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Donnerstag, Juli 04, 2013

Morgenstund hat Kinderfuss im Mund

Little L. hat’s im Moment wieder mal nicht so mit Durchschlafen, die letzten Wochen kam zwischen 2:30h und 5:00h meist ein markerschütterndes „MAAAAAAAAMMMMIII!!!!!!!“ aus dem Kinderzimmer. Ich bin dann brav rübergetappelt, habe auf „Kann ich bei dir weiterschlafen?“ mit undefinierbarem Brummeln einem freundlichen „Na klar, mein Schatz“ geantwortet und das Kind mit Umweg über die Toilette mit ins grosse Bett genommen und in der Besucherritze verstaut.

Letztens hatten wir dann so eine Art ernstes Gespräch mit dem Tenor „Du kannst gern zu mir ins Bett kommen, aber dazu musst du nicht so schreien und am besten kommst du einfach von selber und ohne Abholen rüber.“

Heute also folgendes:

4:58h: Ich werde von Schreiflüstern direkt vor meinem Ohr hochgeschreckt und starre aus 2cm Abstand in grosse blaue (auch wenn ich das vor lauter Dunkel nicht sehe) Augen: „Mami, Mami, Mami, ich bin allein rübergekommen, ohne Rufen, kann ich zu dir ins Bett?“
Klar, kann er, ich verschwinde schnell wieder in meine Traumwelt, in der ich gerade Edward Snowden rette.

5:03h: „Mami, Mami, Mami, ist heut Sonntag? Geh ich heute ins Chinderhuus?“ „Heute ist Donnerstag, ein ganz normaler Chinderhuus-, Schul- und Arbeitstag, schlaf jetzt.“ „Okay.“

5:10h: Schreiflüstern und kleine Finger machen sich an meinen Augenlidern zu schaffen: „Mami, Mami, Mami, ich muss nochmal aufs WC.“ „Okay, dann geh.“

5:12h: Wasserrauschen, Trippelschritte, Schreiflüstern: „Mami, Mami, Mami, ich bin wieder da. Ich kann voll was sehen, obwohl es so dunkel ist.“ Edward, wart kurz, ich komm gleich wieder an den russischen Flughafen....rumpel, rumpel, das Kind ist wieder da und wärmt sich seine kalten Füsse in meinem Nierenbereich.

5:21h: „Mami, Mami, Mami, ich hol mir noch ein Kuscheltier aus meinem Bett.“ „Okay, dann mach.“ Rumpel, rumpel, das Kind klettert auf direktem Weg aus der Besucherritze über mich drüber und verschwindet ins Kinderzimmer.

5:25h: „Mami, Mami, Mami, ich bin wieder da. Ich hab Dir auch ein paar mitgebracht.“ Ich werde unter einer Lastwagenladung Plüschtiere begraben, die Besucherritze wird wieder okkupiert. Ich habe das dumpfe Gefühl, das ich Edward Snowden heute nicht mehr helfen kann.

5:35h: „Mami, Mami, Mami, mir ist echt zu viel Grümpel in deinem Bett. So kann ich nicht schlafen. Ich geh wieder in meines.“ Das Kind quält sich aus der Besucherritze und unter den Plüschtiermassen hervor, die Füsse in meinem Gesicht werden durch einen Bär und einen Plüsch-Struppi abgepolstert und verschwindet in sein Bett.

6:00h: Der Wecker piepst, ich schiesse in einer Kuscheltierfontäne nach oben, mache das Licht an, da kommt von rechts aus dem plüschtierfreien Teil des Betts eine neue Grummelstimme: „Machs Licht aus, wir können noch fünf Minuten schlafen.“

6:35h-6-45h: ich versuche ein grummeliges Kind aus dem Tiefschlaf zu wecken.

Rise and Shine everybody! (Sorry, Edward. Ich wollte wirklich.)

5 Kommentare:

  1. Zu herrlich! Ich lach mich kaputt.

    Aber dem Kleinen kann man ja eigentlich nicht böse sein.

    Liebe Grüße und bald bessere Durchschlafphasen.

    Daniel

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  2. Tränen gelacht. Das hast du so toll geschrieben.
    Liebe Grüße, Andrea

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  3. Ich hab mich schlapp gelacht. Aber es war eher Galgenhumor - ich hatte jetzt auch so zwei Chaosnächte....kann man auch in meinem Blog nachlesen.
    So was stehe ich nicht mehr oft durch.
    Dir heute Nacht erholsame Ruhe ohne kleine nächtliche Besucher.

    Liebe Grüße

    Julika

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  4. Sehr geehrte Frau Brüllen, dieser Beitrag hätte auch von mir sein können. Bei mir tummeln sich allnächtlich gleich zwei schreiflüsternde Exemplare nebst Katze auf meiner(!) Bettseite, während der Liebste selig vor sich hin sägt. Ja, was wird mir das Bett mal riesig vorkommen, wenn sie groß sind... Außer: sie entschließen sich, für immer Zuhause zu wohnen, das ist mir bereits angekündigt worden. Also, zukünftige Ehepartnerinnen passen aber nun echt nicht mehr rein hier. Gähnende solidarische Grüße aus NRW,
    Bine

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  5. Mir laufen grade die Tränen vor lachen.... Ich weiß, im seibst erlebten Moment könnte man ausrasten, aber so erzählt - zu schön! Da wird meine (doch irgendwie ähnliche) Nacht wieder relativiert! Liebe Frau Brüllen, ich wünsche Ihnen eine erholsame Nachtruhe!
    uta

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