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Montag, Oktober 13, 2014

Stoandlkramer

Ach ja. Ich wäre jetzt ja, so schön die Ferien auch waren, sehr für ein bisschen Alltag gewesen. Wir haben gestern abend Schultasche, Kindergartentasche, Laptoprucksack etc. gepackt, Schul- bzw. Arbeitsklamotten bereit gelegt, Znüniboxen gepackt, sind angemessen früh ins Bett und davor, ja, davor noch einmal auf die Toilette. Ich werde Ihnen keine Details schildern, googeln Sie mal Makrohämaturie und denken sie an Rotwein, so von der Farbe her.
Ich hatte ein deja-vu und war erst froh, nicht schwanger zu sein, dann dachte ich mir: ach, wenns weh tut, dann wache ich schon auf, und dann bin ich eingeschlafen. Heute morgen dachte ich, kurz, es wäre ein Alptraum gewesen, ah, nein: doch nicht. Weh tat immer noch nix, allerdings war ich mir auch nicht so ganz klar, zu welchem Arzt ich mit sowas jetzt gehe. Beim letzten Mal war es klar: egal, was man hat, wenn man schwanger ist, geht man in die Notaufnahme des Frauenspitals, die kümmern sich um alles und warten muss man auch nie, wenn man schwanger ist.
Unschwanger: schwierig. Urologen kenne ich keinen, Gynäkologin: naja, nicht direkt zuständig. Notaufnahme Unispital: hmmm, da wartet man ja ewig. Hausarzt: naja, ob die sich damit auskennt? Ich habe also bei der Hotline unserer Krankenkasse angerufen, die auch morgens um halb sieben ihre Checklisten abfragen. Also: keine Verletzung, nicht schwanger, nichts rotes gegessen (ICH HASSE ROTE BETE!), ja, viel, ja ich bin mir sicher, ja, auch woher, nein keine Schmerzen.
Ferndiagnose: klingt nach Nierenstein, gehen Sie zum Hausarzt, sagen Sie, Sie MÜSSEN einen Termin in den nächsten 6 Stunden haben, sonst gehen Sie ins Spital.
Gut, der Anrufbeantworter meiner Hausärztin sagt: "Wir sind von 8-12h für Sie erreichbar."
Der Hübsche hat mich dankenswerterweise davon abgehalten, vorher noch zur Arbeit zu fahren, weil: wer weiss, wann die Koliken anfangen.
Also: Kinder in der Krippe abgeliefert, bis 8h Arbeitstermine verschoben und Mails abgearbeitet. Um 8:00h sagt der Arztanrufbeantworter auf einmal: "Wir sind telefonisch von 9:00h bis 11:00h für Sie erreichbar."
Also: mit einer Tasse Tee auf dem Sofa weiter Mails abarbeiten (eine Woche Urlaub = 140 Emails), ein obligatorisches Corporate-Onlinetraining zum Thema "Datensicherheit für Endnutzer" erledigt, ein paar Mal durch ein Sieb gepinkelt.
Um 9:00h ist der Anschluss der Hausärztin besetzt, um 9:03h sagt er immer noch, man wäre von 9:00h bis 11:00h telefonisch erreichbar. Das geht so bis etwa halb 10, von den "MAXIMAL sechs Stunden sind schon drei vergangen, ich mache mich also zu Fuss auf den Weg in die Arztpraxis. wo seit 8:00h regulärer Betrieb herrscht. Auf mein "Äh, ich habe gerade anderthalb Stunden versucht, Sie anzurufen?!" gibt es ein fröhliches "Ja, mit dem AB ist was komisch." Dafür darf ich nach der Checkliste (schwanger, rote Bete, Unfall, viel? sicher? Schmerzen?) direkt da bleiben.
Nach Urin- und Blutkontrolle und einem beherzten Faustschlag in die Nieren (ja, Schmerzen. Jetzt) wird mir eröffnet, dass ich wahrscheinlich einen Nierenstein oder so hätte. (echt jetzt?!), abklären müsste man das per Ultraschall und dafür könnte ich morgen oder übermorgen in eine Ultraschallpraxis und danach wieder zur Hausarztpraxis. Und nein, nicht erst da habe ich meine Entscheidung, nicht in die Notaufnahme zu gehen, weil es da so lang dauern würde, bereut. Sehr.
Immerhin, ich bin ja nicht schwanger und dementsprechend ohne schlechtes Gewissen für alle Segnungen der modernen Medizin zu haben. Ich war fast ein wenig enttäuscht, als ich mit einem Rezept für Diclofenac und Buscopan nach Hause geschickt wurde, irgendwie hatte ich im Spital seinerzeit sogar schwanger stärkeren Tobak bekommen. Gut, damals krümmte ich mich wimmernd vor Schmerzen, so weit ist es jetzt (noch?) nicht, aber naja.
Ansonsten soll ich viel trinken, mich viel bewegen und am besten den Stein bergen, damit man rausfinden kann, was es für einer ist.
Ach ja. Zum Nierenultraschall morgen um neun (da bin ich seit drei Stunden wach, seit zweieinhalb Stunden unterzuckert und seit zwei Stunden geplagt von Koffeinmangelkopfweh) muss ich morgen nüchtern, mit voller Blase, aber nur Wasser oder Tee, aber auf keinen Fall Kaffee, auftauchen. Wenn die Schmerzen so schlimm werden, dass ich sie nicht mit den verschriebenen Mitteln aushalten kann, soll ich anrufen. Weiss nicht genau wen, aber der Anrufbeantworter wird schon da sein.

Ach: noch was: ich habe höllische Kopfschmerzen, die durch das Diclofenac nicht weggehen (wer hätte das gedacht), aber Ibuprofen und Aspirin etc. darf ich nicht dazunehmen. Gnarf, gnarf, gnarf. (aber ich bin nicht schwanger. Immerhin kann ich mich nur ärgern und muss keine Angst haben, alles super, kein Grund zur Sorge)

6 Kommentare:

  1. Gutes Durchhalten und schnelle Besserung!

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  2. Das klingt trotz deines Optimismus irgendwie nicht so richtig gut.
    Ich hoffe, die Koloken sind nicht doch noch gekommen und der Stein geht ohne hroße Schmerzen ab.
    Gute Besserung!

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  3. Das klingt jetzt aber gar nicht mehr lustig. Ich drücke alle
    Daumen, damit es glimpflich abgeht! Wer braucht schon "Steine" im Körper, sowas gehört an den Strand, auf die Berge oder irgendwo in der Natur draussen, jedenfalls kein bißchen in die Nieren und schon gar nicht, wenn man noch so jung ist! Alles Gute!!!

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  4. Gute Besserung! Ich marschiere meistens auch direkt ins KH mittlerweile, weil mir die Terminvergabepraxis zu wild ist und ich nicht genug jammere am Telefon oder so.

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  5. Oh je Du arme! Alles Gute!!
    N.

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