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Montag, Februar 03, 2014

Immerhin

Ein Rätsel ist gelöst (nein, nicht der Kindle ist wieder aufgetaucht. Gestern hat der Hübsche gerufen “Hey, komm mal schnell, ich muss Dir was Tolles zeigen“, da dachte ich natürlich sofort, dass er das vermaledeite Ding gefunden hat, aber nein, der Feigenbaum, den meine kleine Schwester bei uns ins Asyl gegeben hat („Wenn er bis Frühling keine Blätter hat, schmeisst ihn einfach weg“), ist wieder grün. Note to Schwester: Erde hilft ;-)): Meine ehemalige Gynäkologin ist Ende Jahr in Pension gegangen, die neue hat die Praxis samt Patientenstamm übernommen.
Nun denn. Ich bin ja frauenarzttechnisch eher pragmatisch: als ich zum ersten Mal überhaupt gegangen bin, da war das Wichtigste: hochgeheim und auf keine Fall zu dem von meiner Mutter (abgesehen davon, dass er dabei war, als ich auf die Welt kam, ist er auch der Vater eines Klassenkameraden und auch wenn sie daheim beim Abendessen vermutlich nicht unbedingt über die Anatomie der Patientinnen diskutiert haben, man weiss es halt nicht), weil das ja niemanden und ganz sicher meine Mutter nichts anging, dass ich mir die Pille verschrieben liess. Ich bin dann zu der Frauenärztin meiner Freundin gegangen, die war irgendwo in der Nähe vom Rotkreuzplatz in München, von meinem kleinen Dorf so ungefähr in der Nähe (Nähe = ganz knapp nicht mehr S-Bahn-Einzugsbereich) von München logistisch suboptimal, aber was tut man nicht alles, um unter dem Radar zu fliegen. Die Praxis samt Gynäkologin war ein bisschen creepy im 70er-Stil, aber eben: Radar und so. Nach einer gewissen Zeit, als ich dann auch autotechnisch mobil war, habe ich zu der neuen Gynäkologin meiner Freundin (da war ich recht anhänglich) gewechselt, wieder in einem logistisch relativ ungünstig gelegenen Ort, aber immerhin moderner und .... mit nicht ganz so viel Haarspray.
Richtig pragmatisch wurde ich dann, als ich von daheim ausgezogen in München-Schwabing wohnte, da habe ich mir dann einfach die nächste Praxis mit einer Frau rausgesucht und war dann immerhin so lange treu, bis ich mal mehr als nur ein Pillenrezept brauchte, nämlich eine Abklärung von unerklärlichen höllischen Bauchschmerzen und die erste Antwort nach dreimaliger Antibiotikagabe wegen „Entzündung“ „Da machen wir halt eine Bauchspiegelung“ war. Dafür wollte ich dann doch eine zweite Meinung, und bei der Ärztin mit der zweiten Meinung bin ich dann geblieben, bis ich München Richtung Schweiz verlassen habe (Die Bauchspiegelung haben sie dann trotzdem gemacht, seitdem weiss ich, dass mein Blinddarm über 30cm lang ist und in meinem Bauch alles in Ordnung). Ich bin nämlich (habe ich das schon mal erwähnt?) Pragmatikerin und halte nix davon, sich, auch wenn man mittlerweile schon 800km entfernt wohnt, mit Zahnschmerzen/Bauchschmerzen/Mirisschlecht durch die Weltgeschichte zu schleppen, weil nur der Arzt, der einem schon die erste Masernimpfung verpasst hat oder einen hartnäckigen Milchzahn gezogen hat, einem helfen kann. Für mich muss mein Arzt einfach und praktisch erreichbar sein, ich brauche jemanden, den ich respektiere und umgekehrt, wir müssen nicht beste Freunde sein.
Also habe ich mir in Basel dann anhand der gelben Seiten eine Gynäkologin im richtigen Postleitzahlengebiet gesucht und ihr war ich dann die letzten 11 Jahre treu. Das einzige, was ich an ihr nicht perfekt fand, waren die Praxisräume, die nur zu Fuss in der Basler Altstadt und eben im dritten Stock eines alten Fachwerkhauses sind, aber nachdem ich nach ca 5 Jahren Patiententum den Lift neben der Treppe gefunden habe, war das auch nicht mehr schlimm.
Ich mochte ihre (hab ich das erwähnt, dass ich sowas mag?) pragmatische Art, ihre realistische Herangehensweise, ohne grossen Plüschpuff, aber auch nicht klinisch gefühlslos, sondern genau richtig herzlich. Als sie mich zB mit Blasensprung ins Krankehaus schickte, rief sie mich am nächsten Morgen an, um sich zu erkundigen und freute sich mit mir über Little Q.....noch vor meiner Mutter ;-) (die war allerdings ein bisschen säuerlich, dass ich sie nicht direkt um 4:23h live aus dem Kreisssaal informiert hatte...)

Nun denn, danke alles in den letzten 10 Jahren!

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