safranschirmling

Ausbeute, bevor ich an den Rand des Lärchenwalds kam

Nach dem Lärchenwald: jede Menge Goldröhrlinge




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